Johann Toth - Nach dem letzten Karfreitag

Здесь есть возможность читать онлайн «Johann Toth - Nach dem letzten Karfreitag» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Nach dem letzten Karfreitag: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Nach dem letzten Karfreitag»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Karsamstag 1945 wurden alle verbliebenen deutschsprachigen Bewohner des Dorfes Kernei aus ihren Bauernhäusern vertrieben und in die Internierungslager in Krusevlje und Gakowo gesteckt. Das Schicksal der als »Donauschwaben« bezeichneten Volksgruppe war besiegelt. Die Internierungslager wurden zu Vernichtungslagern, in denen viele den Hungertod erlitten. »Nach dem letzten Karfreitag« erzählt die Erlebnisse des damals jugendlichen »Toth-Opa«. Es ist die Geschichte eines Sechzehnjährigen, der alles verloren hatte – mit vier Jahren seine Mutter und am Karsamstag 1945 sein Zuhause – und der mit Waghalsigkeit, nein: mit Todesmut, das nackte Leben rettete. Die Geschichte des jungen »Toth-Opa« soll vor allem Friedensmahnmal und Friedensbeitrag sein.

Nach dem letzten Karfreitag — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Nach dem letzten Karfreitag», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Das Ratschen war am Karsamstag zu Ende, an dem der Herrgott auferstanden war und die Glocken wieder aus Rom zurückgekehrt waren. Nachdem die Glocken das erste Mal läuteten, haben wir – die Kinder – die Obstbäume kräftig geschüttelt; nach dem Brauch sollten die Obstbäume durch das Schütteln in diesem Jahr dann viele Früchte tragen.

Zu Weihnachten ist bei uns in Kernei das „ Christkindl“ gekommen; einen Weihnachtsmann oder einen „ Santa Claus“ kannten wir damals nicht. Das „ Christkindl“ war meist ein Elternteil, das sich hinter einem weißen Leintuch versteckte. Für schlimme Kinder gab es den einen oder anderen Hieb mit der Rute. Das „ Christkindl“ brachte Nüsse, Äpfel und Dörrzwetschken für die Kinder; Geschenke, wie wir dies in der heutigen Zeit kennen, gab es nicht.

Der Neujahrswunsch der Kerneier, der sich treffsicher auf das Wesentliche im Leben besinnt, klingt aus heutiger Sicht fast wie eine beschwörende Vorahnung. Eltern und Verwandte gratulierten wir mit folgendem Neujahrswunsch: „ Ich wünsche Euch ein glückliches neues Jahr, ein langes Leben, Gesundheit, Friede und Einigkeit und nach dem Tod die ewige Glückseligkeit.“ Eineinhalb Jahrhunderte hatten wir Kerneier einander zum neuen Jahr Friede und Einigkeit gewünscht; offenbar eine Vorahnung, dass Krieg und Zwietracht das Ende von Kernei bringen würden.

Kapitel 2

TERZ, BELUS UND ROTOBER MIT VIERZEHNER – DIE KERNEIER LEIDENSCHAFT

Wenn die Ernte eingebracht war, es draußen zunehmend unwirtlich kalt wurde und der Schnee das Land bedeckte, war Zeit für „ Klawrias“ . Ich war und bin – so wie jeder Kerneier – ein passionierter Kartenspieler. „ Klawrias“ war ein Spiel mit 32 doppeldeutschen Karten und 4 Spielern, das mit Ersteigern des Spiels bei fünf aufgenommenen Karten – und drei noch nicht aufgenommenen – begann. Jeder Kerneier war ein Freund der Roten: Damit waren aber im streng katholischen Kernei nicht die Sozialdemokraten und schon gar nicht die Kommunisten – die späteren Todfeinde – gemeint, sondern die Karten der roten Farbe. Wer viele Rote hatte, konnte das Spiel über „ Eichel“ (erste Ansage), „Grüne “ (Steigerung auf Spiel 2) und „ Schella “ (Steigerung auf Spiel 3) auf Spiel 4 steigern und Rote zum Trumpf machen. Jedem passionierten Kartenspieler schlug das Herz höher, wenn er den „ Rotober “ mit König (Belus), den „ Vierzehner“ (zweithöchster Trumpf) oder eine Terz (drei Karten derselben Farbe aufsteigend), eine Quart (vier Karten) oder sogar eine Quint (fünf Karten in aufsteigender Reihenfolge) hatte. Der, der das Spiel ersteigert hatte, war der Spieler und Ausspieler gegen die drei übrigen Spieler. Wer mit dem „ Rotober“ oder einem Ass stach, musste beim Ausspielen der Karte seinen Siegeswillen durch lautes Klopfen der zur Halbfaust formierten Mittel-, Ring- und Kleinfinger der Ausspielhand unterstreichen und die Karte auf den Tisch knallen. Dadurch sollten die Mitspieler eingeschüchtert oder zumindest beeindruckt werden, auch wenn die Finger nach dieser Machtdemonstration doch manchmal schmerzten. Manchmal wurden von kraftstrotzenden Spielern dabei auch noch die Mitspieler verhöhnt: „ Trump, der kon’r hat, is‘ a Lump!“ („ Trumpf, der keinen hat, ist ein Lump!“).

Besonders reizvoll war es, wenn schon vor dem ersten Ausspielen dem Spieler „ contra“ von einem der übrigen Gegenspieler gegeben wurde und der Spieler, der das Spiel ersteigert hatte, seine Gewinnprognose durch ein „ Re“ (Retour) unterstrich. Wenn ein „ Re“ durch das Zimmer hallte – egal ob in der warmen Stube zu Hause oder im Gasthaus –, war dies das Signal dafür, dass sich für wenige Minuten die ganze Welt um diesen Tisch zu drehen hatte: Der Spieler (es waren praktisch nur Männer), welcher so laut „ Re“ gerufen hatte, wollte ja gleichsam die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und alle sollten sich als Kiebitze rund um diesen Tisch versammeln. Gleichzeitig musste es absolut still sein; denn auch durch eine noch so vage Andeutung durfte der Kiebitz, der mehrere Kartenblätter gleichzeitig sah, das Spiel nicht verraten oder auch nur durch Grimassenspiel oder Räuspern in das Spiel eingreifen. Es war dann so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Diese Stille und Anspannung war die Ruhe vor dem Sturm: Das harte Klopfen mit den „ Rotober“ oder einem Ass auf den Tisch wurde dadurch noch spektakulärer. In dieser spannungsgeladenen Stille, in der jeder Plausch von Spielern und Kiebitzen striktest verboten war, durfte nur ein Wort fallen: Das machtvolle Wort „ Trumpf“ , ausgesprochen von jenem Spieler, der laut mit der Stichkarte auf den Tisch klopfte und den Stich für sich reklamierte.

Manchmal nahm das Gehabe durchaus Züge eines Duells an, das aber Gott sei Dank nur im nachfolgenden Spiel freundschaftlich – und nicht mit Fäusten oder Waffen – ausgetragen wurde. Die dabei verwendeten Begriffe und Lizitationsstufen sind selbstredend; interessant ist, dass die letzten Lizitationsstufen schon einen selbstironischen Charakter hatten. Die duellhaften, sich steigernden Spielankündigungen, die jeweils eine Verdoppelung des Einsatzes (es wurde aber nur um Körner oder Kleingeld gespielt) zur Folge hatten, lauteten: „ Contra“ – „ Re“ (Retour) – „ Sub“„Mord“Strohwusch“„Heuwusch“ . Ein „ Mord-Spiel“ oder sogar ein „ Strohwusch“ oder „ Heuwusch“ zu gewinnen, blieb einige Zeit in Erinnerung.

Der bei guten Karten entwickelte Spielrausch wurde oft auch durch den nicht unbeträchtlichen Weinkonsum angefacht. Dabei führte, etwas abergläubisch, der Rotweinkonsum oft dazu, dass möglichst viele „ Rote “ aufgenommen werden konnten. Die Leidenschaft des Kartenspielers, möglichst wenig Zeit für anderes zu verlieren und sofort das nächste Spiel mit neuem Glück anschließen zu lassen, führte bei dem nicht unbeträchtlichen Weinkonsum oft dazu, dass der eine oder andere Spieler schon herumzappelte, aber nicht zugestehen wollte, dass er eine Spielunterbrechung benötigte. Daher stammt wohl auch die Kerneier Redewendung: „ Brunzrig wie ein Kartenspieler.“

Kapitel 3

„BROTWERSCHT“ UND SARMENKRAUT – DIE KERNEIER SPEZIALITÄTEN

Die Kerneier haben gut – vielleicht zu gut – und viel – vielleicht zu viel – gegessen. Die damaligen, aus heutiger Sicht sehr fetten Speisen konnten aber von fest arbeitenden Bauersleuten gut verarbeitet werden. Bis zuletzt blieb aber das Problem ungelöst, dass viele Männer, die Haus und Hof an Kinder übergeben hatten, weiterhin „ zu gut und zu viel“ aßen und tranken, einen Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erlitten und mit 50 Jahren oder knapp danach verstarben. Mit mehr Bewegung sowie Zurückhalten beim Essen und Trinken hätte so manche Frau nicht so jung Witwe werden müssen.

Die Speisen damals hatten mehr Fettanteil; gekocht wurde mit Schmalz. Eine besondere Delikatesse waren die „ Brotwertscht“ . Über Generationen überliefert sind die Aussprüche, dass der Vater den Kindern den besseren „ Schwartamaga “ oder den Speck anpries und die Kinder antworteten: „ Vater den guten Speck überlassen wir dir, wir essen lieber die Brotwerscht.“

Auch wenn ich selbst nicht mehr schlachte, werden von mir noch heute vor Weihnachten Bratwürste („ Brotwerscht“ ) selbst hergestellt und von mir selbst geselcht. Jedes Jahr in der Weihnachtsnacht – nach der Christmette – lade ich meine Enkel samt Freundinnen und Freunde ein: Bis in die Morgenstunden werden meine Bratwürste mit frischem Kren gegessen und auch das eine oder andere getrunken; und ich freue mich, dass meine „ Brotwerscht “ den Jungen so schmecken; auch das hält mich jung.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Nach dem letzten Karfreitag»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Nach dem letzten Karfreitag» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Nach dem letzten Karfreitag»

Обсуждение, отзывы о книге «Nach dem letzten Karfreitag» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x