Gerson Raabe - Ökumene um jeden Preis?

Здесь есть возможность читать онлайн «Gerson Raabe - Ökumene um jeden Preis?» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ökumene um jeden Preis?: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ökumene um jeden Preis?»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

In einer Zeit, in der die großen Konfessionen händchenhaltend über den Kirchentag schreiten, ökumenische Stellungnahmen den öffentlichen Diskurs jedoch kaum noch zu befördern vermögen, stellt der Münchner Pfarrer Gerson Raabe eine radikale Diagnose: Die große Koalition der Kirchen hat versagt. Die deutsche Ökumene, einst der Motor kirchlichen und religiösen Lebens vor Ort, hat den Geist aufgegeben. Ökumene erschöpft sich zunehmend in nichtssagenden Absichtserklärungen.
Raabe stellt die provokante Frage: Ist das Christentum so in die Defensive geraten, dass wir von Unterschieden nichts mehr wissen wollen? Dass die Grenze nicht mehr zwischen den Konfessionen, sondern nur noch zwischen Christen und Atheisten gezogen werden kann?
Der Autor ist überzeugt: Wer konfessionelles Hintergrundwissen für bedeutungslos erklärt, der verwischt das protestantische Profil, der egalisiert, vergleichgültigt und schafft einen christlichen Einheitsbrei, der schließlich niemandem mehr geistige Nahrung bietet.

Ökumene um jeden Preis? — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ökumene um jeden Preis?», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Träger von Hintergrundwissen sind Religionsprofessionelle, also Menschen, die zur Ausübung ihres Berufes professionell ausgebildet werden. Das sind zunächst Pfarrerinnen, Pfarrer und Priester. Mit Sorge sind in diesem Zusammenhang jüngste Entwicklungen zu beobachten, die den Stand des Berufes der Pfarrerin bzw. des Pfarrers untergraben. Das hat vor allem nach der Einführung des sogenannten Bologna-Prozesses im Theologiestudium begonnen. Was auf eine europaweite Harmonisierung von Studiengängen und -abschlüssen abzielte und so die internationale Mobilität der Studierenden und die Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraumes befördern sollte, bewirkte vor allem eine Verschulung geisteswissenschaftlicher Studiengänge, die letztlich mit einem beträchtlichen Niveauverlust einherging. Den Studierenden ist ein eigenständiger Erwerb geistiger Bildung erschwert worden. An dessen Stelle tritt die schulische Aneignung von Kompendienwissen.

Schon während des Studiums, vor allem aber im Anschluss daran melden die Kirchen ihre Interessen an. Eine von ihnen verordnete „geistliche Begleitung“ droht den freien Bildungsprozess kirchlicher Reglementierung zu unterwerfen. Doch die Studierenden müssen in Ruhe gelassen werden. Es geht darum, die Möglichkeitsbedingungen zur Ausformung eines freien gebildeten Berufsstandes bereitzustellen, der in seiner Bildung zu eigenständigen begründeten Positionen fähig ist, die sich gleichwohl im kommunikativen Austausch bewähren können. Auch hier gilt die Struktur pluraler Vielfalt.

Mit dem Problem einer Verkirchlichung stoßen wir innerhalb dieser Lageskizze möglicherweise an die Hauptbedrohung gegenwärtiger Religionspraxis. Hier wie dort bedrohen institutionelle Hegemonieansprüche die freie Lebendigkeit pulsierenden religiösen Lebens, indem sie diesem das Korsett kirchlicher Vorstellungen von Religion aufzwängen. So erlahmt und versiegt religiöses Leben in den letzten Jahren immer wieder, und in solchem Erlahmen religiösen Lebens kann selbst wohl wieder ein Grund für das Absterben ökumenischer Interessen ausgemacht werden. Denn das konfessionell geprägte religiöse Leben findet ja keineswegs zwangsläufig innerhalb der vorgegebenen kirchlichen Rahmenbedingungen statt. Beim Katholizismus noch eher als im Protestantismus. Daher dürfte der Blick in die religiösen Profile der Konfessionen lohnen. Er öffnet die Augen für konfessionelle religiöse Lebendigkeit. Evangelischerseits wird solches Leben etwa durch den religiösen Gleichheitsgedanken, die unsichtbare Kirche, die Bedeutung der einzelnen religiösen Individualität und deren Gewissenserfahrung befeuert. Von katholischer Seite wird u.a. die Bedeutung der Kirche und ihrer Ordnung für religiöses Leben entscheidende Impulse freisetzen.

1. PROBLEME DER ÖKUMENE AUS

PROTESTANTISCHER PERSPEKTIVE

Zunächst ist der Frage nachzugehen, was eigentlich einen Zwischenruf in Sachen Ökumene aus protestantischer Perspektive veranlasst. Wo und wie können Probleme gegenwärtiger ökumenischer Praxis festgestellt werden, die solch einen Zwischenruf erforderlich machen? Wie lässt sich in grundsätzlicher Weise die gegenwärtige kirchliche Praxis in unserer Gesellschaft beschreiben, und wie wird diese Praxis in der Ökumene aufgenommen und weitergeführt? Antworten auf diese Fragen lassen sich in unterschiedlichen Zusammenhängen ausmachen. Beginnen wir mit der aktuellen Stellung der konfessionellen Großkirchen in unserer Gesellschaft.

Die Kirchen und die Öffentlichkeit: Anspruch und Wirklichkeit

Debatten über die Aufgaben der großen Konfessionskirchen finden in unserer Gesellschaft eher am Rande statt. „Kirche“ – da hält sich das öffentliche Interesse in Grenzen. Wenn es darum geht, ob unser Kind einen Kindergartenplatz bekommt, dann erscheinen solche Fragen von allerdings fast veritablem Interesse. Menschen, die sich nicht als kirchennah verstehen, stehen den konfessionellen Großkirchen in manchen Fällen durchaus wohlwollend, in der Regel aber wohl eher gleichgültig bis ablehnend gegenüber. Die Tendenz dürfte in Richtung Ablehnung gehen.

Schon die Frage danach, wie und vor allem von wem gesamtgesellschaftliche Anliegen auf den Begriff zu bringen sind, wird höchst unterschiedlich beantwortet. Während die Großkirchen selbst zu der Einschätzung neigen, dass ihr Votum hier selbstredend gefragt sei, hält die Mehrheit der Bevölkerung solche Generalstatements eher für verzichtbar. Die gegenwärtige ökumenische Praxis ist auch immer wieder ein Aufbegehren gegen dieses Desinteresse nach dem Motto „Erinnern wir das öffentliche Bewusstsein mit unseren Äußerungen zur gesellschaftlichen Lage daran, dass es uns auch noch gibt!“

Doch die vorzugsweise zu den kirchlichen Hochfesten wie Weihnachten oder Ostern zu Protokoll gegebenen Verlautbarungen sind oft nachgerade peinlich. Wenn der Ratsvorsitzende der EKD meint, dass Weihnachten die beste Medizin in der Zuwanderungsfrage sei, dann wird man mit einigem Recht konstatieren können, dass diese Meinung außer von ihm nur noch von einigen wenigen innerkirchlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern geteilt wird. Die meisten jedenfalls interessieren solche Deutungsofferten kaum oder gar nicht, zumal sie sich oftmals auch noch einer kirchlichen Binnensprache bedienen, die unverständlich bleibt – Weihnachten als Medizin?

In dieser Knappheit nicht verständlich, so allgemein wie richtig, an Floskelhaftem nicht mehr überbietbar … Die Liste ließe sich fortschreiben. Die zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit verlautbarten ökumenischen Stellungnahmen befördern offensichtlich den gesamtgesellschaftlichen Diskurs wenig bis überhaupt nicht. Das lässt sich für alle ökumenischen Akteure sagen, eben auch über Leitsätze des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, ja selbst über die Weihnachts- oder Osterbotschaften des Heiligen Vaters.

Aus dem Alten Testament wissen die Kirchenrepräsentanten über das Prophetentum im alten Israel. Eine der Aufgaben dieses Berufstandes bestand darin, das Wort Jahwes an sein Volk weiterzugeben. Und dieses Wort enthielt nicht selten klare Direktiven, wie nämlich in dieser und jener Angelegenheit im Sinne Jahwes zu verfahren sei. Schon damals stand hinter dieser Botschaft allerdings keineswegs eins zu eins die Meinung der Gottheit. Zu Recht wird man daher schon für die damalige Zeit argwöhnen dürfen, ob die Absicht Jahwes in diesen Kontexten überhaupt so eindeutig vorlag, wie von den Protagonisten behauptet. Bestimmte politische Interessen, Überzeugungen von Meinungsführern und manches mehr hatte Eingang gefunden in das Wort des Propheten, dessen Amt als Wächteramt gebraucht und auch missbraucht wurde.

Unsere gesellschaftliche Wirklichkeit ist gegenüber der Zeit der Propheten um ein Vielfaches komplexer geworden. So gibt es heute so gut wie keine Situation, in der mit eindeutiger Klarheit in knappster Form Wegweisendes gesagt werden könnte. Die Dinge liegen in der Regel vielschichtiger, sind komplexer. Stammtischparolen – als welche man solche groben Vereinfachungen ja auch bezeichnen könnte – helfen da nicht weiter, auch wenn sie im Gewand einer in Anspruch genommenen höheren Weihe feilgeboten werden.

Verbale Kraftmeiereien sind sowohl von kirchlicher Seite als auch von politischen, ökonomischen, gewerkschaftlichen und anderen gesellschaftlichen Playern wenig hilfreich. Sie bedienen einen die Sachdiskussion beschädigenden Populismus. Begegnet solcher Populismus etwa von politischer Seite, so entzündet sich – wie man sagen muss auch zu Recht – Kritik, die vor allem darauf hinweist, dass Differenzierung gegenüber unsachlicher Vereinfachung Not tue. Gerade die Kirchen tun sich bei solcher Kritik gerne besonders hervor. Umso unverständlicher ist der leider auch bei ihnen immer wieder zu beobachtende Hang zur Simplifizierung, oftmals dann noch dazu in der Sprache Kanaans, die – wie gesagt – ohnehin keiner versteht.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ökumene um jeden Preis?»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ökumene um jeden Preis?» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ökumene um jeden Preis?»

Обсуждение, отзывы о книге «Ökumene um jeden Preis?» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x