Liselotte Welskopf-Henrich - Stein mit Hörnern

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Im Buschland bei New City kommt es zu einem nächtlichen Kampf, den Joe King schwerverletzt überlebt. Es folgt ein monatelanger Krankenhausaufenthalt in einer teuren Privatklinik. Nur unter größten Anstrengungen vermag Queenie den Aufenthalt zu finanzieren. Sie gerät in gefährliche Beziehungen zur Halbwelt von New City. Unterdessen sind die Feinde Joe Kings, allen voran Sidney Bighorn, nicht untätig. Sie wollen die Abwesenheit des rebellischen Indianers nutzen und vollendete Tatsachen schaffen, um die alten Verhältnisse wiederherzustellen. Zudem wird Joe King verdächtigt, die Rauschgiftschmugglerin Esmeralda O’Connor ermordet zu haben.

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Als der Mond aufging, lagen die Gräber einsam.

Am Grab von Mary Booth aber saß Queenie Tashina King und weinte. Es schüttelte sie, und sie schluchzte erbärmlich. Sie weinte über alles, was sie Mary Booth im Leben nicht zugute getan hatte, und sie weinte, weil sie einsam und verlassen war. Ihr Pflegesohn Wakiya-knaskiya – Geheimnisträchtiger Donner –, lang gewachsen, in dreizehn Jahren seiner Kindheit älter geworden, als die Zahl der Jahre sagte, kam langsam zum Friedhof herbei und blieb für sich allein an dem Grabe des alten Häuptlings Inya-he-yukan stehen, der hier seine Ruhestatt gefunden hatte. Als er aber sah, dass Tashina sich nach ihm umwandte, ging er zu ihr hin und setzte sich zu ihr. Der Mond schien über den weißen Felsen. Früher hatten zu Füßen der Berge die Büffel geweidet. Sie weideten dort nicht mehr. Die Fenster des Hauses, das Mary Booth bewohnt hatte, schimmerten dunkel. Es war verlassen.

Im Wohnhaus der Schulranch blieb es still und finster. Keiner der Schüler wusste, was nun aus ihm werden sollte. Joe King war gelähmt. Mary Booth war tot.

»Mutter Tashina!«

»Wakiya-knaskiya, unser Sohn.«

Das war alles, was die beiden an dem Grabe von Mary Booth miteinander sprachen. Tashina erhob sich. Ihre Augen waren trocken geworden und taten weh. Sie ging mit Wakiya zu der Hütte, wo der Junge mit seinem Bruder Hanska und mit Robert zusammen schlief. Queenie ging weiter, in das neue Haus, in dem ihre Zwillinge, das Jüngstgeborene und nun auch Marys Kind aufwuchsen. Sie stillte die Säuglinge und legte sich schlafen. An Joe hatte sie geschrieben. Er sollte das Unglück von keinem anderen früher erfahren als von ihr.

Der Patient

Der Patient Joe King bewies eine von Ärzten und Pflegepersonal bewunderte, für alle aber ebenso fremdartige Geduld. Gleich weit entfernt von Langeweile oder Angeregtsein, von Wohlgefühl oder Missbehagen, schien sein Geist den Körper verlassen zu haben und die Gestalt, die im Bett lag, nur von fern zu betrachten. Wurde King nach seinem Befinden befragt, so antwortete er sachlich und genau und hatte sich selbst offenbar immer mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Doch klagte er nie, nahm alles, was ihm angeboten wurde, als richtig an, wobei im Grunde niemand zweifelte, dass er das Entgegengesetzte ebensowohl als geeignet anerkannt hätte. Er äußerte Wünsche, wenn dies gewünscht wurde. Ganz im Unterschied zu dem, was meist über Indianer erzählt wurde, hatte er sich den amerikanischen Grundsatz keep smiling in ausreichendem Maße zu eigen gemacht, und die Schwestern fanden sich auf diese Weise stets angemessen begrüßt. Soweit Joe King überhaupt imstande war, etwas zu tun, tat er, was sie erwarteten. Er war noch nie auf den Gedanken gekommen, die Nachtschwester in Anspruch zu nehmen oder überhaupt jemanden von sich aus zu rufen.

Er galt bei dem Pflegepersonal zunächst als ein sehr angenehmer Patient. Er verzog keine Miene, wenn er des Morgens aus dem Schlaf geholt wurde, den er gerade erst gefunden hatte. Er sagte nichts, wenn er durch Röntgenaufnahmen, Bestrahlungen, Massagen oder das Betten stärkere Schmerzen haben musste. Er versuchte stets mit Energie, diejenigen Bewegungen auszuführen, die ihm vorgeschrieben wurden, und unternahm keine anderen.

Er war, alles in allem, eine gehorsame und stille Puppe, und wenn dies auch von jedermann als annehmlich empfunden wurde, so wirkte es auf die Länge der Zeit und in seiner unverbrüchlichen Folgerichtigkeit allmählich doch kalt und unzugänglich. Assistenzärzte, Masseur und Schwestern versuchten nun unwillkürlich, aus Joe King irgendeine menschliche Anteilnahme, irgendeine ungleichmäßige Reaktion herauszulocken dadurch, dass sie freundlicher oder unfreundlicher als gewöhnlich wurden, und als sie hiermit keinen Erfolg hatten, zogen sie sich auf eine ebenfalls sehr kühle, wenn auch lächelnde Korrektheit zurück und sagten sowohl zu sich selbst als auch gelegentlich untereinander: »Er ist eben ein Red Indian – eine Rothaut.«

So kam es, dass Joe King aus seiner Geduld auf die Dauer keinen Vorteil zog, sondern dass man ihm diese mehr und mehr als eine Art Hochmut oder eine Art Primitivität anrechnete, jedenfalls als einen Nonkonformismus in Bezug auf menschliches Verhalten überhaupt und insofern als eigenbrötlerisch, ja anstößig.

Die einzige, die behauptete, dass sie diesen Patienten verstehe, war die rotblonde, stupsnasige, sommersprossige Schwester Kay, die von Natur überwältigend naiv lächeln konnte, Indianer für Menschen wie andere auch nahm und einem anerkannt aufgeschlossenen Verhalten von Seiten des unzugänglichen Patienten begegnete.

Joe war sich im übrigen der Wirkung seines Benehmens mit allen positiven und negativen Folgen durchaus bewusst. Es schien ihm der einzige Weg, sich die andern vom Leibe zu halten, selbst wenn sie ihn anfassten, und insofern unvermeidlich, obgleich es ihn einen nicht geringen Aufwand an Nervenkraft kostete. Er musste sich von sich selbst abhängen und sich selbst tatsächlich wie einen anderen beobachten. Er musste dahin gelangen, dass ihm Schmerzen, Abhängigkeit, Eintönigkeit und Verlassenheit als etwas Fremdes, von außen zu Studierendes erschienen, sonst wäre ihm vor allem die Abhängigkeit unerträglich geworden. Er musste auch die anderen Patienten wie Lebewesen ansehen, die ihn nur in der Weise angingen wie ein Studienobjekt einen neugierigen Forscher.

Das letzte war das relativ Leichteste für ihn. Die Belegung der Betten wechselte. Nicht einer hatte ein so langes Krankenlager durchzumachen wie Joe King. Die meisten Patienten, die er erlebte, erholten sich von einem Unfall, unter ihnen wiederum die Mehrzahl von einem Autounfall. Sie waren vermögende Geschäftsleute, gut verdienende Rechtsanwälte oder Ärzte oder Söhne reicher Väter. Sie kamen aus einer Welt, in der Joe King nie gelebt hatte, weder als Reservationsindianer noch als Gangster, noch als Häftling. Sie sprachen meist von Dingen, die Joe King gleichgültig ließen, von Wagen, großen Sportveranstaltungen, Frauen, Reisen, von ihrem Unfall, von ihren Leiden.

Es gab wenige Ausnahmen.

Einmal hatte Joe als Bettnachbarn einen Studenten. Dem jungen Menschen war das Gesicht zerbissen und ein Ohr abgebissen worden. Er gehörte nicht in eine vorwiegend orthopädische Klinik, aber der ihn behandelnde Chirurg hatte ihn neben anderen seiner Patienten zu Dr. Miller gelegt. Es war der zweite Fall dieser Art. Es sickerte durch, dass er das Opfer eines Sexualverbrechers geworden war. Die Polizei kam dem Unhold nicht auf die Spur, da die Geschädigten keine Anzeige erstatteten. Der junge Bursche fand sich mit seinem Erlebnis, wie Joe spürte, innerlich nicht zurecht, konnte nicht davon reden wie die anderen Patienten über ihre Unfälle, war tief bedrückt, als Außenseiter der Gesellschaft zu gelten, witterte in dem Indianer insofern einen Leidensgenossen und suchte nach Gesprächsstoffen, die vom Persönlichen scheinbar entfernt, objektiviert waren. In diesem letzten Punkt traf er sich mit Joe, zu dessen zugespitzter Männlichkeit er sich überhaupt hingezogen fühlte, während Joe von den weiblichen Neigungen seines Mitpatienten bis zu einem unüberwindlichen körperlichen Ekel abgestoßen wurde. Joes Bettnachbar bemühte sich in seinem Studium um die Geheimnisse der Soziologie und behauptete zum Beispiel, dass es keinerlei prinzipielle Unterschiede zwischen den verschiedenen Schichten der Bevölkerung gebe, insbesondere keinen grundsätzlichen Unterschied des Glücksgefühls, da sich dieses nicht auf den Lebensinhalt bezöge, sondern auf die Lebenserwartungen, die aus dem jeweiligen Milieu heraus wüchsen. Der junge Mensch fand mit seinen psychologischen Spekulationen bei den anderen Insassen des Zimmers wenig Echo und richtete das Wort immer wieder an Joe, auch dann, wenn er dessen eigene Gedankengänge ganz offensichtlich störte.

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