Margot Neger - Epistolare Narrationen

Здесь есть возможность читать онлайн «Margot Neger - Epistolare Narrationen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Epistolare Narrationen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Epistolare Narrationen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der jüngere Plinius erweist sich nicht nur in seinen berühmten Briefen über den Vesuv-Ausbruch, verschiedene Gespensteranekdoten oder spielende Delphine als Meister der Erzählkunst. Auch zahlreiche weitere Einzelbriefe sowie Briefpaare und Briefzyklen sind als kunstvolle Erzählungen gestaltet. Die vorliegende Studie bietet erstmals eine systematische Analyse der narrativen Techniken des jüngeren Plinius und den damit verbundenen Strategien der Lektüresteuerung. Neben der Frage, wie antike Autoren und Leser das narrative Potenzial von Briefen einschätzten wird auch untersucht, inwieweit sich die Ansätze der modernen Narratologie auf eine antike Briefsammlung anwenden lassen. Im Zentrum der Analyse stehen insbesondere Briefe und Briefzyklen über Plinius als Anwalt bzw. erfolgreicher Redner, als prinzipientreuer Senator sowie schließlich als Freizeitdichter. Auch die Erzählstrategien des Epistolographen in Briefen über Mirabilien und Naturphänomene werden untersucht.

Epistolare Narrationen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Epistolare Narrationen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wie aus dem Gesagten deutlich geworden sein dürfte, bietet das Medium Brief vielfältige Möglichkeiten, narrative Linien zu konstruieren. Neben den bereits beschriebenen Techniken seien noch solche Fälle betrachtet, in denen Briefe in eine Erzählung eingebettet und für den Handlungsverlauf von Bedeutung sind. Dem Phänomen der embedded letters begegnen wir sehr oft in narrativen Gattungen wie Historiographie, Biographie, Epos, Drama und Roman.120 Hier dienen eingelegte Briefe etwa dazu, Ereignisse zu illustrieren, ihre Authentizität zu unterstreichen,121 Personen näher zu charakterisieren, Handlungsschauplätze miteinander zu verbinden und dergleichen mehr. Auch der Prozess des Abfassens, Sendens, Lesens oder gar Abfangens eines Briefes kann dabei unterschiedlich stark gewichtet werden. Je nach Intention der Darstellung liegt der Schwerpunkt einmal mehr auf dem Inhalt eines Briefes, der uns in indirekter oder direkter Rede präsentiert wird, oder aber auf den mit der Korrespondenz verbundenen materiellen Aspekten. Insbesondere bei Wiedergabe des Briefinhalts handelt es sich um eine „Erzählung in der Erzählung“, die von einem internen Verfasser für einen internen Rezipienten geschrieben ist. In dieser Hinsicht ähneln Briefe den mündliche Figurenreden, die häufig in Erzähltexte eingelegt sind und zur Fokalisierung und Dramatisierung dienen.122 Während die mündliche Rede eine räumliche Nähe von Sprecher und Zuhörer voraussetzt, ist für die Briefkorrespondenz die Distanz der Dialogpartner sowie eine zeitliche Verzögerung zwischen dem Äußern und Rezipieren der Worte konstitutiv, was sich im Rahmen einer Narration auf vielfältige Weise ausschöpfen lässt.

Auch bei Plinius finden sich in einigen narrativen Episteln Beispiele, wo Briefe anderer Verfasser in die Erzählung eingelegt und für die Handlung von Bedeutung sind. In der später noch eingehender zu analysierendenPlinius der JüngereEpist. 1.5 Epist. 1,5123 etwa berichtet Plinius vom Verhalten des berüchtigten Anklägers M. Aquilius Regulus sowohl während der Regierungszeit Domitians als auch nach dem Tode des Kaisers.124 In einem Prozess, der unter der Herrschaft Domitians stattfand, habe Regulus seinen Kontrahenten Plinius arg in Bedrängnis zu bringen versucht, indem er ihn wiederholt nach seiner Meinung über den vom Kaiser verbannten Mettius Modestus fragte (1,5,5‒7).125 Nachdem Domitian ermordet worden ist – die Gegenwart des Briefes lässt sich auf Anfang 97 n. Chr. datieren126 –, ist Regulus in Angst vor Plinius’ Zorn und versucht bei einem persönlichen Treffen,127 seine damalige Verhörtechnik zu rechtfertigen (13): Interrogavi, non ut tibi nocerem, sed ut Modesto . Regulus führt für seine Absicht, dem bereits Verbannten zu schaden, einen „vortrefflichen Grund“ an (14):

subiunxit egregiam causam: ‘scripsit’, inquit, ‘in epistula quadam, quae apud Domitianum recitata est: »Regulus, omnium bipedum nequissimus«’; quod quidem Modestus verissime scripserat .

Der betreffende Brief wurde vermutlich während der Gerichtsverhandlung über Modestus’ Verbannung vor Domitian als Richter verlesen.128 Im Rahmen der Charakterisierung des Regulus in Epist . 1,5 lässt Plinius diesen sowohl in direkter Rede sprechen als auch eine Passage aus dem Brief des Modestus zitieren. Damit wird dem Leser ein schriftlicher Beleg geliefert, der die negativen Wesenszüge des Regulus untermauern soll – Plinius zufolge war die Aussage des Modestus ja auch ganz und gar zutreffend.129 Das gegen Ende der Epist . 1,5Plinius der JüngereEpist. 1.5 eingefügte Brief-Zitat mit dem Spott auf Regulus stellt zudem eine Art Gegenpol dar zu den am Beginn des Briefes zitierten Schmähungen, die Regulus gegen Arulenus Rusticus130 ausgesprochen hatte (1,5,2: ‘Stoicorum simiam’…‘Vitelliana cicatrice stigmosum’ ).Plinius der JüngereEpist. 1.5

Auch in Epist . 3,9 über den Repetundenprozess der Provinz Baetica gegen den bereits verstorbenen Caecilius Classicus finden wir einen in die Narration eingelegten Brief.131 Plinius, der die Provinz vertrat und die Helfer und Genossen des Classicus zur Rechenschaft ziehen wollte, schildert in dem Brief seine Taktik: Zuerst einmal war es wichtig, die Schuld des Classicus nachzuweisen, um dann auch gegen seine Mittäter vorgehen zu können. Hier konnte sich Plinius neben anderen Schriftstücken auch auf einen Brief des Classicus stützen, den dieser an seine Geliebte in Rom geschickt hatte ( Epist . 3,9,13):

Miserat etiam epistulas Romam ad amiculam quandam iactantes et gloriosas his quidem verbis: ‘io io, liber ad te venio; iam sestertium quadragiens redegi parte vendita Baeticorum.’

In den ansonsten eher ernsten Brief 3,9Plinius der JüngereEpist. 3.9 ist der Briefwechsel eines Liebespaares eingebettet, und mit der despektierlichen Bezeichnung der Adressatin als amicula quaedam gibt Plinius der Episode einen anrüchigen Anstrich.132 Zudem kritisiert er den prahlerischen Ton des Schreibens ( epistulas…iactantes et gloriosas ) und zitiert dann wörtlich daraus. Der Ausruf io io liber at te venio enthält ein Wortspiel, das Classicus sowohl als Bacchus ( Liber ), zu dem der Kultruf io passt, als auch schuldenfrei ( aere alieno liberatus ) charakterisiert.133 Classicus hat angeblich vier Millionen Sesterzen durch den Verkauf von halb Baetica eingenommen, was der höchste Betrag ist, den Plinius im Zusammenhang mit einem Repetundenprozess anführt.134 Briefe wurden in antiken Gerichtsreden nicht selten als Beweismittel herangezogen,135 und Plinius dürfte hier insbesondere Cicero imitieren, der sich in Buch 3 der (niemals gehaltenen) actio secunda gegen Verres ausführlich mit einem Brief von Verres’ Gefolgsmann Timarchides an den decumanus Apronius auseinandersetzt ( Verr . 2,3,154‒7).136 Während Cicero den Brief Satz für Satz durchgeht, um Adressanten und Adressat zu diskreditieren,137 genügt bei PliniusPlinius der JüngereEpist. 3.9 ein kurzes Zitat zur Überführung des Caecilius Classicus. Wie Plinius in den Besitz des Briefes kam, bleibt allerdings offen.Plinius der JüngereEpist. 3.9

Auch in anderen Schilderungen iuristischer Probleme spielen Briefe eine nicht unerhebliche Rolle: So etwa in Epist . 6,22Plinius der JüngereEpist. 6.22 über den Prozess des Provinzstatthalters Lustricius Bruttianus gegen seinen Gefolgsmann Montanius Atticinus. Bruttianus hatte seinen Assistenten bei vielen Schandtaten (2: in multis flagitiis ) ertappt und daraufhin dem Kaiser brieflich davon berichtet (2: Caesari scripsit ).138 Genaueres erfahren wir hier nicht über den Inhalt besagten Briefes, doch für die weitere Handlung ist er insofern von Bedeutung, als Atticinus nun seinerseits Bruttianus anklagt, was in den Augen des Plinius als ein weiteres flagitium zu werten ist (2: Atticinius flagitiis addidit, ut quem deceperat, accusaret ). Epist . 6,22 erzählt dann in weiterer Folge vom Verlauf des Prozesses und letztendlich dem Freispruch des Bruttianus. Kaiser Trajan ist auch Adressat weiterer „Briefe im Brief“, von denen etwa in Epist . 6,31Plinius der JüngereEpist. 6.31 über das consilium Traiani in Centum Cellae berichtet wird.139 Plinius schildert hier „nach dem Gesetz der wachsenden Glieder“140 drei Verhandlungen, von denen jede einen Tag einnahm. Am zweiten Tag wurde der Ehebruch einer gewissen Gallitta mit einem Zenturio untersucht (4‒6):141 Gallitta war mit einem angehenden Militärtribun verheiratet und befleckte, wie es heißt, durch die Affäre die Ehre ihres Mannes (4: mariti dignitatem…maculaverat ). Der betrogene Gatte berichtete daraufhin in einem Brief seinem Konsularlegaten von der Sache, dieser wiederum schrieb an den Kaiser (4: maritus legato consulari, ille Caesari scripserat ).142 Auch hier erfahren wir nur indirekt vom Inhalt der Briefe – Plinius fasst die Sachlage kurz zusammen (4) –, deren Sendung für die beteiligten Personen allerdings ernste Folgen hatte: Trajan entließ nicht nur den ehebrecherischen Zenturio aus dem Dienst und verbannte ihn (5: centurionem exauctoravit atque etiam relegavit ), sondern forderte auch den gehörnten Ehemann, der seiner Frau gegenüber inzwischen wieder nachsichtiger geworden war, dazu auf, die Anklage zum Ende zu führen, was dieser nur widerwillig tat. Gallittas Strafe bestand nach der Lex Iulia im Verlust eines Teils ihres Vermögens sowie der relegatio .143 Ein Brief an den Kaiser führte auch zu der dritten Verhandlung in Centum CellaePlinius der JüngereEpist. 6.31, diesmal eine Erbschafts-Angelegenheit (7‒12), die schon vorher in Gerüchten und Gerede die Runde gemacht hatte (7: multis sermonibus et vario rumore iactata ): das Testament des Iulius Tiro enthielt einen Nachtrag, der von den Erben als eine Fälschung des Ritters Sempronius Senecio und des Freigelassenen Eurythmus angesehen wurde. Während Trajans Aufenthalt in Dakien hatten die Erben den Kaiser in einem Brief um eine Untersuchung der Sache gebeten, doch bis dieser zurückkehrte und einen Verhandlungstermin festsetzte, wollten einige der Kläger bereits wieder abspringen, wohl weil sie eine Gegenklage wegen calumnia (falscher Anklage) fürchteten.144Plinius der JüngereEpist. 6.31

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Epistolare Narrationen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Epistolare Narrationen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Epistolare Narrationen»

Обсуждение, отзывы о книге «Epistolare Narrationen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x