Robert Claus - Hooligans

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Die Hooligans sind zurück. Seien es die «Hooligans gegen Salafisten», wieder erstarkte Gruppen in den Fankurven oder die russischen Schläger, die während der EM 2016 für massive Ausschreitungen sorgten.Robert Claus beleuchtet die zentralen Entwicklungen, Verbindungen in die Rockerszene und die Erfindung der Ackermatches. Dabei nimmt er auch den Kampfsport, geschäftliche Beziehungen, politische Einstellungen und internationale Netzwerke der Hooligans in den Blick.Zu Wort kommen: ehemalige und aktive Hooligans, Neonazi-Aussteiger, Kampfsportler, Kenner des osteuropäischen Hooliganismus sowie der Rockerszene, Berater von Opfern rechter Gewalt, Polizisten und Politiker, Fanarbeiter, Wissenschaftler, Fußballfans und weitere Experten.Robert Claus liefert eine differenzierte Analyse und spannende Reportagen der gewalttätigen und teils rechtsextremen Szene, über die viel zu wenig bekannt ist.

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Bremen, 10. Juli 2017

Julia Düvelsdorf

Einleitung

Hooligans – eine ausdifferenzierte Szene

Marseille, Juni 2016: Das Vorrundenspiel der Europameisterschaft zwischen England und Russland steht an. Doch schon am Vortag sind die Bilder nicht vom Fußball, sondern von brutalen Szenen am Hafen der am Mittelmeer gelegenen Stadt geprägt. Hunderte russische Hooligans attackieren englische Schlachtenbummler. Schrecken nicht davor zurück, am Boden liegende Gegner auf den Kopf zu treten. Bilder blutüberströmter Engländer geistern durch die Medien. Doch nicht nur das. Wenige Tage später taucht in den sozialen Medien ein weiteres Video auf. Es ist mit einer „GoPro“ aufgenommen, einer hochauflösenden Kamera, die ein russischer Hooligan während der Ausschreitungen auf dem Kopf trug und somit seine Sicht der Dinge mit der Welt teilt. Das Video zeigt, wie gut geordnet und in Kleingruppen organisiert die Russen vorgegangen sind. Das war keine alkoholisierte Fußballrandale vergangener Jahrzehnte, sondern das taktisch ausgeklügelte Manöver bestens trainierter Hooligangruppen. Es war eine Machtdemonstration gegen die einstmals gefürchteten englischen Hools und sollte die Wachablösung aufzeigen.

Zugleich war es das Aufeinandertreffen zweier Generationen an Hooligans, die sich voneinander unterscheiden. Zwar sind beide männlich und gewaltaffin, doch die Praxis ihrer Gewalt unterscheidet sich enorm. Gut zu unterscheiden an einem weiteren Post, der in den sozialen Medien die Runde durch die Foren der Hooliganwelt machte. Der Post ist zweigeteilt. Links darauf zu sehen: ein durchtrainierter junger Mann in Kampfsportmontur. Rechts: ein Mann mittleren Alters mit Sonnenbrille in Jeans. Die englische Fahne auf den Bauch gepinselt. Die Bildunterschrift links: Name: Andrei „Death“ Nikolayev, Age: 24, MMA-Record: 78-0-0, Favorite Food: Raw Bear Meet, Favorite Drink: Water, Speciality: Spinning Elbow . Die Bildunterschrift rechts: Name: Dave „Big Lad“ Johnson, Age: 49, MMARecord: Yes Sky Plussed it, Favorite Food: Pie and Chips, Favorite Drink: Stella, Speciality: Jägerbombs .

Natürlich kommt dieser Post von russischen Hooligans, die ihren Sieg in Marseille feiern wollen. Natürlich arbeitet er mit Ironie. Und natürlich gibt es auch in Russland Hooligans, die Bier trinken, in England welche, die Kampfsport trainieren. So homogen ist keine Szene. Und doch kommen in dem Post zwei höchst unterschiedliche Ideen von Hooliganismus zum Tragen: Viele der heutigen Hooligans trainieren Kampfsport unter (semi-)professionellen Umständen, nicht wenige nehmen aktiv an Kampfsportveranstaltungen teil. Sie ernähren sich gesund, manchmal vegetarisch und konsumieren weniger Bier oder Nikotin, sondern eher aufputschende Mittel. Auch verdingen sie sich teilweise in gesellschaftlich renommierten Berufen. Noch während der Europameisterschaft wurden in Köln russische Hooligans auf der Durchreise festgenommen, die spanische Touristen angegriffen hatten. Es waren zwei Köche, ein Manager, ein Wirtschaftsprüfer und ein Mathelehrer. Hooliganismus hat sich weiterentwickelt: weg von den alkoholisierten Randalen, hin zu durchtrainierten und organisierten Manövern. Die Ereignisse in Marseille gaben der breiten Öffentlichkeit einen kleinen Einblick.

Vier zentrale Entwicklungen

Doch haben uns nicht nur die russischen Hooligans bei der Europameisterschaft vor Augen geführt, dass es sich um eine lebendige Szene handelt. Bereits im Oktober 2014 sorgten die „Hooligans gegen Salafisten“ für Aufruhr, als sie mit knapp 5.000 Menschen durch die Kölner Innenstadt zogen. Sie gehören seither zu den Bildern rechter Demonstrationen gegen die staatliche Migrationspolitik. Hooligans stellten einen Teil des Ordnungsdienstes bei den Pegida-Aufmärschen in Dresden und randalierten mit 300 Menschen durch die Leipziger Innenstadt am Rande des ersten Geburtstags von Legida – dem Leipziger Ableger.

Dabei gestaltet sich die dynamische Szene für Außenstehende oft unübersichtlich. Viele Fragen werden aufgeworfen, wenn Hooligans – wie in den aufgeführten Beispielen – für Aufruhr sorgen: Woher kommen diese Hooligans nach den vielen Jahren? Ist Hooliganismus nicht eine Fankultur der 1980er Jahre? Sind alle Hooligans rechts? Gibt es das nur im Osten? Wo überschneiden sich Hooligan-, Rocker- und Kampfsportszene?

Hooligans existieren in Deutschland seit über 40 Jahren und haben über die Zeit viele Entwicklungen mitgemacht. Auch leben sie nicht fernab dieser Gesellschaft, sondern verändern sich – sowohl durch eigene Lerneffekte wie auch äußere Einflüsse. So lassen sich letztlich vier zentrale Entwicklungen beschreiben, die in der Hooliganszene stattgefunden und ihren Werdegang entscheidend geprägt haben.

I. Hooligans altern

Durch „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) wurde offensichtlich, was lange Zeit vergessen war: Große Teile der Hooligannetzwerke und -szenen, die in den 1980er und 1990er Jahren entstanden, existieren noch immer. Zwar haben sich die Lebenswege ein Stück weit verstreut: Manche sind Väter geworden oder haben ihre Erfahrungen in Büchern verarbeitet, andere sind den Weg in die Security- oder Rockerszene gegangen, die seit Ende der 1990er Jahre verstärkt Hooligans umwirbt. Doch auch wenn ihre Zeit als aktive „Kämpfer“ meist hinter ihnen liegt und sie ins Alter gekommen sind, halten die sozialen Kontakte. Ihr Fußballbezug existiert ungebrochen.

II. Hooligans erfinden den „Acker“

Infolge der gestiegenen Repression um das Jahr 2000 verlagern Hooligans ihre Kämpfe immer stärker auf Plätze fernab der Innenstädte und Stadien, auf Äcker und Feldwege – an sogenannte Drittorte. Dabei entstehen detailliert organisierte Gruppenkämpfe. Es schützt die Szene vor Strafverfolgung und öffnet sie zugleich für Türsteher und Kampfsportler jenseits der Fanszenen. Nicht selten jedoch gerät „der Acker“ zum zentralen Trainings- und Vernetzungsort für rassistische Schläger.

III. Hooligans und rechte Ultras

Stand ein Großteil der Ultrakultur der Gewalt lange Zeit eher fern, waren rechte Ultras schon immer Brüder im Geiste der Hooligans und haben sich über die vergangenen Jahre angenähert. Sie verbinden zwei zentrale Eigenschaften der beiden Szenen: die Gewalt der Hooligans und den hohen Grad der Selbstorganisation der Ultras. Somit bewegen sie sich sicher in beiden Welten – ihre Gewalt zielt dabei auch auf die eigene Fanszene ab, mit dem Ziel der Machtausübung.

IV. Hooligans professionalisieren ihre Gewalt

Waren die Ausschreitungen von Hooligans in früheren Jahrzehnten oftmals von alkoholgeschwängerten und wüsten Randalen geprägt, haben viele aus der jüngeren Generation den Weg in den organisierten Kampfsport gefunden. Dies wurde auch durch die generelle Professionalisierung des Kampfsports jenseits des klassischen Boxens befördert. Mittlerweile betreiben Hooligans eigene Gyms und veranstalten eigene Events. Sie dienen als Infrastruktur sowie als Treffpunkt der Szene: für aktive Kämpfer, für das gewaltaffine Umfeld sowie für Schaulustige, für rechtsoffene Hooligans und gewalttätige Neonazis. Nicht nur ihre Events, sondern auch ihre Produkte, ihre Werbung und ihre Präsenz in den sozialen Medien sind professionell organisiert.

Nicht selten sind aus diesen einzelnen Entwicklungen auch spezifische Gruppen und Organisationen entstanden: Gehört beispielsweise die Bremer Band Kategorie C zu den alten Hooligans, ist die Dortmunder „Northside“ eine Gruppe, die ihre Kämpfe „auf dem Acker“ austrägt. Stehen die „Boyz Köln“ wiederum für eine Vereinigung von rechten Hooligans und Ultras, verdeutlicht das „Imperium Fight Team“ aus Leipzig, wie sich Hooligans im Kampfsport professionalisieren. Darüber hinaus sind diese Gruppen und Szenen mannigfaltig miteinander verbunden: Einerseits bilden sie ein gewaltaffines Milieu, das durch Fußball, Kampfsport, Konzerte einschlägiger Bands und Social Media miteinander vernetzt ist. Andererseits griffe es zu kurz, die Widersprüche zwischen ihnen nicht auch wahrzunehmen. Denn mancherorts tragen sie einen gewalttätigen Kampf darüber aus, wer die dominante Gruppe in der Szene bzw. Stadt ist und das jeweilige Gewaltmonopol innehat. Es folgt einer Logik des territorialen Besitzes und des zugespitzten Männlichkeitsfetischs. Es geht stets um das Faustrecht des Stärkeren.

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