Tor Åge Bringsværd - Mond der Kindheit

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In den Dünen inmitten einer Oase in der Wüste Gobi sitzt ein alter Mann und erinnert sich an seine Kindheit. Als Teil des Kinderkreuzzugs zog er als Junge von Köln nach Israel um von dort aus weiter durch die Welt zu ziehen. Seine Reise bringt ihn schliesslich in die Mongolei, von wo er als Gefangener des Dschingis Kahn in die Wüste Gobi floh. Die Schilderungen des Protagonisten sind fiebernd und sprunghaft – wie es auch reale Gedanken sind – was dem Buch Realitätsnähe verleiht. In einer faszinierenden Bildsprache vermittelt der Autor geschichtliche Fakten, philosophische Weltkonzepte und eine märchenhafte Geschichte. Ein gelungener Roman, der durch die facettenreiche Darstellung einer sagenhaften Welt überzeugt.

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All dies hätten wir vorführen können, Mika und ich. Wenn das Dornengestrüpp nicht gewesen wäre ...

Wer weiß. Vielleicht wird die Sage weiterleben. Wird neue Schößlinge und Blüten treiben. Ich glaube aber: Die Kinder werden weiterhin Kinder bleiben. Egal, wie die Geschichte erzählt wird. Gleichgültig, wie viele Schalen sich bilden.

Und sie werden für immer verloren sein.

Nicht nur in Hameln, auch in Hunderten anderer deutscher und französischer Städte.

Yelü Chucai sagte einmal zu mir: »Wenn deine Tuschfeder an einer Seite abgenutzter ist als an der andern, ist das ein Hinweis, daß sich dein Herz nicht im Gleichgewicht befindet.«

Aber wie kann ich ruhig denken, wie soll ich im Herzen gefühllos bleiben?

Ich war eines von ihnen.

Außerdem: Seit ich mich erinnere, habe ich Schwierigkeiten mit den vier Körpersäften gehabt. Die Arzte meinen, das hänge mit Leber und Milz zusammen. Oft produziere die Leber zuviel gelbe Galle, erklären sie mir. Der Körper wird heiß und trocken, im Gemüt entsteht ein Übergewicht von Feuer und Erde – und ich werde hitzig und hochfahrend. Ein paar Tage später kann das umgekehrt sein. Da macht die Milz plötzlich nicht mehr mit, und ich habe zu viel von der schwarzen Galle. Das Gemüt wird von Luft und Erde erfüllt, und ich verfalle beim geringsten Anlaß in Trauer und Melancholie. Ich kämpfe gegen diese Stimmungsschwankungen an, so gut ich kann. Solange es möglich ist. Aber jeder hat sein Leiden. Das ist meines.

Ich bin um den See herumgegangen. Langsam und allein. Ich habe den Sand in die Hände genommen, habe ihn durch die Finger rieseln lassen. Anscheinend grau und leblos, doch bei näherem Hinsehen ... durchsetzt mit winzigen, vielfarbigen Quarzteilchen. Blau, grün, rot, purpur, weiß. Und ich überlegte: Möglicherweise ist es gar nicht so, daß wir Menschen die Symbole schaffen ... möglicherweise finden die Symbole uns .

Ich war acht Jahre, als ich dem Ruf folgte. Als ich mich von Rattenfängern und Wirrköpfen locken ließ.

Wir nannten es Kinderkreuzzug.

Beim Weitergehen dachte ich an Mika. Er hat mir beigebracht, Masken anzufertigen, und er hat mir gezeigt, wie ich vier Bälle auf einmal in der Luft halten kann.

Vorführungen und Kostüme kannte ich fast nur von den großen kirchlichen Feiern. Aber Mika stammte aus Nikäa. In ihm lebte das Erbe der griechischen Komödien und die Erinnerung an die großen Pantomimen im Hippodrom Konstantinopels. In ihm sprudelte eine von Zauberern, Tierbändigern, Taschenspielern und fahrenden Gauklern geprägte Tradition.

Ich dachte an Mika – und ich fand Trost darin, einige Handvoll Sand gegen den Wind zu werfen.

Ich weiß, daß mich der Priester und seine zwei Helfer beobachten. Ich weiß, daß sie verwundert sind.

Ich bin jetzt beinahe drei Wochen hier. Noch habe ich mich ihnen nicht geöffnet.

Ich will nicht einmal wissen, wie sie heißen.

Mir liegt nichts daran, neue Namen zu lernen.

Ich will meinen Frieden.

Der Priester ist alt. Hat einen Kopf wie ein verhutzelter Apfel. Arme und Beine wirken unglaublich dünn. Trotzdem vermittelt seine Gestalt den Eindruck von Stärke und Zähigkeit. Er ist wie ein genügsamer, vom Wind zerzauster Wüstenbusch.

Der ältere der beiden Gehilfen ist ein Junge von fünfzehn oder sechzehn Jahren. Vorher war er Schafhirte. Das muß sehr schwierig für ihn gewesen sein. Er hat einen Klumpfuß und hinkt mit jedem Muskel seines Körpers. Er legt eine enorme Hingabe für den Priester an den Tag, genießt dabei offensichtlich das Prestige, das er in seiner Stellung als Tempeldiener zu haben meint.

Der jüngere ist ein taubstummes Kind. Er kümmert sich um alle kleineren Aufgaben. Jeden Tag sehe ich ihn unten am Strand, wie er mit einem Korb über dem Arm Brennholz für die Küche sucht.

Gemeinsam halten die drei alles in Ordnung, haben einige Reihen Kohl angepflanzt, verrichten den täglichen Tempeldienst, läuten zu festen Zeiten die Glocken, verbrennen Weihrauch und halten verschiedene Zeremonien ab. Sie begrüßen die Pilger und kümmern sich um jeden einzelnen.

Gastfreundschaft ist ein ungeschriebenes Gesetz. Ich begreife nicht, wie das auf Dauer gutgehen kann. Im Moment bin ich der einzige Gast. Aber vorige Woche waren noch vier weitere Pilger hier. Zwar bringen alle Gäste Nahrungsmittel für den gemeinsamen Vorrat mit, aber trotzdem ...

Ich bin zur Südseite zurückgekehrt. Hier stehen die drei kleinen Gebäude. Der Tempel, das Haus, in dem wir essen und uns versammeln, das Haus, in dem wir schlafen. Das Ganze ist eng zusammen auf Terrassen gebaut, mit einer Treppe, die hinunter zum Wasser führt. Ich habe die Sandalen ausgezogen. Ich sitze dort, wo der See an die unteren Stufen leckt.

Die Luft ist schwer von dem Geruch der kleinen Jujube-Bäume. Versteckt zwischen den Silberblättern hängen goldene Blütentrauben.

Es ist Frühsommer.

Nur das eine: Ich bin nicht aus Hameln. Ich komme aus Godesberg. Aber alle Schauspieler lügen. Wenn das der Rolle nützt.

III

Ich kann sie sehen. Undeutlich. Wie durch einen Schleier. Ich weiß, daß sie meine Mutter und mein Vater sind. Aber ich empfinde nichts für sie. Nicht jetzt. Und ich glaube ... damals auch nicht. Wir waren zu viele Geschwister. Die meisten von uns unerwünscht. Auch hier sind die Gesichter verwischt für mich. Oder aufgelöst in Splitter. Und willkürlich zusammengesetzt. Weshalb ich nie sicher sein kann, ob Augen und Haare vom selben Gesicht stammen. Vater starb, als ich fünf war. Und die Mutter hatte andere, um die sie sich mehr kümmerte. Meinte ich damals. Heute vermute ich, sie hat es wegen des Geldes getan. Das wir weiß Gott nötig hatten.

Mehr gibt es nicht zu sagen.

Mehr brauchst du nicht zu erfahren.

Ich habe dich aufgefordert, zuzuhören. Ich brauche keinen Beichtvater. Nie. Nie mehr.

Wir wußten, daß das Böse in der Welt war. Wir wußten, daß es nur schlimmer werden würde. Denn so stand es geschrieben. Das Böse müsse herrschen. Und erst dann ... wenn alles niedergebrannt war ... würde das Tausendjährige Reich kommen.

Aber konnte es schlimmer werden, als es bereits war?

Ich wurde in einem Europa geboren, in dem alle darauf warteten, daß der Himmel aufriß und die Engel des Herrn sich in den Wolken zeigten.

Ich kannte natürlich nicht die großen Zusammenhänge. Die erfuhr ich später. Ich wußte damals nicht, daß Frankreich gerade die Normandie erobert hatte und sich anschickte, nach England zu ziehen, wo Johann Ohneland gegen die Bischöfe und Barone kämpfte und die Kirchenglocken tausend Tage lang stumm geblieben waren. Ich wußte nicht, daß sich christliche Heere in Spanien sammelten, um die Almohaden zurückzuschlagen. Ich hatte keine Ahnung vom Kampf um den Thron im Heiligen Römischen Reich – das Gezänk zwischen Otto IV. und Friedrich II. Ich hatte nie den Namen Albigenser gehört. Ich wußte nur, daß der Papst – unser Heiliger Vater – Tag für Tag Ketzer und Juden verdammte. Und daß er Nacht für Nacht auf den Knien lag und verzweifelt darum betete, daß Jerusalem befreit werden möge.

Ich war ein Kind.

Ich wußte nur, daß wir in einem Jammertal lebten, heimgesucht von Hunger, Krieg und Pest.

Ich wußte, daß überall die Zeichen waren. Daß die Kometen wie Drachen am Himmel flogen. Daß Tote aus den Gräbern auferstanden. Daß Menschen mit Schweineköpfen geboren wurden. Und daß es in Hamburg Frösche regnete.

Man schrieb das Jahr 1212.

Ich wußte, daß wir in einer Endzeit lebten.

Aber ich hatte eine glückliche Kindheit. Das muß man mir glauben. Ich habe Kinder gesehen – woanders –, die zwischen verwesenden Leichen Verstecken spielten. Ich habe sie gesehen – halb verhungert –, wie sie Murmeln spielten vor Mauern, die einmal ein Heim umgeben hatten und nun nur noch rauchende Trümmer waren. Ich habe bei einem alten Märchen oder beim Grimassenschneiden apathische Gesichter wie einen Sternenhimmel aufleuchten sehen. Ich bin oft vor Kindern aufgetreten. Es braucht nicht viel, sie zu fangen. Ich habe Berufskollegen sagen hören, Kinder seien das anspruchsvollste Publikum. Meine Erfahrung ist gegenteilig. Sie sind leicht zu verführen. Eine spannende Verfolgung, ein paar einfache Fakten – und sie sind gebannt wie eine Motte im Licht. Es soll schwierig sein, Kinder zu betrügen? Ich hatte eine glückliche Kindheit. Zweifellos. Ich hatte zweifellos eine glückliche Kindheit. Denn Kinder sind sehr gewitzt, wenn es darum geht, einen Lichtblick zu entdecken. Im Verhältnis zur Körpergröße haben sie mehr Blut als Erwachsene. Es ist heiß und strömt schnell, besteht hauptsächlich aus Feuer und Wasser. Deshalb sind Kinder lebendiger und optimistischer als wir andern. Mitten im Elend.

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