Lise Gast - Die Haimonskinder

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Ron ist achtzehn und versucht sich und ihre drei Geschwister über Wasser zu halten. Ihre Eltern sind gestorben und die Flucht hat sie in eine neue Gegend, fernab von der Heimat, verschlagen. Sie besitzen nichts und haben Mühe, den Alltag zu bewältigen. Doch Ron ist gesund und kräftig, und sie besitzt den Ehrgeiz, die Familie zu ernähren. Die anderen Geschwister sind noch zu jung, um beim Bauern auf dem Feld zu arbeiten. Eines Tages entdeckt Ron eine Ruine – eigentlich ein altes Zollhaus, das in Kampfzeiten zertrümmert wurde und nun als 'zerstört' eingestuft wird. Nahezu kein Stein liegt auf dem anderen, aber man erkennt noch den Grundriss. Ron wird ganz warm ums Herz beim Anblick. Das Haus hat sogar einen kleinen Garten, in dem kostbarer Mohn wächst. Zum ersten Mal überkommt ihr der Gedanke und die Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht unmöglich ist, ein neues Zu Hause zu finden. DIE HAIMONSKINDER erzählt von den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, Deutschland liegt in Trümmern, die Menschen sind geflohen oder aus ihrer Heimat vertrieben. Es herrscht bittere Armut, doch der Lebensmut der Hinterbliebenen ist ungebrochen.-

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„Natürlich. Über dem Sofa hing das Bild von der Großmutter, und das von der Urgroßmutter neben der Uhr — ich dachte immer, deshalb heißt sie so“, sagte Ulla. Christine lachte. Ach, auf einmal war alles fort, alle Bedrückung des Schlafens und Wachens, alle Angst vor dem Leben und den Menschen, alle Unbegreiflichkeit des „Niemalswieder“. Sie sah das Wohnzimmer vor sich, niedrig, aber weiträumig und von jener wunderbar quadratischen Form, die sich ganz von selbst einrichtet. Alle einigermaßen schönen Möbel wirken darin sofort traulich und gemütlich, ob viel oder wenige, nun, und ihre Möbel erst ... Christine hatte sich schon als kleines Kind so sehr für „Einrichten“ interessiert. Ihr liebstes Spiel war, Stuben zu bauen, ob nun im Garten, im Heu, oder im Winter in der Kinder- oder Wohnstube. Sie rückte Kisten und baute Sofas, sie stellte Blumentöpfe in gedachte Fenster und baute Eckbänke, und ihr, gerade ihr, mußte das Schicksal diese bittere Heimatlosigkeit auferlegen. So war sie jetzt warm angerührt, als sie merkte, daß Ulla im Geiste noch ganz zu Hause war. Daß sie und auch Wolf die Eltern nach den wenigen geretteten Fotos kannten, war klar. Aber die Stuben, die Räume, das Zuhause, das man eben nur im Herzen bewahren kann, ohne einen einzigen Anhaltspunkt von Bild oder Schrift ...

„Weißt du, wenn ich groß bin, gibt’s bei mir mal keine Couch“, sagte Christine jetzt, „bloß ein Sofa und einen runden Tisch davor. Einen polierten, und da leg ich dann eine Filetdecke drüber, weißt du, so eine, die aus lauter Fäden geknüpft ist, so daß man die Platte durchsieht — und darauf stell ich eine Vase mit einem einzigen Blütenstengel darin, keine dicken, bunten Sträuße. Und eine Eckvitrine muß ich haben, so wie die zu Hause rechts, wenn man hereinkam, die mit den dünnen Beinen, weißt du noch?“

„Ja, an der hab’ ich mich mal furchtbar geschlagen. Ron rannte hinter mir her und scheuchte mich, und da flog ich über die Teppichecke —“

„Ja, einen Teppich muß ich auch mal haben. Dielenscheuern ist scheußlich; man sieht nie, was man gemacht hat. Sofort sind sie wieder schmutzig. Linoleum und einen Teppich in der Mitte —“

Ulla war noch bei ihren Erinnerungen.

„Mutter schimpfte, Vater hatte gerade Besuch in seinem Zimmer und ich heulte so laut. Weißt du, ich hatte mich gar nicht so geschlagen, oder wenigstens, ich heulte nicht deshalb. Ich wollte bloß, daß Ron einen tüchtigen Schreck bekäme, so frech wie sie immer zu mir war.“

Christine lachte.

„Ach ja. Wegen so was heulte man damals —“ Sie sagte das mit einer gewollt ruhigen, ein bißchen spöttischen Stimme, aber es war, als brächen diese Worte einen Damm in ihr. Etwas Langangestautes, etwas Überwältigendes brach sich Bahn; sie versuchte es noch abzustoppen, aber es war schon zu spät. Mitten im letzten Wort zerbrach ihre Stimme, und der Kummer, die Sehnsucht und der fürchterliche Schmerz um das Verlorene kam in einem so wilden und gewaltigen Schluchzen zutage, daß Ulla, zu Tode erschrocken, hochfuhr. Sie starrte zu Christine hinüber und stammelte entsetzt und hilflos immer wieder:

„Aber Tine — aber Tine —“

Christine war selbst sehr erschrocken, vor allem Ullas wegen. Sie versuchte immer wieder, sich zu fassen; aber es war, als müsse sie jetzt mit einem Male all die Tränen nachholen, die sie in den letzten drei Jahren unterdrückt hatte. Es weinte einfach aus ihr heraus, es war wie eine Krankheit, die ausbricht, wie ein Blutsturz; Ulla war längst aus ihrem Bett getappt und streichelte und tröstete, aber Christine konnte nicht einmal antworten. Das erste Wort, das sie schließlich hervorwürgte, war:

„Entschuldige —“

„Ach, laß man“, murmelte Ulla, aber als Christine sie dann bettelnd ansah:

„Geh, Ullalein, lauf, und denk nicht mehr dran — ich werd’ schon wieder vernünftig“, da war sie doch sehr erleichtert. Sie war ja noch klein, ein Kind, ein dummes, das den Schmerz eines andern Menschen zwar sieht und bedauert, sich aber auch und in erster Linie davor graut.

Sie ging. Schnell in die Sachen geschlüpft und hinaus! Einen Augenblick stand sie in der nebligen Frühe unschlüssig und ein bißchen verloren, dann aber fiel ihr ein, daß ja heute Sonnabend sei. Sonnabend, welches Glück! Sogleich setzten sich ihre Beine in Bewegung und trabten die abschüssige Straße hinunter. Sonnabend, da hatte Frau Helmers im Hause zu tun, da kam sie nicht in die Gärtnerei. Großartig. Es würde einen wundervollen Vormittag geben.

Ulla bog in die Hauptstraße des Städtchens ein und folgte ihr, die noch still und verschlafen dalag und dadurch womöglich noch häßlicher wirkte, mit zertrümmerten Eckhäusern, glotzenden Fensterhöhlen und dazwischen schon wieder angesiedelten Geschäften. Ulla wußte nicht, sie konnte nicht wissen, daß diese Stadt auch in heilem Zustand nie schön gewesen war — jedenfalls nicht nach dem Brande, der sie vor einem halben Jahrhundert nahezu niedergelegt hatte und nach dem sie so häßlich wieder erstand — mit roten Brandmauern und billigen, raschgebauten Mietskasernen. Sie fühlte nur die Feindseligkeit, die sie umgab, zumal ihr heute Christinens ausbrechender Schmerz das Herz dafür geöffnet hatte. Sie war froh, als sie die Stadt hinter sich hatte. Nun traten die Häuser und Ruinen rechts und links von der Straße zurück, es gab Vorgärten, und schließlich sah sie das große weiße Schild, das auch ein bißchen seitwärts, gleichsam bescheiden, am Wegrand stand: Gärtnerei Christian Gottlieb Jesumann.

Es war zuerst der Name gewesen, der sie aufmerksam gemacht hatte, „Christian Gottlieb Jesumann“, das klang so anheimelnd fromm, eigentlich wie ein Vers aus dem Gesangbuch. Ulla hatte vor zwei Jahren, im ersten Jahr, da sie zur Schule ging, einen langen und häßlichen Gelenkrheumatismus gehabt, und damals hatte sie recht eigentlich das Lesen gelernt, einfach so aus Langeweile und dem Drang, bei dem Stilliegen irgend etwas vorzuhaben. Am Gesangbuch, dem einzigen Buch, das in ihrer Stube aufzutreiben war, lernte sie lesen. Ihre Wirtin hatte es, weil sie es wahrscheinlich doch nie aufschlug, auf der Kommode liegen lassen, es war ganz verstaubt gewesen. Ulla hatte es sich geholt und darin buchstabiert, gelesen und schließlich daraus gelernt. Damals war auch Christine fast immerfort weggewesen, um mit Ron zusammen das Allernotwendigste aufzutreiben, was sie zum Leben brauchten, und so war Ulla sehr viel allein gewesen. Und sie fand die Lieder schön, die sie las.

Gottlob, das Tor war schon offen. Sie schlüpfte hinein und lief auf das erste der Warmhäuser zu. Auch hier steckte der Schlüssel. Und gerade als sie hineinwollte, öffnete sich die Tür und Herr Jesumann kam heraus.

Sein rundes rotes Gesicht mit den fast weißen Augenbrauen und den hellblauen, ein bißchen blassen Augen strahlte auf, als er Ulla sah. Er nahm sie an der Hand und drehte sofort um, zog sie mit sich, während er verschmitzt lächelte.

„Gut gemacht, Ullalein, gut gemacht. Heute kommt sie nicht, da kannst du mir viel helfen —“

„Sie“ war Frau Helmers, seine Schwägerin, die seit dem Tode seiner Frau und seines kleinen Mädels bei ihm wohnte. Sie war sehr tüchtig, wie er immer wieder betonte, wenn er von ihr sprach. Er hatte sich angewöhnt, dies und das mit Ulla zu besprechen, wenn sie zusammen pikierten oder umsetzten oder sonst irgendwelche sich stets wiederholenden Handgriffe taten, aber er sagte es stets in einem so bekümmerten, gleichsam untröstlichen Ton: „Ach ja, Tüchtigkeit konnte auch seine Schattenseiten haben.“ Frau Helmers jedenfalls war tüchtig in einem Sinne, daß einen das Grauen ankommen konnte. Kein Staubkorn war vor ihr sicher, aber auch keine Pfeife, die ein Mann eben doch am Abend mal rauchen wollte, und Gemütlichkeit war ihr wohl von jeher ein Fremdwort gewesen. Sie hatte selbst zwei Kinder gehabt, die immer in gestärkten Schürzen und wasserfesten Scheiteln zur Schule gegangen waren, sehr artig, sehr adrett, immer pünktlich, und das größere Mädel den kleinen Jungen stets an der Hand hinter sich herziehend; nie ließ sie ihn los, ach nein. Aber fröhlich hatten diese Kinder wohl nie ausgesehen, und daß man nun, da diese Kinder groß und für sich selbst verantwortlich waren, an fremden Kindern Spaß haben sollte, noch dazu an solch einer stets zerzausten und zerwehten Ulla, das konnte kein Mensch erwarten, am wenigsten Herr Jesumann, am allerwenigsten bestimmt Ulla selbst.

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