Menschen für sein ganzes Leben, stellen die Weichen für Gesundheit
und Wohlergehen.
Ein Kind, das von Anfang an den Geschmack frischer und natürlicher
Lebensmittel kennengelernt hat, wird das Einheitsaroma industrieller
Fertignahrung nicht schätzen. Wenn wir uns als Eltern bewusst dafür
BUNTES ESSVERGNÜGEN
entscheiden, die Beikost für unsere Kinder mit frischen Zutaten selbst
zuzubereiten und naturbelassene Geschmackseindrücke zu vermitteln,
haben wir vielleicht ein klein wenig mehr Arbeit, aber erzielen wunder-
bare Erfolge.
Die Erfahrung zeigt, dass wir beim zweiten, dritten und eventuell bei
weiteren Kindern häufiger zum Fertigglas greifen, da der Familienalltag
aufwändiges und zeitraubendes Kochen nicht zulässt. Doch eine ge-
sunde Ernährung für die ganze Familie muss nicht zeitaufwändig sein.
Meine Lösung ist: Kombi-Rezepte für die ganze Familie, in einem Ar-
beitsgang zubereitet.
So ist dieses Buch entstanden. Die Zubereitung des Babybreis oder der
Beikost lässt sich ganz einfach mit der Zubereitung einer vollwertigen
und leckeren Mahlzeit für alle kombinieren. Die Vorteile sind eindeutig:
Sie sparen Zeit und Geld, Ihr Baby lernt von Beginn an eine ausgewoge-
ne, gesunde Kost kennen und nimmt als vollwertiges Familienmitglied
an den gemeinsamen Mahlzeiten teil. Und nebenbei verwöhnen Sie die
anderen Familienmitglieder mit schmackhaen Gerichten.
Wenn Mutter, Vater und älteres Kind sichtlich Spaß und Genuss beim
gemeinsamen Essen haben und es auch zeigen, wird das Baby dieses
positive Essverhalten früh verinnerlichen und ein gesundes Verhältnis
zu vollwertigem Essen entwickeln. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für
die gemeinsamen Mahlzeiten und genießen Sie miteinander die kulina-
rischen Entdeckungsreisen.
Grundlage für die gemeinsame Ernährung ist eine vielseitige, farbenfro-
he und abwechslungsreiche Mischkost, bestehend aus fünf Portionen
Obst und Gemüse, kombiniert mit vollwertigen Getreideprodukten, Kar-
toffeln, Milchprodukten, pflanzlichen Ölen und nach Belieben Fleisch,
Fisch, Geflügel, Eiern und Hülsenfrüchten.
Obst und Gemüse
Obst und Gemüse sind ein wichtiger Baustein
gesunder Ernährung, sie liefern lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe
Lebensmittelkunde für das gesunde Familienessen
BUNTES ESSVERGNÜGEN
|
11
12 |
und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Die sekundären Pflanzen-
stoffe, etwa Flavonoide oder Carotinoide, kommen in unterschiedlichen
Gemüsen und Früchten vor und erfüllen wichtige Aufgaben im Stoff-
wechsel. Sie schützen vor Krankheiten. Einige davon sind als Pflanzen-
farbstoffe in Gemüse und Früchten enthalten, etwa die orangegelben
oder roten Carotinoide im Kürbis, in Karotten, Aprikosen, Tomaten oder
Paprika. Eine wichtige Regel für eine ausgewogene und gesunde Ernäh-
rung besagt, möglichst bunt bzw. regenbogenfarben zu essen, also ver-
schiedenfarbige Obst- und Gemüsesorten in den Speiseplan einzubau-
en. Um eine ausreichende Menge an Obst und Gemüse zu verzehren,
können Sie sich an der »5 am Tag«-Regel orientieren: Jeder Erwachsene
sollte täglich fünf handtellergroße Portionen aus der Lebensmittelgrup-
pe Obst und Gemüse essen. Die richtige Menge für Ihr Baby entspricht
also etwa fünf gefüllten Babyhändchen. Entsprechend mehr braucht ihr
Kind mit zunehmendem Wachstum.
Im konventionellen Obst- und Gemüseanbau werden häufig Pestizi-
de eingesetzt, um die Früchte vor Schädlingsbefall zu schützen. Diese
Pflanzenschutzmittel gefährden als Rückstände auf und in den Nah-
rungsmitteln unsere Gesundheit. Deshalb ist es ratsam, bei besonders
belasteten Sorten Früchte aus kontrolliert biologischer Erzeugung zu
wählen. Besonders häufig betroffen sind:
Apfel, Aprikose, Birne, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere,
Kirsche, Mandarine, Pfirsich, Aubergine, Gurke, Paprika, Salat, Tomate.
Ein weiteres Argument für Bio-Obst und Bio-Gemüse ist der niedrigere
Nitratgehalt. Außerdem enthalten Bio-Früchte nach manchen Untersu-
chungen einen höheren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen.
Auf jeden Fall ist es ratsam, alle Früchte vor dem Verzehr gründlich unter
fließendem Wasser zu waschen.
Getreide und Kartoffeln
Getreidesorten und Kartoffeln sind die
Energiespender im Babybrei. Sie liefern viele Kohlenhydrate, die im Kör-
per in den »Zelltreibstoff« Zucker umgewandelt werden. Da Ihr Baby einen
sehr hohen Energiebedarf hat, dürfen sie in keinem Brei fehlen. Vollkorn-
getreide enthält zudem noch viele wichtige Mineralstoffe und B-Vitamine.
Im ersten Lebensjahr kann Ihr Kind noch kein rohes Getreide verdauen,
verwenden Sie spezielle Instant-Flocken, oder kochen bzw. backen
Sie das Getreide vor dem Verzehr, um Ihrem Kind die Verdauung zu er-
leichtern.
BUNTES ESSVERGNÜGEN
Eine einfache Regel für die
gesunde Ernährung lautet:
Täglich fünf handteller-
große Portionen aus der
Lebensmittelgruppe Obst
und Gemüse zu sich zu
nehmen.
14
|
BUNTES ESSVERGNÜGEN
Mit der Verwendung von
kaltgepressten, nativen
Ölen in Bio-Qualität
bieten Sie Ihrer Familie
wertvolle Speisefette mit
wichtigen Inhaltsstoffen,
die unerlässlich sind für
Groß und Klein.
Getreidesorten werden omals unterteilt in glutenhaltige und gluten-
freie Sorten. Gluten ist das Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten
enthalten ist und bei entsprechender Veranlagung zu einer Unverträg-
lichkeit, der Zöliakie, führen kann. Glutenfrei sind unter anderem: Reis,
Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa.
Butter und Pflanzenöle
Aufgrund des starken Wachstums und des
hohen Energiebedarfs benötigen Babys im ersten Lebensjahr einen ho-
hen Anteil an Fetten in ihrer Ernährung. Beikostkinder zwischen dem 4.
und 12. Lebensmonat sollten 35–45 Prozent ihrer Energie in Form von
Fetten erhalten.
Geeignete Fettlieferanten sind Butter und Pflanzenöle. Sie enthalten
ein breites Spektrum unterschiedlicher Fettsäuren, die großen Ein-
fluss auf die Entwicklung Ihres Kindes haben. Daneben enthalten Sie
o erhebliche Mengen fettlöslicher Vitamine, besonders Vitamin E. Bei
den Pflanzenölen gibt es in der Fettsäurestruktur große qualitative und
quantitative Unterschiede. Jedes pflanzliche Öl hat seine eigene Zusam-
mensetzung aus verschiedenen gesättigten, einfach und mehrfach un-
gesättigten Fettsäuren.
Häufig wird in der Beikosternährung die Verwendung raffinierter, also
verarbeiteter Öle empfohlen, um so mögliche Pestizidrückstände im Öl
zu meiden; denn diese werden im Herstellungsprozess entfernt. Sinn-
voller ist es jedoch, von Anfang an zu rückstandskontrollierten Pflan-
zenölen aus biologischer Erzeugung zu greifen. Bei der Raffination
werden wertvolle ungesättigte Fettsäuren zerstört, es können sogar ge-
sundheitsschädliche veränderte Fettsäurestrukturen entstehen.
Empfehlenswert ist die Verwendung kaltgepresster, nativer Öle in
Bio-Qualität. So haben Sie ein Höchstmaß an Sicherheit, Ihrem Kind ein
unbelastetes Öl mit vielen wertvollen, lebensnotwendigen Fettsäuren
zu geben.
Ratsam ist es, zwei oder drei qualitativ hochwertige Öle zu kaufen und
diese auch im Wechsel mit Butter zu verwenden. Bevorzugen Sie Raps-
Читать дальше