Timm Kruse - Pilgern mit Paddel

Здесь есть возможность читать онлайн «Timm Kruse - Pilgern mit Paddel» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Pilgern mit Paddel: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Pilgern mit Paddel»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

So ist noch nie zuvor ein Pilger auf dem Jakobsweg gereist! Wenn der Abenteurer Timm Kruse sich entschließt, den Jakobsweg zu pilgern, dann sicherlich nicht in der üblichen Variante zu Fuß über die Berge. Seine Pilgerroute führt über das Meer: mit dem Stand-up-Paddleboard über den Atlantik. Vom Start in Hendaye an der französisch-spanischen Grenze bis zum Zielort Santiago de Compostela legt er 800 Kilometer zurück. Er folgt dem Verlauf des Camino del Norte, des abgelegensten und einsamsten Jakobswegs in Spanien. Doch pilgern mit SUP auf dem Meer stellt ein unkalkulierbares Risiko dar. Strömungen und Stürme können den Paddler aufs Meer tragen. Wind und Wellen erschweren das Vorwärtskommen. Dennoch verbringt Kruse den größten Teil seiner Pilgerreise auf dem Wasser und trotzt den rauen Widrigkeiten. • Ein faszinierender und tiefgründiger Reisebericht eines außergewöhnlichen Abenteurers • Inspiration und Ermutigung, neue Wege zu gehen und die eigenen Grenzen auszuloten • Ein völlig neuer Zugang zur Pilgerreise auf dem Jakobsweg • Eine spannende Kombination aus Wassersport und spiritueller Reise im Einklang mit der Natur Vom Pilgern und Ankommen: Jede Reise verändert dich Timm Kruse ist Abenteurer durch und durch. Er hat schon 40 Tage gefastet, ist um die Welt gesegelt und hat sich als Chauffeur eines Gurus verdingt. Auf seiner Tour mit dem SUP über den Atlantik ist er meist allein unterwegs, doch in den Pilgerherbergen nimmt er sich Zeit, sich mit anderen auszutauschen und persönliche Geschichten zu sammeln. Am Ziel ist klar: «Jede lange Reise ist eine Pilgerreise, und jede Reise verändert dich» – folgen Sie Timm Kruse über den Atlantik nach Santiago de Compostela!

Pilgern mit Paddel — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Pilgern mit Paddel», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Während Turtle und ich uns anfangs noch angefeuert haben, paddeln wir nun schweigend nebeneinander her. Es bleibt keine Kraft mehr für Witze oder gutes Zureden. Nur einmal, als die See besonders absurd blubbert, schauen wir uns an und müssen lachen. Was machen wir hier bloß? Warum machen wir das? Wie lange soll das gutgehen? Nach langen, zähen, schmerzhaften Stunden sehen wir ein Frachtschiff vor einer Bucht liegen. Könnte das unser Ziel sein, die enge Passage zur Bucht von Pasaia? Wir müssten doch längst da sein – immerhin paddeln wir hier draußen schon seit fünf Stunden und hatten uns für die erste Etappe noch nicht mal zwanzig Kilometer vorgenommen. (BILD 6) Kurz bevor wir das Schiff erreichen, schmeißt es den Motor an und fährt davon – als würde es vor uns flüchten. Ein Fischkutter fährt an einem riesigen Felsen vorbei und hält irgendwo vor der grünen Küste an. Haben wir uns zu früh gefreut? Müssen wir das nächste Kap auch noch umrunden? Ich denke nicht, dass mir dafür die Kräfte reichen würden. Das Handy herauszuholen und eine unserer Navigationsapps zu checken, kommt hier draußen nicht infrage, denn die Gefahr, dem Hexenkessel das Handy zu opfern, ist viel zu hoch. Doch dann taucht ein Ozeanriese aus dem Nichts auf und verlässt die Einfahrt von Pasaia. Wir sind also doch richtig, müssen aber noch eine Stunde gegen Wind und Strömung durch die brodelnde Kreuzsee paddeln.

Als sich die Passage endlich vor uns öffnet, komme ich mir vor wie in einem Film. An 100 Meter hohen Klippen kreisen Seevögel, ein Fels fällt senkrecht ins Wasser und das Inferno hat sofort ein Ende. Ich sehe Kletterer, Taucher und Spaziergänger, die nichts von alldem ahnen, was da draußen los ist und was wir durchgemacht haben. Wir betreten eine Urlaubswelt aus guten Restaurants, Schnellfähren, Aussichtsbänken und Uferanlagen. Es scheint eine unsichtbare Trennlinie zwischen Land- und Wasserbewohnern zu geben. Beide folgen eigenen Gesetzen und beäugen einander misstrauisch.

Durch eine höchstens 50 Meter breite, von steilen Felsen umgebene Einfahrt gelangen wir in einen riesigen, natürlichen Hafen. Allein für diesen Anblick und dieses Naturparadies hat sich die Quälerei gelohnt.

Nach Stunden im Schneidersitz versuche ich, auf meinem Brett zu stehen. Meine Knochen sind so steif, dass ich fast nicht hochkomme. Als ich schließlich aufgerichtet bin, komme ich mir vor, als würde ich zum ersten Mal auf einem Brett stehen. Das Inferno da draußen hat mein Gefühl für ruhiges Wasser durcheinandergebracht. Wackelig lassen wir uns vom Nordwestwind durch die wunderschöne Bucht treiben, ohne die Paddel ins Wasser stechen zu müssen.

Als wir an einem Steg festmachen und die Bretter anbinden, kommen mir die sechs Stunden Kampf gegen Wind und Welle im Schneidersitz schon fast wie ein Traum vor. (BILD 7) Ich kenne dieses Phänomen: Sobald ich Land betrete, lasse ich die Welt des Wassers hinter mir – und umgekehrt. Das große Paradoxon eines jeden Seemanns ist es, dass er es nicht erwarten kann, abzulegen und in See zu stechen. Doch sobald er draußen ist, möchte er so schnell wie möglich zurück zum Festland.

Die einzige Herberge des Orts hat wegen Corona geschlossen, und ich erinnere mich an den Rat meiner Freundin, nicht in Zeiten von Krieg oder Seuchen zu pilgern – zu spät. Wir beschließen, dem Rummel des Dorfzentrums zu entfliehen und schleppen unser Gepäck und die Bretter mehrere Dutzend Stufen auf einen Berg. Direkt unterhalb einer Kirche auf einer Wiese schlagen wir unsere Zelte auf. Turtle schaut sich seine Füße an: Die Zehen haben vom stundenlangen Knien auf der Oberseite schlimme Blasen davongetragen, und seine Knie sind grün und blau. (BILD 8) Auch meine Füße schmücken Blasen, und kleinere ältere Wunden sind wieder aufgebrochen und sehen eitrig aus. Wir schauen uns besorgt an. So kann es morgen keinesfalls weitergehen.

Jetzt ist es zwei Uhr nachts, und das schrille Gebimmel der Kirchenglocke lässt mich nicht schlafen, ermöglicht es mir damit aber, diese Zeilen zu schreiben.

2. TAG: PASAIA BIS SAN SEBASTIÁN

Das Dreiuhr- und das Vieruhrklingeln sind mir entgangen. Ansonsten war die Kirchenglocke über den Dächern von Pasaia mein treuer Begleiter während der gesamten Nacht. Ich liebe Kirchen. Das kann auch diese Kirche mit ihrem Gebimmel nicht ändern.

Vor jedem Abenteuer suche ich am Aufbruchsort eine Kirche auf, setze mich in die dritte Reihe (ich habe am 03.03. Geburtstag), schließe die Augen und warte auf Worte oder Gedanken, die in mir aufsteigen. Meist breitet sich Friede in mir aus, häufig kommt Dankbarkeit für das Leben auf, das ich führen darf, und irgendwann entsteht ein Impuls, der sagt: »Jetzt kannst du gehen.« Dann verlasse ich die Kirche und bedanke mich bei ihr oder meinem Glauben, der keineswegs religiös ist.

In dieser ersten Nacht meines neuen Abenteuers hat mich diese verfluchte Kirchenglocke sicherlich zehnmal geweckt. Schon auf meiner Reise auf der Donau habe ich mich gefragt, was sich die christliche Kirche eigentlich einbildet, einen solchen Lärm zu veranstalten? Lieben wir nicht die Stille der Gotteshäuser? Die Heimeligkeit? Heiligkeit? Die Geborgenheit? Warum also dieser Lärm? Für wen hält sich diese Institution, dass sie jedes Dorf der christianisierten Welt beschallen muss? Noch dazu, um die Uhrzeit zu verkünden. Und das in einer Welt, die vor Hektik langsam verrücktspielt und sich längst von der Kirche abgewendet hat. Trotzdem bleibe ich bei meinem Ritual und danke dem Universum, das es mich in eine Welt mit einer gemäßigten Religion hineingeboren hat, in der ich öffentlich über diese schimpfen darf. Natürlich fragte ich mich in dieser Nacht, was ich hier eigentlich mache. Bin ich nicht langsam zu alt für solche Abenteuer? Doch ich wusste, dass zu einer solchen Tour auch Zweifel gehören. Sie sind wie ein Tunnel, den ich irgendwie durchqueren muss, ohne zu wissen, wie lang er ist und was mich auf der anderen Seite erwartet. Jedes Abenteuer ist ein Sprung ins Leere, in eine unbekannte Welt. Das Seltsame an mir und meinem Charakter ist, dass ich mich stets auf das Unbekannte freue.

Als die Entscheidung fiel, diese Pilgerreise wirklich zu machen, gab es kein Zurück mehr. Ich habe diese Entscheidung nicht anderen oder äußeren Umständen überlassen, sondern selbst getroffen. Alleine für mich – und erst viel später an die Konsequenzen gedacht. Nur so kann ich meine Abenteuer angehen: ich folge meinem Traum; und nicht den Träumen der anderen. Dann würde ich nämlich zu Hause bleiben. Neben dem Geläut hielt mich prasselnder Regen vom Schlafen ab. Keine unserer vielen Wetter-Apps hatte den angekündigt. Spaniens Wetter scheint nicht vorhersagbar zu sein – was mir für die zukünftigen Etappen Sorgen bereitet.

Diese ersten Stunden haben nichts mit einem kleinen, gemütlichen Paddelausflug zu tun. Vom Zelt kann ich die Biskaya sehen – sie sieht nach wie vor schwabbelig-kabbelig aus, und die Schaumkronen wirken von Weitem noch höher als gestern. (BILD 9) Das Wetter ist ebenfalls entgegen allen Vorhersagen katastrophal für unsere Paddeltour Richtung Westen. Heute warten bis zu 19 Knoten aus West auf uns – 35 km/h. Der Tag auf dem Wasser könnte noch schlimmer werden als der gestrige. Ein Abenteuer darf gern zwischendurch eine schreckliche Schinderei sein – aber doch nicht ausschließlich! Ich liege daher in meinem Zelt und weiß nicht weiter. Tausend Fragen steigen auf: Soll ich die Tour abbrechen? Gibt es vielleicht gute Gründe, dass noch nie jemand nach Santiago geSUPt ist? Wie komme ich aus dieser Situation heraus? Der Verlag wartet bis Ende August auf ein fertiges Manuskript. Eine Medienagentur wurde extra eingeschaltet, um die Tour und das im Oktober erscheinende Buch professionell zu promoten. Und ich trage mich mit dem Gedanken aufzuhören? Eine Nachricht meiner Freundin baut mich auf: harte Zeiten gehören dazu. Es kommen auch wunderbare Zeiten. Denk an dein Motto: Wünsche dir da zu sein, wo du bist. (BILD 10)

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Pilgern mit Paddel»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Pilgern mit Paddel» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Pilgern mit Paddel»

Обсуждение, отзывы о книге «Pilgern mit Paddel» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x