Otto Sindram - Gesang der Lerchen

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Das Leben hat es schwer in einer Welt voller Mauern – und die Liebe allemal. Mächtige Ideologien bestimmen den Zeitgeist. Mauern, ob real oder in den Köpfen, trennen Menschen, Länder und Kontinente. Und plötzlich ändern sich die Zeiten. Mauern fallen, die Menschen schauen sich in die Augen und versuchen ein Leben mit aufrechtem Gang. Das Buch beschreibt ein lebendiges Stück Zeitgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Es erzählt von zwei Liebenden, deren Liebe in Deutschland aussichtslos erscheint, bis sie endlich alt sind: Ihre Zukunft beginnt – und das Leben.

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In der Werkstatt standen die Jungen in langen Reihen an den Schraubstöcken und lernten das Feilen, Meißeln und Bohren an vorgefertigten Metallteilen.

Der Werkstattleiter war ein jähzorniger Mann mit einer silbernen Schädelplatte, die er nach einer Verwundung an der Front bekommen hatte. Ständig trug er einen Hut; nur wenn er mit wehenden Kittelschürzen schimpfend und Ohrfeigen verteilend durch die Werkstatt eilte und ein letztes Argument nötig zu haben glaubte, zog er den Hut und zeigte allen seinen Silberschädel.

Philipp machte gewissenhaft seine Übungsarbeiten, lebte aber doch mit der dauernden Angst, geohrfeigt zu werden. Nach zwei Wochen, Philipp war gerade an diese Umgebung gewöhnt, kam der Meister mit der Silberplatte an seinen Schraubstock.

»Pack deine Sachen zusammen, aus dir wird doch kein Schlosser. Melde dich drüben im Forschungsinstitut, da ist im Labor eine Stelle für einen Laborantenlehrling frei geworden.« Als er Philipps verängstigtes, ratloses Gesicht sah, wurde er ungnädig. »Hau ab! In einer halben Stunde will ich dich hier nicht mehr sehen, sonst gibt es was!«

Der Laborleiter nahm Philipp mit zum Büro des Professors.

»So so, du bist das also«, sagte der Professor und hielt eine Rede über Pflichterfüllung für Führer und Vaterland in einer außergewöhnlichen Zeit und dass Jungen wie Philipp nur in einer solch großen Zeit so viel Glück zuteil werden könne.

Philipp gefiel die Rede, besonders wenn er Wendungen wie »zuteil werden« und »große Zeit« hörte. Er betrachtete respektvoll das Parteiabzeichen am Revers des Professors und das Führerbild an der Wand, fühlte sich auf einmal bedeutend und vergaß endgültig, dass er eigentlich Bergarbeiter werden sollte.

Zum Laborleiter, der Peter Hansen hieß und den hinter dessen Rücken alle Pidder nannten, fasste Philipp bald Vertrauen. Über ihn ging das Gerücht, er sei ein Kommunist. Philipp bekam von ihm Zeitschriften und Bücher geliehen.

»Lies das!«, sagte Pidder und legte dem Jungen immer mal wieder ein Exemplar auf den Arbeitsplatz.

Nach Ende des Krieges dauerte es ein halbes Jahr, bis der Professor aus einem englischen Internierungslager frei kam und an seinen Schreibtisch zurückgekehrt war. Es hieß, dass er als Mitläufer eingestuft worden sei. Im Institut hatte sich wenig verändert, nur an der Wand hinter dem Schreibtisch des Professors hingen jetzt die »Betenden Hände« von Dürer.

Als Philipp seine Ausbildung abgeschlossen hatte, musste er wieder vor diesem Schreibtisch stehen und einen Vortrag anhören. Von der Erwartung war die Rede und dass er nun seine Pflicht für Firma und Vaterland ... Er habe eine gute Prüfung gemacht, sicher, aber menschlich − der Professor wiegte seinen Kopf −, menschlich habe er enttäuscht.

»Was warst du doch ein netter, bescheidener Junge, als du bei uns anfingst! Du musst lernen dich einzuordnen und Autoritäten zu achten. Und halte dich von Leuten fern, die einen schlechten Einfluss auf dich haben.«

Philipp musste immer auf die »Betenden Hände« an der Wand schauen und erwartete jeden Moment, dass sie sich voneinander lösen und zum Führergruß erheben würden. Er musste grinsen.

»Mach, dass du rauskommst!«, polterte der Professor.

Pidder nahm den Jungen zur Seite.

»Geh von hier weg! Wenn du weiter zur Schule gehen möchtest, werde ich dir helfen. Ein Stipendium könntest du auch bekommen. Ich beziehe aus Berlin das ›Neue Deutschland‹, da steht gerade etwas für dich drin. Morgen bringe ich es dir mit.«

Am nächsten Tag las Philipp: An der Berliner Universität ist jetzt auch eine Vorstudienabteilung eröffnet worden. Arbeiter- und Bauernkinder sowie Kinder der werktätigen Intelligenz, die über eine abgeschlossene Grundschul- und Berufsausbildung verfügen und sich durch hervorragende Arbeitsleistungen in der Produktion auszeichnen, können von sozialistischen Betrieben zum Besuch der Vorstudienabteilung delegiert werden.

Ein sozialistischer Betrieb ist das hier ja nun nicht gerade, dachte Philipp, und in den Osten delegieren wird mich wohl auch keiner. Pidder aber meinte, das sei ein Text für die Sowjetzone, und in Berlin würden sie es wohl nicht so genau nehmen. Dabei zupfte er an seinen kräftigen, schwarzen Augenbrauen, als wollte er sie ausreißen, was er immer tat, wenn er verlegen wurde.

Einen Monat nach der Währungsreform, Philipp hatte gerade das erste Mal sein Gehalt in neuem Geld bekommen, erhielt er aus Berlin eine Einladung zur Aufnahmeprüfung. Ende September verabschiedete er sich im Institut.

»Was nütze es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele«, gab ihm der Professor bedeutungsvoll mit auf den Weg, schenkte ihm ein kleines Buch mit Bibelsprüchen, ging anschließend ins Labor und rieb sich inmitten der Laboranten die Hände.

»Den sind wir also los!«

Alle lachten zustimmend. Pidder schwieg und drückte, als sie alleine waren, dem Jungen auch ein schmales Bändchen in die Hand. Als Philipp das Bändchen aufschlug, sah er, dass es in London gedruckt worden und genau 100 Jahre alt war; das Papier war schon ganz gelb. Es trug den Titel »Manifest der Kommunistischen Partei« und begann mit dem Satz: Ein Gespenst geht um in Europa ...

Vater Siebert brachte Philipp zum Bahnhof und trug den Jutesack mit dem Federbett.

»Wie willst du mit den beiden Koffern das alles noch tragen?«, fragte er.

»Es wird schon gehen«, antwortete Philipp. Er brauchte dieses Federbett nicht, wollte aber seine Mutter nicht kränken.

»Deine Aussteuer, und damit du es warm hast«, hatte sie mit einem missglückten Lächeln gesagt, ihm einen Kuchen eingepackt, verstohlen noch einen Christopherus-Taler in die Hand gedrückt und dann still geweint, so wie er sie manchmal hatte weinen sehen, wenn sie von ihrem Mann geprügelt worden war oder ein anderer Kummer sie quälte.

Der Zug lief ein, Philipp umarmte den Vater, spürte dessen Stoppelbart und den von der vielen Arbeit ausgemergelten Körper.

»Dass du ab morgen ein Russe bist, das weißt du ja!«, rief der Vater, dann blieb er auf dem Bahnsteig zurück.

Philipp winkte ihm noch einmal zu, einem müden alten Mann von dreiundvierzig Jahren.

Nach ihrer Rückkehr aus der Sowjetunion hatte Sophie Dahlhaus Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Sie war erst sechs Jahre alt, als die Nazis ihren Vater verhaftet hatten und sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in die Sowjetunion geflohen war. Seitdem haben ihr Bruder und sie in sowjetischen Kinderheimen gelebt, wurden in Schulen zusammen mit Kindern vieler Nationen unterrichtet und sprachen nur Russisch. Die Mutter musste arbeiten. Nur einen Teil der Ferien, und auch nicht in jedem Jahr, konnten die Kinder bei ihr sein − für Sophie zu wenig, um weiterhin die deutsche Sprache sprechen zu können. Ihr Bruder Kurt war bei der Flucht aus Deutschland schon neun Jahre alt und sprach länger und besser Deutsch. Aber nachdem sie die Nachricht erhalten hatten, dass ihr Vater von den Nazis hingerichtet worden sei, weigerte er sich, »die Sprache der Mörder« zu sprechen, und wollte nach dem Kriege auch nicht mehr nach Deutschland zurück.

So kam Edda Dahlhaus im Juni 1945 allein mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter Sophie nach Deutschland. Der Beauftragte des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschland für das Land Brandenburg empfing sie, besorgte ihnen eine Wohnung und teilte die Genossin Edda zum Einsatz in der Verwaltung der Stadt und des Kreises Neuruppin ein. Ab sofort zuständig für das Wohnungs- und Fürsorgewesen, war sie mit der Beschaffung von Wohnraum für die vielen Flüchtlinge aus dem Osten und der Versorgung der Bevölkerung beschäftigt.

Sophie genoss es, nach den Jahren der Trennung wenigstens an den Abenden mit der Mutter zusammen sein zu können. Sie lernte fleißig die deutsche Sprache, und als im Oktober die Oberschule in der Stadt ihren Betrieb wieder aufnahm, meldete Edda ihre Tochter dort an.

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