Freddy Derwahl - Das Flüstern Gottes

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Gottessuche, Gottesnähe, Gotteserfahrungen. Darum geht es Freddy Derwahl, der nicht nur von persönlichen Erlebnissen berichtet. Denn er hat Nonnen, Mönche und Einsiedler besucht, dem nächtlichen Schweigen hinter den Mauern und in der Natur, dem kaum wahrnehmbaren Flüstern Gottes «zugehört». Mit angemessen leiser doch kraftvoller Stimme lädt er ein, ihm ins Schweigen zu folgen, das «den großen schöpferischen Pausen des Lebens entspricht». Der Autor nimmt uns mit zu heiligen, aber auch ganz irdischen Orten in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Algerien, auf dem Berg Athos und in der ägyptischen Wüste. In der Ruhe der Worte schenkt er uns Rastplätze des Schweigens, um die Kraft und Freude des Glaubens an Gott mitzuteilen: vor allem den Suchenden, den an ihm Leidenden oder nichts von ihm wissen Wollenden.
Zitat
"Wenn man das Wesentliche nicht verpassen will, muss man Ja sagen. Ja in das Flüstern Gottes hinein."
(Gastschwester Julienne, Karmelkloster Mazille/Burgund)

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Der Name des einzigen deutschen Trappistenklosters, Mariawald, schloss sich den frühen Walderlebnissen nahtlos an. Die Kindheit war zu Ende gegangen, der Wald als Gotteszeichen, tief und mysteriös, jedoch geblieben. Maria stand für das stille Unbegangene, sie trat weihnachtlich aus dem Dornwald, er trug ihren Namen. Die hinter hohen Mauern lebenden Schweigemönche verbreiteten wie die finsteren Reviere leise Schrecken und Faszination. Nur hinter einem hohen Gitter konnte man sie sehen, wenn sie in einer langen Prozession die Kirche verließen; manche mit dem runden Haarkranz der Tonsuren auf dem kahlen Schädel oder mit hochgezogenen spitzen Kapuzen. Es war wie eine Mischung aus dem geheimbündlerischen Ku-Klux-Klan und der martialischen Fremdenlegion. Kamen oder gingen sie, brannten am Hochalter Kerzen. Die Glocke schlug heftig, sie hatte etwas Alarmierendes, wie eine Sturmwarnung.

Alles schien riskant, doch habe ich mich daran nicht satt sehen können. Noch war keine Ahnung vom eigentlichen Sinn dieser liturgischen Choreografie, doch vermittelte sie das Bild einer geschlossenen und entschlossenen Männergemeinschaft, die couragiert aus der Welt trat. Meine Eltern, die uns zum Sonntagsausflug in die Abtei mitnahmen, hielten die Mönche für „verrückt“; es empörte mich, sie hatten nichts verstanden. Auch ich „verstand“ nicht viel, doch schlimmer, da war eine Ahnung, milde und unheimlich zugleich, sie provozierte ängstliches Staunen und zog zugleich mächtig an. Leise bebte die Erde, als ziehe der Schatten Gottes vorüber.

Auf der Eifelstraße, vom Rursee nach Monschau, habe ich mich noch Jahrzehnte später nach dem schon fernen Kermeter-Hochwald umgesehen, aus dessen Tannen die weiße Front der Abteikirche von Mariawald herausstach. Wald und See waren dunkel, das weiße Gemäuer strahlend rein. Ein flackernder Stern in finsterer Nacht, von der Welt umschlossen, blieb er sichtbar. Das demütige Licht hatte etwas mit Treue zu tun, es konnte nur die Treue Gottes sein: „Fürchtet euch nicht!“

Als ich während der Genesung nach einer Masernerkrankung im Sammelsurium einer alten Pralinenschachtel die Broschüre „Die weißen Mönche von Mariawald“ entdeckte, sollte dies weitgehende Folgen haben, denn der Autor, P. Andreas Schmidt, gab als Grund für dieses „verrückte“ Leben nur zwei Worte an: „Gott allein“. Es war ein Schock und eine lebenslängliche Offenbarung. Ich war damals 12, doch wirken die beiden Worte noch immer. Dass eine Radikalität über mich hereinbrach, von deren Höhen und Abstürzen ich keine Ahnung hatte, liegt in dieser Offenbarung Gottes begründet. Wer sich auf sie einlässt oder es zumindest versucht, wird es weit bringen, auch dahin, wohin er nicht will. Kindliche Ängste hatten bisher mein Leben überschattet, vor allem der Tod erschütterte mich, nachdem ich meine Großmutter, die ich über alles liebte, aufgebahrt im Sarg gesehen hatte. All ihre Güte blass und erstarrt, die Kränze, Tannengeruch, da war er wieder, der Wald. „Gott allein“ blieb der einzige Ausweg, die Rettung.

Julien Greene, der selbst in die Nähe des Mönchtums geraten war, schrieb dazu in seinem Tagebuch „Was an Tagen noch bleibt“ den erschütternden Satz: „Wer berufen ist, bleibt berufen, weil er dem Ruf nicht gefolgt ist.“ Worte, die mein Leben begleiten, fast ein Verdikt, doch so ist die Erinnerung an erste Liebe. Sie ist schmerzlich und schön zugleich, kein Verrat gibt sie preis, leise wie sie kommt, verschwindet sie wieder. Ich war der Heftigkeit dieser Liebe nicht gewachsen und doch nicht ganz von ihr verlassen. Die Formen änderten sich, das Eigentliche blieb. Sie war reines Geschenk, Gott nimmt seine Geschenke nicht zurück, er verwandelt sie für andere Feste.

Mein Wunsch, dem Ruf der Trappisten von Mariawald zu folgen, stieß auf den heftigen Widerstand meiner Eltern. Meine Mutter weinte bitterlich und verkündete ihren baldigen Tod. Mein Vater ging energisch vor, verbot mir jeden Kontakt und zensierte meine Lektüre. Es waren schlimme junge Jahre. Keine Gebete, keine Aussprache halfen, uns gemeinsam waren nur die Tränen. Etwas Fremdes war zwischen uns getreten, es verlangte einen anderen Frieden. Als ich das Risiko einging, mich 16-jährig für drei Tage aus einem Jugendlager zu entfernen und per Anhalter 50 Kilometer zur Abtei Mariawald zu fahren, blieb dieses Abenteuer lange unbemerkt. Das letzte Stück führte zu Fuß durch den Wald und wie in der Kindheit fürchtete ich hinter jeder Wegbiegung die plötzliche Begegnung mit dem Schrecken. Doch dann lichtete sich das Dickicht und gab den Blick frei auf die weiße Klostermauer: Ankunft, Stunde des Glücks.

Ich folgte der Heiligen Messe und den Nachtwachen von der Empore, schuftete mit den Novizen im Heustall, erzählte den Oberen meine sonderbare Geschichte. Sie lächelten über mein Alter und empfahlen demütige Geduld. Die mich tief prägende Szene war ein Novize, der sich auf den Boden vor einer Kreuzwegstation hingeworfen hatte. Sie fasste alles zusammen, was ich mir unter diesem Leben vorstellte: radikale Hingabe an den „Gott allein“. Andere Entdeckungen bargen weiter den Zwiespalt meines Waldgangs, Staunen, leise Furcht, Faszination: die mit Strohhüten im Gänseschritt zur Feldarbeit ziehenden Mönche; ihre überlebensgroßen Schatten kurz vor drei Uhr im Kreuzgang unterwegs zum Nachtoffizium; die anschließenden stillen Messen im Halbdunkel der Seitenkapellen; die sich in braunen Kutten vor dem Abt tief verbeugenden Brüder; die Stundengebete und ihr melodisches Summen. Besonders erschrak, dass sich die Mönche freitags nach der Vigil in ihren in einem nach oben geöffneten Schlafsaal befindlichen Zellen selbst geißelten. Der Novizenmeister nannte es „Disziplin“ und sagte: „Es fließt kein Blut dabei.“ Hier herrschte militärische Härte. Sie übten sich in einer Strenge, als wollten sie Gottes Nähe erzwingen.

Erst zur Nacht, die bereits um 19.30 Uhr begann, löste sich die Strenge beim Gesang des „Salve Regina“. Es ist ein flehentlicher Ruf an die „Mutter der Barmherzigkeit“. Alle Lichter erloschen, allein vor der Madonna flackerte eine Kerze. Da waren im zärtlichen gregorianischen Gesang die Worte vom „Weinen und Klagen im Tal der Tränen“. Ein letzter Gruß an „unsere Frau der Hoffnung“, sie möge „uns nach diesem Elend Jesus zeigen“. In allen Klöstern des Ordens endet mit diesem Ritual der Tag. Die Nacht ist gekommen, die Stunde der Sehnsucht.

In der Eupener Marienkirche habe ich an einem Winterabend gebetet für die Erlaubnis, in Mariawald einzutreten. Vielleicht war es das glühendste Gebet meines jungen Lebens. Solche Gebete werden immer erhört, doch manchmal nicht auf die Weise, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Erlaubnis der Eltern ist nie erfolgt, als sie starben, war es zu spät. Die Gnade wartet nicht, sie kehrt auf anderen Wegen zurück. Ich trat in ein Leben mit einem Riss, der so tief ging, dass er nie mehr ganz heilen würde. Was immer auch geschah, wohin ich mich auch von dieser Sehnsucht entfernte, sie kam still und leise zurück. Viel wichtiger als das Schweigen und die strengen Observanzen der Trappisten blieb die Losung „Gott allein“. Ich hatte noch zu lernen, dass sie auf andere Weise auch in der tobenden Welt unsere Herzen berührt.

Der Kathedrale von Chartres darf man alles zutrauen. Alljährlich machen sich in Paris tausende Jugendliche auf den Weg. „Nur noch die Füße beten“, schrieb der Nobelpreisträger Fran ç ois Mauriac. Tief unten in der Krypta befindet sich die „Schwarze Madonna“. Wir gehörten zur jungen 68er Generation und trugen Kreuze, die Studentinnen flochten Feldblumen in ihr Haar. Nicht Bob Dylan sang, wir sangen Marienlieder .

3. Chartres

Das Pfingstwochenende 1969 war in Paris ein Ereignis. 15.000 Studentinnen und Studenten versammelten sich in der Frühe vor dem Bahnhof Montparnasse. Die Barrikaden des putschartigen Monats Mai des Vorjahres waren noch nicht vergessen, und doch schien alles ganz anders. Keine Demonstranten skandierten auf den Straßen, keine roten Fahnen und weltrevolutionären Spruchbänder. Keine „Internationale“ erschallte, niemand erhob die Faust. Weder Schlagstöcke noch Wasserwerfer, noch Tränengas. Es war kein Aufmarsch, sondern eine friedliche Abfahrt im Regionalzug, der die Wartenden hinüber nach Palaiseau ins Département Essone bringen sollte, dem Wohnort des Dichters Charles Péguy. Er war hier im Sommer 1913 zu einem Abenteuer aufgebrochen, das über ein Jahrhundert hinaus Folgen haben sollte. Péguy hatte ein Gelübde für die Heilung seines schwer kranken Sohnes abgelegt und pilgerte zur Schwarzen Madonna in der Kathedrale von Chartres. 100 Kilometer in glühender Hitze, vier Tage hin und zurück über Nationalstraßen, Dorfplätze und Bauernpfade. Es war ein erschütternder Pilgerweg in der Einsamkeit. Bald danach brachen befreundete Dichter und Künstler auf. Es folgten das junge Frankreich und seine europäischen Freunde.

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