Liselotte Welskopf-Henrich - Stein mit Hörnern

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Im Buschland bei New City kommt es zu einem nächtlichen Kampf, den Joe King schwerverletzt überlebt. Es folgt ein monatelanger Krankenhausaufenthalt in einer teuren Privatklinik. Nur unter größten Anstrengungen vermag Queenie den Aufenthalt zu finanzieren. Sie gerät in gefährliche Beziehungen zur Halbwelt von New City. Unterdessen sind die Feinde Joe Kings, allen voran Sidney Bighorn, nicht untätig. Sie wollen die Abwesenheit des rebellischen Indianers nutzen und vollendete Tatsachen schaffen, um die alten Verhältnisse wiederherzustellen. Zudem wird Joe King verdächtigt, die Rauschgiftschmugglerin Esmeralda O’Connor ermordet zu haben.

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»Was erwarten Sie vom Leben, Mr King?«

»Was nennen Sie Leben, was ist das?«

»Ein biologischer Prozess.«

»Was ist das, biologisch?«

»Lebensgesetzlich.«

»Was ist das Leben?«

»Wie meinen Sie diese Frage, Mr King?«

»Wo ist das Leben, von dem ich etwas erwarten soll? Wo kann ich es finden, wie kann ich es ansprechen, hat es überhaupt Macht über mich? Wodurch ist es zu dem zu bewegen, was ich will?«

»Sie selbst sind ein Stück davon.«

»Sie wollen also wissen, was ich von mir selbst erwarte?«

»Ja, bitte, beantworten Sie mir erst einmal diese Frage.«

»Nun, ich erwarte von mir, wieder bewegungsfähig zu werden.«

»Wozu?«

»Wozu? Um das Bett zu verlassen.«

»Das ist doch kein Lebenszweck.«

»Nein? Was ist Ihr Lebenszweck?«

»Ich wünsche die Lebenstendenzen so zu analysieren, dass ich den Menschen wissenschaftlich zu seinem Glück lenken kann. Sie sind zum Beispiel unglücklich.«

»Ich? Wie kommen Sie denn darauf?«

»Sie sind doch nicht glücklich.«

»Aber selbstverständlich.«

»Wieso?«

»Ich habe mir immer gewünscht, nicht arbeiten zu müssen. Jetzt ist mein Wunsch erfüllt.«

»Ein verrückter Wunsch, typisch indianisch. Aber Sie bestätigen meine Theorie. Ihre Lebenserwartung ist erfüllt; daran gemessen, sind Sie glücklich, obgleich Sie gelähmt sind. Ausgezeichnet. Das ist ausgezeichnet.«

Der Student-Patient, der die fünfte Operation hinter sich gebracht hatte, um wieder menschlich auszusehen, holte sein wissenschaftliches Notizbuch hervor und machte eine Eintragung.

»Sie müssen sich nur einreden«, sagte Joe, »dass Sie zerschnitten aussehen wollen, dann sind Sie auch glücklich.«

»Das kann ich mir doch nicht vormachen.«

»Warum nicht? Es hat Leute genug gegeben, die auf ihre Narben stolz waren.«

»Sind Sie es auf die Ihren?«

»Ja. Natürlich.«

»Sie sind glücklich, weil Ihre Brust einmal zerfetzt war und irgendjemand irgendwann versucht hat, Ihnen den Schädel einzuschlagen?«

»Ja, ich bin stolz.«

»Phantastisch. Ich möchte Ihre indianische Einbildungskraft haben. Leider fehlt sie mir. Die Lebenserwartungen sind von Erziehung und Milieu abhängig.«

»Da ich in ein verdammt unfruchtbares Stück Prärie eingesperrt und hineingeboren bin, was soll ich überhaupt anderes machen als meine Erwartungen dem anpassen?«

»Wieso eingesperrt?«

»Reservation.«

»Ach, Sie sind Reservationsindianer?«

»Ja.«

»Hätte ich nicht gedacht. Aber Sie können das Gefängnis verlassen, wenn Sie wollen.«

»Ja. Aber wenn meine Erwartungen nun schon angepasst sind?«

»Sie haben recht. Dann bleiben Sie.«

»Wenn ich aber bleibe und dabei andere Erwartungen entwickle?«

»Das können Sie nur, wenn Sie die Umwelt außerhalb der Reservation kennengelernt haben.«

»Oder wenn ich die Geschichte meines Stammes kenne.«

»Sie können sich doch nicht wünschen, wieder primitiv zu leben – ich meine, ohne Bad, ohne elektrisches Licht, ohne Staubsauger.«

»Aber so leben doch die meisten von uns.«

»Tatsächlich?«

»Tatsächlich.«

»Dann sind Sie glücklich, weil Ihnen Ihr altes Leben erhalten geblieben ist.«

»Sie können es auch so auffassen. Es fehlt nur etwas: die Freiheit.«

»Sie leben im freiesten Lande der Welt.«

»Ja, das merken wir jeden Tag.«

»Wie wundervoll, sich dessen immer wieder bewusst zu sein.«

Joe hatte mit dem Studenten gespielt; das Spiel hatte ihm ein gewisses, wenn auch sarkastisches Vergnügen gemacht. Als sein Bettnachbar entlassen und ein neuer Patient hereingelegt wurde, veränderte sich auf einmal die Atmosphäre.

Es ging nicht nur darum, dass Mr Emilio Stott sich das von Dr. Miller ausdrücklich genehmigte Öffnen der Fenster verbat und nur mit Klimaanlage leben konnte, was Joe verhasst war. Der neue Patient gehörte überhaupt zu der anspruchsvollen und unleidlichen Art von Menschen. Die Schwestern wurden in besonderem Maße durch ihn beschäftigt. Die Assistenzärzte genügten ihm nicht; er wünschte sich täglich die Visite des Chefarztes und setzte sein Verlangen durch. Er wusste zumeist besser Bescheid als die Mitpatienten, und dies in jeder Hinsicht, und er wünschte sich überhaupt stets alles anders, als es war. Darin schien seine Selbstbeschäftigung zu bestehen. Bei einem schweren Unfall war ihm ein Knie zerschmettert worden. Er hatte ein langes Krankenlager vor sich und keine Aussicht darauf, wieder vollständig beweglich zu werden. Doch konnte dies nicht der Grund seiner Verhaltensweise sein, die als Resultat eines langen Trainings wirkte und durch den besonderen Anlass nur zu ihrem eigenen Extrem gesteigert war. An den Besuchstagen, wenn die Ehefrauen, sonstige Verwandte sowie Freunde kamen, versammelte sich ein großer Kreis um ihn, der seine Auffassungen aufmerksam anhörte. Er war regelmäßig anderer Meinung als seine Frau, aber diese, gut angezogen, hübsch geschminkt, mit wechselnder Haarfarbe nach wechselndem Modell frisiert, nahm ihren Mann als Sport und verlor die Laune nicht. Sie war als Briefkastenredakteurin einer Zeitschrift mit Millionenauflage tätig. Als sie den Indianer im Zimmer bemerkte, gab sie ihrer Verwunderung Ausdruck, dass die beliebte Zeitschrift von Indianern keine Leserbriefe erhielt.

»Keine Lust, Englisch zu lesen. Kein Geld, ein Magazin zu kaufen. Das ist es, Mrs Stott.«

»Aber Sie selbst zum Beispiel und Ihre Frau?«

»Sollen wir schreiben: früher Tod, große Armut, zu wenig Arbeit, zu wenig Brunnen?«

»Unvorstellbar.«

Der Ehegatte der Redakteurin hatte von Joe zunächst keine Notiz genommen. Eines Tages jedoch gab er vor zu entdecken, dass neben ihm ein Indianer lag, und er stellte sich darüber überraschter, als die Europäer in dem Augenblick gewesen sein konnten, in dem sich das entdeckte Indien als Amerika entpuppte. Er behauptete von Stund an, dass ihm ein unangenehmer Geruch in die Nase steige, dass Indianer in schmutzigen Behausungen lebten, sich nicht gerne wüschen und ihnen dies auch dann anhafte, wenn sie von anderen regelmäßig gewaschen würden – kurz …

Joe tat, als ob er nichts gehört habe. Aber er war nicht mehr fähig, sich von sich selbst zu entfernen. Der Zorn trieb ihm den Schweiß aus den Poren.

»Schweiß riecht unangenehm«, bemerkte der Mann, der von Beruf ein großer Manager war, zu seinem Gegenüber.

Joe sagte noch immer nichts.

Wenn Joe, der Indianer, schwieg, so lag es nicht daran, dass er gegenüber einem Weißen schüchtern oder in der englischen Sprache ungewandt gewesen wäre wie manche seiner Stammesgenossen nach drei Generationen des Knechtschaftslebens und der Absperrung; er hatte gelernt, die Zunge als Waffe zu gebrauchen wie einst die großen Redner unter seinen Ahnen. Aber Emilio Stott schien ihm einer Antwort nicht wert; es war unter seiner Manneswürde, hier ein Wort zu verlieren. Zugleich drückte ihn jedoch das Gefühl, dass er nicht Gleich auf Gleich antworten konnte oder wollte.

Der nicht ausgetragene Zwist zwischen den beiden Männern spitzte sich am folgenden Sonntag zu.

Mr Emilio Stott belehrte die ihn umgebende Besucherrunde, dass sich Gangster und andere minderwertige Subjekte tätowieren ließen, bislang sei er jedoch noch nie gezwungen gewesen, sich in derartiger Gesellschaft zu bewegen.

Joe mochte nicht mehr in Schweigen ausweichen, hatte kein Publikum, um indirekt zu erwidern, und keine Lust, Mr Stott anzusprechen; daher wählte er die Form des Selbstgesprächs zum Gegenschlag.

»Es ist erstaunlich, wenn ein amerikanischer Bürger das Symbol des Sternes verunglimpft, das auf unserem Banner überall Achtung verlangt – es fehlt zu den fünfzig Sternen nur der einundfünfzigste, der Stern des Indianers. Er war der erste Stern der Menschen, der über Amerika aufging, aber da er heute die Ordnung stören würde, trage ich ihn separat auf meiner Haut. Weniger erstaunlich ist es bei dem genannten Bürger allerdings, dass er über ein zweites Symbol redet, ohne das geringste davon zu verstehen. Ich habe gesprochen.«

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