Walter Laufenberg - Karibik ohne Kannibalen

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Karibik ohne Kannibalen: краткое содержание, описание и аннотация

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Nur Mut! Als die ersten Besucher aus Europa unter Christoph Columbus auf der Insel Hispaniola landeten, trafen sie auf Eingeborene, die sich vor den Bewohnern der Nachbarinsel ängstigten, weil die angeblich Menschenfresser waren. Aus der Stammesbezeichnung der gefürchteten Insulaner entstand das Wort Kannibalen für den Schrecken der Karibik. Das war vor rund fünfhundert Jahren. Also höchste Zeit, einiges zurecht zu rücken. Deshalb hat der Autor vor 45 Jahren auf einem russischen Schiff die Karibik erkundet. Und jetzt noch einmal auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff. Walter Laufenberg schaut mit den Augen des erfahrenen Weltenbummlers auf die viel gerühmte westindische Inselwelt. Er schildert seine Eindrücke als Besucher auf einer ganzen Reihe von Inseln und erzählt von den Erlebnissen an Bord der beiden so unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffe und von der uns allen gemeinsamen Suche nach dem Glück damals und heute.

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Ich habe dann darauf verzichtet, nach Erdöl als Souvenir zu suchen, habe auch nicht nach Erinnerungen an den Sklavenmarkt gefahndet, einstmals der größte Umschlagplatz der Ware Mensch für die Karibik und Südamerika. Das ganze buntbeschilderte Einkaufsviertel mit all den vielen Engländern und Deutschen – die beiden Frachten waren gerade angekommen – konnte mir nichts bieten. Ich habe den schreienden Taxifahrern die kalte Schulter gezeigt und mich zu Fuß auf den Weg zurück zum Schiff gemacht, wobei die Schulter allerdings sehr heiß wurde.

So kriegte ich doch noch das Beste von Curaçao mit, nämlich die schönen Altstadtviertel mit ihren niedrigen Steinhäusern, dicht aneinandergeschmiegt und in leuchtenden Pastellfarben grüßend, eines rot, eines gelb, eines grün und das nächste blau. Jede Gasse ein herrlich buntes Bild. Und erst einmal die Menschen. Ein Gemenge aus vielen Völkerschaften. Braun in allen Schattierungen, in stattlichem Wuchs, schlank und stolz. Bezaubernd schöne Mädchen und Frauen, drahtige Männer. Und keine Touristen. Kaum jemand von unserem Schiff hat sich diesen Spaziergang zugemutet. Es gab ja keine Empfehlung für dieses nicht kommerzielle Vergnügen, durch eine wunderschöne Völkerschau hindurchzugehen, unangefochten, nicht zum Kaufen aufgefordert, nein, kaum beachtet. Mitten in einer Weltstadtbevölkerung, die mit sich selbst genug hatte, sogar in der Vorstadt. Dabei waren das sämtlich richtige Holländer. Sie freuten sich, wenn ich sie grüßte und antworteten mit einem tiefen und breiten »Daag«. Mit diesem Urlaut, den ich schnell aufgeschnappt und mir angeeignet hatte, bin ich durch Willemstad gewandelt wie auf einer Wolke, und glaubte in Alt-Amsterdam gelandet zu sein.

Mitten durch die Stadt war unser 20 000-Tonnen-Schiff am Vormittag in den Hafen eingefahren. Wir hatten gesehen: Weiter hinten war eine hohe Brücke über den Flaschenhals des Hafens erst im Bau. Der gesamte Verkehr der Halbe-Halbe-Stadt Willemstad ging immer noch über die Königin-Emma-Brücke. Eine Pontonbrücke, die jedes Mal ein besonderes Schauspiel bietet, wenn sich ein Schiff nähert. Die Brücke wird zur Seite geschwenkt, und der Stadtverkehr ruht. Das geht so bis zu zwanzig Mal am Tag, erfuhr ich.

Diese malerische Doppelinsel hat sich von dem Wohnsitz der Caiquetios-Indianer zu einem der wichtigsten Ölhäfen der Welt entwickelt. Die Indianer waren von demselben Stamm wie die an der Nordküste Venezuelas, die ja nur vierzig Meilen entfernt war. Der erste Weiße, der die Insel Curaçao betreten hatte, war ausnahmsweise nicht Kolumbus, sondern Amerigo Vespucci. Das war im Jahre 1499. Ein Kurzbesuch nur. Erst 28 Jahre später begannen die Spanier mit der Besiedlung der Insel und der Versklavung der Indianer. Als die spanischen Herren gut hundert Jahre später, nämlich im Jahre 1634, von den Holländern vertrieben wurden, hatten gerade noch 75 Indianer überlebt. Zehn Jahre später kam Peter Stuyvesant aus New Amsterdam als Gouverneur auf die Insel. Nach einer Kriegsverletzung soll ihm hier ein Bein amputiert worden sein, das irgendwo begraben wurde. Ich habe darauf verzichtet, das prominente Bein-Grab zu suchen. Ohnehin brachte Peter Stuyvesant nicht den Duft der großen weiten Welt mit. Den lernte er erst hier auf der Insel kennen, weil die noch lebenden letzten Indianer eifrige Tabakraucher waren. So richtig weltoffen wurde das Leben auf Curaçao erst, als die Juden kamen. Die waren vor den fanatischen christlichen Verfolgern in Spanien und Portugal geflohen und hatten bei den Holländern freundliche Aufnahme gefunden. Die Juden brachten der Insel dann einen ersten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Als ich durch die Straßen von Willemstad schlenderte und in die Gesichter der Passanten schaute, glaubte ich, die halbe Welt auf diesem Eiland versammelt zu finden. Nicht nur als Touristen, sondern als Einwohner. Dieses Völkchen Kunterbunt hat das Erdöl angeschwemmt. Dabei waren die Holländer ursprünglich nur am Salz interessiert. Das brauchten sie in Massen zur Kühlung ihrer Fischtransporte. Daneben nahmen sie aber auch gern die finanziellen Segnungen des bereits gut eingeführten Sklavenhandels wahr. Und sie beteiligten sich auch an den üblichen Überfällen auf spanische Schatzschiffe. Doch das ganz große Geschäft war das alles noch nicht. Das begann erst, als im Jahre 1914 in Venezuela am Maracaibo-See riesige Erdölvorräte entdeckt und angezapft wurden. Daraufhin baute die Firma Shell die der südamerikani- schen Küste vorgelagerte Insel Curaçao zu einem gewaltigen Ölstützpunkt aus, wo das Venezuela-Öl verarbeitet und gebunkert wurde. Von Arbeitern, die aus über fünfzig Ländern herbeigeströmt waren. Weil hier Farbige aus ganz Süd- und Mittelamerika die besten Einkommensmöglichkeiten fanden. Kein Wunder, dass sich auf dieser Insel auch eine neue Sprache entwickelt hat, das Papiamento. Eine Umgangssprache, die viele Bestandteile aus dem Holländischen und Spanischen, dem Portugiesischen, Englischen, Französischen und aus diversen westafrikanischen Sprachen enthält, angereichert mit »Okay« und ähnlichen Amerikanismen. Das heißt, wenn die Menschen auf Curaçao den Mund aufmachen, dann kriegt man die typische Weltoffenheit von Curaçao zu hören. Damit ist Curaçao im Kleinen das, was die gesamte Karibik im Großen ist, nämlich ein modernes Babylon: Von Insel zu Insel eine andere offizielle Sprache, dort Spanisch, dort Amerikanisch, da Englisch, da Französisch und hier Holländisch neben allerlei Mischmasch.

Kamen die Indianer vom Festland auf die Insel Curaçao, hinterher auch noch das Erdöl, dann war es nur konsequent, dass unser Schiff nun auf das Festland zusteuerte. Aber bis wir im Hafen von Caracas anlegten, blieb noch genügend Zeit, mir meine Mitreisenden genauer anzusehen.

Da waren wahre Wodkaheroen an Bord. Spät nachts, wenn die braven Reisebürger in ihren Kojen lagen, hockten sie noch in der Neptun-Bar zusammen. Oder auch in der Ukraine-Bar. Und sie tranken immer noch einen. Da wurde geschluckt wie in der ersten Stunde nach der Entlassung aus der Trinkerheilanstalt. Ganz der Verlockung der Minipreise hingegeben. Wer konnte da noch widerstehen? Zumal bei der einmaligen Chance, ohne Angst vor Polizeikontrollen und dem Verlust des Führerscheins sich volllaufen zu lassen. Der Heimweg war ja nicht lang und auf den breiten teppichbelegten Treppen vom obersten bis hinab zum untersten Deck notfalls auch auf allen Vieren zu schaffen. Im Krebsgang. Auf jedem Treppenabsatz stand ein Mädchen vom Personal in Habachtstellung, das bereit war, einem die Tür aufzuhalten.

Fünf Bars hatte unser Schiff. Mir schien fast, die 20 000 Tonnen, von denen voller Stolz die Rede war, seien mit Alkoholika gefüllt. Die Ukraine-Bar auf dem Obersten Deck war nachts so lange geöffnet, wie Gäste kamen. So eine fast zwanzig Meter lange Theke von Steuerbord bis Backbord auf dem obersten Deck war übrigens eine blendende Idee im Sinne der Verkaufsförderung. Dort oben waren natürlich die unvermeidlichen Schwankungen des Schiffs am stärksten. An der Theke standen die durstigen Touristen oft in drei Reihen hintereinander. Ein egalisierendes Gedränge, gegen drei Uhr morgens eine einzige Verbrüderungsorgie. Das lange breite Brett der Theke stand voller Gläser und Flaschen. Da gefiel es dem Genossen Taras Shevchenko , sich einmal etwas heftiger nach Backbord zu verneigen, und mit einem Rutsch waren sämtliche Flaschen und Gläser abgeräumt, begleitet von lautem Klirren und einem gemeinsamen Aufschrei, halb erschrocken, halb belustigt. Ein Serviermädchen nahm dann den Schrubber, der in der Ecke stand, und schob die Scherben unter dem Stuhl in der Ecke zusammen. Es wurde neu bestellt und neu bezahlt und fröhlich gezecht und weiter geredet. Bis unser Schiff es sich einfallen ließ, eine schnelle Verneigung nach Steuerbord vorzuführen, so dass wieder alles futsch war. Auch rechts stand ein Stuhl in der Ecke, unter dem der Scherbenhaufen wuchs. Bei den Preisen war das Wetttrinken mit den Wellen ein köstliches Spiel: 60 Pfennige die Flasche deutsches oder dänisches Bier, 90 Pfennige ein französischer oder armenischer Cognac.

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