Marko Rostek - 33 Tage

Здесь есть возможность читать онлайн «Marko Rostek - 33 Tage» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

33 Tage: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «33 Tage»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

In den 33 Tagen nach dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 fielen die verhängnisvollen Entscheidungen, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Tagesgenau und detailliert erzählt Marko Rostek die Stationen der Julikrise 1914, in seiner packenden Zusammenschau der Ereignisse werden dabei sowohl die österreichisch-ungarischen als auch die deutschen, englischen, französischen und russischen Positionen und Entscheidungen beschrieben. Hautnah begleitet der Leser die maßgeblichen Akteure auf ihrem Weg in den Krieg. Die Geschichte dieses letzten Sommers im Frieden ist Spannung pur! Staunend und kopfschüttelnd erlebt der Leser, wie Europa im Juli 1914 sehenden Auges in den Untergang marschiert

33 Tage — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «33 Tage», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

***

Nachdem er das Telegramm in seiner umfassenden Konsequenz erfasst hatte, ging er zu seiner Frau und teilte ihr die Tragödie mit. Sie fiel ihm um den Hals und beide gaben sich für einen Moment der Trauer und dem Mitleid mit den hinterbliebenen Kinder des Thronfolgerpaares hin. Sie waren gute Bekannte des Erzherzoges und seiner Gattin. Ganz anders als sein Vorgänger hatte Berchtold ein gutes Einvernehmen mit Franz Ferdinand und die beiden Damen verstanden sich vorzüglich. Leopold Berchtold hatte sich am Tag zuvor extra Zeit für seine Frau genommen, denn die Familie war trotz seiner Karriere immer der wichtigste Bestandteil seines Lebens. Seine Gattin unterstützte ihn immer, so gut sie es vermochte, und die vier Kinder waren ihrer beider ganzer Stolz. Jetzt, so erkannte er, musste er ihr klarmachen, was bevorstand. Wenn die erschütternden Nachrichten stimmten, wenn sich die Gerüchte verdichteten, wenn noch Weiteres ans Tageslicht kommen sollte, dann, das wusste er von der ersten Sekunde an, dann stand das Schicksal der Monarchie auf dem Spiel. Und diesmal, dessen war er sich sofort im Klaren, durfte er nicht zaudern.

***

Der 51-Jährige blickt wieder nach vorn und atmet tief ein. Beim Gedanken an seine Frau und die Kinder erfüllt Wärme sein Herz. Nur mit ihrer Liebe und Treue, da ist er sich sicher, wird er das Bevorstehende durchhalten und Entscheidungen fällen können, von denen er jetzt schon weiß, dass sie getroffen werden müssen, auch wenn sie weitreichende Konsequenzen haben werden. Wenn er die Lage richtig einschätzt, dann wird der gestrige Moment mit seiner Frau der letzte innige für einen langen Zeitraum gewesen sein.

***

Für geraume Zeit standen sie wortlos, eng umschlungen im Salon des Schlosses, und als Leopold Berchtold seiner Frau schließlich einen zarten Kuss auf die Stirn gab, um in sein Arbeitszimmer zu gehen, wo ihn seine Pflicht erwartete, flüsterte sie ihm zu: „Vergiss die Kinder nicht …“

In seinem Arbeitszimmer schrieb er dann eine Vielzahl von Telegrammen an die unterschiedlichsten Verantwortungsträger im Lande, unter anderem an den Kaiser, den neuen Thronfolger Erzherzog Karl, den Ministerpräsidenten und eben an Conrad. Dieser antwortete umgehend, sodass bereits für den folgenden Abend ein Treffen vereinbart wurde.

***

Graf Berchtold macht sich Notizen über Conrad und das bevorstehende Gespräch. Als Botschafter in St. Petersburg hat Berchtold gelernt, sich auf seine Termine gewissenhaft vorzubereiten. Er hasst nichts mehr als unliebsame Überraschungen. Insofern ist das bevorstehende Gespräch mit dem Chef des Generalstabes ein leichtes Spiel, denn wenn man eines bei Conrad nicht befürchten muss, dann sind es Überraschungen. Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1906 weiß die ganze Monarchie, wofür Conrad steht. Er hat seine Wertvorstellungen, Überlegungen und Ziele eins ums andere Mal in Denkschriften und Memoranden in aller Öffentlichkeit klargestellt. Nur mit Mühe und allerhöchsten Verfügungen hat Conrad immer wieder im Zaum gehalten werden können. „Nun, so wie es aussieht“, schlussfolgert Berchtold still in sich hinein, „hätten wir wohl besser auf ihn hören sollen …!“

„Herr Graf“, Brauer reißt Berchtold mit einer Frage aus den Gedanken, „in der Zeitung steht, dass der Attentäter ein Serbe ist. Diese Schandtat dürfen wir uns doch nicht gefallen lassen, viele sind in Aufruhr. Werden wir gegen Serbien zurückschlagen?“ Leopold Berchtold klappt die Mappe zu, sieht seinen Fahrer an und entgegnet: „Lieber Anton, Entscheidungen mit dieser Tragweite sind nicht durch Einzelpersonen zu fällen, sondern erfordern krisengerechte Abläufe in den dafür geschaffenen Gremien. Und schließlich entscheidet zuletzt Seine Majestät, unser Kaiser. Nicht alles, was in den Zeitungen steht, kann man für bare Münze nehmen und ich bitte dich, ab jetzt mit deinen Aussagen ganz besonders vorsichtig zu sein. Besonders in Gegenwart anderer Personen.“

Berchtold hält kurz inne und überlegt, wie weit er seinen Chauffeur ins Vertrauen ziehen soll. Intuitiv entscheidet er sich dagegen und fährt mit einer allgemein gehaltenen Warnung fort: „Anton, eine neuerliche Balkankrise ist bei den Machtverhältnissen, wie sie in Europa derzeit vorliegen, eine sehr gefährliche Angelegenheit.“ Der Minister blickt gespannt über den Rückspiegel in Antons Augen. Wilde Entschlossenheit und die tiefe Furcht vor möglichen Konsequenzen lassen seine Stimme erzittern, als er fortfährt: „Durch die gegenwertigen Bündnisse, die die Großmächte in Europa eingegangen sind, kann unsere Reaktion auf diese abscheuliche Tat zu einer europäischen Krise führen. Und nur Gott allein weiß, wohin das führt!“

Brauer ist verunsichert. So emotional hat er seinen Chef schon lange nicht mehr erlebt. Die weitere Fahrt bis zum Ministerium, so überlegt er, wird er wohl besser schweigen. Mittlerweile haben sie die Stadtgrenze von Wien passiert und Brauer fährt mit gedrosseltem Tempo durch die Straßen der Stadt. Die Hitze an diesem Feiertag lässt die Temperatur im Fahrzeug rasch ansteigen, sodass Berchtold im Fond das Fenster öffnet und sich durch die Zugluft ein wenig Kühlung im Wageninneren erhofft. Das Treiben auf den Straßen, in den Cafés sowie auf den Plätzen, an denen sie vorbeifahren, lässt ihn keinen Unterschied zu anderen Tagen erkennen. Nichts deutet auf die Katastrophe von Sarajevo hin. Im Gegenteil. Als sie am Prater vorbeifahren, lässt Berchtold den Wagen anhalten. Er steigt aus, geht einige Schritte um den Wagen herum und stellt verwundert fest, dass selbst hier alles seinen gewohnten Gang nimmt. Keine Spur von Trauer und Fassungslosigkeit. Die Belustigungen und Vergnügungen werden dem Feiertag entsprechend ausführlich konsumiert und das schöne Wetter trägt das seinige zur allgemeinen Heiterkeit bei. Gedankenschwer steigt der Minister wieder in den Wagen. Es ist allgemein bekannt, dass Franz Ferdinand in der Bevölkerung nicht sehr beliebt gewesen ist, aber eine derartig geringe Resonanz auf seinen Tod hat er nicht erwartet.

Um 17:18 Uhr biegt Brauer vom Ring in Richtung Ballhausplatz ab, fährt am Hofburgtheater vorbei und erreicht kurz darauf das Ministerium des Äußeren. Die Ankunft des Ministers wird bereits erwartet, denn kaum hält das Automobil, stürmt ein Adjutant vor das Haus und öffnet die Wagentür, um Berchtold herauszuhelfen. Dieser nimmt seine Aktentasche mit den Notizen und verabschiedet sich von Brauer, nicht ohne diesen nochmals an die morgige Abholzeit und die zu besorgenden Morgenzeitungen zu erinnern. Als der Wagen abfährt, bleibt Berchtold am Straßenrand stehen und hält inne. Er blickt hinüber zur Hofburg. Die Hitze der Abendsonne lässt die Luft zittern, ein Windstoß wirbelt Staub und etwas Laub auf und lässt beides in kreisförmigen Bewegungen höher steigen, um alles schließlich in einer Hausecke sanft abzulegen. Sein Blick fällt auf die Fahnenmasten der Hofburg, wo seit gestern schwarze Flaggen auf Halbmast wehen. Tief durchatmend wendet sich Berchtold um und geht zügigen Schrittes ins Haus.

Ein Blick auf seine Taschenuhr zeigt ihm, dass bis zur Ankunft des Chefs des Generalstabes noch circa eine halbe Stunde verbleibt. Auf dem Weg zu seinem Büro eilt ihm bereits ein weiterer Mitarbeiter des Außenamtes entgegen, um ihn, während sie die Treppen und Gänge entlangschreiten, über die Ereignisse der vergangenen Stunden zu informieren. Trotz des Feiertags seien bereits die meisten Mitarbeiter im Haus und verrichteten, dem traurigen Anlass entsprechend, ihren Dienst. Unzählige Telegramme seien eingegangen, unter anderem vom deutschen Ministerpräsident und vom deutschen Außenminister, von allen in Wien ansässigen Botschaftern und auch vom serbischen Geschäftsträger, wie der Assistent sich hinzuzufügen beeilt. Darüber hinaus kämen immer neue Nachrichten aus Sarajevo, die als Urheber der Tat immer stärker Belgrad ausweisen. Mittlerweile seien sechs Personen verhaftet worden. „Sechs!“, entfährt es Berchtold, während er überrascht stehen bleibt. „Aber das ist ja dann eine Verschwörung und nicht das Attentat eines Einzelgängers!“ Für einen kurzen Moment entweicht die Farbe aus seinem Gesicht und Berchtold sieht seinen Mitarbeiter fassungslos an. „Für sechs Personen braucht es Organisation, Koordination und einen Plan! Wehe uns, wenn dieser tatsächlich aus …“ Er spricht seine Gedanken nicht zu Ende, sondern hastet, gefolgt von seinen Mitarbeitern, ins Büro.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «33 Tage»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «33 Tage» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «33 Tage»

Обсуждение, отзывы о книге «33 Tage» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x