Mathias Wais - Ich bin, was ich werden könnte

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"Das Wesen der Individualität ist auf Zukunft angelegt." ///
Individualität will gelebt sein. Sie entfaltet sich in der Zeit, in der Begegnung mit anderen Menschen und sie kann immer wieder neue Lebenswirklichkeiten schaffen. Der Autor knüpft an alltägliche Begebenheiten an und zeigt, wie anhand von Gespräch und Übung mit Ruhe und Sicherheit, dem Neuen und Anderen Raum geschaffen werden kann. Kleine Fallbeispiele lassen erkennen, wie auch in Krisenzeiten in der Enttäuschung über Unerreichtes ein Zukunftskeim zu bemerken ist, der wachsen, blühen, gedeihen will und kann. Ein Buch, gesättigt mit Lebenserfahrung, das ganz ohne theoretischen Überbau konkrete Anleitungen für die eigene Arbeit an der Biographie und Lebenswirklichkeit bietet.

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Das Höhere Ich ist die einzige Instanz im Menschen, deren Wesen Vorausblick, Vorangehen und Suche nach weiterführender Wandlung ist. So ist dieser innerste Kern, obwohl nie so direkt anschaubar und zugänglich wie das Alltags-Ich, der natürliche Verbündete des Beratenden in der Biographieberatung.

Unter den anderen Instanzen bewegt sich das Gefühl in der Sphäre des Reagierens und kommt insofern immer hinterher. Auch da, wo es um das Fühlen von Zukünftigem geht, um Vorausahnung, Befürchtung und Angst, auch Vorfreude, sind wir in der Sphäre des Reagierens: Das Gefühl braucht einen vorgängigen Inhalt – der auch nur vorgestellt sein kann –, auf den es antworten kann. Darin liegt nichts Verkehrtes, aber auch nichts Richtung-Gebendes.

Und dann die Gewohnheiten im Tun und Denken: Sie leben erst recht aus der Vergangenheit. Man tut oder denkt etwas, weil man schon lange so tut und denkt und weil es sich bewährt hat. Auch diese Ebene im Menschen sucht das Neue nicht. Sie sucht das Geregelte, Feste, allgemein Anerkannte und persönlich Bewährte.

Schließlich die physische Seite des Menschen: Sie in eine Wandlung hineinzunehmen, ist das Schwierigste. Manchmal erlebt man es: Jemand blüht körperlich auf in einer neuen Begegnung; jemand verjüngt sich über seine seelische Bewegung hinaus bis ins Leibliche, weil er geliebt wird. Aber auch in dieser Situation geht die Wandlung nicht von der Ebene des Physischen aus.

Es ist nur das Höhere Ich, das die Wandlung sucht und sie auch impulsieren kann. Nur das Höhere Ich sucht die Zukunft. Mit ihm zunehmend – wenn auch nie endgültig, so doch annäherungsweise – in Übereinstimmung zu kommen, könnte ein Sinn unseres Lebens sein.

Dadurch, dass uns ein Höheres Ich gegeben ist, sind wir immer mehr, als wir leben. Das Höhere Ich enthält immer wesentlich mehr Möglichkeiten, als wir verwirklichen. So hat jedes Menschenleben eine unabschließbare Tendenz. Es trägt einen »Überschuss« in sich, Möglichkeiten, die nie Gegenwart werden, eine Größe, die real oft nicht erreicht wird. Daraus ergibt sich die wesenhafte Zukunftsorientiertheit eines jeden Schicksals und jeder Schicksalssituation. Da ist immer etwas, das ich noch nicht bin.

Üblicherweise ist dieses Urbild wie verstellt durch das Alltags-Ich. Es gibt aber ein klares Unterscheidungskriterium, mit dem wir zumindest nachträglich versuchen können auseinanderzuhalten, was Alltagsseite und was wesenhafte Seite an einem Menschen ist: Was zum Höheren Ich gehört, wandelt sich. Was in die Sphäre des Urbildes rückt, wird den Impuls haben, sich zu wandeln. Aus jugendlichem Zorn wird beim Erwachsenen Milde. Was zum Alltags-Ich gehört, hat die Neigung zu bleiben und sich zu verhärten, ja unter Umständen auch zu karikieren. Der jugendliche Zorn wird beim Erwachsenen Hass. Etwas ist vom Höheren Ich ergriffen, wenn es in die wandelnde Tat hineingenommen wird.

Damit hängt ein zweites Unterscheidungskriterium zwischen Alltags-Ich und Höherem Ich zusammen: Die Wandlung ist nicht einfach Veränderung. Der jugendliche Zorn wurde unter mancherlei und großer Anstrengung, in Selbstüberwindung und in vielen Momenten des Aufraffens und der Selbsterkenntnis zur Milde gewandelt. Es wird nicht einfach nur so, von allein, etwas anderes daraus. Das Neue, das aus dem Alten entsteht, ist immer errungen.

Dagegen ist Merkmal des Alltags-Ich entweder die Beharrung bis zur seelischen Sklerose oder die beliebig erscheinende Veränderung: Heute studiere ich Kunst; letztes Jahr war ich auf dem Erzieherseminar; nächste Jahr mache ich eine Weltreise, und danach werde ich Mutter einer zahlreichen Kinderschar sein. – Auch das ist Alltags-Ich, denn die Veränderungen sind nicht errungen, sondern ausgedacht oder herbeigefühlt. Dahinter ist wieder die Neigung zum Beharren des Alltags-Ichs zu erkennen: Ich will bei meinem Selbstbild (beim künstlerischen Menschen mit tausend Möglichkeiten) bleiben. Würde ich mich auf nur eine der vielen Situationen, die ich für mich für möglich halte, einlassen, bestünde die Gefahr, dass ich meine Grenzen, meine Begrenztheit kennenlernte. Und das erst wäre, in diesem Zusammenhang, der Beginn einer eigentlichen Wandlung.

Die Biographieberatung erstrebt eine Art Imagination des Höheren Ichs des Ratsuchenden. Diese wird so nie Wirklichkeit werden, aber sie wird die Wirklichkeit immer mehr in ihren gestaltenden Griff nehmen können. Das Höhere Ich ist ein Tatwesen. Es sucht nie die Sicherheit und Gewöhnung, sondern die wandelnde Tat. Und darin liegt die Chance der Biographieberatung, die im vorangegangenen Kapitel als eine Art Entwicklungshilfe beschrieben wurde. Der zu Beratende wird zu immer sehr einfachen Wandlung freisetzenden Taten angestiftet: Gewohnheiten vorübergehend ändern, Unsicherheiten gezielt aufsuchen, die Dinge unter neuer Perspektive anschauen und dergleichen mehr.

Das Höhere Ich kann man inhaltlich nicht so bestimmen, wie man das Alltags-Ich eines Menschen bestimmen und beschreiben kann. Sein Wesen ist Aufbruch. In gewisser Weise gibt es das Höhere Ich jetzt noch gar nicht. Es ist immer das, worauf das Schicksal erst hinauswill. Das Höhere Ich hat nicht Eigenschaften, die man etwa irgendwie psychologisch messen könnte. Seine Substanz ist Aufbruch.

Wie aber kann man dann versuchen, sich ein Bild vom Höheren Ich eines Menschen zu machen?

Wir erkennen den Wesenskern eines Menschen an seinem Werden, an seinen zu Neuem aufbrechenden – inneren oder äußeren – Taten. Was wagt er? Was lebt in ihm über das hinaus, was er geworden ist und schon kann? Das Höhere Ich kann man, um es etwas pointiert auszudrücken, geradezu als das Gegenteil dessen bezeichnen, was jemand schon geworden ist. Ein erstes Bild entsteht deshalb näherungsweise, indem man das, was jemand ist, was man als sein Alltags-Ich kennt, umdreht. Denn das Geistige ist in gewisser Weise immer eine Art Umkehrung dessen, was irdisch-sinnlich erscheint. 1Ist also jemand in seinem Alltags-Ich zum Beispiel sanguinisch bis chaotisch, dann kann sein Urbild damit zu tun haben, dass er sich das Gegenteil – hier also Klarheit, Systematik und Verbindlichkeit – dazu zu erarbeiten sucht, um vollständig zu werden.

So zu sprechen, heißt nicht, das Alltags-Ich gering zu achten. Das Alltags-Ich ist notwendig wie der physische Leib; es ist eine Art Kleidung für das Höhere Ich. Es kann überzeugend und schön sein, wie ein Leib, wie die Kleidung überzeugend und schön sein können. Das Höhere Ich kann gar nicht in reiner Form auf Erden anwesend sein. Und es würde diesen Zustand auch nicht wollen. Das verwirklichte Höhere Ich als irdische Situation wäre sinnlos.

Es hängt mit diesem »Prinzip des Gegenteils« zusammen, des »Umdrehens«, dass die Krise genau die Lebenssituation ist, in der etwas vom Höheren Ich hindurchtönt. Wenn das Alltags-Ich nicht mehr trägt – in der aufgelassenen Situation, in der vom Alltags-Ich nicht mehr strukturierbaren Situation, im Chaos –, dann kann das Element des Geistigen, hier in der Gestalt des Höheren Ich, in das Irdische hineinwirken. Das Geistige kann da ansetzen, wo eine irdische Ordnung aufbricht, eine Struktur zerfällt, etwas Gewohntes nicht mehr gilt. Wenn wir uns ihm nähern, uns eine Vorstellung vom Urbild des anderen machen wollen, so ist es sinnvoll, die Krisen und Umbrüche seines Lebens anzuschauen: Womit haben sie begonnen? Worin bestand die Ohnmacht? Und was hat der Betreffende daraus gemacht? – Eine alte Ordnung zerbricht. Für einen Moment ist alles offen. Dadurch werden die Verhältnisse berührbar für eine neue Ordnung, die etwas qualitativ Neues, eigentlich Gegenteiliges hereinbringt. Dazwischen liegt die Grenzsituation. Wenn ein Mensch in großer innerer Not ist, oder wenn man ihn sehr liebt, kann man etwas davon sehen, worauf es mit ihm hinaus will – in Grenzsituationen, in der Liebe. Und der Betroffene selbst – auch er wird wohl erst in Grenzsituationen, in Situationen der Liebe und im Tod seines eigenen Urbildes ansichtig werden.

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