Blumroda, Mitte d. 20. Jahrhunderts.
Droßdorf, um 1915.
Eythra, Ende der 1970er Jahre.
Bosengröba, um 1925.
Witznitz, um 1930.
Zehmen, 1926.
1956: |
Großdeuben-West T (530); Großdeuben-Ost T (360) |
1957: |
Zehmen (580); Ramsdorf-Loschützmühle (20); Görnitz-Hartmannsdorf (230); Mutschau (1033) |
1959: |
Schnauderhainichen T (110) |
1960: |
Regis-Breitingen T (40); Kleinhermsdorf/Nehmitz T (75) |
1961: |
Altdeutzen T (370); Görnitz (320) |
1962: |
Trachenau (450); Treppendorf (120) |
1963: |
Kötzschwitz (17); Elstertrebnitz T (110); Stöntzsch (750); Pegau T (114); Köttichau (759) |
1964: |
Gaschwitz T (767); Schleenhain (270); Borna-Ost T (134); Borna-Abtei; Heuersdorf-Großhermsdorf T; |
1965: |
Pödelwitz-Leipen (82) |
1967: |
Sestewitz T (203); Crostewitz/Cröbern (1750); Gestewitz T (277); Döbris (615); Domsen T (30) |
1968: |
Hain-Kreudnitz (175); Kleinzössen (82) |
1969: |
Hain-Guthegröba; Hain (350) |
1971: |
Prödel/Zöbigker T (339); Zwenkau-Ziegelei Kinne T (20) |
1973: |
Zwenkau-Nord I/II T (166); Cospuden (36) |
1974: |
Markkleeberg-Göselsiedlung T (60); Markkleeberg-Ost T (256); Zwenkau-Weiße Mark T (24) |
1975: |
Berndorf T (40); Zwenkau-Hartmannsdorf T (80) |
1976: |
Vorwerk Auenhain (19); Piegel (67); |
1977: |
Raßnitz T (50); Magdeborn (3200) mit Gruna, Kötzschwitz, Göltzschen T |
1978: |
Zöbigker T (18) |
1980: |
Bösdorf (1115); Steingrimma (178); Queisau (187) |
1981: |
Zschagast (35); Droßdorf (300) |
1982: |
Peres (146) |
1983: |
Neukäferhain (50); Eythra (2100); Dobergast (285) |
1984: |
Rödgen T (125) |
1985: |
Methewitz-Käferhain (74); Lauer (25) |
1986: |
Markkleeberg-Ziegelei (25); Markkleeberg-Gautzsch; Oellschütz T (5) |
1987: |
Dreiskau-Muckern T (350) |
1988: |
Bockwitz (130); Langenhain T (50) |
1989: |
Böhlen T (10); Lippendorf T (40); Breunsdorf (450) |
1994: |
Draschwitz-Zechenhaus (15); Schwerzau (38) |
1995–1998: |
Großgrimma mit Grunau, Bösau, Mödnitz, Deumen, Domsen (850) |
1995–2008: |
Heuersdorf (310) |
2012–2018: |
Pödelwitz (130) |
Tagebau Schleenhain bei Deutzen mit Freilegung und Gewinnung des Thüringer Hauptflözes. Scheinbar unaufhaltsam verschlingt der Kohletagebau über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Obgleich angesichts dieses Bildes nicht vorstellbar, keimt mit ihrer Vernichtung doch zugleich der Samen eines Neuanfangs. 2012.
Görnitz, um 1960.
Heuersdorf, um 1925.
Für die Einwohner bedeutete die Umsiedlung nicht nur einen schmerzhaften materiellen, sondern auch immateriellen Verlust: neben der Trennung von Haus und Hof, Friedhof und Kirche, von der Landschaft, von Verwandten und Freunden die als unverwindbare Ruptur empfundene Verabschiedung von ländlicher Kultur, jahrhundertelanger dörflicher und vielfach sogar familiärer ortsgebundener Tradition und Geschichte. Für manchen kam die Aussiedlung auch im Häuslichen einer Verwerfung gleich, dem Neubeginn in einer anderen Welt: der Plattenbausiedlung in oder am Rande der Großstadt. Auch dieser Dimension des Bergbaues sollte bei aller historisch gegebenen Unabwendbarkeit der Wanderer, Angler, Segler oder Badende gedenken, wenn er sich heute oder künftig der dauerhaften positiven Folge der großen Bergbaukampagne des 20. Jahrhunderts erfreut. Wie das sagenumwobene Vineta gewissermaßen »ertrunken« sind unmittelbar südlich der Großstadt Leipzig die Ortschaften (oder Teile davon) Magdeborn, die mit über 3200 Einwohnern größte überbaggerte Gemeinde (mit Gruna, Kötzschwitz und Göltzschen), sowie Rödgen im Störmthaler See, der südliche Zipfel von Markkleeberg-Ost im Markkleeberger See und der zu Markkleeberg gehörende, schon 1216 erwähnte Ortsteil Cospuden und das Gut Lauer im Cospudener See. Wie der künftige Zwenkauer See – analog dem Cospudener See – ebenso »Eythraer See« heißen könnte, so auch der Störmthaler See in Erinnerung an das geschichtsträchtige »medeburu« und die einstige Großgemeinde »Magdeborner See«. Eine schwimmende Kirche auf dem Störmthaler See mit einem Turm, der dem der Kirche von Magdeborn nachgebildet ist, erinnert nun symbolisch an die dem Bergbau zum Opfer gefallenen Ortschaften mit ihren Kulturgütern. Diesen »Verlorenen Orten« ist seit Jahren eine ständige Ausstellung in der Kirchenruine Wachau gewidmet. Zahlreiche Gedenksteine mit Inschriften zur historischen Entwicklung der vom Kohlebergbau verschluckten Orte, häufig angebracht auf nordischen Findlingen oder Tertiärquarziten, die den Tagebauen der Umgebung entstammen, finden sich auch im südlichsten Gebiet des Mitteldeutschen Seenlandes. Beispielgebend sind die Erinnerungsteine an die verlorenen Ortschaften Gaumnitz (Tagebau »Emma« bei Theißen), Stöntzsch (Tagebau Profen-Nord), Hain und Kreudnitz (Tagebau Witznitz II). Neben symbolischen Plätzen der Erinnerung an die vom Bergbau überbaggerten Orte gibt es nur wenige, von denen ursprüngliche Gebäude erhalten geblieben sind. Zu ihnen zählt die jüngste, endgültig durch den fortschreitenden Tagebau Vereinigtes Schleenhain gefallene Ortschaft Heuersdorf. Im Jahr 2007 erfolgte in einer technologisch aufwendigen und spektakulären Aktion die Umsetzung der Heuersdorfer Emmaus-Kirche über 8 km nach Borna.
Bergisdorf, 1930er Jahre.
Читать дальше