Volker Krug - Die Keusche
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„Mädchen, hä?“, kicherte MS, nun schon sein zweites Doppel vor der Nase. „Hat dich sitzen lassen, Student? Weibervolk, verdammtes!“
Ein Gespür dafür besaßen solche Leute, schien es Reinhard. Na ja, es gab nicht viel daneben zu tippen. Er selbst mochte nichts sagen darauf, nicht antworten. Um nicht gar zu ungehobelt zu erscheinen, nickte Reinhard dann doch leicht mit dem Kopf.
„Scheiße“, resümierte Margarine-Schorsch. „Elende Wirtschaft! Kann ein Lied davon singen, Student. Ganze Kompanien Mädels hätt’ ich gehabt an jeder Hand. Aber wenn man nur eine will, nur die eine, dann ist es Scheibenkleister. Verstehst? Scheiße. Alle Spielverderber. Kann ich dir sagen, Student, kann ich dir sagen! Kennst du die Keusche?“
„Die Keusche? – Nö.“
„Mensch, der kennt die Keusche nicht!“ Margarine-Schorsch lehnte sich erstaunt über den Tisch und grinste. „Was bist du überhaupt für’n Kerl, hä? Mann, diesen Pullover kennst du nicht?“
„Gehört hab ich manches …“, versuchte Reinhard einzuwenden. Nichts hatte er gehört, natürlich nichts!
„Gehört, gehört! Kieken muss man, Junge!“
Reinhard erinnerte sich schwach, dass der Name „die Keusche“ unter den Feldarbeitern wohl ab und an gefallen war. Aber sonst? Deren Gesprächsthema, nicht seins! Wie sollte ihn eine solch luftige Person beschäftigen! Nein, er hatte sie tatsächlich noch nicht gesehen. Was sollte es auch! Wer war sie schon!
„Titten hat die“, fuhr Margarine-Schorsch mit leuchtenden Augen fort und spreizte die Hände. „Alles dran, Student! Die braucht ordentliche Pranken!“
„Ach, ist sie nicht Lehrerin.“, versuchte sich Reinhard zu erinnern? Doch, doch, er hatte sie wohl einmal gesehen, von weitem, mit einem kleinen Köfferchen.
„Genau die! Aus Sachsen angereist in diese Öde, um uns das Leben zu versüßen. Keine irdische Kragenweite, sag ich dir! Gar nicht zu vergleichen mit den feisten Bauernweibern hier. Fein und gebildet! Sieht man schon an den Fingern. Und ihre Stimme: Wie ausgelassene Butter. Den Gang musst du dir ansehen, Student, tänzelt wie ne Stute vorm Hengst! Wenn sie sich nur öfters sehen ließe! Verstehst? Wir sind ja nun schon ein halbes Jahr hier, gesehen hab’ ich sie aber nur zwei Mal. War ganz schön abgefahren auf sie, muss ich gestehen. Die Kumpel ziehen mich auf deswegen!“ Er schaute sich um und schien nicht wenig stolz. „Purer Neid! Aber an die kommt keiner ran, das behaupte ich mal, niemand. Die ist die verdammte Keuschheit selbst – wie vom Papst geschaffen! Ich will ja auch nur riechen, verstehst, mal verkosten. Mehr ist für unsereinen gar nicht drin. Aber ich fress einen Besen, wenn die nicht irgendwo ’n Macker sitzen hat. Wär sonst bestimmt nicht so zickig. Geht nicht ins Kino, nicht zum Schwof. Ist scheißfreundlich, aber so bissig, dass dir gleich das Lachen vergeht. Oder du kriegst eine gescheuert, wie unserm Inschenieur. Schiebt dich einfach beiseite! So was gibt’s einfach nich! Vernaschen, ja, das wär’s!“
„He, Margarine-Schorsch!“, rief es vom Nachbartisch. „Hat sie dich wieder versetzt?“ Gelächter. Margarine-Schorsch winkte gelangweilt. „Geh auf dein Zimmer, ich weiß was Besseres!“
„Scheiß, lass mich in Ruhe!“, schnauzte Schorschi zurück.
„Lass sie sausen, MS, lass sie sausen! Kommst doch nicht ran. Affengeil! Affengetue!“
„Schneeaffe!“ Margarine-Schorsch brummelte verärgert vor sich hin.
Ja freilich, dieser rüde Ton war halt ihre Umgangssprache. Reinhard schaute belustigt hinüber. Aber Margarine-Schorsch fühlte sich tatsächlich getroffen. Junge, Junge, so fantastisch konnte das Weib doch nicht sein! Oder? Selbst als Lehrerin … Huh!
„Ist ’ne Sexbombe, Student, sag ich dir, ’ne Sexbombe!“ Reinhard rümpfte die Nase und neigte sich vor. „Unser Schießer hat sie mal baden sehen. Mann, dem sind die Augen übergekocht! So ein Becken, solche Titten!“
Maßlos wie immer, dachte sich Reinhard und drehte schweigend sein Bierglas. Geschwätz! Angebereien! – Es ist wohl besser, ich zahle.
Margarine-Schorschs Blick hing ohnehin am Nachbartisch. „Hättest das Eichel-Daus nich schmieren sollen!“, sagte er.
„Spielst du Karten o-oder ich, du Jungfernkiller, du du!“, stotterte Tschombé.
„Hol du doch dein schmieriges Eichel-Daus raus, MS!“ Lumumba lachte laut auf.
„Die Keusche leg ich noch übers Knie!“, verkündete Margarine-Schorsch lauthals und stierte Reinhard leicht umnebelt an. „Drauf kannst du einen lassen, Student!“
„Keiner ist bis heute an die ran-rangekommen, Student“, sagte Tschombé und sah zu, wie Reinhard seine magere Zeche dem Wirt auf die Hand zählte. „Treibt mit ihren Reizen nur Schindluder. Wozu, verdammt, hat der liebe Gott so was so was geschaffen! Und auch du wirst sie nicht knacken, Student. Verwett ich meinen Arsch!“ Reinhard wollte sich schon erheben, aber noch immer gab Tschombé nicht auf. „Einmal hab ich sie an-angefasst; nach dem Kino. Wollte sie nur mal betatschen, sehen, ob das auch echt ist. Da hat sie mir eine gegescheuert. Ha-ha. Noch mal, noch mal passiert mir das nicht! Gebildete, eingebildete Zicke! Hat auch nichts anderes als wie andere Weiber.“
Margarine-Schorsch rückte seinen Stuhl an den Nachbartisch. Reinhard ging.
Draußen umfing ihn frische Luft. Der Abend war nicht mehr so drückend. Tief sog er zweimal die Luft ein, dann schien der Mief der Kneipe aus seinen Lungenflügeln vertrieben. Dennoch, er ärgerte sich über das dumme Geschwätz. Immerhin aber hatte es seine Neugier angefacht. Sollte er tatsächlich etwas verpasst haben, bisher, hier, in den letzten beiden Wochen? Gab es wirklich ein solch mysteriöses, fantastisches Mädchen, eine sanfte, unwiderstehliche Schönheit? Langsam schlenderte er einige Schritte die grillendurchzirpten Gärten entlang und lauschte hinaus in die ferne Stille der Natur.
Wie, andererseits, widerte ihn dieses abstoßende Gebaren an! Wie einsam und allein kam er sich vor! Niedergeschlagen. Enttäuscht von Welt und Leben. Nun ja, nur noch wenige Tage musste er in diesem Nest ausharren!
Die da drinnen, sann er verärgert, die da drinnen dachten nur an das Heute, den Tag, die Stunde. Was davor, was dahinter lag, schien ihnen fatal gleichgültig. Was aber brachte das Morgen, sollte das Morgen bringen? … Gedanken eines Wehleidigen, was? Gedanken eines Zerrissenen? Gedanken eines, der nicht mit dem Leben zurechtkam? Wie eng und bedrückend erschien ihm alles hier. Enttäuschung und Frust, gedrückte Stimmung, gedrückte Laune, wie auch immer; Misanthropie, Melancholie, Selbstmitleid. Was er im Augenblick fühlte, setzte sich unbeholfen nur aus solchen Schlagwörtern zusammen. Aber war er denn anders als jene? Bewegte sich in ihm nicht alles in gleichem Maße, wenn auch auf anderer Ebene?
Ach, es war vorüber, verraucht! Reinhard spürte den immer würzigeren Duft, je mehr er sich von den drei drohenden Linden entfernte, je weniger ihn der Lärm dieser Gesellschaft einholte. Die angenehme Luft durchströmte plötzlich jeden Zipfel seines Körpers, jeden Winkel des Hirns; säuberte es von trüben Gedanken. Er fand zu seinem Lächeln zurück. Ein leiser Seufzer entwich seiner Kehle und hüpfte in die Dunkelheit davon.
Bald hörte er nur noch seine knirschenden Schritte im lockeren Sand. Windstille. Ruhe vor dem Sturm? Von ferne herüber rollte das gedämpfte Quaken unzähliger Frösche aus den kleinen Teichen am Dorfesrand. Noch schwebte ab und an der Duft der Ernte in geballten Schwaden heran – die heißen Reste des Tages wichen dahin.
Willenlos schlenderte er der Freiheit seiner Füße nach. Jetzt fanden Trost, Geruhsamkeit, innere Einkehr zurück. Hinter dem großen Nussbaum des Gemeindehauses schielte der Mond hervor; zunehmend huschten Wolkenfetzen an ihm vorüber. Schwüle. Von Ferne rauschte etwas heran, blitzte es wetterleuchtend. Ein aufkommender Wind begann zu stöhnen. Maunzend querte vor ihm eine Katze den Weg und verschwand in den verstaubten Nesseln.
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