Die Rückkehr der Verantwortung

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In den vergangenen Jahren ist die Aktualität und Herausforderung einer «Kirche in der Nachbarschaft», einer «Kirche in den Lebensräumen der Menschen» kontinuierlich gestiegen.
Die nähere Zukunft mit ihren sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen macht eine solche neue Nachbarschafsorientierung und Solidarität im Nahraum auch für die Kirche noch viel dringlicher. So scheinen die Kleinen Christlichen Gemeinschaften (KCG) und die kirchlichen Projekte und Initiativen, die diese Trends aufnehmen ein wichtiger Beitrag für eine basisnahe und sozialsensible Kirche zu sein.
Die theologischen und sozialpolitischen Beiträge des zweiten Hildesheimer Symposions zum Pastoralansatz der Kleinen Christlichen Gemeinschaften wollen diese Entwicklung der Kirche beleuchten und fördern. Es geht um die Entfaltung und Profilierung einer zukünftigen Kirchengestalt, die sich als lebendiges Netzwerk in den Lebensräumen der Menschen zeigt.

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Ich habe nun auf meinen etwa 1500 Reisen in den letzten zehn Jahren diese neo-engagierten Bürger immer wieder nach ihren, dem uns noch gewohnten Zeitgeist der Industriegesellschaft so sehr entgegengesetzten, Motiven gefragt. Mein bisheriges Ergebnis sieht so aus: Diese Bürger sind nicht etwa über Nacht moralischer geworden, was ja auch gar nicht gehen würde. Vielmehr antworten sie mit ihrem Engagement für Andere auf ganz reale und nur scheinbar weltliche Probleme. Einmal spüren sie, dass die gegenüber der Arbeitszeit zunehmende Freizeit (bei Rentnern zu 100%) nicht ausschließlich den eigenen Wünschen und der maximalen Vermehrung der Selbstbestimmung gewidmet werden kann; denn täte man dies, würde der Genuss an freier Zeit in Leiden an zu viel freier Zeit umschlagen, und man müsste vermehrt Psychotherapeuten aufsuchen, die dafür aber gar nicht geeignet sind. Daher haben sie zwischen der Arbeitszeit und der Freizeit als dritte Zeit die soziale Zeit im Dienst von Anderen wiederentdeckt. Weil denn jeder Bürger auf diese Weise zu „seiner Tagesdosis an Bedeutung für Andere“ kommt, kann er die dann noch übrige freie Zeit wieder von Herzen genießen. Sie folgen damit dem Gebet von Saint Exupéry: „Gott gebe den Menschen nicht das, was sie wünschen, sondern das, was sie brauchen.“ Vielleicht ist es ja so, dass solche Gebete in der reinen Leistungsorientierung der Industriegesellschaft keine Chance hatten, jedoch sehr wohl in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft, wo es den Unterschied zwischen „Wünschen“ und „Brauchen“ – zwischen dem Ich und dem Anderen als Aktionszentrum – wieder neu zu lernen gilt.

Das zweite reale Problem, worauf die engagierten Bürger antworten, betrifft den Umgang mit Lasten: Dass man unter dem Imperativ der Leistungssteigerung in der Industriegesellschaft vor allem durch Überlastung (körperlich wie psychosozial) krank werden konnte, gilt in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft auch und vielleicht sogar noch mehr für die Unterlastung – ebenfalls körperlich wie psychosozial und vielleicht geistig-geistlich. Daher spüren die Bürger, dass sie heute sich nicht mehr nur um Entlastung, sondern vielleicht noch mehr um Wiederbelastung zu kümmern haben, damit sie ausgelastet und damit gesund sein können. Für den Körper haben wir das schon einigermaßen gelernt, für die anderen Ebenen unseres Menschseins haben wir das noch zu lernen. Es ist also so, als ob die engagierten Bürger auch schon das „Bibelteilen“ übernommen hätten und dabei u. a. auf Paulus’ Gal. 6,2 gestoßen wären: „Einer trage des anderen Last“.

Das dritte Motiv ist noch prosaischer; denn hier geht es ums Geld: Während wir früher mit den wenigen idealistischen Ehrenamtlichen auskamen, ist der Gesamthilfebedarf dank der Alten heute so explodiert, dass wir heute auch den realistischen Durchschnittsbürger brauchen, um den Gesamthilfebedarf auf hinreichend viele Schultern verteilen zu können, was übrigens – laut Emnid – auch schon statistisch signifikant gelungen ist. Diese Durchschnittsbürger leiden aber daran, dass heute immer weniger Haushalte allein durch Erwerbsarbeit finanziert werden können. Also brauchen sie mindestens einen Zweitjob. Und das hat zur Folge, dass heute immer mehr an Anderen engagierte Bürger nicht nur ihre Tagesdosis an Zeit geben, sondern notfalls auch bereit sind, Geld dafür zu nehmen. Und das lässt sich heute am besten im Bereich der sozialen Dienstleistungen realisieren – auf immer mehr neuen, originellen, kreativen Wegen, auch denen der Fort- und Weiterbildung – dies durchaus auch schon von Kirchengemeinden aus.

In der kurzen Zeit von 30 Jahren, seit wir die Nachbarschaftsbewegung der engagierten Bürger registrieren, hat diese schon Erstaunliches erreicht.

Einmal ist die Heimquote, also die Prozentzahl derer, die sich ins Pflegeheim aufnehmen lassen, nicht etwa gestiegen, sondern von 25% auf 19% gesunken. Die erwähnten neuen dritten Wege scheinen sich also auch schon versorgungsrelevant auszuwirken.

Zum anderen ist erstaunlicherweise auch die Familie wieder tragfähiger geworden. Das zeigt sich nicht nur im Trend zur „multilokalen Mehrgenerationenfamilie“, den die Soziologen wahrnehmen. Vielmehr hat die Familie sich inzwischen auch vom Prinzip der Blutsverwandtschaft auf das Prinzip der Wahlverwandtschaft ausgeweitet. Allein die Bedeutung von Freundschaften ist heute wieder so groß wie zuletzt zur Zeit der Romantik, als Goethe diesen Begriff erfunden hat.

Eine geradezu revolutionäre Strukturveränderung ist der neuen Bürgerhilfebewegung jedoch mit der Wiederentdeckung des „dritten Sozialraums“ gelungen. Ich habe diesen so nur aus didaktischen Gründen genannt, weil er topographisch zwischen den Sozialräumen des Privaten und des Öffentlichen liegt, in der Industriegesellschaft fast bedeutungslos geworden war und eine Dorfgemeinschaft oder ein Stadtviertel (zwischen 5000 und 30 000 Einwohner) umfasst. Dieser dritte Sozialraum hat allein schon menschheitsgeschichtlich in allen Kulturen (mit Ausnahme der Epoche der Industrialisierung) eine zentrale Bedeutung gehabt; denn er hat mit Hilfe der Nachbarschaft nicht nur die Familien funktionsfähig erhalten, war nicht nur die Keimzelle aller demokratischen Selbstverwaltung; vielmehr war und ist er auch der „Wir-Raum“ und damit der einzige Sozialraum sowohl fürs Gemeinwohl als auch für sämtliche Formen der Integration / Inklusion, egal, ob es sich dabei um die Integration von Alterspflegebedürftigen und Dementen handelt, der psychisch Kranken oder Behinderten, der Migranten oder um die glaubwürdige Sendungsbereitschaft von Christen. Und da nun Bürger in der Regel nur in den Grenzen ihres dritten Sozialraums, ihres Stadtviertels oder ihrer Dorfgemeinde zum Engagement zu mobilisieren sind, ist dies auch der einzige Sozialraum, in dessen Grenzen die Kooperation von Bürgerhelfern und von Profihelfern zu organisieren ist, also das, was wir heute mit dem Bürger-Profi-Mix bezeichnen: „So viel Profis wie nötig und so viel Bürger wie nötig“, was inzwischen wohl auch für den kirchlichen Raum gilt.

All diese menschheitsgeschichtlichen Kostbarkeiten des dritten Sozialraums gelten nun auch in besonderer Weise – schon rein soziologisch – für die Kirchengemeinden; denn sie umfassten immer schon territorial einen solchen Sozialraum und eine solche Einwohnerzahl, zumal die Toleranzbreite so groß ist, dass sie sowohl die einzelne Pfarrgemeinde als auch den heutigen Pastoralraum umfasst. Natürlich waren die Kirchengemeinden in früheren Jahrhunderten immer auch Sozialzentren, schon mangels weltlicher Alternativen. Zumindest wurden hier Nachbarschaften vermittelt. Aber diejenigen, die heute wieder mit dem „Bibelteilen“ beginnen, die „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ explizit, aber die übrigen engagierten Bürger auch implizit, haben allen Anlass, sich staunend die Augen zu reiben; denn alle paar Seiten lesen sie in unterschiedlichen Sprachbildern und im Alten mehr noch als im Neuen Testament von der Botschaft, die man getrost das oberste biblische Gebot nennen kann, nämlich die unauflösliche Einheit von Gottesdienst und Menschendienst. Das leuchtet heute wieder ziemlich schnell ein, war aber in den letzten 160 Jahren weitgehend in Vergessenheit geraten, als nämlich die Kirchen selbst dieses ihr oberstes biblisches Gebot verraten haben, als sie, infiziert von der Industrialisierung, dem Segen der Arbeitsteiligkeit und der wissenschaftlichen Fortschrittsbegeisterung, den Menschendienst vom Gottesdienst trennten, indem sie möglichst systematisch die schwerer hilfsbedürftigen Menschen aus ihren Familien, Nachbarschaften und eben auch Kirchengemeinden herausrissen, um sie, die Leistungsminderwertigen und Störenden, zu selektieren, diagnostisch zu homogenisieren und – fabrik-analog – in immer größer und anonymer werdenden Institutionen zu konzentrieren, um allen Sand aus dem faszinierenden Getriebe der Industrialisierung herauszuhalten und um sie am Fortschritt der wissenschaftlichen Rationalität teilhaben zu lassen, was damals nur in Institutionen möglich erschien. War nun auf diesem Wege der Menschendienst ausgegrenzt, so konnte man nunmehr den Kirchengemeinden ihre scheinbare Kernaufgabe, nämlich Gottesdienst pur, vom immer lästigen Menschendienst amputiert und damit nun auch Gott sei Dank endlich störungsfrei, versprechen. Möglichst weit getrennt davon erfolgte die Machtergreifung der Kirchen in Gestalt der Trägerschaft der dadurch entstehenden Diakonie und Caritas für die großen Institutionen. Erst dort war jetzt auch die Professionalisierung und Spezialisierung des Helfens möglich, woraus sich das langfristige Versprechen der leidensfreien Gesellschaft ergab, allerdings nur dann, wenn die diakonischen Profis – nach dem Motto: stationär vor ambulant – Integration nicht etwa förderten, sondern geradezu zu verhindern bereit waren. Das langfristige Versprechen eines Paradieses auf Erden war so verführerisch und plausibel, dass auch jeder von uns es damals geglaubt und sich entsprechend ausgrenzend verhalten hätte. Auf der anderen Seite war die Aussicht auf die Entlastung vom Helfen für die Familien und die Nachbarschaften und die Hoffnung der Kirchengemeinden auf einen störungsfreien Gottesdienst nur noch für die Leistungshochwertigen und Wohlangepassten ebenfalls so verführerisch, dass die Verantwortlichen sich dies vielleicht zwei Mal, aber nicht drei Mal sagen ließen. Wir alle haben diese befreiende Entlastung gern genossen.

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