Thomas Fuchs - Am Ball oder balla-balla?

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Wenn die Reporterlegende Dr. Laven in den 1920er Jahren auf Sendung ging, dann ließen die Leute alles stehen und liegen, um seinen Worten zu lauschen. Wenn im 21. Jahrhundert die ZDF-Fachkraft Béla Réthy ans Mikro tritt, dann dauert es gefühlte drei Millisekunden, bis im Netz der erste Kommentar erscheint, in dem gemosert wird.Was ist seit den glorreichen Reportertagen geschehen? Was macht das Wesen von guten Kommentaren aus? Was darf man erwarten? Was zu Recht kritisieren? Dieses Buch bietet einen unterhaltsamen und fundierten Überblick über die Welt der Fußballberichterstattung.

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Idee zur Rundfunkabgabe

Wie gesagt, das erste Programm dürfte bei niemandem, und bei den wenigen lauschenden Bastlern wohl erst recht nicht, zu Herzrasen und Aufregung geführt haben, aber ein Anfang war gemacht. Im folgenden Jahr gingen acht weitere Rundfunkgesellschaften auf Sendung. Das Innere der Sender sah damals noch aus wie die Schaltpulte von Kraftwerken. Und die neuen Antennen, oft über hundert Meter hoch, wurden immer mal wieder von Postflugzeugen beschädigt. Aber nicht nur deshalb kostete der Rundfunk Geld. Die Investitionen waren enorm, weshalb der Rundfunkpionier Hans Bredow auf eine Idee kam. 1908 war über Friedrichshafen ein Zeppelin-Luftschiff abgestürzt, was die Nation in Trauer und Bestürzung versetzte. Die Luftschifffahrt galt damals als Zukunftstechnologie, von so einem Rückschlag durfte man sich nicht entmutigen lassen, weshalb zu einer nationalen Zeppelin-Spende aufgerufen wurde. Ein ähnliches Modell schwebte Bredow für den Rundfunk vor. Jeder Deutsche – egal ob er einen Empfänger hatte oder nicht oder ob er überhaupt den Wunsch hatte, Radio zu hören – sollte mit einer Gebühr den neu aufzubauenden Rundfunk finanzieren. Zwar wurde damals noch von dieser Idee Abstand genommen, aber in gewisser Weise ist Bredow damit auch der geistige Vorvater der Rundfunkabgabe, die den öffentlich-rechtlichen Sendern heutzutage milliardenschweren Grundumsatz garantiert. Es ist schön zu wissen, dass offenbar so gut wie alles in Deutschland eine Tradition hat.

In vielen Darstellungen der Rundfunkgeschichte wird der Eindruck erweckt – oft mit dem Verweis auf die Propagandasender der Nazis und den Staatsfunk der DDR –, dass der öffentliche-rechtlich organisierte Rundfunk so etwas wie der natürliche Aggregatzustand des Mediums sei, aber das ist nicht ganz richtig. Als die Reichsrundfunkgesellschaft gegründet wurde, gab es vielerlei Kooperationen zwischen privaten Unternehmen und der öffentlichen Hand. Im Rückblick ist dabei auffällig, dass sich nur eine Nachrichtenagentur an den neuen Gesellschaften beteiligte und dass die Zeitungsverleger in der Weimarer Republik kaum Interesse am neuen Medium zeigten. Das sollte sich später ändern.

Waren die ersten Rundfunkgesellschaften noch in einer Rechtsform organisiert, die man heute als Public Private Partnership bezeichnen würde, arbeitete schon 1932 Reichskanzler Franz Papen daran, beim Rundfunk für absolute Staatsnähe zu sorgen. „Der Rundfunk soll dem Reich und den Ländern gemeinsam gehören“, lautete sein Credo, Minderheitsgesellschafter wurden sukzessive rausgekauft. Als die Nazis im Januar 1933 an die Macht kamen, mussten sie sich ein Propagandainstrument nicht neu schaffen. Sie konnten Papens Vorarbeit problemlos fortsetzen. 1933 mussten die Regionalgesellschaften ihre Anteile an das Propagandaministerium verkaufen, 1936 ging der letzte Werbespot durch den Äther, und 1939 war der Großdeutsche Rundfunk geboren.

Was das neue Medium betraf, war die Privatwirtschaft von nun an für lange Zeit auf die Geräteherstellung beschränkt. Aber nicht nur das gesendete Programm hatte sich geändert, auch die Bezeichnung der Wellen sollte sich ändern. Der praktizierende lutherisch-evangelische Christ Heinrich Hertz galt nach den Rassevorstellungen des Dritten Reichs als Jude, dummerweise war sein Name „Hertz“ ausgerechnet 1933 als Maßeinheit für die Frequenz bestimmt wurden. Da man an der Abkürzungen „Hz“ nichts ändern konnte, versuchte man in Deutschland, „Hertz“ durch die Bezeichnung „Helmholtz“ zu ersetzen. Durchsetzen konnte sich diese Idee jedoch nicht.

Preußen Münster Arminia Bielefeld vor 6000 Zuhörern Doch nun zurück zum - фото 2

Preußen Münster – Arminia Bielefeld vor 6.000 Zuhörern

Doch nun zurück zum Programm. Nun war es ja ganz schön, wenn jemand im Funkhaus eine Schellackplatte auflegte oder die Kohlenmikrofone bald so gut gedämpft waren, dass mittlerweile sogar Konzerte übertragen werden konnten, aber die wahre Macht des neuen Mediums zeigte sich erst bei der Übertragung von Großereignissen. Dafür musste die Technik mobil gemacht werden. Das sah oft abenteuerlich aus – Bilder von den ersten Liveübertragungen erinnern entfernt an den verrückten Doc Brown aus Zurück in die Zukunft –, aber es funktionierte. Am 28. Juni 1925 wurde zum ersten Mal eine Ruderregatta aus Frankfurt vom Main übertragen. Reporter war hier Dr. Paul Laven, der später zu einigem Ruhm gelangen sollte. Am 1. November 1925 lief auch das erste Fußballspiel über den Äther. Dr. Bernhard Ernst war ein junger Journalist (und Preußen-Mitglied), um die Jahrhundertwende geboren und früher selbst aktiver Sportler, der 1922 an der Uni Münster zum Thema „Sportpresse und Sportberichterstattung. Mit besonderer Berücksichtigung Westdeutschlands“ promovierte. Da war er gerade mal 23 Jahre alt. Dr. Ernst holte also seinen Doktortitel in einem Alter, wo damals viele Studenten gerade mal das Thema für die erste Hausarbeit zusammenhatten. Im Frühjahr ging er zur „Westdeutschen Funkstunde“. Natürlich wäre schon damals Köln der naheliegende Standort für einen westdeutschen Radiosender gewesen, aber da das Rheinland noch besetzt war, fiel die Wahl eben auf Münster, wo auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke am Albersloher Weg ein Funkhaus eingerichtet worden war.

Gegen halb drei soll der Anstoß erfolgt sein, in der Bezirksklasse (die damals höchste Spielklasse) spielte Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld. Wie viele Zuschauer live den 5:0-Sieg der Arminen sahen, ist nicht überliefert. Nicht wenige Quellen orientieren sich an der Kapazität des Preußenstadions, das in den zwanziger Jahren ca. 40.000 Zuschauer fasste. Allerdings wurde nach Angaben auf der Vereinsseite das Stadion erst ein Jahr später erbaut. Dennoch kann man wohl davon ausgehen, dass im Stadion mehr Zuschauer waren als Zuhörer vor den Rundfunkgeräten, denn Dr. Ernst erreichte nur um die 6.000 Hörer. Darüber hinaus hatte er mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen. Um den Reporter vor Kopfschüssen zu schützen, wurde ihm aus einem Hockeytor eine Art Käfig gebaut, in dem sich auch das Mikro befinden sollte, allerdings nützte ihm das nichts, denn ein Postbeamter im Funkhaus fand es äußerst merkwürdig, dass da eine seltsame Leitung aus dem Studio in Richtung Stadion lief, und kappte sie vorsichtshalber. (Möglicherweise war dieser Zwischenfall auch die Geburtsstunde des Fußballschlachtrufs „Ostwestfalen – Idioten!“, aber das ist nur so eine Vermutung.) Bis die Leitung wieder hergestellt war, musste Dr. Ernst übers Telefon kommentieren. Es sollte nicht der letzte technische Zwischenfall sein, der einen Live-Reporter zum Improvisieren zwingt.

Aber über solche Pannen sah das schnell wachsende Publikum huldvoll hinweg. Das neue Medium war an sich so faszinierend, dass die Leute erst mal alles anhörten, Hauptsache es kam durch den Äther.

Göttliche Dimension

Eine Stimme, die durch die Luft kam und sich scheinbar aus dem Nirgendwo materialisierte, hatte eine göttliche Dimension, und genauso müssen sich die Sprecher auch gefühlt haben, als sie sich an ihr unsichtbares Publikum wandten.

Die großen Reporter der zwanziger und dreißiger Jahre – neben dem bereits erwähnten Dr. Bernhard Ernst auch Leute wie Paul Laven oder Rolf Wernicke – waren Superstars. Paul Laven, ein Name, der klingt wie aus einem Ufa-Schinken („Das Kabinett des Dr. Laven“), bezog damals eine monatliche Gage von 3.000 Reichsmark, hinzu kam ein Spesenkonto von 7.000 Reichsmark. Wenn man das inflationsbereinigt auf heutige Verhältnisse umrechnet, ist man schnell bei Gagen in Thomas-Gottschalk’schen Dimensionen.

Hört man sich die Tondokumente aus dieser Zeit heute an, kann man diese Begeisterung nur schwer nachvollziehen. Besonders Rolf Wernicke, der mit seinem Stil noch Generationen von Reportern prägen sollte, klingt in unseren Ohren mit seiner gewollt markigen Ansprache wie ein Feldwebel, der das Nibelungenlied über den Exerzierplatz brüllt. Außerdem unterliefen den Stars immer wieder Formulierungen, die noch nie politisch korrekt waren, aber heute höchstens unfreiwillig komisch wirken. Bei den Olympischen Spielen in Berlin erzählte Paul Laven anlässlich des 10.000-m-Laufs über den japanischen Läufer Kohei Murakoso: „Der kleine, strampelnde gelbe Mann hat die Spitze erkämpft.“ Und Rolf Wernicke lautmalte noch 1952 über den amerikanischen Kugelstoßer O’Brien: „Da geht er vor, der amerikanische Hüne, und lässt seine Hose herunter zu seinem letzten Stoß.“ Das klingt schon verdächtig nach Heinz Maegerleins „Tausende standen an den Hängen und Pisten“.

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