Arzt: »Und das Ende der Welt findet dann wann statt?«
Der Arzt arbeitete mit dem Befundbericht vom Südpoltester und der sprach nun mal von Wahnvorstellungen.
Martin: »Nach allem was ich weiß 2027!«
Arzt: »Da ist aber noch viel Zeit. Wie wäre es, wenn Sie einen kleinen Urlaub machen?«
Der Computer sollte sich nicht abkühlen. Charles gab ihm die neuesten handelsüblichen Sicherheitsprogramme und natürlich jede Menge nicht handelsüblicher Ausspähprogramme und vernichtete danach die Originale.
Martin: »Urlaub? Was soll ich denn tun?«
Arzt: »Gehen Sie mal schick essen oder in eine Ausstellung, wie wäre es mit der Disco?«
Martin: »Das kostet ein Vermögen. Moment, das ich jetzt habe. Sie kosten doch auch Geld?«
Martin hatte fast ehrlich verdientes Geld!
Martin: »Huch, ich bin doch reich! Sagen Sie, was macht man eigentlich mit Geld?«
Arzt: »Das weiß ich nicht, ich verdiene nicht so viel.«
Oh doch! Seneca hatte ihn schließlich empfohlen!
Martin: »Könnten Sie mal jemanden fragen, der sich damit auskennt?«
Arzt: »Wenn es Ihnen so egal ist, dann könnte man es doch spenden.«
Martin: »Ihnen?«
Arzt: »Ich werde mir mal das auf meinem Terminplaner notieren, vielleicht kann ich Ihnen doch helfen.«
Der Arzt schrieb auf einen Terminplaner, den er nie kontrollierte. Eine unsichtbare Schreibmaschine, um Martin vom sinnlosen Geldverschwenden fürs erste abzuhalten.
Nach dem Arztbesuch war Martin gönnerhaft gestimmt und konnte das auch problemlos ausleben, als er auf dem Nachhauseweg mit Wang Gael Peter Assimov auf der Straße stehen sah. Er hatte ein Schild in der Hand "USA".
Martin: »Wang, den nehmen wir mit. Den kenne ich!«
Wang: »Rucksack Amis versuchen meistens irgendetwas zu schmuggeln. Sind Sie sicher?«
Martin: »Ganz sicher!«
Gael konnte durch die getönten Scheiben des Wagens nichts erkennen und reagierte erst im Inneren auf den Chef der Station Nica.
Gael: »Ach du Bruder, lass dich umarmen!«
Gael umarmte Martin.
Martin: »Nicht knutschen!«
Gael: »Wie steht es um Xu? Sind die Habier schon besiegt?«
Martin: »Wo ist der Rest von euch?«
Gael: »Die meisten sind in Bandung, auf den Philippinen, geblieben. Papst Benedikt der XVI hat uns eingeladen.«
Martin: »Der Papst auf den Philippinen hat euch eingeladen?«
Gael: »Ja, er hat gesagt man darf an Außerirdische glauben, aber sie nicht anbeten und es gibt erschreckend wenig Christen auf den Philippinen. Das hat er von seinem Astrologen.«
Martin: »Gibt es dort Haschisch, wo die meisten geblieben sind?«
Gael: »Ja, und was für ein geiles Zeug!«
Martin: »Du willst zurück in die USA?«
Gael: »Ja, das Zeug muss doch verteilt werden.«
Gael holte zwei toastbrotleibgroße Ballen Haschisch aus seinem Rucksack. Wang räusperte sich.
Martin: »Schöne Scheiße, wie willst du fliegen, Economy?«
Wang: »Siehst du den Bus dahinten? In so einen kommst du!«
Gemeint waren die mobilen Exekutionseinheiten der chinesischen Regierung.
Gael: »Du hast doch einen Privatjet.«
Martin erinnerte sich dunkel an die Escape.
Martin: »Wang, nach Hause. Gael, so ein komischer Name, das Zeug muss weg!«
Am nächsten Tag steuerte Wang dann endlich das Takafumi Building an. Der Wirtschaftswissenschaftler Hagen van de Volk war schon ein bisschen froh über diesen Tag Galgenfrist. Es war die Rede davon, ein Unternehmen aus dem Boden zu stampfen und das Gebäude war nur teilweise eingerichtet. Gael vernichtete an diesem Tag einen Teil seines Einkaufs. Wang war glücklich, dass Gael breit zu Hause lag, zumindest den Vormittag über. Wang Honei war einfach kein Drogentransporter und Gael ließ das Zeug nicht unbeobachtet. Martin blieb auch nicht unbeobachtet, die Staatssicherheit folgte und wusste, was nicht transportiert wurde. Es war ok, aber man machte sich auch Gedanken um Martins Gesundheit und begann, die Befundberichte des Therapeuten zu studieren. Am Takafumi Building war das Gespräch mit Hagen schon fast uninteressant.
Hagen: »Schön, dass Sie es heute geschafft haben. Ich verstehe, dass der Therapeut wichtiger war. Waren die Bewusstseinssperren denn schlimm?«
Martin: »Man fühlt sich unheimlich getrieben und kann sich nicht treiben lassen.«
Hagen: »Getrieben werden Sie jetzt nicht. Ihr Kollege, Herr Seneca, hat eigentlich alles erledigt bis auf die Finanzierung, die nicht mit dem Südpol einverstanden ist. Die USA sind schon fast draußen, wäre nicht Barack Obama, der glücklicherweise der Meinung ist, er müsste sich für alles was der Bush verbockt hat, entschuldigen. Der große globale Scherbenhaufen durch Bush und die Weltwirtschaftskrise sagen, dass kein Geld kommt. Wir sind kaum auf dem Markt und müssten eigentlich schon irgendwie beweisen, dass wir uns auf die neue Flaute eingestellt haben, am besten durch eine Rationalisierung. Wir haben aber noch nichts was wir rationalisieren können. Es gibt nur eine Möglichkeit für mich, eine fortschrittliche Unternehmensform.«
Martin: »<3Und dann kommt das Geld. Wer bezahlt Sie eigentlich?«<3
Hagen: »Wir haben einen guten Kredit aus der Schweiz! Wir warten wie alle anderen auch.«
Martin: »Und fürs Warten bekommen die Leute hier Geld? Da kann man doch rationalisieren?«
Hagen: »Wir tun noch andere Sachen, wie zum Beispiel zu schätzen, wie viel Ihre Technik eigentlich wert iIst. Das kann man nur abschätzen, durch die Ideen, die hier gerade eingehen. Sind die Ideen nämlich gut genug, erhalten wir mehr Geld.«
Martin: »Sie raten doch nur!«
Hagen: »Wir vergleichen Äpfel mit Birnen. Das ist mehr als nur raten und dann tun wir noch etwas Wichtiges. Wir sagen, wie teuer etwas Neues ist! Ihre Technik ist ziemlich neu und hat viele Möglichkeiten. Bei Bänkern ist es schon so, dass es heißt 3, 6, 3, 3 Prozent für Guthaben, 6 Prozent für Kredite und um 3 geht es zum Golfen, aber wir können es mit ähnlichen Dingen vergleichen, so dass es 6, 3, 6, heißt und das spart Geld.«
Martin: »Da man um 6 länger Golf spielen kann, weil man solange mit der Taschenlampe den Ball suchen muss.«
Hagen: »Um es mal an einem Beispiel zu zeigen. Es geht um Ihr Bestrafungsfeld, etwas mit dem man gut Geld verdienen könnte als Ersatz für die Todesstrafe. Also, in den USA schafft man die Todesstrafe Stück für Stück ab, weil Polizeichefs es nicht mehr als gegeben sehen, dass die Verbrecher dort abgeschreckt werden. Seitdem Sie mit ihren Messeauftritten und Ihrer ‚Kopfdurchdiewandnummer‘ in aller Öffentlichkeit gezeigt haben, dsas Sie wohl so etwas wie ein moderner Frankenstein sind und das Feld um die Station Nica als Monster behandeln.«
In den USA kostet eine Hinrichtung 1 Million Dollar und in China wurden 1718 Todesurteile vollstreckt, geschätzte 6000-8000 in 2008.
Martin musste an den bekloppten Gael denken, mit seinem Shit.
Hagen: »Das ist ein Riesenmarkt!«
Martin: »Nein, keine Folter als Ersatz für die Todesstrafe. Das nutzen wir, aber ich will kein Geld damit verdienen. Das habe ich nicht nötig. Es gibt viele andere Möglichkeiten, selbst, wenn wir von 8 Milliarden Dollar reden.«
Schnell korrigierte Seneca den Kopfrechner.
Seneca: »Die Todesstrafe ist nicht so teuer in China.«
Hagen: »Ich hatte mir schon gedacht, dass Sie mit nein stimmen.«
Martin war beleidigt. Hagen störte das aber nur wenig, da er den Chef in diesem Fall völlig korrekt zusammenschiss. Er hatte bereits seinen zwei Jahresvertag in der Tasche und machte nur brav seine Arbeit.
Hagen: »Sie müssen jetzt nach Hause. Da gibt es Probleme. Ich suche Ihnen bessere Angebote und ich habe noch viel anzubieten. Aber werden Sie nicht zum Politiker. Immer, wenn sie tun was sie wollen, müssen sie Geld dafür bezahlen und immer wenn sie tun, was andere wollen, bekommen sie dafür Geld.«
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