Christian Gude - Mosquito
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»Sollen wir ihn drehen?«, fragte Wedel.
»Wenn Sie jetzt schon wissen, dass das ein Mann war, nehme ich ein paar Nachhilfestunden bei Ihnen, Herr Wedel.«
»Klugscheißer«, murmelte Wedel.
»Das habe ich gehört!«
Bartmann kam aus dem Wasser, setzte sich ins Gras und zog die Stiefel aus. Der Rest der Gruppe schaute ihn erwartungsvoll an.
»Massive Gewalteinwirkung, die zu mehreren Frakturen geführt hat. Todeszeitpunkt liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Jahre zurück.«
»Geht es etwas genauer«, fragte Wedel. »Geschlecht, Alter, mögliche Umlagerung, Todesursache?«
»Das Alter? Zwischen 15 und 40 Jahren ist alles möglich, vor der Sektion kann ich ihnen da unmöglich Genaueres sagen. Wahrscheinlich ein Mann – wahrscheinlich. Ich will mir später nicht vorhalten lassen, ich hätte Ihre Ermittlungen in eine falsche Richtung gelenkt. Was die Liegezeit angeht, ist zwischen fünf Jahren und mehreren Jahrzehnten alles drin nach erstem Augenschein. Umlagerung halte ich allerdings für unwahrscheinlich. Geben Sie mir zehn Tage und ich schicke Ihnen einen vorläufigen Bericht. Dann fehlen zwar noch einige Laborbefunde und die Toxikologie, aber Sie haben schon mal eine solide Arbeitsgrundlage. Sie wissen, ich brauche für die Obduktion eine gerichtliche Anordnung, aber das sollte nach dem Stand der Dinge kein Problem sein.«
Bartmann organisierte den Transport der Leiche nach Frankfurt. Habich ließ Deiters Männer noch eine gute Stunde lang Schlamm absaugen, baute dann mit ihren Leuten die Geräte ab und verstaute sie im Sprinter. Deiters setzte mit seiner Truppe im Schlauchboot über zum DLRG-Basislager. Rünz instruierte Wedel, für die Besprechung am nächsten Morgen Fotos der Leiche, des Fundortes sowie einige Pläne und Luftbilder des Areals bereitzuhalten. Es war nach 20 Uhr, bis die Bergungsstelle geräumt und der Letzte das Gelände wieder verlassen hatte. Rünz wies die beiden Polizisten am Eingang an, das Tor zu versiegeln, und machte sich auf den Weg.
4
Gegen 21.30 Uhr erreichte er sein Haus im Paulusviertel. Seine Frau küsste ihn zur Begrüßung etwas länger als üblich – er fürchtete, sie könnte mit ihm schlafen wollen, und überschlug in Gedanken die Zahl der Tage seit ihrem letzten Eisprung.
»Möchtest du noch etwas essen?«, fragte sie ihn.
Er hatte seit dem Mittagessen in der Kantine nichts mehr zu sich genommen, zum Hunger hatten sich längst Mattigkeit und Konzentrationsschwäche gesellt, aber er hatte nicht die Absicht, die Nacht mit Panikattacken zu verbringen.
»Nein danke«, sagte er, »geh schon ins Bett, ich komme gleich nach.«
Allein im Wohnzimmer goss er sich einen Viertelliter Rotwein in ein Glas und leerte es in einem Zug. Die Wirkung dieser Zeremonie war stets zuverlässig und überwältigend. Sein Verdauungsapparat absorbierte den Alkohol ungebremst von jeder Nahrung und verschaffte ihm einen kurzen euphorischen Schub, der von einer tiefen Entspannungsphase abgelöst wurde. Er legte sich auf die Couch und wartete 20 Minuten, bis er hörte, wie seine Frau ihre Leselampe ausknipste. Dann schaltete er das Fernsehgerät an und drehte den Ton so leise, dass er gerade noch etwas verstehen konnte. Durch die Kabelprogramme schaltend blieb er bei einem Privatsender hängen, der einen US-amerikanischen Softporno aus den 80er-Jahren zeigte. Er hatte Glück, einer der unendlich langen Werbeblöcke für die einschlägigen 0190-Angebote war eben durchgelaufen. Leider nahmen die unsäglich penetrante elektronische Musik, die ballonartigen Silikonbrüste der Aktrice und die an ein Aerobicvideo erinnernde Inszenierung der Darstellung jeden Reiz. Ihm blieb nichts übrig, als seiner Frau ins Schlafzimmer zu folgen.
Am nächsten Morgen wachte er auf, alleine im Bett liegend. Er versuchte, sich die Vorgänge und Todesfälle im Umfeld des Woogs in Erinnerung zu rufen, von denen er seit seinem Dienstantritt im Präsidium gehört hatte. Seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen über Vermisste und ungeklärte Todesfälle Ende der 40er-Jahre hatte es fast zwei Dutzend dokumentierte Fälle von Tod durch Ertrinken in dem See gegeben, alle ohne Fremdeinwirkung. Im Durchschnitt ertrank also fast alle drei Jahre jemand im Badesee. Die Vorgänge ähnelten sich; ein Angehöriger oder Freund meldete einen Vermissten, manchmal an einem sommerlichen Badetag direkt beim Bademeister, manchmal am nächsten Morgen bei der Polizei. Wenn die Rekonstruktion des Verschwindens ergab, dass der letzte Aufenthaltsort des Vermissten mit hoher Wahrscheinlichkeit der See war, begann die Suche. Jeweils zwei Männer in einem Boot kämmten alles ab, der eine am Außenborder, der andere mit einer langen, hakenbewehrten Stange über den Seegrund streifend, der abgesehen von einer künstlichen Vertiefung am Sprungturm, an keiner Stelle mehr als vier Meter Tiefe hatte. Wurden die Leblosen nicht gleich gefunden, trieben sie meist nach wenigen Tagen aufgedunsen an der Wasseroberfläche. Die ärztlichen Diagnosen zu den Todesursachen lauteten meist auf Ertrinken durch Herzversagen oder Kreislaufschwäche. Einige Male trieben Leichen von Menschen auf, nach denen niemand gesucht hatte, meist alkoholisierte Obdachlose, die das Gewässer in lauen Sommernächten illegal als Badewanne benutzten. Rünz’ Mann hätte gut und gerne einer dieser namenlosen Habenichtse sein können, aber welcher Ertrunkene bricht sich alle Knochen und lädt sich dann einen Betonblock auf den Bauch, bevor er sanft in das weiche Sediment eines ruhigen Binnensees hinabsinkt? Zwei Menschen, die nach der Rekonstruktion der letzten Stunden vor ihrer Absenz höchstwahrscheinlich im Woog zu Tode kamen, wurden nie gefunden. Beide waren allerdings zum Zeitpunkt ihres Verschwindens über 70 Jahre alt, insofern für Rünz’ Fall nicht relevant. Und dann waren da noch die Verletzungen. Große Boote oder Schiffe, deren Antriebsschrauben die von Bartmann diagnostizierten Frakturen post mortem hätten erzeugen können, existierten auf dem See nicht. Rünz spürte, dass Arbeit auf ihn zukam.
Er stand auf und zog sich einen Bademantel an. Seine Frau saß am Küchentisch, nippte an einem zähflüssigen, giftgrünen Gemüsetrunk und blätterte in einem Buch. Er setzte sich zu ihr, schlug seine Zeitung auf und knabberte an einem Knäckebrot. Die gemeinsamen Mahlzeiten ähnelten einem immer gleichen Ritual mit nur einer Regel – er las und sie redete. Sie erzählte von ihren Erlebnissen des Vortages oder ihren Plänen für den nächsten, er war wortkarg und knurrte unwillig bestätigend oder verneinend, wenn sie auf dem Mindestmaß an Kommunikation insistierte, das für eine gemeinsame Haushaltsführung notwendig war. Er wünschte sich in diesen Momenten, dass sie schwieg, wenn sie es aber tat, wie an diesem Morgen, beunruhigte es ihn. Dann fehlte ihm das konstante Hintergrundrauschen ihrer Stimme. Neben dem Küchentisch hatte er seiner Frau ein Bücherbord angedübelt, auf dem sie eine kleine Bibliothek mit wechselnden thematischen Schwerpunkten unterhielt. Rünz ging die aktuellen Titel durch, bevor er seine Zeitung aufschlug. ›Feng-Shui-Praxis‹, ›Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags‹, ›Bewusstheit durch Bewegung‹ und ›Das starke Selbst‹, beide von Moshe Feldenkrais, ›Feng Shui – Leben und Wohnen in Harmonie‹, ›Das Stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li‹, ›Tai Ji Chuan – Ruhe und Bewegung in Balance‹, ›Tao Yoga der heilenden Liebe‹, ›Feng Shui heute‹, ›Das große Buch der Heilung durch Shiatsu‹ von Shitsuto Masunaga, ›My Feng Shui‹ und diverse andere Titel. Rünz fühlte das Bedürfnis, sich aufzuwärmen für den Arbeitstag.
»Wusstest du, dass die Grünen Feng-Shui als Staatsreligion im Grundgesetz verankern wollen? Kein Spaß, das soll in die Präambel!«
Sie las unbeeindruckt weiter. Er legte nach.
»Es gibt nur eine zeitgenössische Erscheinung, die es an hirnverbrannter Dämlichkeit mit dieser Hilfsreligion aufnehmen kann, und das ist dieser kreuzblöde Menopausensport Nordic Walking.«
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