Bernd Buchner - Wagners Welttheater

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Die Bayreuther Festspiele sind ein einzigartiges Phänomen: Wagner baute sich ein Opernhaus, in dem ausschließlich seine eigenen Werke aufgeführt werden, das Unternehmen ist bis heute in Familienhand, die Kartennachfrage riesig. »Hier gilt's der Kunst«, so das ›Meistersinger-Motto‹ – und doch spielte die Politik auf dem Grünen Hügel seit jeher eine tragende Rolle. Denn Wagner war ein eminent politischer Kopf, holte sich seine Opernstoffe aus dem Germanenmythos und war ein Verfechter des Antisemitismus. Bayreuth war Wagners Form von Weltpolitik. Dieses Buch analysiert die Festspielgeschichte von der Kaiserzeit bis zur frühen Bundesrepublik. Der Autor zeigt, wie der Grüne Hügel im Kaiserreich zum Sammelpunkt der völkischen Bewegung, danach zur Hochburg der Weimarer Republikfeinde und schließlich zu ›Hitlers Hoftheater‹ (Thomas Mann) wurde. Und wie in der Adenauerzeit dennoch die vermeintlich unpolitische Wiedergründung der Festspiele gelang.

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Die endgültige Entscheidung für Bayreuth hatten Richard und Cosima beim Besuch der Stadt vom 17. bis 20. April 1871 getroffen. Die „Eigentümlichkeit und die Lage der freundlichen Stadt“ habe ganz seinen Wünschen entsprochen, schrieb der Komponist später.139 „Nun ein [privates] Haus finden“, notierte Cosima, „mit dem Schlossverwalter fahren wir überall herum, nichts konveniert ganz, also auch für uns bauen.“140 Die Villa Wahnfried am Rande des Hofgartens, für die Ludwig II. sukzessive 25.000 Taler – heute rund 725.000 Euro – aus seiner Privatschatulle beisteuerte, versetzt die Wagners in die Rolle von Großbürgern in einer Kleinstadt. Keine drei Wochen nach seinem Bayreuthbesuch kündigte der Komponist die ersten Festspiele für das Jahr 1873 an.141 Die Bayreuther Stadtväter hatten rasch und weitsichtig auf die Pläne des Komponisten reagiert – sie erkannten wohl instinktiv, welches Potential die Festspiele bargen. Der Magistrat bot Wagner zunächst ein Grundstück auf dem Stuckberg bei Sankt Georgen als Festspielort an.142 Als der Plan scheiterte, weil die Eigentümer ihre Grundstücke nicht hergaben, fand sich der Grüne Hügel. An Spott für das Vorhaben fehlte es schon damals nicht, zumal der Grüne Hügel zu Analogien einlud: Am gegenüberliegenden Roten Hügel befindet sich bis heute die Bayreuther Nervenheilanstalt. Ein bissiger Kommentator befand 1872 im Bayernkurier , ein Grund für die Wahl Bayreuths als Festspielort sei, dass „die Stadt eine sehr gute Irrenanstalt besitzt, so dass, wer bei viertägiger Wagnerscher Musik seinen Verstand verliert, dort gleich Unterkunft finden kann“.143 Für den Fall, dass es in Bayreuth zu verrückt zugehen würde, bewarben sich auch andere Städte um die Ausrichtung der Festspiele. Darunter waren Berlin, Baden-Baden, Darmstadt, Chicago und Bad Reichenhall, deren Stadtväter in völliger Verkennung der Dimension des Projekts auf die 25 Mann starke örtliche Kurkapelle verwiesen.144 Wagner selbst hatte als mögliche Alternative zu Bayreuth lediglich noch Straßburg erwogen, den Gedanken aber verworfen.145 Den Stadtvätern von Baden-Baden, die ihm den Bau eines Festspielhauses anboten, beschied der Komponist, er wolle auf keinen Fall für „badereisende Faulenzer“ spielen.146 Der Berliner Verein „Wagneriana“ offerierte dem Künstler 60.000 Taler, wenn er sein Projekt in die Reichshauptstadt verlegt. Das alles konnte den Bürger Wagner nicht mehr aus seinem Bayreuth fortlocken.147

Im Jahr der Reichsgründung glaubte der Komponist an die deutsche Sendung seiner Kunst und der bevorstehenden Festspiele. Er versuchte, sich national kompatibel zu machen, indem er den Ring als Nationaloper und sein Bayreuther Unterfangen als repräsentativ für das neue Reich proklamierte. Schon in einem Brief an Ludwig II. am 1. März 1871 bezeichnete der Komponist die Festspiele als „deutsches Nationalunternehmen“ und schrieb: „Haben wir nun den deutschen Leib gerettet, so gilt es jetzt, die deutsche Seele zu erkräftigen.“148 Den Kaisermarsch , Auftragswerk eines Verlags, brachte Wagner im gleichen Jahr zwar erst nach einigem Zögern zu Papier, dann aber mit Akribie und Pathos. Er verwendete Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ und ließ am Ende singen: „Heil! Heil dem Kaiser König Wilhelm“.149 Auch für eine etwaige Totenfeier für die gefallenen Soldaten des deutsch-französischen Krieges bot er eine Komposition an, der Vorschlag wurde abgelehnt.150 Hinter Wagners nationaler Ertüchtigung standen wohl nur zum kleinen Teil echte patriotische Motive. Vielmehr erhoffte sich der Tonsetzer für sein Unternehmen finanzielle Zuwendungen aus Berlin. In seiner ersten ausführlichen theoretischen Abhandlung zum Bayreuther Projekt, entstanden ebenfalls im Jahr der Reichsgründung, denunziert er das Theater der Gegenwart in altbewährter Manier als „undeutsch“ und unterstellt ihr eine Entartung des Geschmacks, um sodann Bayreuth als neuartige Theaterinstitution zu preisen.151 Diese würde „dem Organismus des deutschen Wesens, welcher sich gegenwärtig im wieder entstandenen deutschen Reiche politisch auszubilden im Begriffe ist, ganz vorzüglich entsprechen, da die in ihr wirkenden Kräfte stets den Teilen des Ganzen angehören würden.“152 Von der scharfen Unterscheidung „deutsch“ und „undeutsch“ rückte Wagner alsbald wieder ab, wenn er sich einen internationalen Anstrich seiner künstlerischen Pläne wünschte: „Den Charakter einer wahrhaft nationalen Unternehmung würde ich dieser auf eine freie Vereinigung begründeten in einem vorzüglichen Sinne auch dann noch zusprechen zu dürfen glauben, wenn außerdeutsche Freunde meiner Kunst sich zur Teilnahme an ihr meldeten“.153

Bei der Grundsteinlegung für das Festspielhaus am 22. Mai 1872 war von einer internationalen Prägung nicht viel zu spüren. „Wir geben mit diesem Bau nur den Schattenriss der Idee und übergeben diesen der Nation zur Ausführung als monumentales Gebäude“, hatte Wagner wenige Wochen zuvor an seinen Bayreuther Gewährsmann, den Bankier und nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Friedrich Feustel (1824–1891), geschrieben und damit den provisorischen Charakter des Gebäudes ebenso betont wie den nationalen Anstrich des Unternehmens.154 Bei der Feier selbst, zu der rund 1000 Fremde in die Stadt kamen, ein Drittel von ihnen Mitwirkende, äußerte er sich ähnlich.155 In einer Rede an der Baustelle sprach der Komponist von der Verheißung, „den Deutschen ein ihnen eigenes Theater zu gründen“.156 Die örtliche Presse berichtete über die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie im Opernhaus, Wagner sei ein „musikalisches Feldherrntalent“, um dessen Taktstock sich die Musiker „wie um ein nationales Banner geschart“ hätten.157 Am Abend deutete der Komponist bei einer Rede im „Goldenen Anker“ den Stadtnamen Bayreuth, der so viel wie „Rodung der Bayern“ bedeutet: „[W]ir sind hier beim Ort, wo man das Unkraut ausrottet und wie man einst den Wald hier gereutet hat und gepflanzt eine liebliche Stadt, so wollen auch wir hier ausreuten die fremdländische Aftermuse, die Zerrbilder der Kunst“.158 Jeder kunstsinnige Ausländer musste Bemerkungen wie diese als eine Aufforderung empfinden, Bayreuth eher zu meiden.

Für die Realisierung des Projekts waren immense Geldsummen notwendig. Vor allem aus diesem Grund sprach Wagner von einer nationalen Aufgabe und bemühte sich intensiv um Mittel. Überall im Reich und darüber hinaus wurden Richard-Wagner-Vereine ins Leben gerufen.159 Auch in Berlin hatte sich bald herumgesprochen, dass der Protégé des bayerischen Monarchen mit der Sammelbüchse unterwegs war. Die Baronin Spitzemberg notierte in ihr Tagebuch: „Freitag abend sollten wir zu Frau von Schleinitz, wo Richard Wagner den Text zu seinen ‚Nibelungen‘ vorlesen soll. Carl hatte aber wenig Lust dazu, und obendrein fürchteten wir, die Sache möchte mit einer Geldsammlung für Bayreuth enden, wozu wir keineswegs geneigt wären.“160 In Theodor Fontanes Novelle L’Adultera gibt es eine Passage über Wagners Musik und Persönlichkeit sowie die berühmte Fähigkeit des Komponisten, Menschen für seine Projekte einzunehmen und dafür um Geld zu bitten. Wagner wird ironisch als „Ritter von Bayreuth“ und „Hexenmeister“ bezeichnet.161 1873 gerieten die Vorbereitungen der Festspiele deutlich ins Stocken. Börsenkrach und Finanzkrise wirkten sich bis Bayreuth aus.162 Ende des Jahres hatte Wagner seine Pläne schon fast aufgegeben. An seinen Mannheimer Förderer, den Musikalienhändler Emil Heckel (1831–1908), schrieb er: „Ich will die noch offenen Seiten des Festspielhauses mit Brettern zuschlagen lassen, damit sich doch wenigstens die Eulen nicht darin einnisten, bis wieder weitergebaut werden kann.“163 Heckel schlug vor, über den badischen Großherzog an Kaiser Wilhelm I. heranzutreten, um die Festspiele als Friedensfeier des Reiches fördern zu lassen. Friedrich I. lehnte indes eine Vermittlung ab, weil er eine negative Antwort aus Berlin fürchtete.164 Bismarck war von Wagner wiederholt angeschrieben worden, sah aber keine Veranlassung, das Unternehmen zu unterstützen. Er verwies ihn an den Reichstag – was der durchaus antiparlamentarisch gesinnte Komponist als „Zumutung“ empfand.165 Der Reichskanzler, so vermuteten Zeitgenossen, habe sich in dieser Angelegenheit deshalb zurückgehalten, weil er nicht in die bayerischen „Jagdgründe“ habe einbrechen wollen.166 Schon vor der ersten Vorstellung waren die Festspiele in den Dualismus zwischen Kaiserreich und bayerischer Monarchie hineingeraten.

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