Lundy Bancroft - Warum tut er das?

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ER SAGT, ER LIEBT DICH.
ALSO WARUM TUT ER DAS?
die Frühwarnzeichen zehn misshandelnde Persönlichkeitstypen welche Rolle Drogen und Alkohol spielen was Sie als Betroffene ändern können und was nicht wie Sie sich sicher aus der Gewaltbeziehung befreien Dieses Buch enthält wertvolle Informationen für Betroffene sowie hilfreiche Tipps für Außenstehende wie Freunde und Angehörige, um Misshandlung, Missbrauch und häusliche Gewalt zu stoppen.
– Jackson Katz

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Tatsache Nr. 3:

Er verdreht die Dinge ins Gegenteil.

Emile, ein körperlich gewalttätiger Klient, mit dem ich gearbeitet habe, berichtete mir über seinen schlimmsten Angriff gegen seine Frau: „Eines Tages ist Tanya echt zu weit gegangen mit ihrer Diskutiererei. Ich wurde so wütend, dass ich sie am Genick packte und gegen die Wand schlug.“ Empört fuhr er fort: „Dann versuchte sie, mir in die Eier zu treten! Würde es Ihnen gefallen, wenn eine Frau das bei Ihnen macht? Natürlich habe ich mich gewehrt. Und als ich mit meiner Hand ausholte, hinterließen meine Fingernägel einen langen Schnitt in ihrem Gesicht. Was zum Teufel hat sie denn erwartet?“

Frage 4: Warum sagt er, dass ich diejenige bin, die ihn missbraucht?

Die Auffassung des Misshandelnden, in hohem Maße berechtigt zu sein, veranlasst ihn, mental den Zusammenhang von Aggression und Selbstverteidigung umzudrehen. Als Tanya versuchte, sich gegen Emiles lebensbedrohlichen Angriff zu verteidigen, definierte er ihre Handlungen als Gewalt gegen ihn . Als er sie daraufhin weiter verletzte, behauptete er, dass er sich nur gegen ihre Misshandlung verteidigt habe. Die Brille, durch die der Täter die Welt betrachtet und seine Ansprüche rechtfertigt, stellt alles auf den Kopf, wie die Spiegelung in einem Löffel.

Wendell, ein anderer meiner Klienten, beschrieb eine Situation, bei der er aus dem Haus gestampft war und die Tür zugeschlagen hatte. „Meine Frau Aysha nörgelt immer stundenlang an mir herum. Ich kann nur ein gewisses Maß ertragen, wenn sie sich beschwert und mir sagt, ich sei zu nichts zu gebrauchen. Gestern ging das eine halbe Stunde lang so, und schließlich nannte ich sie eine Schlampe und bin abgehauen.“ Ich fragte ihn, worüber Aysha sich so aufgeregt hatte, und er sagte, er wisse es nicht. „Wenn sie so rumspinnt, schalte ich einfach ab.“ Ein paar Tage später sprach ich mit Aysha über den Vorfall, und sie erzählte mir, dass sie Wendell tatsächlich fünf oder zehn Minuten lang angeschrien hatte. Er hatte jedoch versäumt, mir zu sagen, dass er sie an jenem Morgen gleich beim Aufwachen verbal attackiert und sie den ganzen Tag lang beschimpft hatte: „Er dominiert jede Diskussion, er wiederholt sich wie eine kaputte Schallplatte, und ich kann von Glück sagen, wenn ich zu Wort komme. Seine Sprache ist grauenhaft – er hat mich an diesem Tag wohl zehnmal eine ‚Schlampe‘ genannt.“ Schließlich hatte es ihr gereicht und sie hatte begonnen, sich energisch zu wehren und für sich selbst einzutreten. Da war er aus dem Haus gestürmt.

Warum glaubt Wendell, dass es Aysha war, die all das Geschrei und die Beschimpfungen veranstaltet hatte? Weil sie nach seiner Auffassung eigentlich zuh ö ren und nicht reden sollte. Wenn sie sich in irgendeiner Weise zu Wort meldet, ist das zu viel.

Wenn ich meine Klienten auffordere, damit aufzuhören, ihre Partnerinnen zu schikanieren, verdrehen sie meine Worte genauso, wie sie es bei ihren Partnerinnen machen. Sie beschuldigen mich, Dinge gesagt zu haben, die wenig mit meinen eigentlichen Worten zu tun haben. Ein Täter behauptete: „Sie sagen also, ich soll ruhig bleiben, damit sie auf mir rumtrampeln kann“, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass es nicht akzeptabel ist, seine Partnerin einzuschüchtern, egal wie wütend er ist. Er erwiderte: „Das heißt, dass unsere Partnerinnen mit uns machen können, was sie wollen, und dass wir keinen Finger rühren dürfen, um uns zu verteidigen.“ Er nahm damit Bezug darauf, dass seine Partnerin ihm gesagt hatte, dass sie es satthätte, dass seine Freunde das Haus verwüsten und er „sein verdammtes Chaos aufräumen“ solle. Ich wies darauf hin, dass das keine Entschuldigung dafür sei, sie mit üblen Namen zu beschimpfen. Er entgegnete: „Ihr Ansatz ist, dass alles, was sie tut, in Ordnung ist, weil sie eine Frau ist, aber weil ich der Mann bin, gelten für mich viel strengere Regeln.“ Ich hatte mir erlaubt, auf seine Doppelmoral hinzuweisen und hatte darauf bestanden, dass er nach den gleichen Regeln leben sollte, die er auch bei ihr anwendete.

Der misshandelnde Mann hat noch einen weiteren Grund, die Aussagen seiner Partnerin (und meine) zu übertreiben und lächerlich zu machen: Er will vermeiden, ernsthaft darüber nachdenken zu müssen, was sie sagt, weil er dann Mühe hätte, es zu verdauen. Er fühlt sich berechtigt, sie stattdessen wie eine Fliege kaputt zu schlagen.

Tatsache Nr. 4:

Er respektiert seine Partnerin nicht und fühlt sich ihr überlegen.

Sheldons Beziehung mit Kelly war vorbei. Er musste an meinem Therapieprogramm teilnehmen, weil er gegen eine einstweilige Verfügung verstoßen hatte. Er leugnete aber, jemals gegenüber Kelly gewalttätig oder einschüchternd gewesen zu sein. Nun versuchte er, das Sorgerecht für ihre dreijährige Tochter Ashley zu bekommen. Er behauptete, Kelly habe sich seit ihrer Geburt nie um Ashley gekümmert und „nie eine Bindung zu ihr entwickelt“. Er fügte hinzu: „Ich betrachte sie nicht als Ashley’s Mutter. Sie ist nur ein Gefäß, nur eine Röhre, durch die Ashley in diese Welt gekommen ist.“

Sheldon hatte Kelly in seiner Vorstellung zu einem leblosen Objekt reduziert, zu einer Baby-erzeugenden Maschine. Wenn er über sie sprach, verzerrte sich sein Gesicht zu einem angewiderten Ausdruck der Verachtung. Gleichzeitig klang er nie wütend. Er hielt es für unter seiner Würde, dass Kelly seinen Zorn erregte. Er hatte dieselbe Einstellung, die man gegenüber einem nervigen, aber harmlosen kleinen Hund haben kann, der an den Fersen knabbert. Sein herablassender Ton machte deutlich, wie sehr er sich seiner Überlegenheit gegenüber Kelly sicher war.

So denkwürdig Sheldons selbstgefälliger Spott auch ist, so ist er doch nur wenig schlimmer als das übliche Denken vieler misshandelnder Männer. Sie neigen dazu, ihre Partnerin als weniger intelligent, weniger kompetent, weniger logisch denkend und sogar weniger sensibel als sich selbst zu betrachten. Sheldon beschwerte sich zum Beispiel, dass sie nicht so mitfühlend sei wie er. Er hat oft Schwierigkeiten, sie als menschliches Wesen zu begreifen. Diese bei Tätern zu beobachtende Neigung wird als Objektifizierung oder Entpersonalisierung bezeichnet. Die meisten Täter attackieren ihre Partnerin verbal auf erniedrigende und abstoßende Weise. Sie greifen nach Worten, von denen sie wissen, dass sie für Frauen extrem verstörend sind, wie Schlampe, Hure und Fotze , denen oft das Wort fett vorangestellt wird. Diese Bezeichnungen greifen ihre Menschlichkeit an, indem sie sie auf ein Tier, ein nicht lebendes Objekt oder einen erniedrigten sexuellen Körperteil reduzieren. Die Partnerinnen meiner Klienten berichten mir, dass diese ekelhaften Worte eine Kraft und eine Hässlichkeit in sich bergen, die sich wie Gewalt anfühlen. Durch diese sorgfältig ausgewählten Schimpfworte – und meine Klienten geben manchmal zu, dass sie die erniedrigendsten Worte benutzen, die ihnen einfallen – geben die Täter ihren Partnerinnen das Gefühl, entwürdigt und nicht sicher zu sein.

Objektifizierung ist ein entscheidender Grund dafür, dass ein Täter mit der Zeit immer schlimmer wird . Sobald sich sein Gewissen an eine Ebene der Grausamkeit – oder Gewalt – angepasst hat, baut sich die nächste auf. Indem er seine Partnerin entpersonalisiert, schützt sich der Täter vor den natürlichen menschlichen Emotionen der Schuld und des Mitgefühls, sodass er nachts mit gutem Gewissen schlafen kann. Er distanziert sich so weit von ihr als Menschen, dass ihre Gefühle nicht mehr zählen oder einfach nicht mehr existieren. Diese Mauern wachsen mit der Zeit, sodass meine Klienten nach einigen Jahren in einer Beziehung einen Punkt erreichen können, an dem sie sich nicht mehr schuldig fühlen, wenn sie ihre Partnerin erniedrigen oder bedrohen, so wie Sie oder ich uns nach einem ärgerlichen Tritt gegen einen Stein in der Einfahrt fühlen würden.

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