Hellmut Flashar - Lust und Pflicht

Здесь есть возможность читать онлайн «Hellmut Flashar - Lust und Pflicht» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Lust und Pflicht: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Lust und Pflicht»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Mit Platon und Aristoteles erreichte die griechische Philosophie ihren vorläufigen Höhepunkt. Erst im Zeitalter des Hellenismus (ca. 300 v.Chr.) gelangen mit Epikur und der Stoa zwei neue Philosophenschulen an die Öffentlichkeit, die ein enormes Innovationspotential entfalten.
Im Zeitalter des Hellenismus erhält die Philosophie durch die fast gleichzeitig in Athen gegründeten Philosophenschulen der Stoiker und der Epikureer neue Impulse. Beide Schulen entwerfen ein komplettes philosophisches System mit Naturlehre, Erkenntnistheorie und Ethik, verfolgen jedoch ganz unterschiedliche Ziele: während die Stoiker dem Gemeinwesen zugetan sind und die Bedeutung der Pflicht hervorheben, ziehen sich die Epikureer aus der Politik zurück und stellen die Lust ins Zentrum ihrer Lehre. Angereichert durch Kynismus und Skeptizismus wird die hellenistische Philosophie in der Folge nicht nur zum primären Gegenstand der philosophischen Auseinandersetzung bei den Römern und im frühen Christentum, sondern ist bis heute ein viel diskutierter und rezipierter Bereich des abendländischen Denkens.

Lust und Pflicht — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Lust und Pflicht», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Was für ein Leben der Sterblichen könnte ohne Lust erstrebenswert sein, oder (sogar) welche Tyrannis? Ohne sie (die Lust) ist selbst das Leben der Götter nicht beneidenswert.

Simonides wusste, wovon er sprach. Er hat in Athen die Herrschaft des letzten Tyrannen, des 514 v. Chr. ermordeten Hipparchos, erlebt und dann – ursprünglich auf der Insel Keos beheimatet – weiterhin den Aufstieg Athens nicht nur zu einer militärischen, sondern auch kulturellen Macht begleitet. So ist „Lust“ für ihn ein integraler Faktor des privaten wie des staatlichen Lebens.

Der erste, der das Phänomen „Lust“ näher bestimmt hat, war Aristipp von Kyrene (circa 430–355) Aristipp war Schüler und Anhänger von Sokrates. Platon vermerkt ausdrücklich ( Phaidon 59 C), dass Aristipp zu den engsten Gefährten des Sokrates gehört, auch wenn er (wie Platon selber) in der Sterbestunde des Sokrates nicht zugegen war, obschon er in Athen gelebt hat. Aristipp hat dann auch in seiner Heimatstadt Kyrene eine philosophische Schule begründet und dort gelehrt. 3In den antiken Zeugnissen über seine Lehre wird nicht immer zwischen ihm und seinem gleichnamigen Enkel differenziert. Doch dürften die wesentlichen Äußerungen über die Lust die Auffassung des Aristipp (des älteren) selber widerspiegeln. Danach sind Lust und Schmerz „Bewegungen“, und zwar ist die Lust eine „sanfte“, also angenehme, der Schmerz hingegen eine „raue“ Bewegung.

Mit der Bestimmung der Lust als Bewegung, die auf den Menschen zukommt und ihn auch wieder verlässt, ist angedeutet, dass die Lust nichts Permanentes ist, sondern den Menschen temporär ergreift. Diesen Vorgang hat Aristipp mit Wellenbewegungen illustriert. Danach wird die Lust mit einer sanften Woge und günstigem Fahrtwind, der Schmerz als raue Bewegung mit einem Sturm auf dem Meer verglichen. Aristipp (der jüngere) hat dann noch einen neutralen Zustand der „Meeresstille“ als eine ruhige, ja geradezu apathische Verfassung des Menschen hinzugefügt. Eine „stürmische Liebe“ hat Aristipp jedenfalls nicht als eine erstrebenswerte Lust angesehen, sondern ausdrücklich betont, dass man über die Lust gebieten, und nicht ihr unterlegen sein solle. In diesem Sinne solle man die Lust genießen, die der Augenblick bietet, nicht aber nach Genüssen jagen, die in der Ferne liegen. Bei alledem ist zu bedenken, dass Leib und Seele (noch) als eine ungeschiedene Einheit angesehen werden. Eine nur seelische oder eine rein körperliche Lust kennt Aristipp nicht.

Die nähere Bestimmung der Lust durch Aristipp muss in Athen und darüber hinaus Beachtung gefunden haben. So erklärt sich auch, dass Xenophon (431–354) – ebenfalls Anhänger des Sokrates – in seiner Schrift Memorabilien zwei lange (fiktive) Gespräche zwischen Sokrates und Aristipp wiedergegeben hat (II 1; VIII 18). Darin wird deutlich, dass Aristipp zwar einer möglichst angenehmen und unbeschwerten Lebensweise das Wort redet, aber zugleich in Selbstdisziplin über Art und Ausmaß der Lustempfindungen gebietet. Gerade dieses Verhältnis von Lust und Selbstbeherrschung ist dann wohl auch Gegenstand der wirklichen Gespräche zwischen Sokrates und Aristipp gewesen. Spätere Anekdoten haben daraus einseitig und unrichtig Aristipp als einen ausschweifenden und hemmungslos vergnügungssüchtigen Menschen gemacht.

Natürlich wird das Phänomen Lust auch in der mit Sokrates gleichzeitigen Sophistik diskutiert. Im Grunde liegt es nahe, der Lust in einer emanzipatorischen Bewegung wie der Sophistik mit der Betonung des Einzelnen, herausgelöst aus politischen Bindungen, einen hohen Stellenwert zuzuschreiben. Aber schon an den Fragmenten der im Ganzen verlorenen Schriften der Sophisten wird eine subtile Differenzierung erkennbar So wird wiederholt die Nähe von Lust und Schmerz betont. Schon der Politiker Solon hatte ein halbes Jahrhundert vor dem Aufkommen der Sophistik formuliert: „Meide die Lust, die Schmerz hervorbringt“, und einige der Sophisten haben dann ähnlich geurteilt. Gorgias kann für sich in Anspruch nehmen, er habe „nichts aus bloßer Lust getan“ (Frgm. 11, Diels–Kranz). Denn – so heißt es an anderer Stelle bei ihm – „wer Reichtum verschwendet, ist ein Sklave der Lust“ (B 11 e). Und Antiphon versichert: „Wo das Lustvolle ist, da ist in der Nähe auch das Schmerzhafte“ (B 49). Zugleich hebt er hervor, dass man sich manchmal nur eine scheinbare Lust verschafft, in Wirklichkeit aber Schmerzen.

Die von den Sophisten geführten Diskussionen über die Lust und ihre Relevanz für das Leben sind dann auch der Hintergrund, auf dem Platon in seinen frühen und mittleren Dialogen das Phänomen der Lust untersucht. 4Dabei geht es keineswegs allein um eine pauschale Zurückweisung eines hedonistischen Lebensideals im Namen der Philosophie, sondern um eine höchst differenzierte Argumentationskette, wie sie uns bereits in dem relativ frühen Dialog Protagoras entgegentritt (351 B–260 E). Auf die Frage des Sokrates, ob ein angenehmes (das heißt lustvolles) Leben ein gutes Leben ist, lässt Platon Protagoras antworten: „Lust ist nur gut, wenn es Lust am Schönen ist“ (351 C), was ja auch der Auffassung des historischen Protagoras entspricht, soweit sie aus den Fragmenten erkennbar ist. Sokrates führt dann aber ein übergeordnetes Wissen an, das als Maßstab Lust und Unlust gegeneinander abwägen kann. Wenn bloß gefühlte Lust und Unlust die letzten Instanzen sind, wie es einem landläufigen Hedonismus entspricht, dann würde niemand mehr Gefahren auf sich nehmen, die nicht mit Lust verbunden sind. Es bedarf also einer auf Wissen beruhenden Abwägung von dem, was Lust und Unlust ist, zur „Rettung des Lebens“ (375 A). Protagoras stimmt diesem Gedankengang zu, ohne jedoch dessen Konsequenzen ermessen zu können. Platon will also die Sophisten nicht blamieren, sondern deren Lustkonzeption hinterfragen, indem er als entscheidende Kategorie die Instanz des Wissens von Lust und Unlust hinzufügt. Worin dieses Wissen besteht, bleibt vorläufig noch unklar.

In dem etwas späteren Dialog Gorgias , in dem es hauptsächlich um Rang und Stellung der Rhetorik geht, tritt Sokrates in Kallikles einem reinen Machtmenschen entgegen (von dem Nietzsche fasziniert war), der zugleich ein radikaler Vertreter eines groben Hedonismus ist. Ziel des Lebens sei ein unbeschränktes Zufließen von Lust und deren Befriedigung. Selbstbeherrschung sei nur eine Ausrede. Lust, Macht und Freiheit von Bindungen brächten Glück. Lust ist Glück. Sie sei nicht weiter differenzierbar, denn eine Stufung der Lust würde ein mit Unlust verbundenes übergeordnetes Prinzip voraussetzen, das Kallikles strikt ablehnt. Lust ist das Gute, nicht irgendein theoretisches Wissen. Lust und Macht bedingen einander. Je mehr Macht, desto mehr Lust. Wer beides besitzt, kann den Vorteil des Stärkeren für sich in Anspruch nehmen. Natürlich widerlegt auch hier (der platonische) Sokrates diese Position mit dem Hinweis auf ein Wissen vom Guten, bezogen auf die Ordnung der Seele, in der Gerechtigkeit und Besonnenheit ihren Platz haben.

In den mittleren und späteren Dialogen Platons taucht das Thema Lust auch unabhängig von der Auseinandersetzung mit der Sophistik immer wieder auf. Stets ist der Lust die Vernunft gegenübergestellt; der Lust als Lebensziel wird die Orientierung an der Welt der ewigen Ordnung (der Ideen) entgegengesetzt. Die Seele darf sich durch Lust nicht in Verwirrung bringen lassen. In einer Stufung von Begierden und Lüsten wird der Lust des Leibes ein gewisses Recht zugestanden, die Lust des Geistes (die Platon immerhin annimmt) hat jedoch den absoluten Vorrang. 5

Natürlich sind in der von Platon gegründeten Akademie die Diskussionen um die Lust, um ihren Rang und ihre Bedeutung für den Menschen weiter diskutiert worden. Das trifft zunächst auf Eudoxos von Knidos (circa 408–336) zu, der also aus Knidos stammt (wo es eine bedeutende medizinische Schule gab), aber den größten Teil seines Lebens in Athen zugebracht hat. 6Ob er förmlich Mitglied der Akademie war oder sie gar interimistisch geleitet hat, ist nicht sicher nachzuweisen. Dass er Platon nahestand, unterliegt keinem Zweifel. Während Aristipp die Lust geradezu physikalisch als eine Wellenbewegung verstanden hat, die kommt und geht, hat Eudoxos, der im Übrigen ein angesehener Astronom und Mathematiker war, die Lust als ein dauerndes Gut schlechthin bezeichnet, und zwar im Kontext der in der platonischen Akademie lebhaft diskutierten Frage, was das Gute als zu verwirklichendes Ziel für den Menschen sei. Das ist für Eudoxos die Lust, und er hat dafür die folgenden Argumente: Alle Lebewesen streben nach Lust. Das übereinstimmend von allen Erwünschte muss ein Gut sein. Umgekehrt wird Schmerz von allen Lebewesen gemieden, also muss das Gegenteil, die Lust, etwas Gutes sein. Eudoxos geht von einer biologischen Grundlage aus und entwickelt auf dieser Basis seine Lustkonzeption, die von der Tierwelt über den Menschen bis zu den beseelten Gestirnen reicht, deren Bewegungen mit Lust verbunden seien.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Lust und Pflicht»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Lust und Pflicht» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Lust und Pflicht»

Обсуждение, отзывы о книге «Lust und Pflicht» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x