Philippe Rogger - Geld, Krieg und Macht
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Die wirtschaftlichen Interessen der damaligen Eliten am Solddienst und an den Pensionen waren fundamental für die Praktiken der Aussenbeziehungen. Denn die Söldnerrekrutierung in der Eidgenossenschaft fand auf grenzüberschreitenden Patronagemärkten statt. 33Die königlichen oder fürstlichen Patrons verfügten in der Eidgenossenschaft, wie schon angedeutet, über Beziehungsnetze, bestehend aus Politikern, Söldnerführern und anderen lokalen Agenten, welche die Politik zu ihren Gunsten beeinflussen sollten. Pensionen sind somit auch Ausdruck asymmetrischer Aussenbeziehungen. Durch die Untersuchung der Vorgänge im Umfeld der Pensionenunruhen wird das konkrete Handeln von einzelnen Personen und sozialen Gruppen in grenzüberschreitenden Beziehungen fassbar. 34Die Prozesse im Nachgang der Unruhen verdeutlichen das Ausmass der Verflechtung der eidgenössischen Eliten mit fremden Mächten und den hohen Stellenwert der Patronage in der diplomatischen Praxis um 1500. Ausserhalb des eidgenössischen Kontexts ist die fürstliche Praxis des Pensionengebens jedoch kaum erforscht. Dieser Umstand ist insofern überraschend, als bereits Jean Bodin in Les six livres de la République (Paris 1583) die Bedeutung von finanziellen Mitteln (Tributzahlungen und Pensionen) für die Ausgestaltung der frühneuzeitlichen Aussenbeziehungen betont hatte. 35
Die Verflechtung und die multiplen Loyalitäten der eidgenössischen Magistraten, welche für die Interessen Frankreichs, des Papsts oder des römisch-deutschen Kaisers Politik betrieben, bargen jedoch ein hohes Konfliktpotenzial. Spätestens im Jahr 1500 wurden die Risiken der politisch-militärischen Verwicklung der Eidgenossen in Italien offenkundig, als sich in Novara gleichzeitig eidgenössische Kontingente in den feindlichen Heeren befanden (Verrat von Novara). Im Verlauf der Mailänderkriege wurden die eidgenössischen Orte, so die Beurteilung von André Holenstein, «mit finanziellen, militärischen und auch sozialpsychologischen Folgen einer Grossmachtpolitik konfrontiert, die letztlich die Tragfähigkeit der politischen Verfassung der Eidgenossenschaft und ihrer einzelnen Glieder überforderte.» 36Die Diskrepanz zwischen der militärischen Potenz einerseits und der Unfähigkeit der Orte andererseits, eine kohärente gemeinsame Aussenpolitik zu verfolgen, wurde nach der Vertreibung der Franzosen aus der Lombardei 1512 (Pavierzug) besonders deutlich.
«Komplexe, divergierende Interessenlagen bei Obrigkeiten wie Untertanen führten dazu, dass sich das äussere militärisch-diplomatische Engagement der Orte massiv in inneren Spannungen manifestierte.» 37
Das Sold- und Pensionenwesen als Ursache dieser Spannungen sind in der Historiografie sehr unterschiedlich beurteilt worden. Ähnlich disparat fallen die Erklärungen zu den Pensionenunruhen aus.
2 Fragestellung: Fremde Kriege, fremdes Geld und eidgenössische Politik?
Die Geschichte der Pensionenunruhen ist, wie im vorangehenden Einführungskapitel dargelegt wurde, eng mit der Geschichte der fremden Dienste verwoben. Es ist jedoch ein markantes Merkmal der schweizerischen Historiografie, dass sie bis in die 1970er-Jahre ein ambivalentes Verhältnis zur Sold- und Pensionenproblematik hegte. Im Gegensatz zu einigen Geschichtsschreibern des 17. und 18. Jahrhunderts (wie etwa Johannes von Müller), welche dem Solddienst viel Positives abgewinnen konnten, 38waren die Vorbehalte und Berührungsängste der universitären Forschung gegenüber der Militärgeschichte und den fremden Diensten nach dem Zweiten Weltkrieg gross. 39Im 19. und 20. Jahrhundert dominierten moralische Debatten den wissenschaftlichen Diskurs.
Bis zum Ersten Weltkrieg galt der Reislauf vor allem protestantischen Historikern als eine pathologische Erscheinung. Diese negative Bewertung innerhalb des Fachs knüpfte unmittelbar an die humanistische Literatur der Reformationszeit an. 40Pointiert äusserte der Zürcher Wilhelm Oechsli das Unbehagen der Historiker um 1900 gegenüber dem Solddienst in seiner 1890 erschienenen Arbeit zum Pensionenbrief (auch bekannt als Badener Verkommnis) von 1503:
«Jedes Volk hat ein Recht, stolz zu sein auf die Epoche seiner höchsten Kraftentwicklung, wo sich der Ruhm der Unbesieglichkeit an seine Fersen heftet, wo Jedermann vor ihm zittert und es vor Niemandem zu zittern braucht. Was für den Griechen das Zeitalter des Perikles, für den Italiener die römische Weltherrschaft und für den Franzosen das napoleonische Kaiserreich, das sind für den Schweizer die Jahrzehnte zwischen den Burgunderkriegen und der Reformation. Mit Neid und Bewunderung blickten die Völker Europas auf die Felsenburg im Herzen des Erdteils, an der alle Stürme abprallten, deren Insassen allein frei und sicher in die umtobende Brandung des wirren Weltgetriebes hinausblicken durften. In allen Koalitionen der grossen Mächte musste auf das kriegsgewaltige Alpenvolk Bedacht genommen werden. Papst und Kaiser, Könige und Republiken buhlten um die Freundschaft der ‹grossmächtigen Herren Eidgenossen des alten grossen Bundes oberdeutscher Lande› […]. Auf sie wies auf dem Reichstag zu Lindau 1496 der Vorsitzende, der patriotische Kurfürst Bertold von Mainz, der Urheber der Reichsreform, als Vorbild hin: ‹woher es komme, dass die Eidgenossenschaft in so allgemeinem Ansehen stehe, dass sie von Italienern und Franzosen, von dem Papst, ja von Jedermann gefürchtet werde? Das rühre allein davon her, weil sie zusammenhalte und einmütig sei; einem solchen Beispiel sollte man in Deutschland folgen›. Aber so sehr wir die relative Güte der schweizerischen Staatsordnungen von damals anzuerkennen haben, so sehr uns das Herz im Leibe lacht über die Fülle von Kraft und Gesundheit, welche die Eidgenossen in ihren Heldenkämpfen bewiesen, so dankbar wir den Vätern unseres Staates sein müssen für das Erbe kriegerischen Ruhms, für das unversehrt erhaltene und glücklich erweiterte Vaterland, das sie uns hinterlassen haben, dies Gefühl des Stolzes und des Dankes ist kein reines, ungemischtes. Beim Durchlesen unserer Annalen fühlt man sich bisweilen versucht, zu fragen, ob man die Schweizer des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts mehr als ein Volk von Helden bewundern oder als ein Bande geldgieriger Soldknechte verscheuen soll. Dieselben Männer, die bei Grandson und Murten, bei Frastenz und an der Calven mit ihren Leibern einen unübersteiglichen Wall um das Vaterland gebildet haben, im nächsten Augenblick sehen wir sie in fremden Landen, von denen ihnen kein Leid widerfahren ist, alle Gräuel des Krieges verüben, morden, schänden, brennen und rauben, bloss weil man sie dazu gemietet hat und weil ihr eigener Sinn an dem blutigen Handwerk mehr und mehr Gefallen findet.» 41
Diese Darstellung der Geschichte der fremden Dienste als moralische Dekadenzgeschichte stiess zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Widerspruch vaterländisch-militaristischer Kreise. 1913 erschien das reich mit Bildern ausgestattete Buch von Paul de Vallière mit dem programmatischen Haupttitel Treue und Ehre. Der gewichtige Band erlebte 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, eine Zweitauflage. 42Mit dem Vorwort von Gonzague de Reynold in der zweiten Auflage lässt sich die Kernaussage des Buchs zusammenfassen: «Was der Fremdendienst uns bringt, ist ein einziger Heldengesang.» 43Das Werk ist Beispiel für den Versuch, die Bedeutung der fremden Dienste für die nationale Identität herauszustreichen. 44Die Thematik war durch solche Vereinnahmungen der heroisch-militaristischen und vaterländisch-patriotischen Geschichtsschreibung kompromittiert, weshalb die ideologiekritische Sozialgeschichte lange Zeit einen Bogen um dieses als politisch inkorrekt stigmatisierte Thema machte. Erst in den 1970er-Jahren wurde die moralische Auseinandersetzung von neuen Fragestellungen und neuen methodischen Ansätzen abgelöst. Mit den Arbeiten von Walter Schaufelberger oder Hans Conrad Peyer und seinen Schülern wandelte sich das bezahlte Kriegertum zum Gegenstand wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Betrachtungen. 45Inzwischen ist sich die Forschung weitgehend einig über die Wichtigkeit des bezahlten Kriegsdiensts für die Schweizer Geschichte. «Der Schweizer Solddienst im Überblick über die Jahrhunderte», so Hans Conrad Peyer 1992 anlässlich einer Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für militärhistorische Studienreisen, «ist ein sehr weites Feld, einmal weil er nur ein allerdings wichtiger Teilaspekt einer gesamteuropäischen Erscheinung ist, dann weil er nicht nur eine militärhistorische, sondern auch wirtschaftliche, soziale und staatlich-politische Seiten hat.» 46Die Rekonstruktion der Solddienste als Beruf und als Normalbefindlichkeit der frühen Neuzeit beförderte schliesslich die Einsicht, dass der Solddienst «eine gewöhnliche Erscheinung des alltäglichen Lebens» darstellte. 47
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