Die Kontrolle des Reifendrucks ...
Der Reifendruck spielt bei der Straßenlage des Fahrzeuges eine sehr wichtige Rolle. Bei jedem größeren Tankstopp sollte der Reifendruck kontrolliert werden. Visuelle Checks am Nachtlager haben schon so manchen schleichenden Plattfuß zu Tage gefördert (und die geplante Abfahrt bzw. Weiterreise nach hinten verschoben). Defekte Reifen sind nach Möglichkeit sofort zu wechseln, um größere Schäden am Fahrzeug abzuwenden. Mit dem platten Reifen in der Hand bzw. im Kofferraum sollte es dann schnellstmöglich zur Reparatur gehen. Das Programm ist in diesem Fall dem Reifen anzupassen: Tagelanges Herumreisen ohne adäquates Reserverad ist keine wirklich gute Idee. Anders als in Europa üblich werden Reifen in Afrika noch repariert und etwaige Löcher wieder zusammengeflickt – mit erstaunlich hoher Halbwertszeit. Diesen Service bieten viele Tankstellen und einige Lodges an, auch auf jeder Gästefarm sollte sich jemand finden, der einen Reifen reparieren kann.
... sollte zur (täglichen) Routine gehören.
Reifendruck (für die meisten Fahrzeug- und Reifentypen)
Anpassung je nach Anweisung des Vermieters bzw. Fahrzeugherstellers!
Asphaltstraße: |
|
2,0 bar |
Schotterstraße: |
|
1,8 bar |
Sand: |
0,8 – |
1,5 bar |
Lenkrad
Auch wenn längere Fahrten durch menschenleeres Land dazu verleiten, es sich etwas bequemer zu machen und eine Hand vom Steuer zu nehmen, gehören beide Hände durchgängig ans Steuer! Denn nur, wenn beide Hände am Steuer sind, kann das Fahrzeug in einer Gefahrensituation, z. B. plötzlicher Wildwechsel oder Reifenplatzer, unter Kontrolle gehalten werden.
Sollte das Fahrzeug dennoch ins Schleudern geraten, sollte das Lenkrad ruhig festgehalten werden. Ruckartige Lenkbewegungen oder eine Vollbremsung führen in den meisten Fällen zu einem Überschlag. Dies gilt auch und im Besonderen beim Abkommen von der Piste und dem Befahren der sogenannten Reserven, die zumeist tiefer als die eigentliche Piste liegen. Größere Hindernisse wie Bäume und große Steine können in der Regel durch leichte Lenkbewegungen umschifft werden. Die nächstgrößere Lenkbewegung zurück zur Piste, d. h. den Pistendamm hinauf, sollte erst erfolgen, wenn der Wagen im Flachteil der Reserve wieder unter Kontrolle ist.
Die Schleudergefahr auf Schotterpisten ist in Kurven und bei Gefälle besonders groß. Langsames, vorausschauendes Fahren ist daher oberste Pflicht! Bei Allrad-Fahrzeugen und z. B. VW -Bussen ist aufgrund des hohen Schwerpunkts besondere Vorsicht erforderlich. Mit Dachlasten wie z. B. einem Dachzelt ist das Risiko des Schleuderns und Überschlagens ungemein größer, zumal für den sogenannten Elchtest schon Kudu und Co. in den Büschen bereitstehen.
Eine geradezu vorbildliche Lenkradhaltung fürs Gelände
Bei Offroad-Fahrten in schwierigem Gelände gehören natürlich auch beide Hände ans Lenkrad. Die beiden Daumen gehören dabei auf das Lenkrad, nicht in den Radkranz. Ausschlagende Lenkräder haben schon mehr als einen Daumen gebrochen.
Überholen
Auch wenn sich seit Tagen das Bild im Rückspiegel nicht mehr geändert hat bzw. zumindest kein anderes Fahrzeug darin auftauchte, sollte der Blick regelmäßig in den Rückspiegel wandern. Taucht dann unverhofft ein vermeintlich schnelleres Fahrzeug hinterrücks auf, sollte der eigene Wagen leicht verlangsamt werden und auf der Piste soweit wie möglich links gehalten werden. Sowohl beim Überholen als auch durch Gegenverkehr kann es zu Steinschlag kommen.
Setzt man selbst zum Überholvorgang an, sollte dieser gut vorbereitet sein und möglichst auf einer geraden, gut einsehbaren Piste ausgeführt werden. Die Spur sollte schon weit im Voraus gewechselt werden (rechts überholen!), um dem Vordermann den Überholvorgang anzuzeigen und um frühzeitig aus der Staubfahne des vorausfahrenden Wagens zu kommen. Die rechte Straßenseite sollte auch noch eine Zeitlang nach dem Passieren des anderen Verkehrsteilnehmers befahren werden, um beim Wiedereinscheren das überholte Fahrzeug nicht mit einer Staubwolke zu bedecken und Fahrzeug samt Insassen nicht durch Steinschlag zu gefährden.
Auf asphaltierten Straßen im Südlichen Afrika gehört es gerade bei Lkw zu den Gepflogenheiten, einem vermeintlich schnelleren Fahrzeug mit Rechtsblinken zu signalisieren, dass einem Überholvorgang nichts im Wege steht (freie Sicht und Piste etc.). Nach dem Überholvorgang bedankt sich der schnellere Wagen für die Hilfe beim Überholen durch kurzes Betätigen der Warnblinker. Natürlich wird auch rechts geblinkt zum Abbiegen nach rechts. Eine doppelte Bedeutung, die schon zu bösen Unfällen geführt hat. Wer rechts abbiegen will, muss unbedingt erst kontrollieren, ob man nicht falsch verstanden wurde und beim Abbiegen gerade überholt wird.
Es wird immer wieder zu herausfordernden Überholvorgängen kommen, da selbst die asphaltierten Straßen selten mehrspurig sind, wie wir es von unseren Autobahnen kennen. Hier leisten regelmäßig wiederkehrende Überholspuren gerade in kurvenreichen oder bergigen Gegenden Abhilfe. Auf riskante Überholmanöver sollte bei unübersichtlichem Straßenverlauf also verzichtet und stattdessen auf die nächste Überholspur gewartet werden.
Kupplung
Es ist zwar nicht ratsam, beim Autofahren die Füße hochzulegen, allerdings gehört der linke Fuß während der Fahrt nicht aufs Kupplungspedal. Die Kupplung sollte zum Anfahren und zum Gangwechsel genutzt werden, jedoch nicht zum Regulieren der Geschwindigkeit (Start-Stopp) im Gelände. Es besteht die Gefahr, die Kupplung „auszubrennen“.
Beim Offroad-Fahren gehört die Kupplung zu einem der Gefahrenpunkte schlechthin. Die Kupplung im falschen Moment getreten, kann einen in ungeahnt schwierige Situationen bringen, die ein Anfänger nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Dies gilt besonders für Fahren am Berg, bergauf und bergab!
Rast tut Not! – Rast tut gut!
Fahren und Pausieren
Wer den Tag in Namibia früh beginnt, kann auch früh sein Ziel erreichen und hat auf dem Weg noch genügend Zeit, um sich den schönen Dingen des Landes zu widmen, für unvorhergesehene Momente und notwendige Pausen. Ruhephasen am Tage sollten nicht nur im Vorhinein geplant, sondern dann auch in der Realität durchgeführt werden – am besten während der heißen Mittagsstunden. Es ist die Gelegenheit, den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen und sich vom anstrengenden Überlandfahren zu entspannen. Konzentration und geistige Frische werden auch noch am Nachmittag erwartet, besonders bei Fahrten gegen die nun tiefer stehende Sonne, d. h. gen Westen. Spätestens bei Einsetzen der Dämmerung sollte das Nachtlager erreicht sein. Fahren in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit ist unbedingt zu vermeiden. Wegunebenheiten sind schlecht zu erkennen, Hindernisse nicht einzuschätzen, und die Tiere am Wegesrand übersieht man unter Umständen komplett.
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