Heinrich Thies - Das Mädchen im Moor

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Der Gymnasiallehrer Mathias Mahnke wird für den Mord an seiner Schülerin Annika zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Als Mahnke nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, setzt er alles daran, seine Unschuld zu beweisen – vor allem mit Blick auf seinen Sohn Sören. Mit Hilfe einer Journalistin müht sich der frühere Lehrer, Licht in den mysteriösen Mordfall in einem Moorgebiet in der Lüneburger Heide zu bringen. Wer tötete Annika? Was geschah am Ufer des Grundlosen Sees? Was verschweigen Annikas frühere Mitschüler? Die Ermittlungen wühlen die Kleinstadt Walsrode auf und ziehen weitere Verbrechen nach sich. Der Mord an Annika verfolgt die Beteiligten von der beschaulichen Löns-Landschaft in der Heide bis zum Timmendorfer Strand.

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Als sie den Brief las, verging ihr das Lächeln.

»Liebe Johanna,

ich hoffe, es geht Dir gut in Deinem Geisterhaus in der Heide. Ich lese mit Bewunderung Deine Artikel im ›Forum‹. Ganz großartig. Wir sind stolz auf Dich.

Leider gibt es von uns nicht so schöne Dinge zu berichten. Die Gebrechen des Alters verwandeln uns allmählich in schwachsinnige Greise. Dein Großvater hört nun auch immer schlechter. Da ich selbst, wie du weißt, schon lange so gut wie taub bin, müssen wir uns anschreien, wenn wir uns unterhalten wollen. Würdest Du zufällig bei uns hereinschneien – worauf ich immer hoffe –, dächtest Du wahrscheinlich, wir hätten einen heftigen Streit. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Dabei verstehen wir uns noch recht gut. Wenn ich mich mal wieder über Deinen Großvaters ärgere – er ist immer noch so furchtbar vergesslich –, mache ich einfach einen kleinen Spaziergang durch den Drömling. Meine Beine tragen mich immerhin noch. Und wenn ich auch so kurzsichtig bin, dass ich zum Schreiben und Lesen eine Lupe brauche, so kann ich wenigstens noch den Wald und den Himmel sehen.

Aber diese Wehwehchen sind es nicht, deretwegen ich Dir schreibe. Ich wollte Dir berichten, dass mich Dein Vater besucht hat. Ja, ich weiß, Du wirst denken, ich sei verrückt geworden, einwenden, dass Dein Vater tot ist und ich mir das alles nur einbilde. Aber so ist es nicht, nein. Ich schwöre dir: Dein Vater war bei mir – so leibhaftig wie die beiden Spaziergänger, die in diesem Moment gerade an unserem Haus vorbeigehen.

Es war am Sonntagabend, kurz nach acht. Ich war dabei, diese neue Biografie über Friedrich den Großen zu lesen, da stand er auch schon vor mir.

›Guten Abend, Mutter‹, sagte er. Mehr nicht. Nur: ›Guten Abend, Mutter.‹

Ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment zusammengezuckt bin, denn im Wohnzimmer war es schon ziemlich dämmrig und ich war ganz vertieft in meine Lektüre, sodass ich die Tür gar nicht gehört hatte. Außerdem sah Dein Vater etwas blass aus und brachte einen Kälteschub mit herein. Aber dann ist alles Erstaunen von mir abgefallen und ich habe mich nur noch gefreut, riesig gefreut.

Alles war wie damals, als er noch als Geschäftsführer für diese Schweizer Firma gearbeitet hat und immer in der Weltgeschichte herumgereist ist. Immer in Eile. Auch diesmal wieder. Ich habe ihm angeboten, schnell die Reste unseres Mittagessens warm zu machen, aber dafür hatte er gar keine Zeit. Er sei müde, sagte er, müsse bald weiter.

Aber er gehört immer noch zu den wenigen Menschen, die einen nicht nur fragen, wie es einem geht, sondern auch zuhören, wenn man die Frage beantwortet.

Er hat auch von Dir gesprochen, liebe Johanna, gesagt, wie stolz er auf Dich sei. Ich hatte den Eindruck, dass er ein wenig beunruhigt war. Er scheint sich Sorgen um Dich zu machen. ›Johanna muss aufpassen‹, hat er gesagt. ›Es gibt Leute, die nicht sehr begeistert davon sind, wenn sie irgendwelche Sauereien aufdeckt.‹ So ähnlich hat er sich ausgedrückt, von ›Sauereien‹ gesprochen, das hab ich mir genau gemerkt. Und: ›Sie muss aufpassen, Mutter.‹

Als ich ihm gesagt habe, dass er Dich mal in Walsrode besuchen soll, hat er nur traurig den Kopf geschüttelt. Ich glaube, er denkt immer noch, Du habest Dich mit Deiner Mutter gegen ihn verbündet. Ich habe es natürlich unterlassen, ihn darauf anzusprechen. Ich weiß ja, wie schmerzlich das alles für ihn war.

Stattdessen haben wir über alte Zeiten gesprochen. Ich musste ihm nur ein Stichwort geben, und schon sprudelte es aus ihm heraus. Ein Jugendstreich nach dem anderen. Herrlich.

Über all dem Gerede habe ich ganz vergessen, Deinen Großvater zu rufen, der wie üblich vor dem Fernseher eingeschlafen war. Ja, und dann war es auch schon zu spät. Auf einmal hatte es Dein Vater sehr eilig, und ehe ich mich versah, war er auf und davon. Wie immer: die Geschäfte!

So, jetzt tun mir aber auch schon wieder die Finger weh vom vielen Schreiben.

Es wäre schön, wenn Du Dich mal wieder bei uns melden würdest. Deine alten, törichten Großeltern würden sich über einen Besuch riesig freuen. Wir warten auf Dich! Lass uns nicht zu lange warten, Liebes!

Bis hoffentlich bald. In Liebe,

Deine Großmutter«

Johanna waren während der Lektüre immer wieder Kälteschauer über den Rücken gelaufen. Ihr Vater war vor fünfzehn Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen – während einer Geschäftsreise, die er offenbar mit dem Besuch seiner Geliebten verbunden hatte.

Seine Mutter hatte den Verlust nie verwunden, er war ihr einziger Sohn. Ein bisschen verrückt war sie immer schon gewesen, sie legte großen Wert auf ihre aristokratische Herkunft, war stolz, eine geborene von Stieglitz zu sein, Nachfahrin einer Kammerfrau, die der berühmten Prinzessin von Celle gedient hatte. Ebenso stolz war sie darauf, dass sie in eine Familie eingeheiratet hatte, deren Ahnherr das uneheliche Kind des Kurfürsten Ernst August von Hannover gewesen sein soll. Immer wieder hatte sie Johanna von diesen komplizierten Geschichten aus der glanzvollen Vergangenheit der Familiendynastie erzählt. Die Gegenwart war daran gemessen eher trist und schal. Johannas Großeltern, die einen Gutshof in der Altmark besessen hatten, waren 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet worden und auf die niedersächsische Seite in den Landkreis Gifhorn nach Kaiserwinkel übergesiedelt – auf ein immer noch stattliches Gehöft, das Marie-Luise Gräfin von Seewald-Stieglitz von ihren Eltern geerbt hatte.

Johanna war oft in den Ferien in dem kleinen Gutshaus mit der roten Klinkermauer und der riesigen Kastanie gewesen. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze, sodass dem Hof und der Landschaft etwas Unwirkliches innewohnte – ein Gutshof am Ende der Welt.

Passend zu dieser Grenzlage war Johannas Großmutter immer schon offen für grenzüberschreitende Erfahrungen gewesen, hatte Patiencen gelegt, die ihr einen Blick in die Zukunft gestatteten, und von Menschen erzählt, die das »zweite Gesicht« hatten. Nach dem Tod ihres Sohnes wuchs sich diese Marotte zu einem besorgniserregenden Geisterglauben aus. Sie entdeckte das Pendeln für sich, nahm an spiritistischen Sitzungen teil, sprach von Botschaften aus dem Jenseits. Aber noch nie zuvor war ihr Realitätssinn derart aufgeweicht, dass sie mit der größten Selbstverständlichkeit der Welt vom Besuch eines Toten berichtet hatte. Noch dazu in der Form eines Briefes!

Johanna machte sich Sorgen. Sie liebte ihre Großmutter. Sicher, sie hatte zwar immer schon ihre Schrullen gehabt, stets aber in rührender Weise Anteil an der Entwicklung ihrer Enkelkinder genommen. Schon seit früher Kindheit waren sie und ihr Bruder von ihren Großeltern mit Geschenken und Zärtlichkeit überhäuft worden. Johanna hatte es stets genossen, sich die wunderbaren Geschichten ihrer Großmutter anzuhören. Aber jetzt, schien es ihr, war eine Grenze überschritten. Eine Grenze, hinter der sich ein Abgrund auftat.

Zu ihrer Schwiegertochter, Johannas Mutter, hatte die »Gräfin« schon bald nach dem Tod ihres Sohnes jeden Kontakt abgebrochen. Sie bezichtigte sie der Untreue, hielt ihr vor, dass sie sich mit anderen Männern vergnüge, anstatt ihren toten Gatten in Würde zu betrauern. »Flittchen« nannte sie ihre Schwiegertochter, »gewissenloses Flittchen«.

Eigentlich hatten sich die beiden Frauen noch nie verstanden. Christine von Seewald war in den Augen ihrer Schwiegermutter einfach nicht standesgemäß. Die Gräfin unterstellte ihr, Christoph auszunutzen, um als Malerin groß herauszukommen. Anfangs hatte sie noch einige der Bilder ihrer Schwiegertochter gekauft und ihrem Sohn zuliebe im Haus aufgehängt – alles Aquarelle mit maritimen Motiven. Aber mittlerweile moderten die Gemälde, die sie als »scheußlich« bezeichnete, auf dem Dachboden vor sich hin. Schon vor dem Unfall hatte sie die Bilder abgehängt.

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