Helmuth von Glasenapp
I. Der Buddha
1. Die Gewalt der Buddhaverkündigung; der Löwenruf
[ Buddha spricht: ]
Zur Abendzeit, ihr Mönche, tritt der Löwe, der König der Tiere, aus seiner Höhle hervor. Hat er seine Lagerstätte verlassen, so reckt er sich, und aufgerichtet blickt er nach allen den vier Himmelsrichtungen. Während er so nach allen vier Seiten Ausschau hält, lässt er dreimal den Löwenruf erschallen, und nachdem er dreimal sein Brüllen erhob, geht er auf Beute aus.
Alle die Tiere, die den Ruf des grollenden Herrn des Wildes hören, werden von Furcht, Erregung und Zittern übermannt. Die in Höhlen hausen, verkriechen sich in ihre Löcher, die im Wasser wohnen, flüchten in die Gewässer, die Waldbewohner suchen den Dschungel auf, und die Vögel erheben sich in den Luftraum.
Auch die Elefanten des Königs, ihr Mönche, die in den Dörfern und Städten und königlichen Residenzen mit festen Banden gefesselt sind, zerreißen diese Fesseln, zersprengen sie, und Kot und Urin von sich lassend, laufen sie hierhin und dorthin.
Von solcher Macht, ihr Mönche, ist der Löwe, der König des Wildes unter allem Getier, von solch unbändiger Gewalt, von solcher Majestät.
Ebenso wahrlich geschieht es auch, wenn ein Vollendeter in der Welt erscheint, ein Heiliger, völlig Erwachter, der, mit Wissensmacht begabt und rechtem Tun, auf gutem Wege geht, ein Weltenkenner, der unvergleichliche Lenker von dem, was im Menschen bezähmt werden muss, der Lehrer von Göttern und Menschen, der Buddha, der Erhabene. Dieser verkündet die Lehre:
»So ist das Körperliche, so ist das Entstehen des Körperlichen, so sein Vergehen. So ist das Empfinden. So ist das Unterscheidungsvermögen. So sind die Triebkräfte. So ist das Bewusstsein, so das Entstehen des Bewusstseins, so das Vergehen des Bewusstseins.«
Auch jene Götter von langem Leben, voll Schönheit und vielfältigem Glück, die in erhabenen Wohnungen ein langes Dasein verbringen, wenn sie die Verkündigung der Lehre durch den Vollendeten vernehmen, so werden die meisten von ihnen von Furcht, Erregung und Zittern übermannt, und sie erkennen: »Ach, wir sind unbeständig, die wir glaubten von Dauer zu sein. Wir sind wandelbar, die wir uns für beständig hielten. Und die wir wähnten ewig zu sein, wir sind in Wahrheit vergänglich.«
Von solch großer Macht über die Welt samt ihren Göttern, von solch unbegrenzter Gewalt, von solcher Majestät ist der Vollendete.
Sy. 22, 78 (Bd. 3, S. 84 f.)
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