Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz - Frau - Männin - Menschin

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Wer heute zum Thema «Weiblichkeit» schreibt, wagt sich in ein Minenfeld unterschiedlichster Standpunkte. Doch auch in der Diskussion um Gender und Feminismus ist die Frauenfrage nicht allein eine Frage weiblichen Selbstverständnisses, sondern ebenso eine von Geschichtsdeutung und Selbstverständnis des Menschen. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz definiert das «Frausein» nicht biologisch, sondern kulturell. Sie stellt kritische Anfragen und bringt aus christlichem Kontext neue Denkanstöße in die Diskussion ein. Ihr Fazit: Die Frau ist weder Männin noch Menschin, sie ist Frau.

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Vorgestellt werden im Folgenden immer drei Hinsichten einer kulturellen Entwicklung: ihre allgemeinen Merkmale, das Verhältnis der Geschlechter, das Verhältnis zu Gott. Man gewinnt in diesem Überblick nicht ein bloßes Besserwissen, nicht eine simple Relativierung aller Mythen oder rationalen Aussagen über Mensch und Gott; es geht nicht um ein Abheben auf ihre Vorläufigkeit und Beschränktheit. Auch wird eine Struktur nicht einfach als falsch abgelöst von einer neuen (eine Gottheit von der nächsten, ein Menschenbild vom folgenden), vielmehr wird eine bestimmte Hinsicht auf einen umfassenderen oder klärenden Zusammenhang hin „aufgehoben“ in dem bekannten dreifachen Sinn: verneint, bewahrt und höhergehoben.

1. Erinnerung an den bleibenden Ursprung: Die archaische Struktur

Der Ausdruck „archaisch“ ist wörtlich zu nehmen, abgeleitet von arché , was heißt: Ursprung, raum- und zeitfreier Anfang, die Beherrschung, die sich in aller kommenden Veränderung prinzipiell durchhält. Die schöne lateinische Unterscheidung von principium und initium benennt mit Prinzip den bleibenden Ursprung, während initium den zeitlichen Beginn und Startpunkt meint, der dann verschwindet. Daher ist der Beginn des Johannesprologs richtig zu übersetzen mit „Im Anfang (en archè) war das Wort“ und nicht „Am Anfang“; dasselbe gilt für das erste Wort der Bibel: „Im Anfang (bereshit) schuf Gott Himmel und Erde.“

Dieser dauernde Ursprung markiert also nicht einen Zeitpunkt oder eine Frühgeschichte, die sich archäologisch mit dem Spaten ausgraben ließe. Vielmehr sprechen mythische Zeugnisse von einem Ur-Menschen in einem bildhaft ausgeschmückten Paradies als der wahren Wirklichkeit des Menschen, die nicht mit der raumzeitlichen Geschichte zu verwechseln ist. Traumhaft erfahren und gewünscht, U-Topos und U-Chronos, meint dieser herrschende Ursprung eine wunderbare Ganzheit des Menschen, mit dem All, mit sich selber, mit dem Göttlichen. Dieser „eigentliche“ Mensch sieht das All nicht sich gegenüber, weiß sich vielmehr in ihm eingeborgen. Hildegard von Bingen hat in De operatione Dei (1170 – 73) diesen „Kosmosmenschen“ zeichnen lassen: Luft und Wasser, Planeten und Winde, Feuerkreise schließen ihn nicht nur ein, umgekehrt durchdringt er alles, hält das Weltnetz mit den Elementen in Händen, selbst eingekreist vom göttlichen „Urlebendigen“. 4Auch das mythische „Weltei“ 5mit seiner alles einbergenden Ganzheit dient als Bild eines uterinen Zustandes; Erde und Himmel werden noch ursprünglich in eins gesehen. Aus China liegt ein merkwürdiges Zeugnis von Dschuang Dsi vor: „Die wahrhaften Menschen der früheren Zeit schliefen traumlos.“ 6Noch gibt es kein Gegenüber, nicht einmal als Traum-Spiegelung – im Anfang steht nach den Ursprungsmythen ein reines Ein-und-Alles. Erst später treten Innen und Außen, Seele und Himmel auseinander, wie Platon es kennzeichnet: „Die Seele (. . .) ist zugleich mit dem Himmel (entstanden).“ 7Nietzsche, der den Weg dieser Trennung zurückzugehen sucht, formuliert: „Oh Himmel über mir, wann trinkst du meine Seele in dich zurück!“ 8

Auch für Frau und Mann gilt „eigentlich“ eine unlösbare Bezogenheit, ja ein Noch-Nicht-Unterschiedensein, wie es in dem starken Bild des platonischen Symposions vom „Kugelmenschen“ aus Mann und Frau erscheint. Darin wird besonders deutlich, dass es nicht im Geringsten um eine anatomische Aussage, ein historisches „Früher“ geht, das sich vielleicht mit einem ausgegrabenen Skelett erweisen ließe; es geht vielmehr um das innerste Empfinden, dass das Geschlecht etwas Zweitrangiges gegenüber einer ursprünglichen Ganzheit sei, hängt doch auch das deutsche Wort Geschlecht mit Geschlachtetsein zusammen. In die Empfindung einer Ganzheit gehören die Bilder vom Hermaphrodit, vom Androgyn, von der Venus barbata ; in dem biblisch vertrauten Bild aus dem älteren Schöpfungsbericht (Gen 2) wäre es Adam vor der Abtrennung Evas.

Ebenso gilt das Verhältnis von Gott und Mensch als ungestört, noch nicht vom Fall aus der Einheit zerrissen: Beide ergehen sich im biblischen Anfang im selben Garten Eden, mehr noch: Im jüngeren Schöpfungsbericht von Gen 1 entstehen Adam und Eva zeitgleich; sie sind Ebenbild, zutiefst verwandt, zutiefst Sohn und Tochter. Unzählige Mythen aus anderen Kulturen beziehen sich ebenfalls auf eine fraglose Einheit: entweder auf die Abstammung der Menschen von den Göttern oder auf ihren gemeinsamen Ursprung. 9Die Auflistung göttlicher Vorfahren gehört schlechthin zur Kennzeichnung von Herrschern und Helden; auch der Besuch der Götter auf der Erde, insbesondere bei den Menschenfrauen, drückt noch in seinen spätesten Überschreibungen dieselbe Gewissheit einer Ursprungseinheit aus.

2. Magie und Macht, das Mütterliche und das Numinose: Die magische Struktur

Eine geschichtlich greifbare – in vormodernen Gesellschaften heute noch in Resten wirksame – Stufe stellt das magische Lebensgefühl dar. Hier erfährt sich der Mensch bereits als herausgefallen aus dem Einklang mit dem All, freilich sucht er sich in ritueller Beschwörung wieder mit ihm zu vereinen und den heimlich-unheimlichen Mächten anzuschließen: Ausgeliefert sucht er nach magisch beförderter Bergung. Denn Welt steht ihm bereits schemenhaft, später immer genauer als geheimnisvolle, schwer durchdringliche Gegenmacht gegenüber. Freilich ist noch nicht von einem Erkennen im Ganzen die Rede, vielmehr wird diese Macht in bestimmten Punkten verdichtet erlebt, an heiligen Orten, zu heiligen Zeiten, in Gegenständen, die ein Ganzes versinnbildlichen ( pars pro toto : in Amulett, Totem, magisch besetzten Symbolen).

In solchen frühgeschichtlichen Kulturen ist das Ich noch unzentriert und kaum ausgebildet; es erfährt sich spiegelmäßig im Außen, überträgt sich auf ein Gegenüber und hängt vom projizierten Abbild ab: vom Spiegelbild im Wasser, von einem dem Clan zugeordneten Tier, einer bestimmten Pflanze. Die Wir-Identität der Gruppe wird durch äußere Merkmale hergestellt und häufig in einem Gruppensymbol gesichert. Dabei herrschen Ichlosigkeit ebenso wie Einbindung ins Gruppen-Wir. „Älter ist an der Herde die Lust als die Lust am Ich.“ 10Aufschlussreich ist die magische Möglichkeit, einen Feind über das Spiegelbild zu töten: entweder durch das Beerdigen einer Puppe – eine Zeremonie, während der die abgebildete Person tatsächlich oder „sozial“ stirbt 11– oder durch das Zerschlagen des Spiegelbildes im Wasser. In diesen Zusammenhang einer Daseinserfahrung von außen gehören die abergläubischen Annahmen offener Übergänge in andere Lebewesen, der Auf- und Abstieg in Verwandlungen nach „unten“ und nach „oben“, in ein Tier, den „Werwolf“ etwa, in Pflanze, Stein oder in einen Dämon. 12Solche gleitenden Metamorphosen entsprechen zutiefst dem Empfinden der Seelenwanderung und später der Wiedergeburt: Sie erklären sich aus einem unzentrierten Dasein, das sich durchaus noch nicht in einer (meiner) Seele erfährt, sondern das Leben in verschiedenen Gestaltungen und noch ohne klare Formgebung ablaufen sieht. Wiederum hängen die unbewussten, aber als „normal“ geltenden Formen der Kommunikation wie Telepathie, Telekinese damit zusammen: Es sind gleichsam „Abstrahlungen“ eigener Vitalität – auch Letalität! – nach außen. Je später diese Stufe wird, desto nachhaltiger zeigen sich Befreiungsversuche aus der Einbindung, ja Bannung durch Natur und Gruppe: Es geht um Macht und den Kampf um Macht. Magie hängt etymologisch in der Wurzel magh mit machen, Mechanik, Maschine, Macht zusammen.

Das erwachende Ich stellt sich zunächst gegen die Natur, je länger, je mehr auch gegen die Gruppe: Es beginnt zu handeln und selbst zu bannen in Zauber, Fluch, Tabu, Beschwörung, Segen, Ritus. Auch die allgegenwärtige Numinosität wird gebannt oder verfügbar gemacht, durch das Einweisen in bestimmte Orte, Zeiten und Gegenstände, und der Macht bestimmter Rituale unterworfen. Trieb und Instinkt – noch nicht Bewusstsein! – verdichten sich zu einem naturhaft vitalen oder letalen Wollen, zu einer Übertragung von libido .

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