Jan Eik - Nach Verdun

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Die Folgen des Ersten Weltkrieges sind in der Reichshauptstadt immer deutlicher zu spüren – die Bevölkerung leidet Hunger, und beinahe täglich kehren Soldaten traumatisiert und schwer verwundet von der Front zurück. Immer lauter werden die Stimmen gegen den Krieg. In Berlin kommt es nacheinander zu zwei rätselhaften Morden, bei denen der Kolonialwarenhändler Erich Röddelin sowie der Oberleutnant und Fabrikdirektor Arndt von Zabelsdorff getötet werden – jeweils mit einer Handgranate. Doch Kommissar Hermann Kappe kommen Zweifel, ob der Geständige wirklich der Täter ist …

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Kappe konnte ihm nicht folgen. «Was hat denn das damit zu tun?»

«Ne Menge, denn mein Vater hat immer jesagt: Man sollte nicht denken, wat so ’ne Mücke für’n Fett hat.»

Über dieses Thema ließ sich stundenlang reden. Immer größere Mengen an Fett wurden der Ernährung entzogen, denn die Nachfrage des Militärs nach Glycerin wuchs und wuchs. Man brauchte es für Sprengstoffe. Und die Kanonenrohre und Torpedos mussten mit Schmieröl versorgt werden.

Im Polizeipräsidium am Alexanderplatz war eigentlich schon lange Feierabend, aber beide hatten keine rechte Lust, nach Hause zu fahren. Galgenberg hatte eine große Familie und fürchtete den Trubel zu Hause, Kappe hatte Angst davor, dass ihm die Decke auf den Kopf fallen würde, wenn er den ganzen Abend über allein in seinem kleinen Zimmer saß. Seine Verlobte hatte heute keine Zeit, sie ließ sich privat in Stenographie und Schreibmaschine unterrichten, damit sie im Kaufhaus Rudolph Hertzog vom Verkauf ins Bureau wechseln konnte.

«Stöhnen wir von etwas anderem», sagte Galgenberg und schüttete den Rest seines Kaffees ins Waschbecken. «Können Sie sich noch daran erinnern, wie richtiger Kaffee geschmeckt hat?» Seiner hatte aus karamelisiertem Rohrzucker und Rübenmehl bestanden, andere tranken welchen aus Gerste, Malzkaffee also, Kathreiner, manche eine braune Brühe aus Lupinen, Feigen oder Eicheln.

Über dem Waschbecken hing das Schild Spare Seife!

Es war erstaunlich, dass die Behörde ihnen als Seifenersatz noch keinen Scheuersand hingestellt hatte, denn für alles gab es jetzt Ersatz, nicht nur für Bohnenkaffee. In Deutschland aß man Kunsthonig statt richtigen Honig und Margarine statt Butter, und man hatte Fleisch-, Milch-, Eier-, Tee-, Branntwein- und Bierersatz zu verkraften. Einer hatte nachgezählt und war auf 837 fleischlose Wurstersatzsorten gekommen.

Kappe kam immer noch ganz gut über die Runden, denn die Eltern schickten ihm aus Wendisch Rietz einmal im Monat ein großes Fresspaket, während Galgenberg mit dem vorliebnehmen musste, was es in Berlin zu kaufen gab. Und als er seine letzte Klappstulle essen wollte und dabei am «Natura Brotaufstrich» roch, einer aus gelb gefärbtem Mehlkleister und etwas Butter bestehenden Schmiere, konnte er nur murmeln: «Jibt dir det Leben einen Puff, / so weene keene Träne. / Lach dir ’n Ast und setz dir druff / und bammle mit de Beene.»

In diesem Augenblick stand Waldemar von Canow in der Tür, ihr Vorgesetzter, und freute sich, sie noch zu sehen.

«Bravo, meine Herren!», rief er. «Auch in der Heimat kann man seinem Volke dienen, nicht nur an der Front.»

Kappe und Galgenberg hatten Mühe, nicht laut werden zu lassen, was sie dachten: «Selig sind die Bescheuerten, denn sie brauchen keinen Lappen mehr!» Da sie fürchteten, dass man ihnen ihre Gedanken von den Gesichtern ablesen konnte, senkten sie schnell den Blick und taten, als seien sie in irgendwelche Akten vertieft.

«Ja, was ich sagen wollte … äh … Schön, dass Sie beide noch da sind.» Von Canow musste sich erst wieder auf das besinnen, was ihn zu Kappe und Galgenberg getrieben hatte. «Ah ja: Sie müssen nämlich noch ausrücken.»

Galgenberg sah auf und tat empört. «Ich bin doch kein Feigling, ich bin noch nie im Leben ausgerückt und werde auch nicht ausrücken, wenn irgendeine Gefahr im Verzuge ist.»

«Lassen Sie doch diese kindischen Späße!», fuhr ihn von Canow an. «Wir befinden uns im Krieg, und ich mahne Ernsthaftigkeit an.»

Kappe fand, dass er diesen Dialog schnellstens unterbrechen musste, und fragte, ob denn irgendwo ein Mord geschehen sei.

«Ja, in der Glatzer Straße. Jemand hat eine Handgranate in einen Kolonialwarenladen geworfen und den Inhaber getötet. Einen gewissen Erich Röddelin.»

«Eine Handgranate … Da müssen wir also nich extra nach Verdun», sagte Galgenberg. «Jetzt ham wa det ooch in Berlin.»

«Ach, Unsinn!», rief von Canow, der stolz darauf war, dass ihn in seiner Kriegsbegeisterung niemand übertreffen konnte.

«Und der Täter?», fragte Kappe. «Hat er sich gestellt, ist er schon ergriffen worden?»

«Nein, weder noch.»

Kappe erhob sich. «Dann werden wir uns mal auf den Weg machen.»

«Ist denn das Automobil für uns schon vorgefahren?», fragte Galgenberg.

«Wo denken Sie hin?!», rief von Canow. «Jeden verfügbaren Kraftwagen haben wir dem Oberkommando unseres Heeres zur Verfügung gestellt. Sie nehmen die Straßenbahn, meine Herren. Dr. Kniehase wartet schon an der Pförtnerloge auf Sie.»

Kappe und Galgenberg trafen ihn an besagter Stelle mit der «Mordtasche» in der Hand. Darin steckten Tinte und Füllfederhalter für das Protokoll, Pinzetten zur Spurensicherung, Sonden zur Untersuchung der Tiefe von Wunden, Glasröhrchen für blutige Haarbüschel, abgerissene Knöpfe und dergleichen mehr.

Dr.-Ing. Kniehase fühlte sich ganz als Wissenschaftler und damit den anderen haushoch überlegen. Er hatte als Ingenieur im kaiserlichen Heer gedient und dann lange Jahre an der Berliner Artillerie- und Ingenieurschule gelehrt, bevor man ihn gezwungen hatte, wegen einer Liebesaffäre mit der Frau eines Vorgesetzten den Militärdienst zu quittieren. Nach einigem Hin und Her war er zur Kriminalpolizei gestoßen, wo man langsam aber sicher daranging, sich bei der Aufklärung von Verbrechen auch naturwissenschaftlicher Methoden zu bedienen. Er war ein Tüftler, der mit seinen kriminaltechnischen Untersuchungsergebnissen bei der Aufklärung von Morden unentbehrlich geworden war.

Da der Photograph zum Kriegsdienst eingezogen war, schleppte Kniehase selbst den Photoapparat, während er Galgenberg das Stativ und die Blitzvorrichtung zum Tragen gab und Kappe die Mordtasche. Derart ausgerüstet zogen sie zur Haltestelle der 82 am Alexanderplatz, Richtung Küstriner Platz.

«Wenigstens haben sie uns Dienstfahrscheine mitgegeben», sagte Dr. Kniehase.

Der Fahrplan war in diesen Zeiten oft nur Makulatur, diesmal aber kam die Straßenbahn wirklich halbwegs pünktlich, doch Trieb- und Beiwagen waren jetzt zum Feierabend hin derart überfüllt, dass Galgenberg meinte, ohne Gebrauch seiner Dienstwaffe würden sie kaum mitkommen. «Wen soll ich denn …?»

«Galgenberg!», ermahnte ihn Dr. Kniehase. «Nicht in aller Öffentlichkeit!»

«Na, wenn ick erst zu Hause bin, nützt et doch nüscht mehr.» Erst beim dritten Versuch gelang es allen dreien mitzukommen. Galgenberg stand zwar nur auf dem Trittbrett, und Kappes Nase wurde beim Drängeln vom Kamerastativ so eingedrückt, dass sie blutete, aber es ging. Lange zu fahren hatten sie ja nicht.

Röddelins Kolonialwarenladen war unschwer zu finden, die gaffende Menge zeigte ihnen, wo sie hinmussten. Die Kollegen von der Schutzpolizei waren bemüht, den Tatort weiträumig abzusperren. Es roch nach Gas. Offensichtlich waren Rohre zerstört worden, und man fürchtete eine Explosion. Männer von der Gasanstalt wuselten herum. Die Feuerwehr hatte Akkumulatoren herbeigeschafft und Scheinwerfer angeschlossen, so dass für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt war. Elektrisches Licht hatten im Kiez um den Boxhagener Platz herum nur wenige.

Ein Schupo versperrte ihnen den Weg. «Für Leute vom Fülm is hier keen Platz!»

«Für Leute aus ’m Mustopp ooch nich», sagte Galgenberg und schob den Mann beiseite. «Wir sind vonne Mordkommission.»

«Entschuldijung, et war ja nich so jemeint.»

Kappe wäre es lieber gewesen, sie hätten hier tatsächlich nur einen Film zu drehen gehabt und der Tote wäre nur vom Maskenbildner so schrecklich zugerichtet worden. In seinen bislang sechs Jahren bei der Berliner Kripo hatte er schon viele Leichen gesehen, aber niemals so dicht vor einem Zusammenbruch gestanden wie heute. Der Kolonialwarenhändler war von der Handgranate regelrecht zerfetzt worden. Sie musste direkt vor seinen Füßen explodiert sein. Ein Bein war ihm abgerissen worden. Gesicht und Brust waren nur noch als rohe Fleischklumpen auszumachen.

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