Hellmut Flashar - Lust und Pflicht

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Mit Platon und Aristoteles erreichte die griechische Philosophie ihren vorläufigen Höhepunkt. Erst im Zeitalter des Hellenismus (ca. 300 v.Chr.) gelangen mit Epikur und der Stoa zwei neue Philosophenschulen an die Öffentlichkeit, die ein enormes Innovationspotential entfalten.
Im Zeitalter des Hellenismus erhält die Philosophie durch die fast gleichzeitig in Athen gegründeten Philosophenschulen der Stoiker und der Epikureer neue Impulse. Beide Schulen entwerfen ein komplettes philosophisches System mit Naturlehre, Erkenntnistheorie und Ethik, verfolgen jedoch ganz unterschiedliche Ziele: während die Stoiker dem Gemeinwesen zugetan sind und die Bedeutung der Pflicht hervorheben, ziehen sich die Epikureer aus der Politik zurück und stellen die Lust ins Zentrum ihrer Lehre. Angereichert durch Kynismus und Skeptizismus wird die hellenistische Philosophie in der Folge nicht nur zum primären Gegenstand der philosophischen Auseinandersetzung bei den Römern und im frühen Christentum, sondern ist bis heute ein viel diskutierter und rezipierter Bereich des abendländischen Denkens.

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So ist ihm die Lust etwas nicht mehr Hinterfragbares, das über allen einzelnen Gütern steht, weil es jedes Gute, dem sie beigemischt ist, noch wünschenswerter macht. Diese universelle Konzeption hat Eudoxos in einer verlorenen Schrift mit dem Titel Über die Lust , dargestellt. Aristoteles, der die Lustlehre des Eudoxos im Rahmen seiner Konzeption einer Ethik kurz skizziert, fügt die innerhalb einer Lehrschrift ganz ungewöhnlichen Worte hinzu:

Diese seine Lehre fand aber mehr wegen der Lauterkeit seines Charakters Glauben als um ihrer selbst willen. Denn er war als ein überaus besonnener Mann angesehen. So hatte man den Eindruck, er trage seine Lehre nicht als Freund der Lust vor, sondern als seien die Dinge in Wirklichkeit so ( Nikomachische Ethik X 2, 1172 b 15–18).

Sicher hat Eudoxos dazu beigetragen, dass das Thema: Lust in der platonischen Akademie weiter diskutiert wird, verbunden mit der Frage nach dem höchsten menschlichen Gut und dessen Realisierung. So hat denn Platon in einem seiner spätesten Dialoge, im Philebos , die ganze mit der Lust verbundene Problematik erneut aufgenommen. Ob und wie weit Eudoxos dabei das auslösende Moment war, ist schwer zu ermitteln. Jedenfalls greift Platon mit dem Thema „Lust“ eine Problematik auf, die ihn schon längst beschäftigt hatte. 7Der Dialog beginnt mitten in einer Unterredung zwischen Sokrates und dem jungen Philebos. Aber schon sehr bald zieht sich Philebos zurück, weil ihm das Gespräch mit Sokrates offenbar zu anstrengend war und dem Genießen der Lust im Wege steht. Über Lust kontrovers zu diskutieren, wäre schon Unlust. So wird dann das Gespräch mit einem auch nicht näher bekannten Protarchos geführt, der ausdrücklich dazu rät, Philebos, der sich zur Ruhe begeben hat, jetzt nicht mehr durch Fragen zu stören (15 C). Das kann man nachvollziehen, weil die Gedankenführung des Dialoges wirklich kompliziert ist. Das hängt damit zusammen, dass Platon das Phänomen Lust jetzt noch viel stärker als zuvor mit seinen inzwischen erarbeiteten ontologischen Kategorien (Einheit, Vielheit, das Unendliche) verknüpft.

Wieder differenziert (der platonische) Sokrates gegen die reinen Hedoniker zwischen verschiedenen Arten der Lust in der Frage, wie sich Lust einerseits und Vernunft andererseits zu dem verhalten, was „das Gute“ genannt wird. Im Hinblick auf dieses oberste Gut, dem sich der Mensch annähern muss, lässt Platon Lust zu. Denn die nun einmal gegebene Realität des Lebens erfordert die Anerkennung der Lust, denn weder in Apathie noch in purer Lust kann (und soll) der Mensch leben.

Da die Lust ihrer Natur nach zum Unbegrenzten gehört, muss sie begrenzt werden. Der entscheidende Begriff ist der der „Mischung“. Es gibt Mischungen von Lust und Unlust, aber auch von Lust und Vernunft. So ist das Leben in der Mischung zwischen Lust und Unlust wie die Tragödie und die Komödie, die die menschliche Seele in eine Mischung von Lust und Unlust bewegen (48 A). Es ist dies ein Gedanke, den dann Aristoteles mit seiner Konzeption von der Wirkung der Tragödie als Katharsis („Reinigung“) von den Affektionen und damit als eine Form der „unschädlichen“ Lust ( Politik VIII 1342 a 14-16) näher ausgestaltet hat. Platon untersucht im Dialog Philebos die Lust– und Unlusterfahrungen durch Geruch, Gehör und Sehen und akzeptiert auch eine reine Lust, die sich an der Betrachtung von Farben und Figuren, aber auch an mathematischen Erkenntnissen einstellt. So kommt er zu einer relativen Duldung der Lust innerhalb einer umfassenden Rangordnung, an deren erster Stelle noch oberhalb der Wissenschaften die Dialektik steht, über die Platon nur Andeutungen macht. Schließlich entwirft Platon eine Skala von fünf Stufen der Erkenntnis und Wahrnehmung, der dann jeweils fünf Stufen der Lust entsprechen: 1. Lust an Maß und Form ganz generell, 2. Lust am Schönen und Vollkommenen, 3. Lust an der Wahrheit, an der Richtigkeit des Denkens, 4. Lust an den Einzelwissenschaften, Künsten und Fertigkeiten, 5. Lust an klaren Wahrnehmungen (65 A–66 D). Platon ist so von einer eher grundsätzlichen Ablehnung eines Lust-Lebens zu einer relativen Anerkennung gelangt, wobei er immer daran festhält, dass ein Leben der Vernunft dem „Guten“ viel näher steht als ein Leben in Lust.

Nicht fern von Platon steht auch die Lehre Demokrits, der in der Nachfolge Leukipps die Atomlehre ausgestaltet hat. Der gegenüber Platon eine Generation ältere Demokrit hat neben physikalischen und mathematischen auch umfangreiche Schriften zur Ethik verfasst (die alle nur in Fragmenten greifbar sind). Und dabei ist er auch auf das Phänomen Lust eingegangen (Frgm. B 235). Er hebt hervor, dass „die vom Bauch kommenden Genüsse“ kurz seien, rasch vergehen und dann wieder das gleiche Begehren hervorrufen würden. Das führt mitten in die Diskussionen über die Lust, wie wir sie von Platon und den Sophisten kennen. Seltsam ist nur, dass Platon in seinem gesamten Werk Demokrit nicht ein einziges Mal erwähnt. Und doch müssen seine Schriften in Athen bekannt gewesen sein, weil Aristoteles seine Lehren ausführlich referiert und kritisiert. Ob er jemals in Athen war, ist ungewiss. Die doxographische Tradition ist widersprüchlich. Diogenes Laertius (IX 37) überliefert den Ausspruch Demokrits: „Ich kam nach Athen. Da kannte mich niemand.“ Dann aber berichtet Diogenes, ein gewisser Demetrios habe in seiner Apologie des Sokrates bemerkt, Demokrit sei überhaupt nicht nach Athen gekommen. Jedenfalls wirkte Demokrit vor allem im weit entfernten Abdera im nordöstlichen Griechenland, aus dem immerhin auch der Sophist Prodikos stammte und dessen Bürger damals noch nicht im Ruf des einfältigen Schildbürgers standen.

All diese Überlegungen zur Lust fließen in zwei Abhandlungen über die Lust zusammen, die in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles stehen. 8Aristoteles referiert kurz alle möglichen Theorien anderer über die Lust, ohne deren Autoren immer zu nennen; nur Eudoxos und Platon werden namentlich erwähnt. Er wendet sich gegen die These des Eudoxos, die Lust sei der oberste Wert, mit dem Argument, der höchste Wert müsse etwas Vollendetes sein, während Lust als Bewegung und Werdendes unvollendet ist. Es gibt keine Lust als Dauerinstanz, sondern verschiedene Arten und Grade von Lust. Sie bemessen sich nach der Art des menschlichen Handelns. Strebt man nur nach Lust in der Annahme, sie sei das höchste Gut, so kann eine um ihrer selbst willen erstrebte Lust in Zügellosigkeit und Unersättlichkeit umschlagen. Der Wert der Lust hängt ab vom Wert der Handlung. Da alle ethisch relevanten Handlungen mit Lust verbunden sind, ist die Lust die Vollendung der Handlung und insofern ein positiver Wert. Unter allen menschlichen Aktivitäten steht für Aristoteles die „Theorie“ an erster Stelle, insofern ist die mit ihr verbundene Lust die wertvollste. Aristoteles kennt die Lust, die sich bei wissenschaftlicher Arbeit einstellt. Die letzte Konsequenz dieser Position führt in die Ontologie. Die ewige Kreisbewegung der Fixsterne sei „das Lustvollste“ (ἥδιστον, Metaphysik XII 7, 1072 b 2).

Schließlich hat Aristoteles die mit der Lust verbundenen Probleme auch im Hinblick darauf untersucht, inwieweit der Redner vor Gericht davon Kenntnis haben muss. Dabei geht die Erörterung ( Rhetorik I 11) über den Horizont der Gerichtspraxis hinaus und beginnt mit einer ganz prinzipiellen Definition der Lust. Sie ist „eine Bewegung der Seele als eine zusammengedrängte Versetzung (der Seele) in den (ihr) zukommenden Zustand“ ( Rhet . I 11, 1369 b 33), während Schmerzen, Gewalt, Mühen, Anstrengungen, Krankheiten als das Gegenteil von Lust die Seele in einen unnatürlichen Zustand bringen. Dabei ist die lustvolle Empfindung nicht auf die Gegenwart beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die Vergangenheit (Erinnerung an überstandene Schmerzen) und auf die Zukunft (Begehren nach Essen und Trinken, Hoffnung auf mit Lust verbundene Situationen), wie denn auch Abwechslungen aller Art, Spiele und Freundschaften zu den lustvollen Lebenssituationen gerechnet werden. Das alles hat der Gerichtsredner zu bedenken.

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