Zulehner Christoph - Art of Fake.

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Bruce Springsteen und Bill Gates haben es getan. Die exzentrische Modeschöpferin Elsa Schiaparelli hat es getan. Die legendäre Kriegsreporterin Martha Gellhorn. Sogar der seriöse Komponist Franz Xaver Frenzel. Sie alle bedienten sich des Fakes. An einem bestimmten Punkt ihrer Karriere ließen sie den Schein dem Sein vorangehen. Nicht, um zu betrügen. Sondern um ein legitimes Ziel zu erreichen. Sie besorgten sich gewissermaßen bei der Zukunft ein Darlehen.
Lesen Sie in diesem Buch die höchst vergnüglichen Geschichten dieser und weiterer Faker. Staunen Sie über die Kunst des Fakes, dem sein schlechter Ruf völlig zu Unrecht anhaftet – handelt es sich beim Fake doch in Wahrheit um eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Zeit.

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Als John Randle zum ersten Mal nach Minneapolis reiste und Floyd Peters vorgestellt wurde, wog er 245 amerikanische Pfund. Das sind immerhin 111 Kilogramm, ein stolzes Gewicht für einen Jugendlichen. Zumal, wenn er, wie in diesem Fall, kaum ein Gramm Fett mit sich herumschleppt und es die Muckis sind, welche die Waage nach unten drücken. Doch Floyd Peters hatte für den dunkelhäutigen Jugendlichen nur ein mitleidiges Lächeln übrig. 245 Pfund? Ein Witz! American Football ist schließlich nicht so eine Warmduscher-Sportart wie Fußball. Hier laufen Kleiderschränke von Männern frontal aufeinander zu und versuchen, den Gegner einfach umzurennen. Und das ist vollkommen regelkonform!

„Komm in einem Monat wieder“, sagte Peters. „Wenn du dann 250 Pfund wiegst, bekommst du eine Chance, dich zu bewähren.“

Vier Wochen später war der junge John Randle zurück in Minneapolis und den Tränen nahe. Trotz aller Anstrengungen, noch mehr Muskelmasse aufzubauen, wog er unverändert 245 Pfund. Da kam er am Tag vor dem entscheidenden Training an einem Eisenwarengeschäft vorbei und hatte die Idee mit der Kette.

Zurück zur „Locker Room Scene“: John hat den Bereich mit den Spinden verlassen und steht nun auf der Waage. Er atmet flach. Seine Nerven sind aufs Äußerste angespannt, kleine Schweißperlen treten ihm auf die Stirn. Der für das Wiegen zuständige Assistent des Trainerstabs kennt so etwas. Etliche junge Männer bekommen hier nur eine einzige Chance – und sind vorher fast immer so nervös, dass sie sich fast in die Hosen machen. Dass John ein Faker ist, der gerade panische Angst vor seiner Entlarvung hat, ahnt der Assistenztrainer nicht. Der amerikanische Puritanismus spielt John jetzt übrigens in die Karten: Denn man wiegt sich nicht etwa textilfrei, um das exakte Körpergewicht zu ermitteln. Nein, die Hosen bleiben an, damit niemand sündigen Gedanken verfällt. Unter der locker sitzenden Trikothose übersieht der Assistenztrainer die schwere Kette um Johns Hüften.

Nach dem Wiegen geht John zurück zu seinem Spind, nimmt die Kette wieder ab – gefühlt sicher um weit mehr als drei Kilo erleichtert – und zieht sein Trikot komplett an. Dann geht er hinaus auf den Rasen. Floyd Peters hat ihn sofort im Auge.

„Wie viel wiegt er?“, ruft Peters grantig in Richtung des Assistenztrainers, der John gerade gewogen hat.

Der Assistent lakonisch: „251.“

Floyd Peters geht zu dem jungen John Randle und schaut ihm in die Augen. Der Blick des Defensiv-Trainers ist immer noch voller Misstrauen.

„Okay“, grummelt Peters schließlich, alles andere als begeistert. „Du bekommst eine Chance, dich zu bewähren.“

Noch bevor John grinsen kann, fügt der Trainer hinzu: „Los, ab zum Warmlaufen!“

DIE KORREKTUR DES SCHICKSALS

Im Französischen gibt es die schöne Redewendung corriger la fortune. Sie lässt sich mit der deutschen Entsprechung „dem Glück auf die Sprünge helfen“ nur unzureichend übersetzen. Denn im Deutschen fehlt das Element der „Korrektur“ – und das ist in meinen Augen das entscheidende. Corriger la fortune taucht als Wendung zum ersten Mal in einer Satire des französischen Schriftstellers Nicolas Boileau aus dem Jahr 1665 auf. Es geht darin um einen heruntergekommenen Adeligen, der heimlich die Porträts seiner Ahnen verhökert, damit man ihm den finanziellen Niedergang nicht anmerkt. Berühmt gemacht hat den Ausdruck dann Gotthold Ephraim Lessing in seinem Lustspiel „Minna von Barnhelm“. Auch hier geht es um eine finanziell abgebrannte Existenz, die ihr scheinbar schon besiegeltes Schicksal mit Minnas Hilfe noch einmal zu „korrigieren“ versucht. Für die kleine Täuschung, die John Randle in seiner Jugend begangen hat, um Defensivspieler in der National Football League werden zu können, finde ich den Ausdruck „das Schicksal korrigieren“ sogar noch treffender als angesichts eines drohenden finanziellen Ruins. Solch eine kleine „Korrektur“ bei den Voraussetzungen für eine Karriere vorzunehmen, die einem geradezu schicksalhaft vorbestimmt erscheint, ist auch das prototypische Verhalten eines Fakers.

Der jugendliche John Randle wusste, dass er das Zeug zu einem Spitzenverteidiger hatte. Mehr noch: dass er nur auf einer ganz bestimmten Position – „Defensive Tackle“ genannt – sein größtes Leistungspotenzial abrufen konnte. Ein ungeschriebenes Gesetz des American Football wollte es aber, dass diese Position ausschließlich mit hünenhaften Muskelpaketen besetzt wurde. John Randle war zwar kräftig, aber eher klein und brachte entsprechend weniger Gewicht auf die Waage. Eine andere Position kam für den jungen Mann aus Texas jedoch nicht infrage. Wie alle meisterhaften Faker war er zutiefst von seinem Potenzial überzeugt. Er wusste auch genau, wo er es am besten einbringen konnte. So war der Jugendliche zu seinem Fake geradezu gezwungen. Der Fake eröffnete ihm einen Weg, eine aus seiner Perspektive unsinnige Regel zu umgehen, damit Wirklichkeit werden konnte, was seine Bestimmung schien. An dieser Stelle wird noch einmal deutlich, was den Faker vom Betrüger und vom Hochstapler unterscheidet: Auf den ersten Blick wirkt die Sache mit der Kette wie ein Betrug. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich: Der Faker räumt lediglich ein Hindernis aus dem Weg, das ihn davon abhält, sein Können unter Beweis zu stellen. Im Gegensatz zum Betrüger und zum Hochstapler strebt der Faker etwas an, das ihm moralisch zusteht.

Wie alle Faker gab auch der jugendliche John Randle ein Versprechen an sich selbst und an den Markt ab. Nachdem er sich seine Chance erschummelt hatte, musste er liefern, und zwar schnell. Wörtlich sagte sein Trainer Floyd Peters zu ihm: „We’ll give you a shot.“ Diese amerikanische Redewendung bedeutet nicht, dass man es geschafft hat. Sondern dass man eine – kleine – Chance bekommt, sich zu bewähren. Man hat „einen Schuss frei“. Was tat Randle, um diese Chance zu nutzen und sein Versprechen möglichst bald einlösen zu können? Er suchte sich als Erstes einen Mentor. Vor Selbstsicherheit strotzend klopfte der Jugendliche an die Tür von John Teerlinck, einem weiteren Co-Trainer der Minnesota Vikings. Randle stellte sich vor den erfahrenen Coach und sagte: „Ich will ein richtig guter Spieler werden. Können Sie mir dabei helfen, ein richtig guter Spieler zu werden?“ Beeindruckt von so viel Ambition und Selbstvertrauen bei einem eher klein gewachsenen Jugendlichen schlug John Teerlinck ein. Er wurde und blieb Randles Mentor. Randle lernte schnell. Schon nach kurzer Zeit zweifelte bei den Minnesota Vikings niemand mehr daran, dass dieses kleine Kraftpaket auf der Position des „Defensive Tackle“ genau richtig war.

DER UNERFÜLLTE TRAUM VON DER MÜLLABFUHR

Der Traumberuf des jungen John war ursprünglich Müllmann. Das ist kein Scherz, sondern im Gegenteil bitterer Ernst. John Randles Eltern aus dem Flecken Mumford in Texas waren so arm, dass dem zweiten von drei Kindern ein Job bei der Müllabfuhr wie die Verheißung einer gesicherten Existenz vorkam. John war schon als Teenager körperlich kräftig und überdurchschnittlich belastbar. Somit fühlte er sich der harten Arbeit auf den im Sommer glutheißen texanischen Straßen gewachsen. Er glaubte auch, als Müllmann einen positiven Beitrag für die Gemeinschaft leisten zu können – das entsprach dem guten Charakter des Jungen. Außerdem hätte er jeden Tag schon am frühen Nachmittag frei gehabt und anschließend Sport machen können. Doch als John die Highschool vorzeitig verlassen und sich bei der Müllabfuhr bewerben wollte, sprach seine Mutter – der Vater war meist abwesend – ein Machtwort: „Du bleibst auf der Schule. Und du bleibst in der Football-Mannschaft.“ Nachdem John Randle 2010 in die „Hall of Fame“ der National Football League aufgenommen worden war, dankte er in seiner Rede der Mutter für dieses Machtwort.

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