Jamo Mantam - Oooh, Dicker, mein Dicker ...

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Oooh, Dicker, mein Dicker ...: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Unglück brach vor zehn Jahren über sie herein, als sie eines Tages über einen Rad fahrenden, Pfandflaschen sammelnden Frührentner stolperte, der seither nicht mehr von ihrer Seite weicht und sie stets seiner ungetrübten Liebe versichert. Wo auch immer sie hin zu fliehen versucht, diese ungehobelte, jeglichen Anstandes erfolgreich fern gebliebene Kreatur flieht mit. Was die Autorin in diesen zehn Jahren im Dunstkreis ihres »radelnden Affen« alles erlebt und bis zur Weißglut hin zu erdulden hatte, beschreibt sie in zwanzig Kurzgeschichten mit bissigem Humor, triefendem Sarkasmus bis hin zu resignierender Selbstironie. Denn der allgemein gehaltene Sinnspruch »Das Grauen hat einen Namen« findet hier schreckliche Realität: Das Grauen heißt DICKER! Sie hätte weglaufen sollen …

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Nun, jedenfalls sah ich mich hier einem reinrassigen Sachsen gegenüber, der sich zu allem Unglück und erfolglos in schwäbischer Artikulation versuchte, alles miteinander verquirlte und in so verwaschener Form wieder ausstieß, dass einem die Tränen kommen wollten. Und um der Absurdität noch eins draufzusetzen, vermittelt er jedem, der es hören will oder auch nicht, seine Überzeugung, eigentlich befleißige er sich ja eines recht ordentlichen Hochdeutsches!

Ich habe mir vorgenommen, genau diese Ausdrucksweise in dieses Projekt einzuarbeiten, diesen kruden, haarsträubenden Slang, den er sich im Laufe der letzten 25 Jahre angeeignet hat. Das wird zwar anfangs etwas schwierig werden, aber mit der Zeit liest es sich leichter, glauben Sie mir. Schließlich musste ich es auch lernen, denn es sei zu meiner tiefsten Zerknirschung gestanden: mit diesem komischen Kauz, diesem zirkusreifen Ding, diesem DINGSBUMS! – bin ich liiert. Und diese kreuzverrückte Liaison ist der Grundstock für das Projekt, an dem ich mich gerade warm schreibe.

Ich – hätte – damals – eben – einfach – weglaufen – sollen!!!

Aber ich tat es nicht. Warum nicht? Nun, sehen Sie, irgendwie wich er nicht mehr von mir. Denn mit der ersten Wurstsemmel, die ich im kaufte, öffnete er mir gegenüber seine mitteilsamen Schleusen. Ein Dauerquassler, der mir in endlosen Monologen in jeweils dreiviertelstündlichen Päckchen sein nicht sehr glücklich verlaufenes Dasein zu Füßen legte und während derer er offenbar den Entschluss getroffen hatte, mich einfach zu behalten. Anfangs, als ich ihn bewusst körperlich wahrnahm, da dachte ich noch: Na ja, nicht schlecht. Alles in allem deutete dieses erste Erscheinungsbild auf ein angenehmes Äußeres. Wenn man nicht allzu genau hinsah. Und solange er halbwegs freundlich dreinzuschauen versucht, was äußerst selten der Fall ist, bleibt er relativ unauffällig. Ein noch immer gut gebauter, durchtrainierter Mann mittleren Alters, der mit seinem Fahrrad verwachsen zu sein scheint …

Denn dieses Fahrrad hat seine Bewandtnis. Er braucht dieses Fahrrad. Er ist quasi zum Radfahren verdammt. Denn er ist nicht gesund.

Und so gelangte ich während unserer mehrwöchigen Wurststand-Sessions an folgende Informationen: Im zarten Alter von 26 Jahren siedelte er um. Vom Osten in den Westen, 1987. Als so genannter Politischer, wie es viele gab, die alles daran setzten, ein totalitäres Regime zu verlassen. Damals bestand ja gelebte Osthilfe der BRD darin, politisch drangsalierte DDR-Bürger „herauszukaufen“, wenn sie „in der Ostzone“ einsaßen. Doch bei diesem schrägen Vogel mit seinem Fahrrad vor mir lief das ein bisschen anders. Er wurde vom Westen nicht „herausgekauft“, er wurde vom Osten schlankweg rausgeschmissen. Wegen aufrichtig von ihm propagierter Unzufriedenheit am dort herrschenden System. So kam er also „rüber“, mit zwei Koffern und einer Tasche, hatte sich neu zu orientieren, kam über Umwegen ins Schwäbische, wo man ihn neu beheimatete und in Lohn und Brot stellte. Und wo er mit 35 Jahren erkrankte. Es hätte für ihn ein gutes Leben werden können, mit einem regelmäßigen monatlichen Zahltag, einer anderen, einer freien, demokratischen Politik und freier Meinungsäußerung, und alles in allem hätte er sich einer unbeschwerten Sorglosigkeit entgegenarbeiten können. Dann machte ihm die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung …

Mit 35 Jahren schickte ihn sein Arzt angesichts eines völlig maroden Lendenwirbels in Frührente und gab ihm den gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg, er solle regelmäßig Sport treiben, wolle er nicht irgendwann im Rollstuhl landen. Eine Anweisung, die er notgedrungen beherzigte. Fortan besuchte er dreimal die Woche ein Sportstudio und erwarb sich ein Fahrrad. Doch ab sofort hatte sein Leben einen so nachhaltigen Einschnitt hinnehmen müssen, dass an weiteren Saus und Braus nicht mehr zu denken war. Denn eine Frühberentung mit 35 Lebensjahren fällt nicht unbedingt üppig aus, wie man sich denken kann. Und so wurde aus dem einst ganz ordentlich verdienenden, stolzen Neuwestler – ein armer Tropf. Der mit dem Bisschen, das er ab nun vom Staat bekam, ein klägliches Auskommen zu bestreiten hatte. Und der der damit drohenden Verarmung mittels seines Fahrrades entgegenzuwirken begann.

Denn dieses Fahrrad ist nicht nur ein einfaches Fahrrad, nein. Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass dieses Fahrrad über alle Maßen dekoriert ist! Nicht mit Fähnchen und Wimpeln und Aufklebern, nein! Es ist über und über dekoriert und geschmückt mit Beuteln und Tüten! Sie hängen an den Lenkern, sie sitzen auf dem Gepäckträger, – und in allen ist etwas drinnen. Mal mehr, mal weniger. Aber alles, was sich da drinnen tummelt, kann zu Geld gemacht werden. Denn dieser kranke Typ auf dem Fahrrad hat die Not zur Tugend gemacht und sich vielen anderen angeschlossen, die das Werk des Pfandflaschen-Sammelns verrichten. Von morgens bis abends strampelt er, um seine Beutel und Tüten zu füllen. Und er macht diesen Job gut, sogar außergewöhnlich gut. Darüber wird aber noch an anderer Stelle die Rede sein.

Diese Tätigkeit führt ihn ab und an auch in unzugängliche Gefilde, in die er dennoch abtaucht, hartnäckig und verbissen, immer auf der Jagd nach dem heiß begehrten Gut, und aus deren Löcher er dann wieder zum Vorschein kommt, nahezu ausgespien von Gestrüpp und Dornenwerk, zerknittert, verdreckt und zerfleddert, aber siegesreich bewaffnet mit weiteren Flaschen und Dosen, um erneut und wacker wieder aufzusteigen auf sein getreues Rädchen, zwar vom jetzigen Äußeren nicht mehr anmutend wie ein frühberenteter Radfahrer, sondern eher – wie eine Rad fahrende Vogelscheuche …

Fazit: Bedingt durch seine in jungen Jahren erlangte Armut und somit erzwungene Sparsamkeit, bleibt ihm nicht viel mehr, als seiner Sammelleidenschaft zu frönen, um eben diese Armut leidlich abzufedern. Und diese Kunst des Pfandgutsammelns hat er bis hin zur Perfektion kultiviert.

Aber wir werden noch sehen.

Mit wem oder was genau also bekommen wir es hier zu tun?

Nun, fassen wir den Herrn Glaubert mal zusammen. Er ist also seines Zeichens Sachse von Geburt, Radfahrer, Jäger und Sammler von Pfandgut aus Leidenschaft und Notwendigkeit, mittlerweile 55 Jahre alt, wohnhaft zur Miete in einem kleinen Kuhdorf namens Brummelbach, 15 Kilometer von Piepshausen entfernt (Gott sei Dank, kann ich nur sagen, dem Herrn sei jeder einzelne Kilometer gedankt!), vom Äußeren her ein gestandenes Mannsbild, in der Birne in etwa so reif wie eine achtjährige Rotznase, und er ist stets penibel darum bemüht, sein persönliches Umfeld vor den Kopf zu stoßen. Seine Hobbys bestehen unter anderem darin, anderen auf die Zehen zu treten und sein Recht, ganz egal, ob nun auf seiner Seite oder auch nicht, durchzuboxen. Notfalls auch mit körperlichem Einsatz. Er ist ein Quengler, ein notorischer Motzer, der allem und jedem die Schuld gibt, ganz gleich, an was und warum, und der sich seinen Mitmenschen in etwa so sympathisch gibt wie ein verrückt gewordenes Warzenschwein. Und er hasst Schröder! Er hasst unseren Altbundeskanzler Schröder innigst und von ganzem Herzen; er hasst ihn mit einer unerschütterlichen Hingabe, Schröder ist an allem Schuld und das haben wir alles dem Schröder zu verdanken, und wenn uns morgen der Mond auf den Kopf fällt, dann wird der Dicke mich wissend und weise ins Bild setzen: „Siehste? Det wa’ Schröda!“

Ich denke mal, sollte ich mich eines Tages gezwungen sehen, dieses eigenartige Individuum zu Grabe zu tragen, werde ich seinen Grabstein folgendermaßen beschriften lassen: Hier ruht Jürgen Glaubert – Schröder sei Dank! Denn ich befürchte, seine Grablegung wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen, da er eine Art und Weise pflegt, durchs Leben zu stapfen, dass man ihn irgendwann einfach zum Abschuss freigeben wird.

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