Philippe Rogger - Geld, Krieg und Macht
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Diese in der Historiografie als Bauernbewegung, 3Schweizer Bauernkrieg 4oder Pensionenunruhen 5bezeichneten Unruhen lassen sich in eine lange Reihe von Konflikten zwischen Obrigkeiten und Untertanen auf eidgenössischem Gebiet in der Vormoderne einordnen. 6Untertanenproteste stellen gewissermassen ein «Grundproblem der Alten Eidgenossenschaft» dar. 7Im Unterschied zu anderen Aufständen im 15. und frühen 16. Jahrhundert zeichnen sich die Pensionenunruhen jedoch durch einen starken aussenpolitischen Bezug aus. Die Aufstände zwischen 1513 und 1516 sind eng mit der Machtpolitik der städtischen Obrigkeiten in den Mailänderkriegen (1494–1516) und dem um 1500 aufblühenden Sold- und Pensionenwesen verknüpft. Sie entstanden, wie Anshelm im Eingangszitat sagte, «uss der obren und ra(e)ten zwitracht» und «uss heimschs gwalts und fro(e)mds gelts gitikeit». Parteiung und Geldgier innerhalb der eidgenössischen Elite waren nach Meinung dieses scharfen Beobachters die Hauptursachen für die Konflikte. Dieser Zusammenhang wird etwa auch in der Chronik des Zürchers Hans Füssli deutlich.
«Wie bald nun alle zeichen der eidgnossen von nawarien wider heim kamend, da kond der verlurst zu(o) nawarien (der glychen in manß tenken nit mer geho(e)rt begegnet syn den eidgnossen) den gmeinen man nie gnu(o)g verruwen, vermeintend och, daß sy nit den minsten teil ireß verlurstß von den tütschen frantzosen hetind, namlich von denen, die vornaher dem frantzosen groß gu(o)t an iargelt, pensionen vnd schenkungen abgenomen hatend, die hetind vilicht jetz zu(o) mal mee trurenß vnd mitlydenß mit dem frantzosen dan mit den eidgnossen.» 8
Das Missfallen der Untertanen richtete sich 1513 gegen die «tütschen frantzosen», also gegen diejenigen Ratsherren, welche von Frankreich «groß gu(o)t an iargelt, pensionen vnd schenkungen» erhalten hatten. Im Zitat Füsslis lässt sich somit der Vorwurf an die «deutschen Franzosen» erkennen, sich mit Frankreich, mit dem man sich im Krieg befand, verbündet zu haben. Feldflüchtige Knechte sollen, wie Anshelm vermerkt, noch während der Schlacht ausgerufen haben: «Alles verraten und verloren!» 9Eine vergleichbare Konfliktkonstellation und der Vorwurf des Verrats zeigten sich zwei Jahre später auch im Zürcher Lebkuchenkrieg. Auch dort zielte der Untertanenprotest gegen die französischen «pensioner». 10Was aber ist unter diesem Begriff Pensionär beziehungsweise Pensionen zu verstehen?
Die ursprünglich kirchenrechtliche Verwendung des Begriffs der Pension als Recht, die Erträge eines Benefiziums zu beziehen, erfuhr im Spätmittelalter einen Bedeutungswandel und fand seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts Eingang in den weltlichen Kontext. «Pensionen sind im Sprachgebrauch vom Ende des 15. Jahrhunderts an», so die Definition von Valentin Groebner, «offizielle (wenn auch oft vertraulich gehandhabte), regelmässige und in fester Vertragsform vereinbarte Zahlungen von auswärtigen Höfen an Einzelpersonen, Amtsleute, Räte und politische Körperschaften.» 11Für die Zeitgenossen um 1500 war die Begrifflichkeit dieser Transaktionen weitaus diffuser, als dies moderne Definitionen suggerieren. Dies zeigt nicht nur das Zitat von Füssli, sondern etwa auch der Zürcher Mailänderbrief von 1516. In diesem Einigungsvertrag zwischen Obrigkeiten und Aufständischen ist die Rede von «pension, provision, gnad, dienstgelt, miet, gab noch schenki, wie das namen haben möcht». 12In der Eidgenossenschaft sind solche Zahlungen von Fürsten und Königen an die eidgenössischen Eliten erstmals im Zusammenhang mit den Bündnissen gegen Karl den Kühnen belegt. 13Nach den Burgunderkriegen gewannen diese Transfers an Bedeutung, da sich die eidgenössischen Orte nach den spektakulären Siegen in Grandson, Murten und Nancy 1476–1477 zu wichtigen Rekrutierungsmärkten für Söldner entwickelten. Seither floss sehr viel Geld ins Land. 14
«Sowohl als öffentliche, an offizielle Kassen bezahlte wie als geheime, an Einzelpersonen entrichtete Pensionen zielten sie darauf ab, politische Entscheidungen zu beeinflussen und den ausländischen Kriegsherren den Zugang zu den begehrten eidgenössischen Söldnern zu sichern.» 15
Diese Gelder wurden als Anerkennung für geleistete Dienste und in der Erwartung künftiger Verbindlichkeiten wie Gesandten- oder Vermittlertätigkeit, Mithilfe beim Abschluss von Bündnissen, einer allgemeinen Gewogenheit oder für die Stellung von Söldnern entrichtet. 16Gelang es kriegführenden Parteien nicht, eine Soldallianz mit den Orten abzuschliessen, war schon viel erreicht, wenn diese nicht dem Gegner zuliefen. 17Der Zusammenhang zwischen der gesteigerten Nachfrage nach eidgenössischen Söldnern und dem Aufkommen des Pensionenwesens ist eng. 18
Um 1500 entwickelte sich der Reislauf zu einem Massenphänomen. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts zogen zwischen 50 000 und 100 000 Eidgenossen in die Dienste fremder Kriegsherren, im 16. Jahrhundert waren es bereits gegen 400 000. Für grosse Bevölkerungskreise stellte der Reislauf einen attraktiven Zusatzverdienst dar, obwohl der Einsatz als Söldner für sie und ihre Familien mit hohen Risiken behaftet war. Aufgrund des zunehmenden Bevölkerungsdrucks war die temporäre Auswanderung in Form von Solddienst nicht nur politisch wünschbar, sondern auch wirtschaftlich notwendig (Stettler). Insbesondere die Umstellung im Alpengebiet auf Viehwirtschaft setzte in grösserem Umfang Arbeitskräfte frei. 19Für die hohe Nachfrage nach eidgenössischen Söldnern um 1500 dagegen sind verschiedene Faktoren anzuführen, von denen an dieser Stelle nur die wichtigsten genannt werden sollen. Aufgrund der Ausbildung und Verfestigung grosser territorialer Machtkomplexe europäischer Fürsten und Könige nahm die Nachfrage nach Söldnern zur Verstärkung ihrer regulären Heere stark zu. 20In diesem Zusammenhang wird in der Literatur die taktische Überlegenheit der mit Spiessen und Hellebarden bewaffneten eidgenössischen Gevierthaufen hervorgehoben. Die eidgenössische Kampfweise, welche sich gegenüber den mittelalterlichen Ritterheeren als überlegen erwies, wurde zum Vorbild. Deutsche und italienische Heere haben sie übernommen. 21Die eidgenössischen Knechte hatten ausserdem den Vorteil, dass sie jederzeit in genügender Anzahl verfügbar und vor allem rasch an den jeweiligen Kriegsschauplätzen einsetzbar waren. 22Betrachtet man die geografische Lage der grossen Konfliktherde an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert, zeigt sich, dass sich diese oft in direkter Nachbarschaft zur Eidgenossenschaft befanden. So grenzten die Freigrafschaft Burgund oder auch Mailand unmittelbar an eidgenössisches Gebiet. Die Möglichkeit, schnell auf den brennenden Kriegsschauplätzen anwesend zu sein, verschaffte den eidgenössischen Knechten gegenüber den Söldnern aus der europäischen Peripherie wie Irland, Schottland oder Böhmen zweifelsohne einen Wettbewerbsvorteil. Zudem musste den königlichen und fürstlichen Kriegsherren auch daran gelegen sein, die Alpenpässe für Truppenverschiebungen nutzen beziehungsweise den militärischen Alpentransit für feindliche Heere sperren zu können.
«Die Söldner und die Pässe waren das Kapital der Eidgenossen.» 23
Obwohl die Dienste der eidgenössischen Knechte im Vergleich etwa zu den deutschen Landsknechten vergleichsweise teuer waren, tat dies der grossen Nachfrage keinen Abbruch. 24Um 1500 war die Bündnispolitik der Eidgenossenschaft mithin entscheidend für Erfolg und Misserfolg der rivalisierenden Dynasten. 25Insbesondere Frankreich, das seine Machtansprüche in Neapel und in der Lombardei seit 1494 auch militärisch geltend machte, versuchte mit der Zahlung von Pensionen an die eidgenössischen Orte und an ihre politischen Führungsgruppen, die Politik zu seinen Gunsten zu beeinflussen und sich den Zugang auf die eidgenössischen Gewaltmärkte vertraglich zusichern zu lassen. Soldallianzen regelten die Modalitäten der Sold- und Pensionenzahlungen und legten unter anderem die genaue militärische Hilfeleistung fest. Details der Söldnerrekrutierung wurden fallweise in den sogenannten Kapitulationen festgehalten. Bei diesen Kapitulationen handelt es sich um Werbelizenzverträge, die von der Obrigkeit bewilligt werden mussten. 26Mit den Allianzen gingen auch politische und wirtschaftliche Absprachen einher, von denen die Eidgenossenschaft ökonomisch und politisch profitierte. 27Im Zuge der Burgunder- und Mailänderkriege entwickelten sich die Orte zu bedeutenden Rekrutierungsmärkten für Söldner und wurden somit zu Söldnerlandschaften, 28wobei es sich jedoch nicht um offene Märkte oder Freihandelszonen handelte, zu denen alle Interessenten Zugang hatten. 29Im Unterschied zum Gewaltmarktbegriff Georg Elwerts, den er in den 1990er-Jahren am Beispiel von Räumen ohne Gewaltmonopol (er untersuchte moderne Bürgerkriege, Kriegsherrensysteme und Räubertum in afrikanischen Gesellschaften) entwickelt hatte, war der Gebrauch der militärischen Gewalt auf den eidgenössischen Gewaltmärkten in der frühen Neuzeit begrenzt und das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nach den Interessen der Obrigkeiten und Kriegsherren ausgerichtet und reglementiert. 30Mit dem Instrument der Soldallianzen sollten die Söldnerströme kanalisiert und mit Reislaufverboten der freie Reislauf verhindert werden. Mit diesen Massnahmen versuchten die eidgenössischen Obrigkeiten, sich als Solddienstanbieter gegenüber anderen, «privaten» Militärunternehmern auf den eidgenössischen Gewaltmärkten durchzusetzen. Es ist ein signifikantes Merkmal der eidgenössischen Gewaltmärkte, dass die Obrigkeiten in den Orten durch die Soldallianzen eine ähnliche Position einnahmen «wie die grossen deutschen Kriegsunternehmer, die den Herrschern ganze Regimenter und Armeen zur Verfügung stellten.» 31Allerdings fanden die regulatorischen Massnahmen der Orte nicht immer Beachtung, weil die Reisläufer – also jene Eidgenossen, die für die fremden Mächte gegen Sold in den Krieg zogen (mittelhochdeutsch: in «die reis louffen») – häufig ohne Rücksicht auf bestehende Bündnisverpflichtungen oder Reislaufverbote dort ihren Dienst leisteten, wo die Aussicht auf Gewinn (Sold und Beute) am grössten war. 32
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