Richard R. Ernst - Richard R. Ernst

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16. Oktober 1991, Richard R. Ernst, Professor für Chemie an der ETH Zürich, befindet sich auf dem Flug nach New York. Plötzlich kommt der Pilot auf ihn zu und bittet ihn ins Cockpit: ein Anruf aus Stockholm! So beginnt die Autobiografie des Schweizer Nobelpreisträgers, der mit seinen bahnbrechenden Beiträgen zur magnetischen Kernspinresonanzspektroskopie die Grundlagen lieferte für die Magnetresonanztomographie, ein Verfahren, das heute weltweit in der medizinischen
Diagnostik eingesetzt wird. Richard R. Ernst wurde 1933 in eine gutbürgerliche Winterthurer Familie hineingeboren und konnte lange nicht sprechen. In seiner Autobiografie erzählt der Wissenschaftler von nicht immer einfachen Kinder- und Jugendjahren, vom Beginn seiner Karriere, von den 1960er-Jahren, als er im kalifornischen Palo Alto wichtige Entdeckungen machte, von der Rückkehr an die ETH und dem Haifischbecken Hochschulforschung. Der hochbegabte Chemiker hat auch noch eine andere Seite: Auf einer Weltreise entdeckte er in Nepal seine Faszination für die Kunst des Himalajas. Er begann Thangkas, Rollbilder des tantrischen Buddhismus, zu sammeln, und hat eine der bedeutendsten Sammlungen tibetischer Kunst zusammengetragen. Auch von dieser privaten Leidenschaft berichtet der berühmte Wissenschaftler.

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Die für uns dramatischste Folge des Krieges war, wie erwähnt, dass unser Vater die meiste Zeit abwesend war. Im Garten hatte meine Familie im Rahmen der «Anbauschlacht» Gemüsebeete angelegt, und wir zogen Kaninchen, mit denen wir spielen konnten, zumindest bis sie als Sonntagsbraten auf den Tisch kamen. So war das damals, aber für uns Kinder war es natürlich ein Schock, zu erfahren, dass unser «Fritzli» gebraten worden war. Uns allen sind auch noch die Nachrichten von Radio Beromünster mit den aufregenden Meldungen zum Stand des Kriegs im Ohr, die wir hörten, sobald unser Vater nach Hause kam. Unausgesprochen klar war jedoch in unserer Familie, wer die «Bösen» in diesem Krieg waren, nämlich unsere nördlichen Nachbarn. Natürlich begriffen wir damals weder die Gründe noch die Bedeutung dieser Ansichten.

Als Bub interessierte mich sowieso mehr die abenteuerliche Seite der Ereignisse als die politische. Wenn ich zum Beispiel abends die Dachluke öffnete und mit dem Feldstecher die GI-Bomber auf ihrem Weg nach Deutschland über uns hinwegdonnern sah, erfasste mich ein Schauer. Dazu beigetragen haben mag auch, dass uns die Eltern diese nächtliche Ausschau strikte verboten, weil eine strenge Verdunkelungspflicht herrschte. Wie sollte ich denn auch wissen, dass von den Fliegern eine reale Gefahr ausging? Erst später erfuhr ich, dass die Stadt Schaffhausen, nur etwas mehr als zwanzig Kilometer von Winterthur entfernt, 1944 von amerikanischen Flugzeugen bombardiert worden war und 37 Todesopfer und Hunderte von Verletzten zu beklagen waren.

Es muss wenige Monate nach Kriegsende gewesen sein, als ich, mit etwa 13 Jahren, eine schicksalhafte Entdeckung machte. Auf einem meiner Streifzüge auf dem Dachboden fand ich eine Kiste voller Glasflaschen mit verschiedenen Chemikalien. Später erfuhr ich, dass diese meinem Onkel Karl gehört hatten, der Ingenieur gewesen war, sich aber auch für Fotografie und Chemie interessiert hatte. Onkel Karl war, lange bevor ich geboren wurde, beim Skifahren tödlich verunglückt, doch einige seiner persönlichen Sachen waren auf dem geräumigen Dachboden vergessen gegangen, bis ich neugieriger Junge darauf stiess.

Eine nach der anderen trug ich die Flaschen vom Dachboden in die Kellerwerkstatt hinunter und baute mir ein eigenes kleines Labor auf. Dann begann ich zu experimentieren. Bald entdeckte ich auch einen Bunsenbrenner und durfte diesen an die Gasleitung anschliessen, die das Licht speiste. In der Folge deklinierte ich mich durch die grundlegenden Experimente der Chemie: mischen, schmelzen, verdampfen, destillieren; ich versuchte sogar, Glas zu blasen. Ich erinnere mich, dass im Keller auch mal konzentrierte Salzsäure oder andere gefährliche Chemikalien in unbeschrifteten Apfelsaftflaschen herumstanden. Meines Onkels Koffer war alles andere als ein kindersicherer Chemiebaukasten, wie man ihn heute kennt, mit Anleitung und Warnhinweisen und dem eindringlichen Aufruf, dass jegliche Handhabung «nur im Beisein eines Erwachsenen» ausgeübt werden dürfe.

Fragmentarisches Wissen holte ich mir selbst aus alten Chemielehrbüchern, die ich in der Bibliothek meines Vaters fand oder später in der Stadtbibliothek auslieh. Ich erinnere mich an das Lehrbuch mit dem Titel «Die Schule der Chemie oder erster Unterricht in der Chemie, versinnlicht durch einfache Experimente». Verfasst war es von Dr. Julius Adolph Stöckhardt, «Königlich-Sächsischer Hofrath und Professor an der Königlichen Akademie zu Tharand», erschienen als 16., verbesserte Auflage im Jahr 1870. Wenn ich heute in einem Anflug von Nostalgie die vergilbten Seiten durchblättere, stosse ich auf Kapitel wie «Unorganische Chemie» oder lese in der Einleitung über «Lebenskraft und chemische Vorgänge», Beschreibungen und Erklärungen, die wortwörtlich aus einem anderen Zeitalter stammen. Darin wurden viele Erkenntnisse vermittelt, die eigentlich schon damals überholt waren und die ich mir später wieder abgewöhnen musste.

Doch für mich war diese geheimnisvolle Welt eine Offenbarung. Dass zur gleichen Zeit am anderen Ende der Welt, in Kalifornien, ein aus der Schweiz stammender Physiker namens Felix Bloch mit seinen Experimenten eine Grundlage für die Kernmagnetresonanz schuf, die später zu meinem Spezialgebiet werden sollte, wusste ich noch nicht; dass ich eben diesem Bloch, der für seine Entdeckungen 1952 den Chemie-Nobelpreis erhielt, in wenigen Jahren begegnen und ganz direkt von ihm lernen würde, natürlich auch nicht.

Zunächst einmal kämpfte ich bei meinen Experimenten in meiner kleinen Welt im Kellergeschoss mit unerwarteten Effekten und entdeckte immer neue, erstaunliche Reaktionen. Ich fühlte mich wie ein Seefahrer auf dem Weg zu unbekannten Küsten. Nichts anderes als die letzten Geheimnisse der Natur schienen nur darauf zu warten, von mir entdeckt zu werden. Gepackt von einer unbändigen Neugierde wurde die Chemie zu einem Zeitvertreib, der mich nie langweilte.

Heute ist mir bewusst, dass diese Beschäftigung auch eine Art Flucht aus meinem komplexbehafteten Dasein war. In meiner verzweifelten Sehnsucht und Suche nach Akzeptanz und Anerkennung fand ich etwas, was mir Respekt vor mir selbst verschaffte. Mein Vater verbot mir die Beschäftigung mit Chemikalien im Keller nicht, unterstützte mich allerdings auch nicht. Meiner Mutter waren meine Tätigkeiten nicht ganz geheuer, sie liess mich jedoch gewähren. In der Schule hatte ich ein Fach gefunden, in dem ich mit guten Noten brillieren konnte, ohne dass das den Lehrer sonderlich beeindruckt hätte. So wurde die Chemie zu dem Betätigungsfeld, das nur mir gehörte, in dem ich mich aber auch von allen anderen abhob. Ich wollte der Einzige sein, der sich damit auskannte, und ich wollte der Beste darin, etwas Besonderes sein. Weder meine Eltern noch meine Schulkollegen hatten die geringste Ahnung von Chemie, auch gab es niemanden in meinem Umfeld, der nur im Entferntesten damit zu tun hatte – diese Wissenschaft war allen so fremd, dass ich sie nicht einmal damit beeindrucken konnte, aber das störte mich nicht. Das Abenteuer Chemie war mir selbst gut genug.

Mit Igor Strawinsky am Bahnübergang

Natürlich musste ich als «Sohn von Familie» auch ein Musikinstrument lernen. Ich war acht oder neun Jahre alt, als ich mit dem Flötenunterricht begann. Zuerst spielte ich Sopranblockflöte, dann Altblockflöte. Kürzlich kam eine Vertreterin des Nobelmuseums zu Besuch und bat mich um diese beiden Flöten. Heute sind sie also in Stockholm in der Vitrine «Richard R. Ernst» zu sehen. Eigentlich mochte ich die Blockflöte nie besonders; am liebsten hätte ich Klavier gespielt. Doch das entsprach nicht dem Plan meines gestrengen Vaters. Er hatte jedem seiner Kinder nach dem obligatorischen Blockflötenunterricht ein bestimmtes Instrument zugedacht: mir das Cello, Verena die Geige und meiner jüngsten Schwester Lisabet das Klavier. Wir sollten, so war wohl die Absicht, bei gesellschaftlichen Anlässen ein Hauskonzert geben können, wie es sich in kultivierten Haushalten gehörte. Verena und ich schluckten die Anweisungen klaglos, doch bei meiner jüngsten Schwester Lisabet kam die Order nicht gut an. Sie beherrschte das Klavierspiel nie, und das viele Üben bereitete ihr grosse Mühe. Doch wusste sie sich zu wehren und setzte sich gegen meinen Vater durch: Sie brach das Experiment ab.

In mir jedoch entflammte eine grosse Leidenschaft für die Musik, genährt von der kulturliebenden Atmosphäre meiner Heimatstadt. Heute hat Winterthur bei vielen Schweizerinnen und Schweizern das Image einer glanzlosen Industriestadt. Vielen unbekannt ist ihre andere Seite: die Museen, die Kunstsammlungen und das Musikkollegium, das ich heute noch gerne finanziell unterstütze. Es würde mich nicht wundern, wenn Winterthur einmal zur Kulturhauptstadt Europas ernannt würde. Aber wie war das erst während des Krieges, als viele Künstler und Musiker nirgendwo sonst in Europa mehr auftreten konnten! Winterthur war zu einem Eldorado für Kultur geworden, die Stadt beherbergte ein berühmtes Symphonieorchester, und die grössten Solokünstler gaben sich im Konzertsaal des Stadthauses die Klinke in die Hand. Der legendäre katalanische Cellist Pablo Casals war da, der Komponist und Dirigent Igor Strawinsky, Schöpfer des Balletts «Der Feuervogel» und des Oktetts für Blasinstrumente (das Originalmanuskript befindet sich noch heute bei der Stiftung Rychenberg in Winterthur), oder immer wieder auch die rumänisch-jüdische Pianistin Clara Haskil, die später das Schweizer Bürgerrecht erhielt.

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