Gerhard Gaedke - Hochzeitsreise nach Riva

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Hochzeitsreise nach Riva: краткое содержание, описание и аннотация

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In seinem dritten Novellenband zeigt Gerhard Gaedke, wie der Lauf des Lebens oft durch kleine, unscheinbare Ereignisse bestimmt wird, so z. B. in der Titelgeschichte «Hochzeitsreise nach Riva» durch eine Visitenkarte, die jemand offensichtlich als Lesezeichen in ein Buch gesteckt und dann wohl vergessen hat … Emotionsreich, spannend oder fantastisch-geheimnisvoll – das ist der Stoff, aus dem die Geschichten sind, die Sie in diesem Band erwarten.

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Mama hatte sie dabei beobachtet. Und während sie sich in eine leichte Duftwolke hüllte, den Duft hatte sie sich in Paris gekauft, nein, Jean, hielt die Mutter ihr den Regenmantel und einen Schirm hin. Es regnet und unten wartet das Taxi. Und mach keine Dummheiten!, rief sie ihr ins Stiegenhaus nach. Sie sei 38, rief sie zurück, aber Mutter bleibt Mutter, diesen Satz formulierte Elise aber nur leise.

Der Taxifahrer, ein Armenier, wie er ihr erklärte, zeigte mit seiner Linken bei der Fahrt über den Ring auf die Gebäude. Naturhistorisches, Parlament, Rathaus. Sie habe stumm genickt. Eigentlich müsste sie ihm die Stadt erklären. Dabei sah sie ihn an. Vielleicht kommt er aus dem Dorf von Aznavour, dachte sie und stieg vor dem Landtmann aus. Au revoir, sagte sie, es war ihr einfach so herausgerutscht.

Sie saß mit zwei älteren Damen an einem der hinteren Tische im kleinen Salon. Vorne, etwas erhöht, ein kleiner Tisch, kein Mikro, eine Frau und ein dunkelblonder Mann mit Brille. Ihr wurde ganz heiß, sie zog nervös am Rollkragen ihres Pullovers. Seine Frau, seine Lebensgefährtin? Sie ärgerte sich, dass sie nicht an diese Möglichkeit gedacht hatte. Fahrig setzte sie sich ihre Brille auf. Entwarnung, die war um einiges älter. Vielleicht seine Verlegerin, die Moderatorin, seine Lektorin? Ja, sagte sie sich, so sehen Deutschprofessorinnen am Ende ihrer Schullaufbahn aus.

Dann stand diese Frau auf, zuvor hatte sie die Zigarette ausgedrückt und einen Schluck Rotwein zu sich genommen, begrüßte die Gäste und begann über das nun schon siebente, nein, sie korrigierte sich, das achte Buch, das Tillman, auch da korrigierte sie sich, Tilli, illustriert habe, zu sprechen. Die Texte, ihre Texte, seien wie immer bei den gemeinsamen Büchern nur das Beiwerk. Jetzt stand er, Tillman Schneider, auf. Blödsinn, sagte er, ohne deine, ohne ihre Texte wäre er nicht in der Lage, auch nur eine Seite zu zeichnen. Ihre Texte, nein sie sei seine wahre Muse.

Dass er sie mit Françoise Gilot, Picassos Muse, vergleiche, ehre sie, aber das müsse sie, angesichts ihres Alters und Aussehens zurückweisen. Aber ja, schon beim Verfassen der Texte sei sie wahnsinnig gespannt darauf, was Tilli sich zeichnerisch dazu einfallen lasse. Er sei eben ein genialer Künstler und sie danke Gott, ihn als Partner für ihre Kinderbücher gefunden zu haben.

Elise atmete tief durch. Wenn nun doch schon das Ende der Veranstaltung wäre, sie würde sofort nach vorne gehen, dachte sie und korrigierte sich gleich. Nein. Sich als Letzte anstellen, da hätte er dann mehr Zeit. Und dann stand sie vor ihm. Sie sei die Frau aus Vaduz oder Riva, je nachdem. Und auch sie sei, wie er, von diesem Buch über die Hochzeitsreise nach Riva begeistert gewesen.

Er müsse ihr gestehen, dass er nahe daran gewesen war, dieses Buch einfach mitzunehmen und zu illustrieren. Im Stil der 50er-Jahre. Flatternde weite Damenröcke, große Strohhüte, Campari mit Trinkhalm, blauer Himmel, dunkle Berge, blauer See, weiße Segel, zwei Verliebte in einem Ruderboot, Lebenslust pur.

Dann schlug er ihr vor, sich morgen zum Kaffee bei ihm zu treffen, damit er ihr die Wohnung zeigen könne? Liechtensteinstraße, im Ersten. Ich sage das, weil Sie mir ja Ihre Wohnung in Vaduz angeboten haben. Dabei lachte er und verabschiedete sich.

Gleich in seine Wohnung?, fragte ihre Mutter dann zu Hause. Ist der Mann seriös?

Es sei ihr wichtig. Und sie versprach ihr, danach gleich anzurufen.

Am nächsten Tag war sie wie vereinbart um 10 Uhr dort. Eine ältere Frau erwartete sie. Herr Schneider musste zu einem Interview, überraschend. Aber sie könne sich in seiner Wohnung gerne alleine umsehen. Wenn Sie fertig sind, läuten Sie bei mir im Mezzanin, König.

Sie bedauerte es, ihn, Till oder Tilli, nicht persönlich angetroffen zu haben. So aber hatte sie die Chance, sein Umfeld näher kennenzulernen. Sie sah sich also um. Zuerst im Badezimmer, keine Utensilien einer Frau.

Typisch Frau, warf ich ein und schenkte vom Rotwein nach.

Dann das Schlafzimmer, Doppelbett mit einer Decke, Schreibtisch, kein eingerahmtes Frauenbild. Auf einem großen Esstisch lagen einige Bücher, vermutlich wollte er ihr die zeigen. Sie blätterte darin. Tomi Ungerer fiel ihr ein. Die drei Räuber und der Mondmann und Zeraldas Riese.

Und der Nebelmann, ergänzte ich.

Und dann war ihr eingefallen, dass sie früher einmal, vor 15 oder 20 Jahren, für unsere beiden Neffen, Bodo und Lorenz, die Kinder von Onkel Bruno, eine Kindergeschichte geschrieben hatte. Und sie setzte sich auf das Sofa im Wohnzimmer und schloss die Augen. Wenn da nun etwas wird, mit diesem Till, und sie mit ihren 38 oder 39 noch ein Kind bekommen würde, und er für dieses gemeinsame Kind … Dann unterbrach sie ihre Gedanken. Ich spinne, sagte sie sich, ich kenne den Mann gerade einmal seit einem Tag für ein paar Minuten.

Was aber sollte sie nun mit diesem Buch Hochzeitsreise nach Riva, das noch immer ins selbe Seidenpapier eingewickelt war, tun? Sie legte es auf den Schreibtisch und schrieb auf einen Notizblock ihren Namen und ihre Telefonnummer. Dann habe sie die Wohnung verlassen, habe den Schlüssel abgegeben und sei nach Hause gegangen.

Dann der erwartete Anruf. Schneider. Sie war überrascht, sie hatte nicht mit einem raschen Rückruf gerechnet. Er würde das Angebot eines Wohnungstausches Wien gegen Vaduz gerne annehmen. Er habe noch etwas fertigzustellen, das brauche Zeit, ehrlich gesagt, habe er damit noch gar nicht angefangen, aber die Idee sei gut, sehr gut sogar, er würde es ihr gerne mitbringen, quasi zu einer privaten Buchpräsentation. Und dass er sie gerne nochmals treffen würde, solange sie noch in Wien sei. Vielleicht könne Elise, als Juristin, das habe er herausgefunden, mehr über die Autorin des von ihnen beiden so geliebten Buches erfahren, ob es da noch Verlagsrechte gebe und so weiter. Er würde nämlich gerne eine kleine Auflage drucken lassen und an Freunde und Bekannte verschenken.

Morgen oder übermorgen?, frage sie.

Morgen, die Antwort kam schnell. Im Schwarzen Kameel. Um 11.

Elise war schon eine Viertelstunde vorher dort, diesmal hatte sie das blaue Kleid von Bogner gewählt und ein weißes Tüchlein um den Hals gebunden. Dabei hatte sie lange darüber nachgedacht. Weiße Fahne hieße doch, die Festung aufgeben. Sie lachte still.

Wieder waren da die Blicke der älteren Herren, meine fiktiven Stifter, sinnierte sie. Geldmenschen. Und es fielen ihr die Drei Räuber ein. Auch Schneider kam ein paar Minuten zu früh. Lässig einen Pulli um die Schulter gehängt. Sie begann damit, dass sie ihm ein Kompliment zum gelungenen Kinderbuch, das er vorgestern präsentiert hatte, machte. Und auch, dass ihr die Wohnung, seine Wohnung, zusage. Sie wohne derzeit bei ihrer Mutter, da sei sie aber nicht so ungebunden.

Er lächelte.

Meinte er, wegen eines Männerbesuchs? Sie wollte das klarstellen, unterließ es aber. Dann sahen sie sich beide an. Können wir uns duzen?, fragte er. Sie nickte. Sie hätte ihn gerne auf die Wange geküsst, auch auf seine unrasierte.

Er habe, das habe er ja gestern schon kurz angedeutet, eine grandiose Idee, die hänge auch mit ihr zusammen. Und noch nie habe er so früh, am Beginn eines Projektes, an das Finale gedacht.

Eine neue Muse?, fragte sie Till. Er schwieg vorerst. Dann kam ein zögerliches Ja – vielleicht. Jedenfalls würde er sie bitten, das mit der Autorin und den Verlagsrechten abzuklären.

Dann kam man auf Paris zu sprechen und sie erzählte ihm, dass sie einmal für eine Woche dort gewesen sei. Ob sie allein gewesen sei. Die Frage erheiterte sie. Also ein Abtasten. Ein vorsichtiges Vordringen in Privates, erobern der Festung, die sie längst schon aufgegeben hatte.

Elise nickte, man könnte das später ja als Notlüge erklären.

Und du?, fragte sie. Auch er nickte. Es sei für ihn eher ein Arbeitsurlaub gewesen, er habe Galerien und Museen besucht, sich ein Konzert angehört und einfach Eindrücke gesammelt. Und sich die Tomi Ungerer-Ausstellung angesehen. Und sie zählte all die Bücher auf, die sie von Ungerer gelesen oder vorgelesen bekommen hatte.

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