Vorfahrt
Die Vorfahrtsregelung ist in Namibia immer durch die üblichen Schilder, Ampeln ( robots ) oder die Bestimmung von Haupt- und Nebenstraßen geregelt. Eine Besonderheit stellen Kreuzungen dar, bei der alle einmündenden Straßen über ein Stoppschild verfügen, ein sogenannter all-way-stop . Was sich nach Lahmlegen des gesamten Verkehrs anhört, erweist sich in der Praxis als unkonventionelles, aber gut funktionierendes Regularium. Die Fahrzeuge halten am Stoppschild an und fahren in der Reihenfolge der Ankunft am jeweiligen Schild weiter: Wer zuerst an der Kreuzung ist und gestoppt hat, fährt auch zuerst weiter, danach der zweite und so fort. Im Zweifelsfall ist eine Verständigung durch Handzeichen üblich. Normalerweise befindet sich bei einem all-way-stop noch ein kleines Schild unter dem Stoppschild. Darauf ausgewiesen ist in numerischer Form die Anzahl der Straßen, die sich an dieser Kreuzung begegnen.
Four-Way-Stop
Papiere
Offizieller Nachweis der Fahrtauglichkeit im Südlichen Afrika ist ein Internationaler Führerschein, der stets nur in Verbindung mit dem nationalen bzw. EU-Führerschein gültig ist. Der Internationale Führerschein mit seinen Ausführungen in verschiedenen Sprachen macht es Polizisten im Ausland einfacher, die Fahrerlaubnis zu kontrollieren. Die Autovermietungen hingegen händigen ihre Autos auch oft ohne das Vorliegen des Internationalen Führerscheins aus. Um Probleme mit der Polizei, Versicherungen und der allgegenwärtigen Bürokratie
Stetige Reisebegleiter: Reisepass und Führerscheinezu vermeiden, gehört der Internationale Führerschein allerdings zusammen mit EU-Führerschein und Reisepass ins Handgepäck.
Klebt vom Fahrer aus gesehen links unten: die licence disc .
Den Internationalen Führerschein bekommt man bei jeder deutschen Führerscheinstelle bzw. allen Straßenverkehrsämtern. Benötigt werden zur Antragsstellung ein aktuelles biometrisches Passfoto, der nationale bzw. EU-Führerschein, der Personalausweis und Geld für die Bearbeitungsgebühr (ca. 15 EUR). Liegen alle erforderlichen Dokumente vor, wird der Internationale Führerschein direkt vor Ort ausgestellt – mit einer Gültigkeitsdauer von drei Jahren. Nostalgiker sollten diesen Weg mit Bedacht gehen: Wer noch keinen neuen EU-Führerschein hat, dem wird der alte Papier-Führerschein (mit dem z. T. sehr lustigen Passfoto) bei dieser Gelegenheit automatisch gegen die neue Plastikkarte eingetauscht.
Bei jeder Fahrt in Namibia sollte der Fahrer also den Internationalen Führerschein zusammen mit dem nationalen bzw. EU-Führerschein und den gültigen Reisepass zur Hand haben. Dazu gehört dann natürlich noch die Registrierung des Fahrzeuges. Dieses wichtige Dokument bekommt man vom Vermieter als Kopie bei der Fahrzeugabholung und liegt den anderen Formularen und Verträgen bei.
Seit kurzer Zeit gibt es auch eine sogenannte licence disc an der Frontscheibe des Fahrzeuges (vom Fahrer aus links unten). Die Plakette enthält eine Vielzahl von Daten zum Fahrzeug (Gewicht, max. Personenanzahl, Motornummer etc.), auch die Bezahlung der Gebühren von Autoregistrierung und MVA Found (für Personenschäden bei Unfällen) ist hinterlegt. Die Fahrzeugregistrierung in Form der licence disc muss jährlich erneuert werden. Ein Blick auf die Frontscheibe lohnt also bei der Fahrzeugübernahme.
Beim Grenzübertritt in Nachbarländer sind noch weitere Dokumente vorzulegen, aber verbleiben wir erst einmal noch ein wenig in Namibia selbst.
Road Blocks
Egal in welcher Himmelsrichtung Windhoek verlassen wird, Autofahrer treffen überall auf einen sogenannten road block (Verkehrskontrollpunkt der Polizei). Rings um die Hauptstadt handelt es sich um permanente Kontrollpunkte. In Nord-Süd-Richtung gibt es zwei road blocks auf der B1 bzw. A1; im Westen liegt dieser auf der C26 und im Osten auf der B6 in Richtung des internationalen Flughafens Hosea Kutako. Daneben werden bei Bedarf auch immer wieder temporäre road blocks aufgebaut, zumeist außerhalb größerer Städte auf den großen Durchgangsstraßen. Diese Checkpoints der Polizei dienen der allgemeinen Kontrolle von Verkehr(steilnehmern), Gütern und Waren. Für Touristen verläuft diese meist unspektakulär und schnell. Nach einem kurzen Halt am Stoppschild des road block wird man zumeist schon von einem der Polizisten weiter gewunken. Nach einem kurzen Gruß zurück kann die Fahrt auch schon weitergehen. Gestoppt werden sollte aber auf jeden Fall – egal ob es mitten in der Nacht ist oder gerade kein Polizist zu sehen ist. In den seltensten Fällen wird man an diesen Checkpoints wirklich kontrolliert. Im Fall des Falles wird nach den gängigen Papieren (Führerschein und Reisepass) verlangt, nach der Fahrzeugregistrierung und selten auch einmal in den Kofferraum geschaut. Freundlichkeit und Smalltalk helfen zumeist den Moment zu entspannen und die Verweildauer zu verringern. Auch die Polizisten tun nur ihre Arbeit, die hinsichtlich der zunehmenden Gefahren durch Wilderei und Schmuggel immer wichtiger wird.
Bußgeld
Bei Verstößen gegen Gesetze und insbesondere gegen die Verkehrsregeln und einem damit verbundenen Bußgeld erfolgt die Zahlung des Bußgeldes in der nächstgelegenen Polizeistation. So sollen Fälle von Bestechung verringert werden. Gerade als Tourist sollte man sich an die geltenden Gesetze und Gepflogenheiten des Gastlandes halten. Darum heißt es, den Umweg zur Polizei auf sich zu nehmen und seine Zahlung zu leisten – diese aber dann natürlich nur gegen offizielle Quittung. Dumm nur, wenn all dies genau auf dem Weg zum Flughafen bzw. dem Rückflug geschieht. Also immer schön an die geltenden Verkehrsregeln halten!
Unterwegs auf Namibias Straßen
Reifen
Bei der Fahrzeugübergabe sollten alle Reifen kontrolliert werden (Luftdruck, Profil etc.), d. h. die vier Räder am Wagen und die mitgelieferten Ersatzreifen, in der Regel ein bis zwei. Da zumindest ein Ersatzreifen aufgrund der vielen Schotterstraßen und scharfen Steine sehr wahrscheinlich zum Einsatz kommen wird, sollten auch diesen besondere Beachtung geschenkt werden. Die Gefahr eines platten Reifens variiert natürlich mit der gewählten Route und dem persönlichen Fahrstil. Unabhängig davon lautet mein persönlicher Tipp: Lieber zwei Reserveräder dabeihaben, als nur eines! Möglicherweise lässt sich der Autovermieter das zweite Rad extra bezahlen, doch das gute Gefühl der Sicherheit ist eh unbezahlbar.
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