Viele Menschen in unserer Bevölkerung wollen es oder können offensichtlich nicht begreifen, welchen Umbruch wir zurzeit erleben.
Nicht nur, dass unsere sozialen Absicherungen in ernster Gefahr sind. Nein, es geht auch um unseren kulturellen Bestand. Nicht mit der Panikmache eines Verschwindens der Deutschen. Wohl aber mit dem deutlichen Hinweis auf die Gefahr einer kompletten Neustrukturierung unserer Lebensart.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sich darin fast das gesamte linke Spektrum unserer Parteien einig ist, Deutschland eine neue Werte-Form aufzuerlegen, die sich in vielen Bereichen denen des islamischen Lebens annähert.
Das alles unter dem Mantel der Weltoffenheit und ständigem Aufzeigen einer doch so wunderbar vielfältigen Welt.
Es ist dabei nicht die Frage, ob unsere Bevölkerung dies will, sondern es ist heute an der Zeit, darauf hinzuweisen, dass es solch eine neue Wertigkeit in breiter Ausrichtung schon gibt.
Während sich unsere Politiker streiten, uns die Medien Humanität verkaufen wollen, stehen wir kurz vor einem Kollaps. Sowohl des sozialen als auch des kulturellen.
Mit diesem Hintergrund bleibt es mir unverständlich, dass sich fast alle Parteien zieren, unser Land regieren zu wollen.
Von den anderen, ungelösten Problemen ganz zu schweigen. Deshalb setze ich meinen ersten Artikel gleich zu Anfang und dabei ist es völlig egal, ob wir in ein paar Monaten, eine wie auch immer regierungsfähige Konstellation gefunden haben.
So stellt man als Betrachter nur noch fassungslos fest:
Die bunte Politik - individuell bis zur Unfähigkeit, regieren zu wollen.
Was sind wir doch stolz auf unseren bunten Parteien-Salat.
Grüne, Linke, SPD, CDU und CSU, AfD und FDP und noch ein paar Splittergruppen als Garnierung zeigen doch, Deutschland platzt vor Individualismus.
Genau dieser stellt uns jetzt doch vor das Problem, keine Regierung mit entsprechender Power zu erhalten.
Es scheint ein neues Konzept entstanden zu sein, im bunten Deutschland:
Wir wollen NICHT regieren
Wichtiger als für die Bevölkerung da zu sein, ist es den Parteien heute, ihre Ideologien durchzusetzen. Das unselige Gezerre um Grundsatzeinstellungen lässt die Menschen im Regen stehen.
Da kann noch so oft ertönen, „keine Angst, wir haben ja eine geschäftsführende Regierung.“ Wir, die Menschen brauchen Klarheit.
Wir, dass unwichtige Volk, sollten schon wissen dürfen, welche Konzepte die Politiker für die nächsten Jahre entwickeln und diese zum Wohle aller auch durchsetzen.
Was zunächst wie eine Bereicherung und Vielfalt von politischen Ansichten erschien, ist heute eine Strafe geworden. Es zeigt mit aller Deutlichkeit die gesellschaftliche Zerrissenheit, dass Beharren auf individuellen, teilweise auf exzentrische Ansichten. Wo bleibt denn die berühmte Verantwortung, die Politiker doch sonst so gerne in den Mund nehmen?
Wo bleibt hier das Ziel, Deutschland in die Zukunft und auch in bleibende Sicherheit zu führen?
Es scheint egal Angesichts dieser beschämenden Situation.
Ich würde mir wünschen, dass da wer kommt, wie ein Macron oder ein Kurz, der auf den Tisch haut und uns entgegen ruft, Schluss jetzt.
Einer der signalisiert, ich habe nicht nur eine Vision von meinem Land, ich nehme Euch auch dabei mit.
Der uns ein klares Bild zeichnet, ohne diese ganzen Eventualitäten und Verschleierungen der letzten Wochen und Monate.
Einer, der nach vorne schaut, der soziale, wirtschaftliche und innenpolitische Themen klar definiert und dann auch klar umsetzt.
Stattdessen erleben wir den Eier-Tanz der jeweiligen Anführer der Ideologen aller Parteien.
Von Merkel ganz zu schweigen, die bleibt wie gewohnt im Hintergrund und wird uns erklären, dass sie die ganze Aufregung nicht verstehen konnte.
Es mag ja so abgedroschen klingen wie es will, aber mir kommt leider immer häufiger das alte Weimar in den Kopf.
Egal welcher sonstige Hintergrund zur heutigen Zeit nicht passt, in einem ist er gleich, die große Unfähigkeit, eine stabile Regierung zu bilden und die Arroganz der Partien, sich ihren Wählern einfach zu verweigern.
Es ist keine Variante der Demokratie - es ist ein absolutes Armuts-Zeugnis der Verantwortlichen.
Nach dieser Betrachtung kommen zumindest mir Fragen auf. Was ist mit unseren Vordenkern geschehen? Wo bleiben unsere Visionäre, die sich nicht nur eine Zukunft malen können, sondern diese auch mit kritischem Blick betrachten? Sie sind vorhanden. Allerdings haben sie Mühe, damit an die breite Öffentlichkeit zu gelangen.
Mahnende Worte hört man in kleinen, fast schon unbedeutenden Diskussionsrunden tief in der Nacht oder kurz angerissen, als gestückelter Kommentar in einer Nachrichtensendung.
Schnell gedeckelt von den fast an allen Stellen zu findenden ideologischen Helfern, die etwas durchsetzen wollen, was ich schon lange nicht mehr begreife.
So oft stelle ich mir dann die Frage:
Vor einigen Tagen las ich einen interessanten Artikel über das Denken.
Ja, dachte ich, wunderbar aber wer versucht das noch im Land derer, die dafür einmal so berühmt waren?
Natürlich haben wir heute noch hervorragende Philosophen unter uns, exzellente Köpfe, welche sich über unsere Zukunft, unsere Gesellschaft Gedanken machen.
Die Zahl derer, die sich mit Denken beschäftigen, ist allerdings in meinen Augen gering geworden.
Ja, wir haben Analytiker, welche sich damit auseinander setzen, weshalb sich unsere Gesellschaft, die Welt, die Religion so entwickelt, wie sie es gerade macht. Zu jedem Thema gibt es fast immer Jemanden, der dazu auch eine Ansicht hat.
Hilft uns das weiter? Ich fürchte nein. Wenn wir gerade auf die letzten zwanzig Jahre in Deutschland blicken, haben wir doch eine Entwicklung, die kein strukturiertes Denken zulässt.
Alle Themen, welche uns beschäftigt haben, egal ob es sich um Armut, soziale Verwahrlosung oder religiösen Fanatismus und die damit verbunden Diskussionen handelte, wurden lediglich an den Symptomen beleuchtet, allerdings selten mit einer Entwicklungs-Diagnose versehen.
Wenn es sie denn gab, richtete sie sich aber nur auf Prognosen aus, die auf den Symptomen aufgebaut waren.
Kaum jemand machte sich die Mühe, darüber nachzudenken, wie sich der Ist-Zustand der verschiedenen Themen ändern lässt und wenn, wie dies anzugehen ist.
Es scheint geradezu so, als wenn unsere Gesellschaft es scheut, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Themen unsere Entwicklung beeinflussen werden. Wir erhalten Schlagworte, die sich auf Zukunft beziehen, nicht jedoch fundiert entwickelte Gedanken darüber, wie unser Leben aussehen soll und wird, wenn weiterhin keine Lösungen für den IST- Zustand gefunden werden.
Unsere Regierung setzt auf einen gewissen Pragmatismus, der das Jetzt regelt aber nicht bereit ist, aktuelle Fakten so zu überdenken, dass wir unser Miteinander aktiv verändern.
In politischen und anderen Diskussionen gibt es jeweiliges Gezerre darüber, ob egal welcher Fakt, dieser so bleiben kann, verbessert werden muss oder abgeschafft werden soll.
Niemals ein Gedanke darüber, warum es dazu kam, noch weniger ein Gedanke darüber, wohin es führt, wenn die Fakten einfach so weiterlaufen.
Die damals so flapsig dahin geworfene Aussage des ehemaligen Kanzlers Helmut Schmidt, an einen übermütigen Journalisten, „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, wurde tausend Mal als Totschläger verwendet, wenn es ums Denken ging. Es war fast mit Händen zu greifen, wie dankbar dieser Anspruch genutzt wurde, sich keine Gedanken mehr machen zu müssen.
In Deutschland wird gerne geschimpft, angeklagt, sowohl von Politikern als auch von Medien, nur konsequente Gedanken zu einem Thema macht sich keiner.
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