Helmut Satz - Heuschrecken haben keinen König

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Heuschrecken haben keinen König: краткое содержание, описание и аннотация

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Vogelschwärme führen komplexe Manöver aus über uns am Himmel, Fische vollbringen Ähnliches in den Tiefen der See. Im asiatischen Dschungel zeigen Leuchtkäfer Lichtvorführungen, in denen Tausende von Käfern in perfekter, synchroner Harmonie strahlen. Diese und ähnliche Vorgänge haben dazu geführt, dass Mathematiker und Physiker sich mit Kollegen der Biologie zusammengefunden haben, um die dem Schwarmverhalten zugrunde liegende Struktur zu erforschen. Tatsächlich ist diese Struktur universell und ähnlich der, die man in der Physik vieler wechselwirkender Teilchen findet. Das Entstehen und die Struktur eines Vogelschwarms entsprechen in vieler Hinsicht der Magnetisierung von Eisen, bei der ganz plötzlich die Spins der meisten Atome in die gleiche Richtung weisen. Die Synchronisierung der Leuchtkäferstrahlung wiederum beruht auf Mechanismen, die der Lichtemission eines Lasers ähneln.<br> <br> Dieses Buch beschreibt die verschiedenen Formen des Schwarmverhaltens von Tiergemeinschaften und stellt diesen dann die entsprechenden Strukturen in Physik und Informatik gegenüber. Doch keine Angst: es wird nur einfache Mathematik benötigt, und auch die angeführte Physik und Biologie bewegt sich auf allgemeinverständlichem Niveau. Erleben Sie mit, wie aus einfachen Gesetzmäßigkeiten die komplexesten Phänomene entstehen können – ohne dass es einer zentralen Kontrollinstanz bedarf.<br>

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Eine Heuschrecke ist zunächst ein ungeselliges Wesen, das den Kontakt zu Artgenossen scheut und friedlich seiner Wege geht. Heuschrecken paaren sich und trennen sich dann wieder. Das Weibchen legt Eier, und aus diesen gehen Larven hervor (die Biologen sprechen von Nymphen), die bereits wie richtige kleine Grashüpfer aussehen, nur dass ihre Flügel kaum entwickelt sind. Im Laufe der Zeit, in einigen Wochen, werden sie sich noch etliche Male häuten, bevor sie schließlich als vollständig erwachsen auch Flügel haben und fliegen können (Abb. 2.2). Schon die noch flugunfähigen Nymphen aber wandern bereits umher und suchen pflanzliche Nahrung, Gräser und Blätter.

Problematisch wird das Ganze erst durch eine hin und wieder auftretende Verkettung von klimatischen Umständen. Wenn in den Lebensgebieten der Heuschrecken, etwa den trockenen Steppen in Nordafrika oder Vorderasien, ungewöhnlich starke Regenfälle plötzlich eine üppige Vegetation entstehen lassen, so explodiert die Heuschreckenpopulation. Aus den Eiern, die zunächst im trockenen Sand abgelegt waren, schlüpfen in dem nun feuchten Grund in kurzer Zeit riesige Mengen von Heuschrecken. Diese fressen als Larven alles Verfügbare um sich herum, und irgendwann wird damit die Nahrung knapp. Dann bringt die Suche notgedrungen mehr und mehr Tiere auf immer engerem Raum zusammen. Zunächst stößt das auf gegenseitige Abneigung, aber schließlich, wenn mehr als etwa 70–80 Heuschrecken auf einem Quadratmeter zusammengedrängt sind, geschieht plötzlich eine ganz dramatische Verwandlung. Aus der starken Abneigung wird eine intensive Zuneigung, aus der solitären Heuschrecke wird ein überzeugtes Schwarmtier: Alle drängen sich zusammen, und sobald sich ein Tier zufällig vom Schwarm entfernt, dreht es erschreckt um und kehrt zurück. Der Schwarm ist geboren, ausgelöst, wie es scheint, nur durch die kritische Dichte der Tiere.

Abb 22Entwicklung einer Heuschrecke von der Larve Nymphe bis zum - фото 3

Abb. 2.2Entwicklung einer Heuschrecke von der Larve („Nymphe“) bis zum ausgewachsenen Tier.

Natürlichmussesdabei auch noch einen nachweisbaren physiologischen Auslöser für den plötzlichen Charakterumschwung geben, und den haben Wissenschaftler inzwischen tatsächlich identifiziert. Die Anwesenheit und Berührung von vielen nächsten Nachbarn löst in den Tieren einen Serotoninstoß aus, der Entspannung und Anziehung hervorruft – in der Presse wurde Serotonin zeitweilig als das Glückshormon bezeichnet. Bei den Heuschrecken konnte man dessen Rolle nachprüfen: Serotonininjektionen erzeugten auch bei isolierten Tieren Zuneigung zu Artgenossen, und bei aus dem Schwarm entfernten Tieren sank der Serotoninspiegel mit der Zeit wieder. Diese Erklärung ist natürlich aus biologischer Sicht von großer Bedeutung; sie ändert aber nichts daran, dass in der Natur einzig und allein eine genügende Bevölkerungsdichte die Schwarmbildung hervorruft.

Diese beginnt im Larvenstadium – bereits die noch flugunfähigen Tiere bilden Schwärme, „ziehen aus in geordneten Scharen“, marschieren durch das Land und fressen alles Pflanzliche in ihrem Wege auf. Nach der letzten Häutung sind sie dann flugbereit und überfallen von nun an als fliegende Schwarmwolken nah und fern ganze Landstriche: Die biblische Plage hat begonnen. Und sie setzt sich auch fort, denn die serotoninreichen Heuschrecken erzeugen wiederum serotoninreiche Kinder, die ihrerseits Schwärme bilden. Aus diesem Grunde hatte man zunächst Heuschrecken in zwei Spezies eingeteilt, solitäre Grashüpfer und schwarmbildende Wanderheuschrecken. Das war insofern naheliegend, als dass sich selbst das Aussehen der Tiere in den beiden Lebensformen unterschied; mit der Charakterumwandlung ändert sich auch die Farbe der Tiere. Die Solitärform war grünlich, wie unsere Heuschrecken, während die Wanderheuschrecke gelb wurde: Das schienen zwei verschiedene Arten zu sein. Erst mit der Zeit wurde klar, dass es sich in der Tat nur um eine Art dreht, die in zwei verschiedenen Zuständen existiert, in Abhängigkeit von ihrer Bevölkerungsdichte, und dass Übergänge vom einen in den anderen Zustand möglich waren.

Inzwischen hat man viele Spezies von Heuschrecken identifiziert, auf allen Kontinenten der Erde (außer der Antarktis), und alle zeigen diese angeborene Möglichkeit, in zwei gänzlich verschiedenen Zustandsformen zu existieren. Die Dichte der Mitglieder bestimmt den biologisch definierten Zustand und damit auch das Aussehen des Einzelnen. Um die kritische Dichte genauer zu bestimmen hat eine Gruppe von Wissenschaftlern (J. Buhl et al. 2006) ein ausführliches Experiment mit Nymphen durchgeführt, also Heuschrecken, die noch nicht fliegen konnten. Verschiedene Anzahlen dieser Tiere wurden in eine kreisförmige Arena gesetzt und mithilfe von Videokameras und Computern über längere Zeiträume beobachtet. Man fand dabei, dass bis zu Dichten von 10–15 Tieren pro Quadratmeter die Einzeltiere willkürlich umherkrochen und einander überhaupt nicht beachteten. Wenn die Dichte erhöht wurde, begannen die Insekten kleine Gruppen zu bilden, wobei sich die Mitglieder der Gruppe in einem kleinen Kreis bewegten; alle liefen in die gleiche Richtung. Die verschiedenen Gruppen bewegten sich jedoch völlig unabhängig voneinander. Dieses Verhalten änderte sich erst ab etwa 75 Insekten pro Quadratmeter. Von da an fanden sich die verschiedenen Gruppen zu einem großen Kreis zusammen, und alle marschierten nun in diesem Kreis in der gleichen Richtung für die gesamte Dauer des Experiments.

Um die Schwarmbildung etwa zu untersuchen, ist es nützlich, das eben erwähnte Ergebnis etwas zu quantifizieren (Abb. 2.3). Die Heuschrecken bewegten sich in einer runden Arena, und dabei liefen N cim Uhrzeigersinn und N ccim entgegengesetzten Sinne, sodass N c+ N cc= N . Die Differenz N c− N ccgibt uns dann an, ob eine bevorzugte Richtung vorliegt, und wenn wir diese Differenz durch die Gesamtzahl der Teilnehmer teilen, erhalten wir ein Maß für so eine Ordnung,

Heuschrecken haben keinen König - изображение 4

Die vertikalen Striche, wie bei | x |, deuten hier an, dass wir uns nur für die größe der Differenz interessieren und nicht, ob sie positiv oder negativ ist: In mathematischer Terminologie betrachten wir den Absolutwert. Wenn sich die einzelnen Tiere oder die einzelnen Gruppen willkürlich umherbewegen, marschieren gleich viele im Uhrzeigersinn wie entgegengesetzt, sodass Δ = 0. Im anderen Extremfall, wenn alle Tieren in die gleiche Richtung laufen, haben wir Δ = 1. Bei vollständiger Unordnung ist somit Δ = 0, bei vollständiger Ordnung Δ = 1. Wenn man nun das Verhalten der Heuschrecken als Funktion der Anzahl von Tieren pro Quadratmeter aufträgt, so erhält man den in Abb. 2.3 dargestellten Verlauf des Ordnungsmaßes, mit einem plötzliche Einsetzen der Schwarmbildung bei etwa 75 Tieren. So ein Verhalten ist in der Physik wohlbekannt. Die Dichte von Wasser ändert sich schlagartig bei 100 °C: Dort verwandelt die Verdampfung die Flüssigkeit in Wasserdampf. Solche Vorgänge bezeichnet man allgemein als Phasenübergänge; sie zeigen an, dass sich die Form der Materie von einem Zustand (Flüssigkeit) in einen anderen (Gas) umgewandelt hat. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, erfahren die Heuschrecken bei einer Dichte von 75 Tieren pro Quadratmeter einen Phasenübergang vom Einzeldasein zum Schwarm.

Abb 23Ordnungsmaß Δ als Funktion der Anzahl N von Insekten pro Quadratmeter - фото 5

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