Martin Curi - Brasilien

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Brasilien: краткое содержание, описание и аннотация

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Brasilien ist das Land des Fußballs: Es hat bis heute die meisten WM-Titel geholt, die meisten internationalen Stars hervorgebracht, und wohl nirgends auf der Welt spielt Fußball eine solche Rolle wie hier. Martin Curi, der seit zehn Jahren in Brasilien lebt, bewies bereits mit dem Standardwerk 'Football in Brazil' seine große Kompetenz zum Thema. Sein neues, reportagehaft gestaltetes Buch gibt einen umfassenden und vielschichtigen Einblick in die Kultur, die Geschichte und die Gegenwart des Fußballs in Brasilien. Seine persönlichen Erlebnisse inmitten brasilianischer Fans sowie seine spannenden Analysen zeichnen das lebendige Bild einer komplexen Fußballwelt.

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Vargas hatte nun jenes nationale Symbol, das die Einheit des Landes in einer positiven Art und Weise darstellte. Aushängeschild war der farbige Spieler Leônidas, der mit acht Treffern WM-Torschützenkönig wurde. Obwohl Brasilien das Halbfinale mit 1:2 gegen Italien verlor (und anschließend mit einem 4:2 gegen Schweden immerhin den dritten Rang erreichte), wurde die Seleção bei ihrer Rückkehr frenetisch gefeiert. Man hatte einen großen Erfolg errungen und wusste nun, dass der Titel durchaus im Bereich des Möglichen lag.

Damit waren die beiden wichtigsten Argumentationslinien der brasilianischen Diskurse über Fußball geboren, mit denen man die Lage der Nation diskutieren konnte. Die „Institution Null“ konnte als europäische Sportart angesehen werden, die die Überlegenheit der weißen Rasse beweist, oder auch als Ausdruck einer ganz eigenen brasilianischen Identität, die weniger durch die rationalen als vielmehr durch die spielerischen Qualitäten seiner dunkelhäutigen Bevölkerung bestimmt wird. Das Pendel sollte in den nächsten Jahrzehnten mehrfach zwischen den beiden Extremen schwanken, und vor allem Niederlagen sollten eine besondere Bedeutung erfahren. Es scheint beinahe, als seien Enttäuschungen für das kollektive Bewusstsein der erfolgreichsten Fußballnation der Welt wichtiger als Siege.

1950: Tragisches „Endspiel“ im eigenen Land

Da Brasilien 1942 nicht zeigen konnte, ob man ein titelreifes Team beisammen hatte, weil die WM wegen des Zweiten Weltkriegs ausfiel, musste man sich bis 1950 gedulden. Als Austragungsland wurde diesmal Brasilien gewählt. Für das Land war dies die große Chance, sich nicht nur mit seiner Fußballmannschaft, sondern auch durch die Organisation des Wettbewerbs darzustellen.

Insofern kam es gerade recht, dass Brasilien sich bei der WM 1938 den Ruf einer „Rainbow-Nation“ erworben hatte, also einer ethnisch gemischten Nation. Nachdem die diktatorisch-rassistische Ideologie der Nazis in Deutschland Europa in einen Krieg getrieben hatte, der in seiner zerstörerischen Kraft kaum zu überbieten war, konnte Brasilien nun ein neues, modernes Gegenbild entwerfen und sich als tolerantes und demokratisches Land präsentieren.

Dies sollte unter anderem durch den Bau des Maracanã in Rio de Janeiro als größtes Stadion der Welt geschehen. Es sollte allen Brasilianern, unabhängig von Beruf, Geschlecht, Alter oder Hautfarbe, einen Platz bieten. Mit 200.000 Plätzen fasste es rund zehn Prozent der Einwohner Rio de Janeiros. Im Gegensatz zu den schon bestehenden Stadien Brasiliens wurde das Maracanã kreisförmig gebaut. Jeder Fan sollte den gleichen Blickwinkel auf den Rasen haben, und der Unterschied zwischen billigen und teuren Plätzen sollte verringert werden. Insofern ist das Maracanã ein aus Beton gegossenes Manifest des brasilianischen Demokratieverständnisses.

Es wurde der Begriff der „Rassischen Demokratie“ entworfen, der aussagen sollte, dass es in Brasilien keinen Rassismus gibt und alle Bürger, unabhängig von ihrer Hautfarbe, die gleichen Chancen haben. Zum entsprechenden Aushängeschild wurde die „bunte“ Nationalmannschaft, die als haushoher Favorit in das Turnier startete. Das war im Übrigen das einzige Turnier in der WM-Geschichte, dass nicht mit einem Finale endete, sondern komplett im Gruppenmodus ausgespielt wurde.

Mit Leichtigkeit wurde die Vorrunde überstanden, und in der Endrunde waren auch Schweden (7:1) und Spanien (6:1) keine ernsthaften Gegner. Am 16. Juli 1950 kam es im Maracanã zum letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen Uruguay. Eine Partie, die unter dem Begriff „Maracanazo“ in die Fußballgeschichte eingehen sollte.

Brasilien hätte zwar schon ein Unentschieden zum Weltmeistertitel gereicht, doch alles war auf Sieg eingestellt. Die Spieler wurden in der letzten Nacht nicht mehr in ihrem entlegenen Hotel in Joá untergebracht, sondern in der Spielerherberge des unweit des Maracanã gelegenen Stadions von Vasco da Gama. Dort hatten sie allerdings keine Ruhe mehr. Ständig drängten sich Freunde, Familienangehörige, Journalisten und vor allem Politiker um sie. Ende des Jahres waren Wahlen in Brasilien, und jeder wollte sich im Ruhm der künftigen Weltmeister sonnen.

Die Tageszeitungen Brasiliens machten mit der Schlagzeile „Heute wird Brasilien Weltmeister!“ auf. Den Spielern wurden schon vor dem Spiel Medaillen überreicht. Als das Spiel um 15 Uhr angepfiffen wurde, drängten sich auf den Tribünen rund 200.000 Menschen. Jeder von ihnen glaubte, das Ergebnis schon zu kennen.

Der Moment der Brasiliens Schicksal entscheidet Gigghia trifft zum 21 für - фото 5

Der Moment, der Brasiliens Schicksal entscheidet: Gigghia trifft zum 2:1 für Uruguay.

In der ersten Halbzeit war die brasilianische Elf zwar spielbestimmend, traf aber das Tor nicht. So ging man mit einem 0:0 in die Halbzeit. Mit diesem Ergebnis wäre Brasilien Weltmeister. Nach dem Pausentee kamen die Brasilianer besser aus der Kabine, und Friaça traf in der 47. Minute zum 1:0 für die Hausherren. Die Partie schien nun gelaufen. Fröhlicher Jubel und Gesänge machen sich breit.

Was dann geschah, ist von vielen Mythen und Mysterien umrankt. Man erzählt sich, dass der Kapitän der Uruguayer Obdulio Varela kurz nach diesem Tor dem Brasilianer Bigode nicht nur den Ball aus der Hand gerissen habe, sondern ihn zudem geschlagen habe. Mit den Worten: „Gehen wir, gehen wir, das schaffen wir noch“, soll er seine Kollegen angefeuert haben, die plötzlich einen ganz anderen Eifer zeigten. Die Aktion von Obdulio gilt gemeinhin als der Wendepunkt in dem Spiel. Die Brasilianer wirkten plötzlich träge und eingeschüchtert, während die Uruguayer frisch aufspielten. In der 66. Minute gelang Schiaffino der Ausgleich. Doch auch das Unentschieden hätte den Gastgebern ja zum Titel gereicht. Man musste das Ergebnis lediglich über die Zeit retten.

In der 79. Minute nahm die Tragödie ihren Lauf. Auf der rechten Seite bekam Gigghia den Ball und lief unbedrängt auf Torwart Barbosa zu. In der Mitte war Schiaffino mitgelaufen. Barbosa machte das kurze Eck auf, weil er mit einem Pass in die Mitte rechnete. Doch Gigghia zog scharf und direkt ins rechte untere Eck ab. Der Ball zappelte im Netz, und Uruguay führte mit 2:1. Der brasilianische Jubel brach jäh ab, stattdessen wurde das Maracanã in ein ohrenbetäubendes Schweigen getaucht. Gigghia sagte später einmal: „Es gibt nur drei Menschen, die das Maracanã zum Schweigen brachten: der Papst, Frank Sinatra und ich.“

Die Legende erzählt, FIFA-Präsident Jules Rimet habe schon vor dem 2:1 seinen Platz in der Ehrenloge verlassen, um sich mit dem Pokal und den Medaillen zum Spielfeld zu begeben und sie dort dem Sieger zu überreichen. Er hatte keine Rede für einen Sieg Uruguays vorbereitet. Doch als er am Spielfeld ankam, war Uruguay plötzlich Weltmeister. Die eigentlich vorgesehene Zeremonie entfiel. Es gab kein Militärspalier, kein Abspielen der Nationalhymne des Siegers und keine Rede des FIFA-Präsidenten, wie es bei vorherigen Turnieren üblich gewesen war. Auf dem Platz herrschte schlichtweg das Chaos, und Jules Rimet wurde orientierungslos sich selbst überlassen.

Nach einigen Minuten fand er endlich Obdulio Varela, dem er fast verschämt mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch, ich bin froh, dass Sie es sind“, den Pokal überreichte. Von dieser Szene gibt es nur ein einziges, recht schiefes Foto. Es handelt sich um die einzige WM-Pokalvergabe der Geschichte, die praktisch im Verborgenen stattfand.

Während sich die Uruguayer über ihren zweiten WM-Titel freuten, waren die Brasilianer fassungslos. Nur ganz langsam verließen Zuschauer und Spieler das Stadion. Augenzeugenberichten zufolge kam die Stimmung in der Stadt der eines riesigen Begräbnisses gleich. Die Enttäuschung entlud sich jedoch nicht in Gewalt, sondern führte zu einer Art nationaler Lähmung. Obdulio soll nachts sogar aus seinem Hotel gegangen sein, um in einer Eckkneipe ein Bier zu trinken. Obwohl ihn die Menschen erkannten, ist ihm nichts passiert. Im Gegenteil, er soll sich sogar komplett betrunken haben.

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