Mathias Wais - Ich bin, was ich werden könnte

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"Das Wesen der Individualität ist auf Zukunft angelegt." ///
Individualität will gelebt sein. Sie entfaltet sich in der Zeit, in der Begegnung mit anderen Menschen und sie kann immer wieder neue Lebenswirklichkeiten schaffen. Der Autor knüpft an alltägliche Begebenheiten an und zeigt, wie anhand von Gespräch und Übung mit Ruhe und Sicherheit, dem Neuen und Anderen Raum geschaffen werden kann. Kleine Fallbeispiele lassen erkennen, wie auch in Krisenzeiten in der Enttäuschung über Unerreichtes ein Zukunftskeim zu bemerken ist, der wachsen, blühen, gedeihen will und kann. Ein Buch, gesättigt mit Lebenserfahrung, das ganz ohne theoretischen Überbau konkrete Anleitungen für die eigene Arbeit an der Biographie und Lebenswirklichkeit bietet.

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Dieses Bedürfnis, einen Sinn im Lebenslauf erkennen und das Leben auch nach diesem Sinnverständnis führen zu können, spitzt sich natürlich in drängender Weise zu, wenn man in eine persönliche Krise gerät, wenn man nicht mehr weiter weiß. Dann will man eben nicht bloß wissen: Wie ist es nur dazu gekommen, dass ich nun so übel dran bin? Sondern man will heraus aus dieser Krise, man will ihren Zusammenhang mit der Fortführung des eigenen Lebens sehen. Man fragt nach ihrem Sinn. Und das Bedürfnis nach einer Antwort hat enorm zugenommen.

So kommt Herr K. zur Beratung mit der Frage, was er wohl falsch gemacht habe: Ihm ist, fast fünfzigjährig, zum ersten Mal in seinem Leben gekündigt worden. Voraus ging eine eskaliernde Distanzierung seitens der – meist jüngeren – Kollegen. Er wurde »gemobbt«, immer mehr abgeschnitten vom Informationsfluss der betrieblichen Abläufe, auch vom sozialen Leben im Betrieb und schließlich mit lächerlichen Beschäftigungsaufträgen gedemütigt. Herr K. sucht in der Beratung Orientierung in einem Augenblick, da ihn sein Weg in eine Sackgasse geführt zu haben scheint und noch nicht annähernd erkennbar ist, wie es mit ihm weitergehen könnte.

Wie weit ist ihm geholfen, wenn man nun für seine Situation nach kausalen Erklärungen sucht? Vielleicht lässt sich als »Ursache« des Problems seine Herkunftsfamilie heranziehen: Herr K. wuchs in einer sogenannten Patchwork-Familie auf, von der er sich ausgegrenzt fühlte. Die leibliche Mutter, der Stiefvater und die zwei Stiefbrüder schienen ihm eine verschworene Einheit zu sein, vor der er sich klein, unbedeutend und überflüssig vorkam. – Aber inwieweit könnten solche »Erklärungen« dafür ausreichen, erkennen zu können, wie es weitergehen kann? Die wirklich handlungsrelevante Frage ist ja nicht »Wo kommt das her?« sondern »Wo will das hin?« Und: Welchen Stellenwert, welche Bedeutung hat diese Krise innerhalb des gesamten Lebenszusammenhangs? Wie steht sie in Bezug zu den anderen Lebensfeldern von Herrn K.? Welchen Sinn hat die Krise? – Sie wirft also eine Frage nach der Zukunft auf.

Viele Menschen suchen heute in einer solchen oder ähnlichen Krise Beratung. Eine Lebenspraxis, die bisher getragen hat oder jedenfalls zu ertragen war, trägt nicht mehr; Lebenszusammenhänge, eine Partnerschaft, ein berufliches Engagement, die über Jahre Sicherheit gegeben haben und wie selbstverständlich zum eigenen Leben gehörten, werden plötzlich fremd und zuwider. Man empfindet sich in ihnen nicht mehr zu Hause. Bewährte Strategien der Konfliktbewältigung greifen nicht mehr. Es reicht jetzt nicht mehr aus, nach jedem Streit mit der Ehefrau »schön essen« zu gehen, nach dem Misserfolg im Beruf »ein paar Tage« wegzufahren oder andere zu beschuldigen. Früher gemachte Erfahrungen sind nicht mehr anwendbar. Das ist die Situation der Krise. Und solchen Krisen, Einschnitten und Eskalationen gegenüber bedarf es heute solcher Fragen wie: Was will daraus werden? Wo will das hin? Was möchte da werden, das ohne diese Krise offenbar nicht werden könnte?

Man kann ein Kunstwerk, das Bild eines Malers auch so anschauen: Was wird sein nächstes Bild sein? Wo will er hin damit? Was sucht er, indem er dieses Bild so malt? Jedes Bild, jede Momentaufnahme eines Lebenslaufs kann als ein suchender Anfang gesehen werden – wenngleich es auch richtig ist, dass jedes Bild und jede Momentaufnahme eines Lebenslaufs auch ein Angelangt-Sein bedeutet.

Und gerade dieser vorwärts gerichteten fragenden Haltung bedürfen moderne Lebensläufe. Denn heutige Biographien spulen sich nicht mehr in vorgezeichneten Bahnen ab. Sie müssen zunehmend aktiv, gestaltend in die Hand genommen werden. Das Leben muss heute geführt werden.

Das kann aber nur mit Blick auf weiterführende Wege geschehen. Dieser Blick eröffnet die Sinnfrage und enthält ein aufrichtendes Element. Denn indem ich die zukunftsgerichtete Sinnfrage stelle, begegne ich mir schon wieder als aktiv Handelnder. Jetzt bin ich heraus aus dem passiven Erleiden der Krise. Die in die Zukunft gerichtete Frage erlaubt den Blick auf den aktiven eigenen Anteil daran, dass es weitergeht. Das ist das aufrichtende Element. Der Erklärung suchende Blick in die Vergangenheit dagegen führt zum Selbstbild des Erlitten-Habenden.

Es geht also darum, ein vorwärts gerichtetes, aufrichtendes Element aufzusuchen, wenn wir moderne Lebensläufe betrachten, und zu lernen, dieses Element anzusprechen und aufzurufen, wenn wir Biographien beratend begleiten wollen. Es kommt nicht auf den lückenlosen Zusammentrag von Lebensdaten an, sondern auf die Krisenpunkte, Wendepunkte, Entscheidungssituationen, Einschnitte, Wechsel, kurz: Übergänge in einem konkreten Lebenslauf, wenn wir verstehen wollen, worauf er hinaus will. In den Übergängen spricht sich etwas von dem aus, was erst noch werden will. In ihnen ist immer damit zu rechnen, dass sich da jemand zu sich selbst aufzurichten versucht. Da wächst einer für einen kurzen Moment über sich hinaus. Da erscheint für einen Moment ein »roter Faden«, ein Sinnzusammenhang, und man ahnt, wofür sich jemand all diese Schwierigkeiten aufhalste. Etwas von den Lebenszielen kann in solchen Übergangsmomenten sichtbar werden.

Die Krise beginnt meist mit dem Gegenteil dessen, worauf sie hinaus will. Zunächst geht alles lange Zeit gut. Dann geht es schief. Dann ist die Ohnmacht da, eine elementare Ohnmacht: Man weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll. Es ist eine Ohnmacht vor sich selbst. Solange man sich noch – in der Krise, wenn alles schief läuft – über den Ehepartner, die Kinder, die Schwiegermutter ärgert, hat man den Punkt noch nicht erreicht, der hier als Ohnmacht angesprochen wird. Erst wenn man empfindet, dass der Kern der Krise eine Ohnmacht vor und mit sich selbst ist, dass man an sich selbst ohnmächtig ist, dass man vor sich selbst darniederliegt in einem Versäumnis, einer Schuld, einem Versagen, einer Illusion – erst dann ist eine Öffnung der Situation möglich, aus der Anschluss an die Sphäre der Aufrichtung gefunden werden kann. Und dies entsteht nicht in erster Linie durch die Erklärung, wie es nun zu dieser schlimmen Situation gekommen ist, vielmehr liegt das Weiterführende in der Einführung eines Neuen: im Anerkennen des Veraltet-Seins dessen, was bisher gegolten hat, und in der Bereitschaft zu Neuem. Wo man von sich selbst enttäuscht und vor sich selbst ohnmächtig ist, entsteht die wesentliche Frage, die weiterführt: Wer bin ich wirklich? Wer bin ich über das hinaus, was ich an mir kenne und was sich – bis zu dieser Krise – an mir bewährt hat? Wer bin ich über all die Besitztümer, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus, mit denen ich es doch so weit gebracht habe, mit denen ich mich so stark identifizierte, die mir aber doch in dieser Krise nichts nützen?

Das ist keine Frage, die sich mit einem psychologischen oder charakterologischen Gutachten beantworten ließe. Es ist die Frage: Was bin ich noch nicht, das ich aber sein könnte? Es ist die Frage nach der Entwicklungsmöglichkeit, der Entwicklungsnotwendigkeit. Das Individuum ist heute etwas, das sich immer noch entwickelt. Es ist nie fertig, ausgereift. Das Individuum ist etwas, das sich über seine verflossene Geschichte hinaus in der Zukunft erst noch sucht.

Ein erhöhtes Bei-Sich-Sein, wie es sich nach einem vollzogenen Entwicklungsschritt immer einstellt, entsteht aus dem Sich-Aufrichten gegen Widerstände und Hindernisse, zumeist innerer Art. Sie müssen nicht auf Anhieb als solche erkennbar sein. Sie können zum Beispiel auch die Form von Gewohnheiten haben, die in der Krise am Umdenken und neuen Handeln hindern. Auch Gefühlsprägungen aus früher Kindheit können zu Hindernissen werden, wenn nun eine unbefangene Sicht der aktuellen Lebenssituation erforderlich wäre. Widerstände gegen Entwicklungen können auch in der Selbst-Täuschung liegen: Man macht sich etwas vor über seine sozialen Fähigkeiten oder seelischen Kräfte und gelangt dadurch nicht zu einer realistischen Sicht der Dinge. Aber auch Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen können unter Umständen Hindernisse darstellen: Man versteift sich in der Krise darauf, bisher bewährte Fähigkeiten heranzuziehen; aber sie nützen nichts mehr.

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