Nikon nennt sein Sensorformat DX. Nikons DX-Sensoren sind etwa 23,6 mm x 15,8 mm groß, wobei die Größen je nach Modell um einige Millimeter variieren. In etwa entspricht dieses Format dem APS-C-Format.
Seit 2007 hat Nikon auch Kameramodelle im Angebot (aktuell die D4S und D610, D750 und D810), die einen Sensor integriert haben, der so groß ist wie der analoge Kleinbildfilm. Die Sensoren dieser sogenannten Vollformatkameras bezeichnet Nikon als FX-Sensoren. In der Abbildung links unten sehen Sie die beiden Formate im Vergleich.
Unterschiede
Die unterschiedliche Größe der Sensoren hat in der fotografischen Praxis verschiedene Folgen. Ein Unterschied, der sich in der praktischen Arbeit besonders deutlich bemerkbar macht, ist die »unterschiedliche Brennweite«. Objektive mit identischer Brennweite »wirken« nämlich anders, wenn sie an eine DX-Kamera angesetzt werden, als bei einer FX-Kamera.
Wenn Sie ein Objekt
abbilden wollen, fällt das Licht durch das Objektiv
. Die Brennweite ist der Abstand zwischen dem Fokuspunkt
und dem Punkt, bei dem das Bild auf dem Sensor scharf abgebildet wird (
DX,
FX). Dieser Abstand ist umso geringer, je kleiner der Sensor ist. In der Praxis bedeutet dies, dass Kameras mit einem kleineren Sensor eine geringere Brennweite benötigen, um einen Gegenstand vollständig auf dem Sensor abzubilden.
Andersherum ausgedrückt heißt dies aber auch, dass bei identischer Brennweite auf dem kleineren Sensor ein kleinerer Bildausschnitt abgebildet wird – Sie sehen dies im Bild oben links. Daher stammt auch die Bezeichnung »Cropfaktor« – also Beschneidungsfaktor. Wie viele Teile vom Bild »abgeschnitten« werden, verdeutlicht auch die Abbildung auf der gegenüberliegenden Seite.
So entsteht der Eindruck, man hätte beim DX-Format eine größere Brennweite verwendet, um den kleineren Bildausschnitt zu erreichen.
Um einen Vergleich zwischen den Formaten zu erhalten, rechnet man die Brennweite beim DX-Format so um, dass sie der Brennweite des Kleinbildformats entspricht. Bei Nikon-Kameras beträgt der Umrechnungsfaktor 1,5. Setzen Sie also ein 50-mm-Objektiv an der D7200 an, erhalten Sie einen Bildausschnitt wie bei einem 75-mm-Objektiv, das bei einer FX-Kamera verwendet wird.
Schärfentiefe
Mit der Brennweite geht aber auch die Schärfentiefe einher, da die Schärfentiefe unter anderem von der Brennweite des Objektivs abhängt (je kürzer die Brennweite ist, umso größer ist der scharf abgebildete Bereich).
So besitzen Kameras mit einem kleineren Sensor bei identischer (umgerechneter) Brennweitenangabe und somit gleichem Bildausschnitt einen größeren Schärfentiefebereich, was natürlich Auswirkungen bei der kreativen Fotografie hat.
Dabei geht es darum, Objekte vom Hintergrund zu trennen, um ästhetisch wirkende Ergebnisse zu erhalten.
Bei Kameras mit kleineren Sensoren müssen Sie den Abstand zum fotografierten Objekt vergrößern, um die Freistellung vom Hintergrund zu erreichen.
Schärfentiefe. Bei einer Kamera mit einem DX-Sensor hätte hier eine Brennweite von 120 mm genügt, um denselben Bildausschnitt zu erreichen. Der scharf abgebildete Bereich wäre dann aber größer als bei dieser FX-Kamera. Um denselben Bildausschnitt zu erreichen, müssten Sie mit der DX-Kamera auch näher an das Motiv herangehen .
Nikon D800 | 180-mm-Makro | ISO 400 | 1/320 Sek. | f 9
Megapixelvergleich. Hier sehen Sie einen Megapixelvergleich. Ganz außen befindet sich die Bildgröße, die bei der neuen D7200 entsteht. Der mittlere Rahmen kennzeichnet die Größe der D7000 und innen ist die Größe der D90 zu sehen .
18 mm | ISO 100 | 1/320 Sek. | f 9
Der Verkaufsstart
Der Markteinführungspreis der D7200 beträgt etwa 1.200 Euro, was bemerkenswert ist, da nun ein Wi-Fi-Modul integriert ist. So sparen Sie sich das Hinzukaufen eines Funkadapters.
Praxiserfahrungen
Nach den ersten Praxiserfahrungen war klar, dass Nikon auch bei der D7200 interessante Neuerungen untergebracht hat. Die D7200 ist eine faszinierende digitale Kamera, die für den Einsteiger in die aufregende Welt der digitalen Fotografie kaum Wünsche offenlässt. Mit einem Preis von knapp 1.200 Euro ohne oder knapp 1.400 Euro mit einem 18–105-mm-VR-Objektiv ist die Nikon D7200 sicherlich für viele Umsteiger von der analogen Spiegelreflexfotografie oder Aufsteiger von einem kleineren Nikon-Modell sehr interessant – sodass einem neuerlichen Verkaufserfolg kaum etwas im Wege steht. In den ersten Testberichten schnitt die Kamera daher auch sehr gut ab. Die Fachpresse lobt neben der guten Bildqualität vor allem die Geschwindigkeit des Autofokus und den großen Funktionsumfang. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde lobend hervorgehoben.
Vergleich der Megapixel
Wenn man das Datenblatt liest, mag man zunächst etwas erschrocken sein über den großen Sprung bei dem Megapixelwert.
Waren früher bei Nikons DX-Modellen etwa 16 Megapixel der Normalfall, bietet die D7200 24,2 Megapixel an – wie bereits das Vorgängermodell sowie die D3300 und die D5500.
Ich habe bei der Abbildung auf der vorherigen Seite einmal die Entwicklung der Modelle dieser Serie markiert. Dort habe ich verschiedene Megapixelwerte verglichen.
Das Gesamtbild kennzeichnet die Megapixelanzahl der Nikon D7200 mit 24,2 Megapixeln. Der mittlere Rahmen stellt die 16,1 Megapixel der D7000 dar. Am inneren Rahmen erkennen Sie, welche Bildgröße die 12,3 Megapixel der D90 ergeben würden, die im September 2009 erschienen ist.
Die Sensorgröße hat sich während dieser Zeit nicht geändert – insofern sind im Laufe der Zeit die Fotodioden immer kleiner geworden.
Da aber die Entwicklung der Sensoren im Laufe der Zeit nicht stehen geblieben ist, wirkt sich dies nicht negativ auf die Bildqualität aus – auch nicht bei höheren ISO-Werten. Mit noch mehr Fotodioden sollte man die DX-Sensoren allerdings nach heutigem Stand der Technik nicht bestücken.
Akkukapazität
Die D7200 verwendet den Akkutyp EN-EL15, der sehr schlank gestaltet ist. Sie sehen ihn im Bild rechts. Nikon gibt an, dass mit einer Akkuladung im Einzelbildmodus etwa 1.100 Bilder geschossen werden können.
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