Es geht aber auch um die Energiekonzerne, die mit der Förderung und Vermarktung von Erdöl wenig zu tun haben, wie EON, Vattenfall u. a. Diese Versorger nutzen zwar im Wesentlichen andere Energiequellen als Erdöl, aber sie wären von einer breiten Einführung der Kalten Fusion auf längere Sicht massiv betroffen. Der Grund: In letzter Konsequenz benötigt die Kalte Fusion kein Verteilernetz. Alle diese Versorger können mit jeglicher Art von Energie „leben“, solange sie die Verteiler sind. Die zentrale Erzeugung von Strom ist das Lebenselixier der Versorger. Wenn man einmal das Monopol der Durchleitung hat, bedient sich an den Einnahmen natürlich auch der Staat. Er verteuert nicht nur den Strom, sondern sorgt auch dafür, dass Führungspositionen mit eigenen Parteimitgliedern besetzt werden. Dabei ist mir natürlich klar, dass diese Zuschläge überwiegend sinnvoll, z. B. zur Förderung der Wind- und Solarenergie eingesetzt werden. Aber: Die Verteilung von Strom dient auf diesem Wege als Finanzierunginstrument des Staates und hat uns so die teuerste Elektrizität der Welt beschert. Das heißt, auch bei den Energiekonzernen geht es auf lange Sicht um die Existenz. Auch deswegen kann man sich eher für die sog. Heiße Fusion erwärmen: sie ist nämlich Großindustrie und benötigt zwingend ein Netz zur Verteilung der Energie. So ist dann ihre Unterstützung der Heißen Fusion sicher auch eine Strategie zur Zukunftssicherung. Vor Jahren habe ich mich einmal für eine andere Form alternativer Energiegewinnung interessiert. Dazu sollte ein Physiker einer deutschen technischen Hochschule Stellung nehmen. Dieses, natürlich ablehnende, Gutachten kam, aber es wurde auch bekannt, dass dieser Hochschulangehörige gleichzeitig im Telefonbuch eines Energiekonzerns aufgeführt war. – Die Energiekonzerne sorgen mit Forschungsaufträgen an die deutsche Wissenschaft dafür, dass diese sich in „die richtige Richtung“ bewegt.
Die Kalte Fusion und die Wissenschaft
Mir ist von Anfang an klar gewesen, dass ich mit meinen Ausführungen den Zorn einiger Wissenschaftler auf mich ziehe. Ich habe das auch schon zu spüren bekommen. Aber ich kann um der Wahrhaftigkeit willen die teilweise wenig ruhmreiche Rolle der Hochschulen beim Thema der Kalten Fusion nicht einfach verschweigen, denn sie tragen ein Gutteil der Schuld daran, dass die Kalte Fusion, gerade in Deutschland, gegenüber anderen Ländern einen erheblichen Rückstand hat. Soweit ich Physiker aus den Hochschulen kennengelernt habe, standen sie immer auch im Wettbewerb um Forschungsbudgets. Die Forschungen drehten sich nicht nur um „ideale“ Forschungsziele, sondern gelegentlich auch darum, irgendetwas zu erforschen, wenn man nur ein Budget oder zusätzliche Honorare generieren konnte. Während bis vor kurzem die Forschung an der Kalten Fusion noch ein „Todesurteil“ für die wissenschaftliche Karriere darstellte, wurde sie akzeptabel, als die EU Fördergelder aus dem Programm „Horizon“ zur Verfügung stellte. Man hatte wieder ein Budget! Für Physiker mit Zeitverträgen ist das eine Frage des beruflichen Überlebens. Zum Horizon-Programm später mehr.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.