An sich „weiß“ jede Zelle, wie sie perfekt arbeiten kann – denn eigentlich ist sie dazu geschaffen, gesund zu sein und effizient ihre Aufgaben zu erfüllen. Wenn ihr aber die nötigen Nährstoffe nicht ausreichend, rechtzeitig und in einer verwertbaren Form zur Verfügung stehen, sinkt die Effizienz der Zelle.
Letztlich bedeutet das: Wenn Sie nicht alle Nährstoffe aufnehmen, die Sie aufgrund Ihrer Anlagen brauchen, können Ihre Zellen nicht richtig arbeiten. Wenn dadurch Ihre Zellen nicht mehr genug Energie herstellen, können sie auch das Gewebe nicht mehr richtig reparieren und regenerieren. Mit der Zeit werden so aus starken, gesunden Zellen schwache, defekte Zellen. Das wiederum hat Folgen für den ganzen Körper.
Wenn zum Beispiel die Zellen eines Organs geschwächt werden und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können, kann auch dieses Organ als ganzes seine Aufgabe nicht mehr erfüllen. Das belastet dann den gesamten Körper – zwangsläufig entstehen Krankheiten. Bekommen die Zellen jedoch genau die Nährstoffe, die sie aufgrund ihrer Anlagen brauchen, können sie optimal Energie erzeugen und ihre Aufgaben erfüllen. Mit den richtigen Nährstoffen können sich die Zellen erfolgreich und effizient reparieren, neu aufbauen und vermehren. Und wenn die Zellen stark und gesund sind, dann sind auch die Organe, Drüsen und Körpersysteme stark und gesund.
Was ist für Sie richtig?
Das einzige Problem: Damit Sie Ihrem Körper genau das geben können, was er braucht, müssen Sie erst mal herausfinden, was er braucht. Deshalb habe ich die Profile der Stoffwechseltypen entwickelt – sie sagen Ihnen, was für Sie richtig ist.
An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, den Stoffwechseltyp zu bestimmen, von einer sehr einfachen, grundlegenden Stufe bis zu einer sehr umfassenden und genauen.
Hier in unserem Buch werden wir Ihnen eine sehr einfache Möglichkeit vorstellen, die zu einer ersten Bestimmung Ihres Typs ausreicht, wenn Sie keine großen gesundheitlichen Probleme haben. Im Gegensatz zu den umfassenden Möglichkeiten können Sie diese Typenbestimmung selbst durchführen, ohne fremde Hilfe. Damit finden Sie heraus, wie Sie Ihre Ernährung gestalten müssen, um Ihren Stoffwechsel am besten zu unterstützen. Sie können Ihren Typ schnell selbst herausfinden, indem Sie den Fragebogen in Kapitel 6
ausfüllen.
Unter anderem wird Ihr Stoffwechseltyp davon bestimmt, wie schnell die Energieerzeugung in der Zelle abläuft. Der Test stellt zum Beispiel fest, zu welchen von drei Grundtypen Sie gehören:
–Langsamverbrenner
–Schnellverbrenner
–Gleichmäßiger Verbrenner
Wenn Sie erst mal Ihren Stoffwechseltyp gefunden haben, können Sie auf Grundlage dieser wichtigen Information genau die Nahrungsmittel und Mischungsverhältnisse wählen, die für Sie am besten sind. So sind vor allem die Anteile an Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten, die für diese drei Typen am besten sind, sehr verschieden. Denn:
–Langsamverbrenner brauchen fett- und eiweißarme, kohlenhydratreiche Mahlzeiten.
–Schnellverbrenner brauchen im Gegensatz dazu kohlenhydratarmes, fett- und eiweißreiches Essen.
–Gleichmäßige Verbrenner brauchen ungefähr gleiche Anteile von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten.
In diesem Buch wird es vor allem darum gehen, warum das so ist und wie die Zusammenhänge sind. Fürs Erste sei nur so viel gesagt: Der Körper stellt uns reichlich und ständig Informationen zur Verfügung, er zeigt uns in seiner Körpersprache, wie der Stoffwechsel aufgebaut ist und wie der Ernährungsbedarf aussieht.
Diese Informationen drücken sich in unterschiedlichster Form aus; dazu gehören all Ihre körperlichen, emotionalen und psychischen Eigenschaften, Ihre Ernährungsgewohnheiten, Ihre Reaktionen auf Nahrungsmittel usw. Jede einzelne Information trägt etwas dazu bei, dass Sie Ihren
Stoffwechseltyp erkennen und das biochemische Puzzle zusammensetzen, das in seiner Gesamtheit dann Sie ergibt.
Insgesamt sagen uns all diese einzelnen Informationen sehr viel darüber, wie Ihr Körper arbeitet, wie er Nahrungsmittel verarbeitet und Nährstoffe verwertet.
Die Entwicklung von Metabolic Typing (MT)
MT ist nicht über Nacht entstanden, sondern das Ergebnis von mehr als 70 Jahren Forschungsarbeit, zum Beispiel von Ärzten, Biochemikern, Physiologen, Diätberatern, Ernährungswissenschaftlern, Zahnärzten, Psychologen und anderen. Wenngleich ihre Namen nicht in aller Munde sind – Dr. George Watson, Dr. William Donald Kelley, Dr. Royal Lee, Dr. Weston Price, Dr. Frances Pottenger, Dr. Melvin Page, Dr. Roger Williams, Dr. Emanuel Revici, Dr. Henry Bieler –, gehören viele zu den ganz Großen auf ihrem Gebiet und sind unter Fachleuten durchaus anerkannt. Zusammen mit vielen anderen trugen sie entscheidend zur Entwicklung von MT bei.
Natürlich würde es zu weit führen, hier genauer auf all ihre Leistungen einzugehen. Aber einige wie Williams, Kelley, Lee, Pottenger und Watson trugen so entscheidend zur Entwicklung bei, dass wir in den folgenden Kapiteln auf sie näher eingehen werden.
Fürs Erste kann ich eines mit absoluter Sicherheit sagen: Wenn MT – in seiner umfassenden Form – richtig angewendet wird, kann es entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit wiederherzustellen oder sie zumindest deutlich zu steigern. Natürlich ist es ebenso gut geeignet chronische Gesundheitsprobleme zu verhindern oder zu verringern. Auf jeden Fall ist diese Methode insgesamt gesehen erfolgreicher als jeder andere Ernährungsansatz. Um dies zu verstehen, sollten Sie erst einmal das ganze Buch lesen. Doch wir können hier schon ein paar Punkte erwähnen, die den Unterschied zu anderen Empfehlungen hervorheben sollen:
1.MT kann bei chronischen Gesundheitsproblemen entscheidend helfen.
Bei der Behandlung akuter medizinischer Notfälle ist die Schulmedizin nicht zu übertreffen, zum Beispiel bei schweren Verletzungen, bei Herzanfällen, Epilepsien oder bei anderen Problemen, die ein schnelles Eingreifen mit Medikamenten oder durch eine Operation erfordern. MT in seiner umfassenden Form hilft dagegen bei der Behandlung und Verhinderung chronische r Gesundheitsprobleme. Diese machen ungefähr 80 Prozent aller Gesundheitsprobleme aus – und hier versagt die Schulmedizin meist.
2.MT geht weit über eine symptomorientierte Therapie hinaus.
Bei der Behandlung chronischer Krankheiten haben sowohl die Schulmedizin als auch die Ernährungswissenschaft – ebenso wie viele „Alternativmethoden“ – ein grundlegendes Problem: Sie konzentrieren sich vor allem auf die Behandlung der Symptome. MT geht stattdessen an die Wurzeln des Übels, an die Ursachen im Stoffwechsel. Wir wollen die Gesundheit von Grund auf neu aufbauen, indem wir die zugrunde liegenden biochemischen Muster wieder ins rechte Lot bringen, die letztendlich die chronische Krankheit ausgelöst haben.
3.Mit MT lassen sich zuverlässig immer wieder positive Ergebnisse erzielen.
Die moderne Ernährungswissenschaft denkt wie die Schulmedizin: Sie konzentriert sich vor allem auf die Diagnose und Behandlung spezifischer Krankheiten und Symptome. Mal hat sie damit Erfolg, ein anderes Mal nicht. Sicher vorhersagen lässt sich das nicht. Der Grund ist einfach – wenn man erst einmal erkannt hat, dass nicht jeder Stoffwechsel gleich ist: Zwei Menschen können die gleichen Symptome haben, aber die Ursachen in ihrem Stoffwechsel können völlig verschieden sein.
Weil MT die unterschiedlichen Bedürfnisse der Person herausfindet, die eine Krankheit hat, statt sich auf die Krankheit selbst zu konzentrieren, kann es Probleme, die das ganze System betreffen, viel besser erfassen und korrigieren.
4.MT wirkt sehr umfassend, um die Gesundheit wieder aufzubauen.
MT will die Gesundheit optimieren, indem gleichzeitig alle Systeme, Organe und Drüsen gestärkt werden – vergleichbar dem Anstieg des Meeresspiegels bei Flut, der alle Boote im Hafen gleichzeitig anhebt.
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