Doch als er in die Karten schaut,
er nicht mehr seinen Augen traut.
Der Schweiß tropft Johnny von der Stirn,
der Wind pfeift ihm durch’s Spatzenhirn.
Die Röte steigt ihm ins Gesicht,
die Welt gleicht einer grünen Gicht.
Verloren hat er all sein Geld.
Ein furchtbar Grauen ihn befällt.
Eben hatte er noch volle Taschen,
jetzt sind sie wie leer gewaschen.
Langsam geht er in Gedanken,
die müden Beine heftig wanken.
Betrunken, überquert bei Rot,
ein Auto brachte ihm den Tod.
Die Bücherwand und die Wanduhr
Es sprach die Bücherwand zur Wanduhr:
„Warum hängst Du denn an der Wand nur?
Ich meinerseits jedoch
trage Bücher noch und noch,
trage Bücher jeder Sorte,
aller Tiere, Pflanzen, Orte.
Die Menschen haben Nutzen von mir,
aber wie steht es nun mit dir?“
Da tickte die Wanduhr nur:
„Ich bin eben eine Uhr.“
Der Mensch und die Natur
Der Mensch verdrängt die Natur,
er schiebt sie beiseite,
er zerstört sie nur,
nimmt ihr alles weg!
Wer sonst hat aus einem Affen
einen Menschen geschaffen,
außer der Natur?
Das Schlaraffenland
Sieben Meilen von hier fort
liegt ein unbekannter Ort,
der heißt Schlaraffenland,
da fliegen die Bonbons in die Hand.
Die ersten Häuser tragen Würstchen,
an den Wänden hängen Eierkuchen,
und jeder, der gern isst,
möchte das Schlaraffenland besuchen.
Die Blumen bestehen aus Lutschern,
die Seen aus süßem Kakao,
es erhält eine Faulheitsprämie
jede zweite faule Frau.
Die Bäume sind von Semmeln krumm,
gebratene Schweine laufen herum,
aber die Schlaraffenländler sind dumm,
denn sie faulenzen den ganzen Tag herum.
Die Rose
In unsrem Garten steht sie,
die Rose ganz allein
auf einem kleinen Beet,
die Rose, sie ist mein.
An einem Frühlingstag
habe ich sie gepflanzt.
Die kleinen Spatzen sind
um sie herum getanzt.
Ich habe sie gut gepflegt,
ich habe sie gegossen,
sie wurde groß und stattlich,
bald Knospen aus ihr sprossen.
An einem Sommertage
begann sie dann zu blühn,
doch weiß ich es genau,
im Herbst wird sie verglühn.
Im Winter steht sie dann
ganz sanft bedeckt vom Schnee,
wartet auf den Frühling,
dass sie ihn wiederseh.
Das Schwein und das Meerschwein
Es sprach das Schwein zum Meerschwein:
„Ich möchte so wie du sein,
so wuschelig und klein
und niedlich obendrein,
nicht so dick und groß und fett,
ach, wenn ich doch Haare hätt,
ein ganz weiches Fell,
dunkel oder hell,
ach, wenn ich doch wäre wie du“.
Da sprach das Meerschwein weise:
„Ärgere dich nicht,
du bist so wie du bist.
Keiner hat nur Vorteile!“
Hase und Wolf
Einst gingen Hase und Wolf
gemeinsam Seite an Seite,
und niemand sah sie je
in irgendeinem Streite.
Das Häslein verstand nie
anderer Meinung vom Wolf,
denn diese hielten ihn
für einen gemeinen Strolch.
Doch eines Tages kam es
am Schäfchen-Stall vorbei
und sah dort eine gemeine,
hinterhältige Plünderei.
Doch traute es seinen Augen nicht,
das war doch der Wolf, der Bösewicht.
Hinterlistiger Kerl, dachte der Hase
und rümpfte verächtlich seine Nase.
Nun lud ihn aber am nächsten Tag
Der Wolf zu einem Festtagsschmaus
mit Wein und Sekt gar in sein Haus.
Der Hase sprach: „Ja, Wolf, ich mag.“
„Du bist wohl doch ein ehrlicher Mann.
Es täuschten mich meine Augen,
sie werden wohl nichts mehr taugen.“
So kam der Hase zum Schmause an.
Sie feierten und aßen
Und tranken darauf,
doch der Wolf fraß am Ende
den armen Hasen auf.
Sterne
Tausend Sterne stehen am Himmel,
tausend Sterne funkeln hell und froh.
Tausend große und kleine Sterne
glänzen lichterloh.
Ach, vielleicht sind es auch mehr,
kann sie niemals zählen,
unendlich viele Sterne,
man kann den schönsten nicht wählen.
Wie so alle beisammen stehen,
ihr seid gar eine Pracht.
Ihr steht und funkelt in der Nacht,
beisammen vom Mond bewacht.
Der Bücherwurm
Es war einmal ein Bücherwurm,
der kam vom Lesen nicht mehr los.
Und nahm man ihm das Buch mal weg,
machte er sich gleich in die Hos’.
Er liest unterwegs,
er liest zu Hause,
liest im Supermarkt,
liest ohne Pause.
Er liest auch wirklich überall,
es macht ihm großen Spaß,
liest unter der Dusche, auf dem Klo,
liest ohne Unterlass.
Sogar wenn er schläft,
ja, dann liest er auch,
er liest beim Träumen.
Welch Bücherverbrauch!
Er liest und liest und liest,
liest in das Buch ein Loch,
und wenn er was zu lesen hat,
dann liest er heute noch.
Geld
Wer es hat, dem reicht es nicht,
will noch immer mehr,
jeder will es haben,
wünscht es sich so sehr.
Überall gibt’s Geld,
Geld regiert die Welt.
Was manchmal für Geld die Menschen tun,
ist unbeschreibbar sagenhaft,
schon mancher hat sich durch üble Sachen
sein großes Geld beschafft.
Geld macht blind, dumm, töricht,
doch jeder liebt das Geld,
denn ohne Geld gibt’s kaum was
auf unserer großen Welt.
Money, Money, Geld,
Geld regiert die Welt.
Vorsommer
Die Tage werden immer länger,
und wärmer ist nun auch die Luft,
wohl überall vernimmt man jetzt
den süßen Blütenduft.
Der Kirschbaum blüht in unsrem Garten,
Holunder findet man im Wald,
kein Frost kann sie nun mehr erschüttern,
nein, jetzt wird’s nicht mehr kalt.
All Schnee und Eis sind hingeschmolzen,
überall wächst das junge Grün,
und kommt die Esche vor der Eiche,
dann wird der Sommer noch einmal so schön.
Der Winter ist schon längst vergangen,
er musste warmen Tagen weichen,
erst eine lange Zeit vergeht,
bis diese Tage auch verbleichen.
Und dann kommt auch der Winter wieder
mit seiner kalten Zeit,
jetzt aber kommen Sommertage,
der Winter ist noch weit, sehr weit.
Heiße Sommersonne
Wie ein glühend heißer Ball
am Horizont die Sonne steht.
Der Tag wird lang, es ist noch weit,
bis dass sie wieder untergeht.
Sie trocknet alles aus,
all das, was sie erreichen kann.
Das Gras wird dürr, die Blätter welk.
Kein Tröpfchen Regen rann.
Die heiße Sommersonne,
sie brennt auf alles nieder,
nichts kann sie mehr erschüttern,
denn sie kehrt immer wieder.
Doch langsam wird es Abend,
und langsam macht sie halt
und wendet sich dem Westen zu,
und es wird wieder kalt.
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