Jakub Małecki - Rost

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2002 sterben die Eltern des siebenjährigen Szymek auf ihrem Rückweg in das kleine Dorf Cholny bei einem Autounfall. Sein Leben vor diesem Ereignis kippt in eine ihm scheinbar unerreichbare Vergangenheit. Schon das Leben seiner Großmutter Tosia, bei der er nun aufwächst, ist von Ereignissen geprägt, die es in Stücke rissen, das erste Mal 1939, mit dem Ausbruch des Krieges, da war sie gerade so alt wie ihr Enkel zu Beginn des Romans.
Jakub Małecki verwebt nach dem Muster einer Fuge – deren existentielle Themen Liebe, Verrat und Krieg in dunklem Moll und eindringlich zarter Sprache erklingen – das Schicksal des heranwachsenden Szymek mit den Leben der Menschen aus Tosias Vergangenheit: den Einwohnern von Cholny. Die Schicksale dieser Menschen greifen ineinander, bilden Kontrapunkte zueinander, spiegeln sich in den Generationen und bilden ein ganzes Universum aus. Aber sie alle bleiben dem Leben in Cholny mit seinen dunklen Heimsuchungen verhaftet, als erklinge aus tiefer Vergangenheit ein wirkungsmächtiger Ruf zu ihnen empor.
Mit Szymek und Tosia tauchen wir ein in das gegenwärtige Polen und hinab in seine vom Krieg gezeichnete Geschichte. Und bewiesen diese beiden Menschen nicht eine so unbedingte Kraft und Liebe, die sich im Schweigen und Handeln ausdrücken, wir könnten der Trauer um die Welt von Cholny kaum entgehen. Aber die beiden zeigen mit ihrem Eigensinn immer wieder auf, dass der Mensch Widerstand leisten kann gegen die Unbill der Wirklichkeit.
Jakub Małecki hat mit Rost ein im Licht der dörflichen Besonderheit erstrahlendes Lebenspanorama erschaffen, das aus Cholny heraus tief in unsere Welt zu leuchten vermag.

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Großmutter kaufte Futter für die Kaninchen und für die Wachteln, das sie später mit Körnern mischte. Herr Jurek trug die Säcke in den Heizkeller und stellte sie an ihren Platz. Wenn Großmutter ihm die fünfzig Zloty reichte, sagte sie immer:

»Und für den Rest kauf dir ein Brötchen oder so, Junge.«

Manchmal fuhr Szymek mit ihm zum Laden, weil Frau Duszna keine Rothaarigen bediente. Beim Anblick eines rothaarigen Kunden drehte sie sich jäh um und verschwand in dem kleinen Hinterzimmer: angeblich schon immer.

Szymek ging dann allein hinein und kaufte Coca-Cola, Waffeln, manchmal ein Brötchen mit einer Wurst drin. Er zahlte mit dem Geld von Herrn Jurek, reichte ihm draußen die Sachen, gab das Wechselgeld zurück, und Herr Jurek fuhr weiter, während Szymek sich auf den Heimweg machte, ein Fuß vor den anderen, ein Haus nach dem anderen, alles immer bekannter. Das Zlotystück, das er gewöhnlich bekam, für einen Lutscher oder sonst was, legte er später meistens auf die Gleise.

Mit Budzik traf er sich täglich. In der Regel verabredeten sie sich schon vor dem Mittagessen und gingen zur Schaukel, in den Wald oder Fußball spielen. Manchmal versuchten sie, durch das Fenster heimlich Wera Matusiak zu beobachten oder mit der Schleuder ein Rebhuhn zu jagen. Am Nachmittag gingen sie meist zu den Gleisen. Sie legten ihre Gegenstände auf die Schienen und suchten sie später im Gras. Sie winkten den Maschinisten und zählten die Waggons. Budzik fragte ein paarmal nach dem Unfall, nach der Beerdigung und ob es schrecklich gewesen sei. Schließlich hörte er auf damit, es gab wichtigere Themen. Zum Beispiel, ob es Geister gebe. Budzik war der Ansicht – ja.

»Im Gebüsch hinter dem Haus der Ochyra stand früher eine Scheune, darauf haben sie Bomben geworfen, da sind fast hundert Leute verbrannt und alle gestorben, und jetzt geistern sie herum«, verkündete er eines Tages, als sie auf einem Baum saßen und mit der Schleuder auf Vögel schossen.

Szymek zielte mit zusammengekniffenen Augen. Er schoss, verfehlte, wie meistens. »Geister gibt’s nicht«, brummte er.

Budzik versicherte, die gebe es wohl, er wisse das hundertprozentig und würde ja nicht lügen. Sie kletterten vom Baum und gingen zu dem vernachlässigten Hof der Ochyra. Budzik vorneweg. Er ging schnell und schlenkerte mit den Armen. Seine dünnen Unterarme waren braungebrannt. Über dem ausgefransten Bündchen seines T-Shirts waren blasse Fetzen von abgehender Haut zu sehen.

Sie kamen an einigen Häusern vorbei und an einer Wiese mit einem Tor, das größere Jungs aus Latten gezimmert hatten. Ein Stück weiter hielt Budzik an und zeigte auf eine mit Unkraut überwucherte Baumgruppe.

»Da ist es.«

Sie gingen etwas näher ran, Schritt für Schritt, langsam. Junge Bäume, Gras bis zu den Knien, Disteln. Von einer Scheune und von Geistern keine Spur. Szymek nagte an seinem Daumennagel. Er sah sich um. Budzik guckte vor sich hin und erklärte:

»Alle verbrannt. Hundert oder sogar mehr Leute. Vielleicht auch zweihundert. Vater hat gesagt, nachts soll man lieber nicht hierherkommen, weil es hier spukt. Denkst du vielleicht, mein Vater lügt?«

Szymek blieb dabei, dass er es nicht glaube, Budzik nannte ihn einen Frosch, schließlich begannen sie, einander zu überbieten, wer mutiger sei.

»Ich kann sogar dort hingehen und ganz normal scheißen«, verkündete Budzik.

Szymek sagte: »Das machst du nie.« Sie wetteten und machten ab, dass der Verlierer dem Sieger das zweitbeste Klebteil aus seiner Sammlung geben müsse: das zu einem Schmetterling plattgepresste Scharnier oder das Spinnennetz aus Nägeln. Sie gaben sich die Hand und Budzik ging in die Büsche.

Er grinste sein Zahnlückengrinsen. Mitten auf dem zugewachsenen Platz blieb er stehen, ließ die Hose runter und hockte sich hin.

Am Nachmittag überreichte Szymek ihm seinen Metallschmetterling.

картинка 7

Am nächsten Morgen sah Großmutter die Schnur.

Sie setzte sich ans Bett und deckte Szymek bis zum Hals zu. Er schlief nicht mehr, tat nur so. Plötzlich schüttelte sie ihn, er spürte, wie sie ihre kleinere Hand auf seiner Schulter schloss. Er hatte sie einmal gefragt, warum sie an der einen Hand fünf und an der anderen nur drei Finger habe, aber sie wollte nichts sagen. »Durch meine Dummheit«, hatte sie nur gebrummt. Jetzt klang ihre Stimme ganz ernst.

»Szymek.«

Er kniff die Augen fester zusammen.

»Szymek!«

Er sah sie an und sagte nichts.

»Was ist das?«, fragte sie und zog an der Schnur.

Er wollte den entblößten Fuß zudecken, doch Großmutter machte ihn schon los: Sie nestelte lange an dem Knoten am Heizkörper herum, schließlich gelang es ihr, ihn zu lösen, sie wickelte die Schnur zusammen und heftete ihren Blick direkt auf Szymek.

»Ich höre.«

Er sagte ihr alles: von den Geräuschen, vom Allmächtigen, dass der nachts in sein Zimmer wolle und dass er Angst vor ihm habe.

Lange drückte sie ihre Hand auf seine Schulter und atmete tief aus. Sie roch nach Kaninchenfutter. Schließlich nahm sie die Hand weg, steckte die Schnur in die Tasche ihrer Weste und beugte sich zu ihm hinunter.

»Das ist sehr gut, dass du Angst hast. Als ich klein war und im Dunkeln von der Schule heimging, hatte ich auch immer Angst, dass etwas aus dem Gebüsch springen könnte. Das ist bis heute so. Es reicht ein Geräusch, schon springe ich weg. Aber das ist gut, Szymek. Ist es vielleicht eine Kunst, im Dunkeln zu laufen, wenn man sich nicht fürchtet? Eine Kunst ist es, im Dunkeln zu laufen, wenn man vor Angst am ganzen Leib zittert. Es ist ein großes Glück, wenn man sich fürchtet, Szymek. Nur dann kann man zeigen, dass man tapfer ist.«

Wortlos sah er sie an, in die Decke gewickelt. Er wollte, dass sie ihn an sich drückte und nicht mehr losließ.

»Aber weißt du«, sagte sie plötzlich und richtete sich auf. »Wenn der Allmächtige zu uns ins Haus kommt, dann erschieße ich ihn.«

Er sagte lange nichts, blickte zum Fenster, dann zu ihr, dann wieder zum Fenster. Schließlich fragte er:

»Womit denn? Du hast doch gar keine Pistole, Oma.«

»Doch, ich hab eine. Und ich erschieße ihn mit der Pistole, wenn er hier reinkommt. Verstehst du? Ich erschieße ihn. Bei mir musst du vor nichts Angst haben.«

Sie stand schon auf, als er sie bat, ihm die Pistole zu zeigen. Er rutschte ein Stück höher und lehnte den Kopf an die Wand. Sie seufzte und schloss die Augen. Er hörte, wie sie etwas vor sich hin flüsterte. Sie ließ ihn kurz allein, kam mit einer Kaffeedose aus Blech wieder, nahm die Pistole heraus und drehte sie in den Händen:

»Die ist echt und schießt. Jetzt hast du’s gesehen und musst dich nicht mehr an der Heizung festbinden. Wenn er kommt, dann ruf nach mir. Ich komme und erschieße die Nervensäge.«

картинка 8

In der einen Waschmaschine hatte er die Spielsachen, auf die zweite horchte er abends. Alle paar Tage rauschte sie im Flur, direkt neben der Tür zu seinem Zimmer, und schreckte den Allmächtigen durch die rhythmische Umdrehung der Trommel ab. Szymek fühlte sich dann sicher und schlief ruhig ein.

Früher, in seinem ersten Leben, wurde nachmittags gewaschen, von Mama. Sie kam von der Arbeit zurück, machte Musik an, legte die Einkäufe in die Schränke und den Kühlschrank, schwirrte durch die Wohnung und verschwand im Bad. Bevor das bekannte Blubbern der Waschmaschine ertönte, hörte Szymek noch das Quietschen des geöffneten Fensters und das Knipsen des Feuerzeugs. Mama rauchte eine Zigarette am Tag, immer im Bad, immer allein. Manchmal wollte er zu ihr hinein, sie etwas ganz Wichtiges fragen oder ihr eine sehr lustige Geschichte aus einem Märchen erzählen, aber sie bat ihn, damit zu warten.

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