Die ersten Schritte
Sie haben eine neue Nikon D7200 erworben oder planen, sich eine zuzulegen? Dann haben Sie eine exzellente Wahl getroffen! Eventuell wollen Sie dann gleich zur ersten Fototour starten. Vielleicht nehmen Sie sich aber doch erst einmal einen Moment Zeit, um dieses Kapitel durchzulesen. Hier erfahren Sie, auf was Sie vor Ihrer ersten Fototour achten sollten, und lernen die wichtigsten Bedienelemente kennen.
Geschichte der D7200
Als Nikon Mitte 2006 den Nachfolger der erfolgreichen D70s vorstellte – die D80 –, war ein Coup gelungen. Bei der D80 waren die Anwender von der üppigen Ausstattung begeistert – sie wurde zu einem großen Verkaufserfolg. Mit der D90 stellte Nikon im September 2008 den Nachfolger vor und überraschte die Fachwelt mit nützlichen und sinnvollen Neuerungen – es wurde keineswegs nur Modellpflege betrieben. So wurde auch die D90 zu einem Verkaufsschlager. Auf die D90 folgte im Oktober 2010 die D7000 – Nikon hatte die Modelle zwischenzeitlich auf eine vierstellige Nummerierung umgestellt. Auch bei der Vorstellung der D7000 waren viele Fotografen positiv überrascht. Die neue Kamera bot auch einen sehr großen Funktionsumfang, und das zu einem recht günstigen Preis – etwa 1.200 Euro kostete die Kamera bei der Markteinführung, ebenso viel wie die D7100, die im Februar 2013 vorgestellt wurde.
Für Nikon selbst war die D7000 eher die »größere Schwester« der D90 als deren Nachfolger. So blieben die D90 und D7000 weiterhin parallel im Sortiment – ein Ende der Produktion ist momentan noch immer nicht in Sicht. Die Neuerungen der D7100 waren nicht spektakulär – Nikon hatte sich auf sinnvolle Modifikationen beschränkt.
Wie bei neuen Modellen heutzutage üblich, wurde die Megapixelzahl wieder aufgestockt – so verfügte der Sensor der D7100 über 24,1 Megapixel. Außerdem wurde das erste Mal bei einer Nikon mit DX-Sensor auf einen Tiefpassfilter verzichtet, um die Details so gut wie möglich auflösen zu können. Das Ergebnis sind etwas schärfere Fotos.
Anfang März 2015 kündigte Nikon das neue Spitzenmodell der DX-Serie an – die D7200.
Die Ausstattung
Bei der Vorstellung der technischen Details fällt auf, dass die D7200 auf spektakuläre Neuerungen verzichtet. Vielmehr wurden diverse Ausstattungsdetails anderer Modelle übernommen.
Auch die D7200 enthält einen Sensor, der das Bild mit 24,2 Megapixeln hoch auflöst. Diesen Wert bieten die meisten letzten Modelle. Nikon hat den Megapixelwert der Modelle weitgehend angepasst. Der Sensor bietet einen Empfindlichkeitsumfang von ISO 100 bis ISO 25600. Zudem gibt es die ISO-Werte ISO 51200 und 102.400, bei denen schwarz-weiße Ergebnisse entstehen.
Der Bildprozessor EXPEED 4 wurde von der D4S übernommen. Er erlaubt eine Serienbildgeschwindigkeit von 6 Bildern pro Sekunde – ein sehr hoher Wert.
Der 3,2 Zoll große Monitor besitzt eine feine Auflösung von 1.228.800 Pi-xeln. Wie bei der D810/D750 wird eine RGBW-Matrix genutzt. Durch den zusätzlichen weißen Kanal wird das Bild in der Helligkeit optimiert und kann daher auch bei hellem Umgebungslicht recht gut beurteilt werden.
Auch das Autofokusmodul Multi-CAM 3500 II mit 15 Kreuzsensoren wurde von der D810/D4S übernommen. Interessant ist dabei, dass der mittlere Kreuzsensor auch lichtschwache Objektive bis Blende 8 unterstützt
Wie bei der D5300 und D750 wurde die Wi-Fi-Funktionalität in die Kamera integriert, sodass das zusätzliche Erwerben eines Funkadapters überflüssig ist.
Bei Videoaufnahmen gibt es diverse Optionen bei den Bildraten – maximal sind 1.920 x 1.080 Pixel mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Die D7200 verfügt über ein integriertes Stereomikrofon zur Tonaufzeichnung. Zudem kann auch ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Neu ist, dass nun eine eigene Registerkarte für die vielen Videoeinstellungen angeboten wird. Das gab es erstmalig bei der Nikon D750.
Das Menü der Aufnahmeinformationen, das mit der Info-Taste aufgerufen wird, wurde – wie schon bei der D750 – gegenüber allen anderen Nikon-Modellen umgestaltet, wobei nach meiner Meinung die bisherige Gestaltung übersichtlicher war.
Halchter. Mit der D7200 können Sie Fotos mit einer exzellenten Bildqualität schießen – oben sehen Sie einen 100 %-Bildausschnitt .
36 mm | ISO 100 | 1/320 Sek. | f 9
Exkurs
Nikons DX-Format
Mit der Einführung der Digitalkameras gab es eine wichtige Veränderung beim Bildformat.
Vignettierung
Wenn Sie Objektive an einer DX-Kamera nutzen, die für Kameras im FX-Format konstruiert wurden, wird nur der mittlere Bereich des Objektivs verwendet. Dies ist bei der linken Grafik auf der gegenüberliegenden Seite gut zu sehen
. So haben Sie auch bei einfacheren Objektiven keine Vignettierungen (Abschattungen) an den Bildecken zu befürchten – die bei offener Blende entstehen können –, da sie sich außerhalb des abgebildeten Bereichs befinden.
FX und DX. Sensoren im FX-Format sind in etwa so groß wie ein Kleinbildfilm. Die DX-Sensoren haben dagegen etwa die halbe Größe (siehe weiße Markierung) .
Die ersten digitalen Kompaktkameras enthielten sehr kleine Sensoren – die Entwicklung solcher Chips ist ja auch nicht ganz einfach gewesen. Viele Millionen lichtempfindlicher Fotodioden mussten auf dem Chip untergebracht werden.
Kurz vor dem Ende der analogen Fotografie entwickelten die Kamerahersteller Canon, Fujifilm, Kodak, Minolta und Nikon 1996 das sogenannte APS-Format (Advanced Photo System). Man wollte dem etwas dahindümpelnden Markt einen Innovationsschub als Alternative zum Kleinbildfilm verleihen. Die APS-Filme hielten sich aber nur einige Jahre auf dem Markt, weil die Digitalkameras auf dem Vormarsch waren.
Durch das kleinere Aufnahmeformat konnten kompaktere Kameras gebaut werden. Der Miniaturisierung der Kameras kam auch zugute, dass die APS-Filme keine Perforation besaßen, wie sie bei den Kleinbildfilmen seit jeher üblich war. So beanspruchte der Film nicht so viel Platz in der Kamera wie die Kleinbildfilme.
APS-Filme konnten in drei Formaten belichtet werden. Die volle Größe des Negativs betrug 30,2 mm x 16,7 mm und wurde APS-H genannt. Zusätzlich konnte der Film in der Größe APS-C (für Classic) belichtet werden – das entspricht 25,1 mm x 16,7 mm und einem Seitenverhältnis von 3:2, was wiederum dem klassischen Format der bisherigen Kameras entspricht. Zusätzlich war ein Panoramaformat von 30,2 mm x 9,5 mm möglich. Die verschiedenen Formate entstanden allerdings nur durch Ausschnittsvergrößerungen des Ausgangsformats APS-H.
Als die ersten digitalen Spiegelreflexkameras entwickelt wurden, orientierten sich die Hersteller an dem APS-Format. Je nach Hersteller variierten die Größen der verwendeten Sensoren ein wenig – ebenso wie die Benennung.
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