
Paprika Jungpflanzen reif zum Pikieren
Mit dem Pikierstab ein Loch in die Erde stupfen, die Wurzeln einkürzen und die Pflanze setzen; dann kommt das nächste Pflänzchen an die Reihe.
Paprika Jungpflanzen pikieren
• Die Jungpflanzen der meisten Gemüse werden pikiert. Als Werkzeug braucht man einen Pikierstab (→ Foto). Ein breiter Kugelschreiber oder eine alte, runde Nagelfeile können auch gute Dienste tun. Die kleinen Pflänzchen werden in Quickpots oder direkt in kleine Töpfe pikiert, die man bereits mit Jungpflanzenerde gefüllt hat.
• Die meisten Pflanzen können bereits 7-10 Tage nach dem Keimen pikiert werden – sie müssen jedenfalls pikiert werden, bevor sie sich gegenseitig Konkurrenz machen.
• Schwächere Pflanzen werden nicht pikiert, sondern kommen auf den Kompost. So ist das Pikieren auch gleichzeitig eine Auslese auf starkwüchsige und kräftige Pflanzen.
Und so wird’s gemacht:
• Pflanzen müssen zügig pikiert werden, keinesfalls dürfen sie aus der Erde genommen und dann an der Sonne liegen gelassen werden. Daher immer nur einige Pflanzen aus der Erde heben und diese gleich pikieren.
• Wie hoch oder tief die Pflanzen pikiert werden, hängt von der Kulturart ab: Salat, Fenchel und Knollensellerie dürfen keinesfalls zu tief pikiert werden, sie dürfen leicht umfallen. Alle Pflanzen, die am Stamm noch Wurzeln ausbilden können, werden tiefer gesetzt. Wichtig ist dies bei Paprika und Paradeiser. Durch das Pikieren bekommen die Pflanzen mehr Standraum und können sich ober- und unterirdisch kräftiger entwickeln. Zusätzlich wird durch das Einkürzen der Würzelchen das Wurzelwachstum angeregt. Besonders wichtig ist das bei Sellerie.
• Kürbisgewächse werden nicht pikiert, sondern direkt in größere Töpfe gesät. Bei frischem, gut keimfähigem Saatgut 1 Korn pro Topf, bei etwas älterem Saatgut 2–3 Korn und nur das Pflänzchen, das am raschesten gekeimt hat, stehen lassen.
• Nach dem Pikieren die Pflanzen gut angießen und nicht in die pralle Sonne stellen, idealerweise 2-3 Tage schattieren.
Reihensaat
Breitsaat
Horstsaat
1. Aussäen in den gelockerten Boden
2. Einrechen, danach gießen
Aussaat Karotte mit Schnüren und Platzhalter
Kleines 1 x 1 der Direktsaat
Eine Direktsaat von Gemüse ist nur auf unkrautarmen Flächen möglich. Durch eine Bearbeitung des Bodens ca. 2 Wochen vor der geplanten Aussaat kann man die im Boden wartenden Unkrautsamen zur Keimung anregen und die bereits gekeimten Unkräuter dann unmittelbar vor der Saat z.B. mit einer Pendelhacke in den Boden einarbeiten.
Es gibt drei verschiedene Formen, wie man Saatgut in die Beete ausbringen kann: als Breitsaat, als Horstsaat oder als Reihensaat (→ Zeichnungen). Die Unkrautbearbeitung ist bei Aussaaten in Reihen oder Horsten leichter möglich als bei einer Breitsaat. Die Aussaat in Horsten ist bei rankenden Pflanzen üblich, die z.B. um eine Stange herum ausgesät werden.
Und so wird’s gemacht:
• Saatbeet tief lockern
• mit dem Rechen einebnen
• Samen breitwürfig aussäen
• Samen einrechen und angießen (oder auf den Regen warten)
Kleines 1 x 1 des Auspflanzens von Jungpflanzen
Jungpflanzen werden idealerweise an einem schattigen Tag ausgesetzt. Dann verdunsten die Blätter automatisch weniger Wasser. Dort wo es möglich ist, entfernt man unmittelbar vor dem Setzen einen Teil der Blätter oder kürzt die Blätter um ein Drittel ein (z.B. bei Salat), um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig bei Pflanzen, die aus einer Saatschale oder einem Saatbeet mit nackten Wurzeln in die Erde kommen. Vor dem Setzen werden die Ballen der Jungpflanzen noch einmal gut angegossen oder am besten gleich in ein Wasserbad gestellt. Starkzehrer stellt man am besten in eine (noch junge) Pflanzenjauche ein (→ Dünger aus dem eigenen Garten). Nach dem Setzen müssen die Wurzeln gut eingeschlemmt, also üppig gegossen werden.
Mit einem Pflanzholz ein ausreichend tiefes Setzloch im Beet vorbereiten. Die Jungpflanze aus dem Topf nehmen, setzen und zügig angießen.
Wenn in den Reihen die Pflanzen versetzt zueinander angebaut werden, kann man den Platz im Beet am besten ausnutzen.
Die Wurzeln des direkt gesäten Salats (rechts) gehen weiter in die Tiefe als bei gepflanztem Salat (links).
Pflanzen brauchen über und unter der Erde genügend Standraum, um gut gedeihen und gute Erträge liefern zu können. Beim Säen und Setzen scheinen die Pflanzabstände oft zu groß, doch weniger an Pflanzen heißt oft mehr an Ertrag.
1. Ziehen der Reihen
2. Auslegen der Jungpflanzen
3. Einsetzen der Jungpflanzen
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