Rudolf Burger - Das Elend des Kulturalismus

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Denken sollte stets ein Denken gegen die eigenen Sympathien sein. Rudolf Burger hat diese Maxime zum erkenntnisleitenden Prinzip seines Denkens und zur schützenden Klausel gegen illusionäre Neigungen gemacht. Denn er sympathisiert durchaus mit dem, was er angreift: mit humanistischer Bildung und Kultur, mit Liberalität und romantischer Sehnsucht, mit erhabenen Gefühlen und der Freiheit des Willens. Aber was, wenn diese schönen Worte sich als Ausdruck trügerischer Konzepte entpuppen?
Ganz gleich, ob er sich mit dem Problem der Willensfreiheit auseinandersetzt, den Verständigungsschwierigkeiten zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, ob er das humanistische Bildungsideal entzaubert, die vielbeschworenen Grundlagen einer europäischen Kultur auf ihren Nominalwert überprüft oder den Liberalismus beim Wort nimmt – Rudolf Burger erweist sich auch in den vorliegenden Essays
als illusionsresistenter, das Nachdenken fulminant befördernder Zeitdiagnostiker.

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Die Hochschulhistoriker verweisen darauf, daß der eigentliche Humboldt ein ideologisches Produkt der 1960er Jahre ist. Um diese Zeit wurde der »Mythos Humboldt«, den Eduard Spranger 1910 zur Hundertjahrfeier der Berliner Universität kreiert hatte, gegen die unmittelbar bevorstehende Massenuniversität mobilisiert, und zwar pikanterweise sowohl von linker studentischer als auch von konservativer professoraler Seite. Verteidigten letztere eindeutig definierbare Standesinteressen, so verfolgten erstere vage gesellschaftspolitische, jedenfalls antikapitalistische Ideen und Ideale und lehnten daher jede Ökonomisierung und Orientierung der Universitäten an wirtschaftlichen Zielen ab; eine der Konsequenzen dieser »gegenstrebigen Fügung«, wie Jacob Taubes sich ausgedrückt hätte, sind, wie schon gesagt, die Fachhochschulen.

Dabei war die Vorstellung von der Einheit der Wissenschaften unter einem gemeinsamen philosophischen Dach, wie der Humboldt-Mythos sie beschwor, schon für Humboldts eigene Zeit realitätsfremd – das traurige Schicksal etwa von Hegels Naturphilosophie angesichts der Erfolge der empirisch-mathematischen Naturwissenschaften beweist das zur Genüge. Jeder Versuch einer synthetisch-harmonisierenden Vereinheitlichung in ein »System« kann auf die Eigendynamik analytisch-kombinatorischer Denkweisen, die die modernen Wissenschaftsdisziplinen auszeichnen und diese in oft durchaus divergierende Richtungen treiben, nur erkenntnishemmend wirken. Und was die sogenannten philosophischen bzw. erkenntnistheoretischen Grundlagen der Einzelwissenschaften betrifft, so hat sich gezeigt, daß diese ihre epistemologischen Krisen immer noch selbst am besten lösen können. So hatte z. B. die Schulphilosophie zur Revolutionierung der Raum-Zeit-Metrik durch die Allgemeine Relativitätstheorie praktisch nichts zu sagen, und die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik haben Physiker ausschließlich untereinander ausgemacht; ein Hilferuf an die akademisch etablierte Philosophie ist nicht bekannt geworden – und dies, obwohl es dabei doch um ihre kategorialen Kernbestände ging: Raum, Zeit, Materie, Kausalität. Eine analoge Situation haben wir heute bei den Debatten um »Willensfreiheit«; da stehen die Erkenntnisse der Neurophysiologie gegen die Einsprüche notorischer Wertebewahrer und humanistischer Menschenbildretter. Wenn das so weitergeht, verkommt die akademische Philosophie vollends zur Lebensberatung für sinnsuchende Schwiegermütter und zum Themenreservoir für Late-Night-Talkshows auf 3sat und Arte.

Will man einer solchen Entwicklung Einhalt gebieten, so gilt es, hochschulpolitisch einer Einsicht Geltung zu verschaffen, die der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth von der Humboldt-Universität zu Berlin präzise auf den Punkt gebracht hat: »Die universitäre Bildung der Persönlichkeit kann […] nur in der fachlichen Qualifizierung gelingen, nicht außerhalb, auch nicht durch hinzutretende Ethisierung und Politisierung der universitären Lebens- und Berufsform. Wissensbestände aus der Tradition der Humaniora, also gymnasialer Allgemeinbildung, in die Universität einzuführen, um Bildung zu erreichen – das führt zurück in vormoderne Zeiten, verständlich vielleicht als Elitensozialisation, dem Anspruch von Bildung durch Wissenschaft aber nicht angemessen.«

Ein letztes Wort, eine Anekdote: Als im Zuge der universitären Protestbewegung der 1960er Jahre von studentischer Seite die Forderung nach Schaffung von »integrierten Gesamthochschulen« erhoben wurde und in diesem Zusammenhang das Spottwort vom »Fachidiotentum« fiel, quittierte das der Philosoph Odo Marquard mit der Sottise, er sei immer noch lieber ein »Fachidiot« als ein »integrierter Gesamtidiot«.

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