Chris Inken Soppa - Kalypsos Liebe zum kalten Seerhein

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"Über Karens Schulter hinweg sieht sie dem Jungen ins Gesicht. Hektor, Sohn des Priamos. Der Trojaner. Ist das nicht eigentlich eine Kondom-Marke? Er hat strubbelige hellblonde Haare, ungewöhnlich dunkle Augen und lächelt verlegen. Hallo, Hektor, sagt Niks. Wie schön, Sie zu sehen." Nikola «Niks» Berger ist eine alleinstehende, ältere Frau, die agil und eigenwillig ist. Eine ihrer Passionen ist das Schwimmen im Seerhein – zu jeder Jahreszeit. Doch von heute auf morgen scheint es mit der Sicherheit ihrer Gewohnheiten vorbei: Eine Freundin bittet sie, deren Sohn, den 21-jährigen Hektor, bei sich aufzunehmen. Was Niks nicht erwartet: Sie verliebt sich in ihn.

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Ihre Enttäuschung untermalt sie mit großer Geste. Einst war Ulla die Frau mit der größten, erotischen Wahlfreiheit an der frisch gegründeten Universität. Kommilitonen beiderlei Geschlechts pflegten ihr heimlich Zettel zuzustecken. Trugen ihr die Bücher. Luden sie zum Essen ein. Ständig wurde sie von neuen Verehrern angesprochen. Und sie erwartete so viel von sich! Während Niks träumerisch abwesend einen Schritt rückwärts trat, war Ulla mittendrin, lebendig, redend, gestikulierend. Voller Andacht las sie die Werke von Marx und Descartes, Freud und Wittgenstein und war gleichzeitig überzeugt, jünger, kühner und weiser zu sein als sie alle. Es schien damals kaum etwas zu geben, das sie sich nicht zugetraut hätte. Doch nach ihrer Affäre mit einem Jahrzehnte älteren Geschichtsprofessor versank Ulla im Traditionellen. Heiratete einen Doktoranden. Statt eines Verlages gründete sie eine Familie. Legte ihre Dissertation unfertig beiseite. Sie hielt sich für zu intelligent, zu sensibel und von neuen Reizen zu schwer ergriffen, um sich nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Ein Nervenzusammenbruch folgte, diverse Klinikaufenthalte, schließlich die Diagnose ADS. Sie legte sich ein perfektes Leben zurecht, das sie bis heute nachzuspielen versucht.

Meine Kinder denken nur an sich selbst, sagt Ulla bitter, und Niks schiebt sich die Ärmel ihres Bademantels über die Ellenbogen. Die Erfrischung, die der Seerhein ihr mitgegeben hat, ist schon längst dahin.

Die jungen Techniker vor der Glaszelle hatten oft neue Klänge für Niks dabei. Fühlten sie sich geschmeichelt, weil sich eine Frau für ihre Musik interessierte, die so deutlich älter war als sie selbst? Das Meiste blieb für Niks unverständlich. Reihen tonloser Lieder, die häufig so klangen, als ließe sie jemand rückwärts durch einen Kassettenrecorder laufen. Doch manchmal war ein Stück dabei, das ihr die Welt farbiger machte. Dann zog sie sich eine Kopie, um die neu entdeckte Musik stundenlang mit sich herumtragen zu können, und signalisierte den Jungs ihre Dankbarkeit. Darüber schienen sie sich zu freuen.

Nur wenige Männer fanden einst Gefallen an Niks. Ihr Körper war zu geradlinig, um als »fraulich« bezeichnet zu werden, und sie nickte und lächelte nicht gerne. Männer bevorzugten weiche, runde Frauen wie Kissen, in die sie hineinfallen und in denen sie herumwühlen konnten. Frauen, die sich so zart und kindlich kichernd gaben, als hätte die Realität sie bereits überwältigt.

Deine Augen sind so klar, sagte Ferdinand an Niks’ einundzwanzigstem Geburtstag. Er war der erste »Bekannte« ihres Lebens. Er brachte ihr mitten im Winter einen Fächer mit. Einen dunkelbraunen, verziert mit stilisierten Abbildungen von Vögeln und Schmetterlingen. Sobald sie ihren Griff ein wenig lockerte, fiel der Fächer in ihrer Hand auseinander. Sie wusste nicht, was sie damit anfangen sollte, und vergaß ihn im Café.

Du bist so unaufmerksam, klagte Ferdinand, als müsste ihr Blick ständig auf ihm ruhen, ihm folgen, ihm applaudieren. Manchmal packte er sie am Kinn und zwang ihr Gesicht zu sich. Sie schloss die Augen. Er trug den strengen Seitenscheitel der frühen sechziger Jahre, dazu graue, enge Anzüge und eine dicke Hornbrille. Er redete von Autos, seinem alten VW Karmann, den er durch einen Mercedes ersetzen wollte. Von einer Eigentumswohnung und seinem wichtigen Job bei Siemens. Seine knöcherne Unförmigkeit ging Niks bald auf die Nerven. Sie verstand ihn nicht. Wieso erzählte er ihr das alles, wo er doch nie von Liebe sprach? Oh ja, von Heirat redete er ständig. Vom Verlobungsring, den er ihr kaufen wollte.

Ihre Frage brachte ihn aus der Fassung.

Liebe, sagte er mit langen Zähnen, als hätte er etwas Ekliges gegessen. Darüber spricht man nicht. Das macht man bloß.

Niks ließ es zu, hinten auf dem Rücksitz seines Karmanns. Ferdinand war noch trockener als sie selbst. Zu allem Unglück wurden die beiden von einem berittenen Polizisten entdeckt, der an das Fahrerfenster klopfte und wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses mit einer Verwarnung drohte. Das Zittern in Ferdinands Stimme verriet Niks, was in seinem aufgescheuchten Hirn vor sich ging. Eine Anzeige, Entlassung, kein Daimler, keine Eigentumswohnung. Und keine Heirat. Jedenfalls nicht mit ihr. Wenn ich das gewusst hätte, sagte er. Dass du dich so schnell mit jemandem einlässt. Es überraschte Niks, wie erleichtert sie sich fühlte. Einem Mann offen ins Gesicht zu sehen und dabei Nein zu sagen, war eine schwierige Übung für ein gerade erst volljährig gewordenes Fräulein.

Andere Bekanntschaften folgten, doch immer schien etwas zu stören. Vielleicht lag es an ihrer Stimme, zu durchdringend, zu sonor für eine junge Frau. Erst Jahre später durfte sie ans Radiomikrofon. Du bist ein echter Charakter, sagte ihre Freundin Ulla, und Niks wusste nicht einmal, ob das freundlich gemeint war.

Morgens fühlt sie sich, als wäre das Alter tatsächlich bei ihr angekommen, einem fremden Organismus gleich, der sich ungefragt und mitleidlos in ihr breitmacht. Tagsüber versucht sie, über ihre sechsundsechzig Jahre zu lachen, sie als bloße Zahl zu verstehen, doch das Aufwachen zeigt ihr brutal, was noch vor ihr liegt. Ihre Knochen scheinen spröde, ihr Gaumen ist schuppig und heiß und schmeckt nach vergammeltem Fleisch. Ihre Gelenke wirken eingerostet. Niks liegt minutenlang flach auf dem Rücken, starrt in die beginnende Helligkeit hinter den Lamellen der Fensterläden, denkt über Inkontinenzwindeln, Treppenlifte und Rollatoren nach. Irgendwann gelingt es ihr, sich vorsichtig zu drehen, zu wenden, einen Schluck Wasser zu trinken, ihre Beine dem neuen Tag entgegenzurecken, bis ihr Körper wieder ganz ihr selbst gehört. Es verblüfft sie, wie schnell sie das Alter doch noch abstreifen kann, als wäre es ein schwerer, unansehnlicher Fetzen, den sie ungestraft mit Füßen treten darf.

In den siebziger Jahren interviewte sie eine Frau, deren Ehemann als Chauffeur bei einer Terrorattacke ums Leben gekommen war. Die Frau reagierte überraschend sanft.

Ich trauere nicht um ihn.

Sie wirkte schmal, vom Leben aufs Nötigste abgeschliffen. Ihre Hände lagen demütig und flach auf dem Tisch. Zwei glückliche Familien beim Sonntagsspaziergang, hatte Niks als Kind beim Betrachten ihrer eigenen Hände gedacht. Der Mittelfinger war Papa, der Ringfinger Mama, der spitz zulaufende Zeigefinger die ältere Tochter, der kleine Finger der Sohn und der Daumen der Familiendackel. Auch die Hände der Chauffeursfrau stellten Familien dar. Die linke Tochter war der linken Mama allerdings schon über den Kopf gewachsen. Dafür war die rechte Tochter blau, blutunterlaufen und gestaucht und der rechte …

Ein lebloser Daumen, der in unerhörtem Winkel nach unten stand, als hätte ihn jemand mehrfach aus- und wieder eingerenkt. Die Haut spannte sich gelb, lila und weiß glänzend darüber. Dazwischen die roten Sprenkel gerissener Äderchen.

Sein Leben war hart. Die Chauffeursfrau klang gleichgültig. Tag und Nacht wurde er hinausgeklingelt, musste stundenlang im Auto warten. Zuerst hat er gelesen, um sich die Zeit zu vertreiben. Dann fing er an zu trinken …

Niks hielt ihr Mikrophon fest, starrte auf die verletzte Familie, bis die Frau erneut zu sprechen begann.

Eine schreckliche Arbeit. Diese anspruchsvollen, hohen Herren, die immer alles sofort haben wollten. Er war nicht geschaffen dafür. Er kam mit Albträumen wieder, weil er Sachen erfuhr, die er gar nicht hätte wissen dürfen. Ich sollte zu Hause bei den Kindern bleiben. In Sicherheit. Das hat er mir schließlich missgönnt.

Die Stimme der Frau wurde kieselhart. Es geht niemanden etwas an. Oh ja, das hat er mir selbst gesagt. Die Familie, die Familie. Ich solle die Familie nicht zerstören. Das habe ich auch nicht, und jetzt bin ich frei.

Zwischen ihren Lippen brach ein strahlendes Lächeln hervor.

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